Schlagwort: Mord

Gestrandet im Paradies: Wenn geliebte Menschen sich als Teufel erweisen…

Eigentlich hat sie „alles“. Mit Mitte 50 hat sie ihre Eigentumswohnung in guter Wohnlage in Berlin abbezahlt, sie hat ein erfreulich gut bestücktes Sparkonto, einen sicheren Beruf als Teilzeit-Lehrerin und einen freundlichen Ehemann.  Aber trotzdem fehlt ihr „alles“. Ihr Beruf, wie auch die ganze eingefahrene Alltagsroutine machen sie krank. Das soll nun alles gewesen sein? Oh nein. Julia lässt sich an ihrer Schule für ein Sabbatjahr freistellen und geht auf Reisen.

Knapp drei Jahre später steht sie vor den Scherben ihrer Existenz. Facebook-Freunde sind es, die sie retten und ihr helfen, nach Europa zurückzukehren. Sie braucht viele  Monate, um zu sich zu kommen. Jahre wird es dauern, bis ihre Seele das Erlebte verarbeitet haben wird. Sie versucht, sich dabei zu helfen und hat ein Buch über die beiden schlimmsten Jahre ihres Lebens geschrieben: „Gestrandet im Paradies,“ heißt es.

Es war die Dominikanische Republik, die Julia während ihres Sabbatjahres total verzauberte. Das leuchtend blaue karibische Meer, strahlend blauer Himmel, die Wärme, farbenprächtige Natur, und ein Mann – zehn Jahre jünger als sie selbst – bildeten einen unwiderstehlichen Cocktail der Anziehung. Ja, beschloss sie. Ja, sie will es noch einmal wissen. Sie will ein neues Leben wagen und eine neue Liebe.

Im Herbst des selben Jahres wandert Julia aus. Mit einem Container voller Teile ihres bisherigen Lebens, mit einem gut gefüllten Konto vom Verkauf ihrer Wohnung und zusammen mit ihrer Tochter, die ebenfalls einen Neuanfang sucht. Da hat sie die beiden  schwersten Fehler ihres Lebens schon gemacht: Ihre sichere Beamtenstelle hat sie gekündigt. Und sie hat dem dominikanischen Mann, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hatte, eine sechsstellige Summe überwiesen. Er soll damit ein Grundstück am Meer bezahlen, das sie sich ausgesucht hat. Ein Öko-Hotel mit Hobbitwohnungen, vegetarischer Ernährung  und spirituellem Hintergrund will sie dort errichten, sich zusammen mit ihrem Liebsten eine gemeinsame Existenz aufbauen.

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Was dann geschieht, hat das Zeug zu einem handfesten Krimi – und lässt den Leser sich immer wieder die Augen reiben: Unglaublich die Unbekümmertheit, mit der die eigentlich lebenserfahrene Julia gegenüber den bettelarmen Einwohnern ihren Wohlstand zur Schau stellt, als freundliche Gönnerin von Mensch und Tier auftritt und damit wie eine „Goldeselin“ auf dem Präsentierteller steht. So wenig wie sie nach eigenem Bekunden anfangs die Gesichtszüge der Menschen auseinander halten kann, so wenig begreift sie ihre Wirkung auf die chancenlosen, bettelarmen Menschen in ihrem neuen Umfeld.

Ausgerechnet Barahona, unweit der Grenze zu Haiti, haben sich die beiden Frauen als neuen Lebensmittelpunkt ausgesucht.  Hier gibt es kaum Tourismus, ist die ohnehin hohe Kriminalität der Karibikinsel noch höher, die ganze Gegend ist als Drogenstraße aus Richtung Mexiko bekannt. Aber hier ist die Natur besonders wild und schön. Und hier lebt Rafael, der geliebte Mann, der in einem Moment unglaublich zärtlich, im nächsten schroff und unnahbar sein kann. Besonders letztere Seite zeigt er, nachdem Julia mit ihrem ganzen Hab und Gut in Barahona eingetroffen ist. Sie ist verunsichert und reagiert gelähmt. Sie glaubt, ihn zu brauchen, um ihren Lebensunterhalt in der fremden neuen Welt verdienen zu können. Da er aber nie zur Verfügung steht, sitzt sie zuhause – weitab vom Strand – verbringt ihre Zeit damit, frustriert auf ihn zu warten und Supermärkte zu finden, in der es einigermaßen abwechslungsreiche vegetarische Kost gibt. In langen einsamen Stunden postet sie für ihre 13 000 Facebook-Abonnenten spirituelle Weisheiten mit schönen Fotos.

Dann nehmen die Katastrophen ihren Lauf – so schnell aufeinander folgend, eine schlimmer als die andere, dass man beim Lesen kaum zu Atem kommt.  Rafael gesteht, ihr Geld veruntreut und statt des Grundstücks einen Gips-Steinbruch erstanden zu haben.  Nun hätte Julia zusammen mit ihrer Tochter und ihrem ebenfalls hergezogenen Bruder – alle der spanischen Sprache mächtig – versuchen können, sich auf eigene Faust eine Existenz aufzubauen. Statt dessen fördert sie die Gipsmine finanziell weiter, verköstigt unzählige unliebsame Verwandte Rafaels, kümmert sich um drei der minderjährigen Kinder ihres Lebensgefährten, glaubt ihm, dass er von seiner Ehefrau wirklich getrennt lebt und ändert auch nichts, als er das erste Mal handgreiflich wird. Nachdem er sie ein paar Wochen später mit der Faust k.o. geschlagen hat, zieht der Lebensgefährte bei Nacht und Nebel aus. Eine weitere Woche danach ist er tot: Unter dubiosesten Umständen erschossen. Nun erfährt Julia, dass die Geliebte „ihres“ Rafael,  ein minderjährige  Mädchen,  ein Kind von ihm trägt. Die Umstände des Mordes an Rafael werden nie aufgeklärt, obwohl der Mörder gefasst ist.

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Wenige Wochen später stirbt Rafaels Mutter bei einem Verkehrsunfall. Danach lernt Julia seine Sippschaft mal richtig kennen: Alle wollen Rafael beerben, beanspruchen das Unternehmen, das er mit ihrem Geld gekauft hat und weiteres Vermögen. Anwälte verlangen horrende Honorare ohne Leistung zu erbringen, Julia setzt große Summen ein, um die Gipsmine vor der Witwe Rafaels in Sicherheit zu bringen. Papiere verschwinden, Verträge sind plötzlich ungültig, ihr Vermögen schmilzt in schwindelerregendem Tempo dahin. In dieser Zeit stirbt Julias Bruder an mehreren Infekten, die er sich im karibischen Paradies zugezogen hat.

Um das Maß voll zu machen, bringt Julias Tochter Zwillinge zur Welt. Eins der Kinder ist hirngeschädigt. Da ist das Geld schon so knapp, dass Julia ihre Facebookfreunde um Hilfe bitten muss, um die Krankenhausrechnung zu bezahlen. Der Lebensgefährte ihrer Tochter erweist sich als genauso wenig vertrauenswürdig wie zuvor der ihre. Als „Geschäftsführer“ des Steinbruchs veruntreut er große Summen Geldes. Es kommt, wie es kommen musste: Mittellos und praktische ohne einheimische Freunde müssen Frauen und Kinder um ihr Leben fürchten, denn würde ihnen etwas zustoßen, würde der Lebensgefährte der Tochter als Vater der Kinder alles erben. Nur mit Hilfe einer wohlhabenden Facebookbekanntschaft können sie bei Nacht und Nebel mit wenigen Kisten und Kasten das Land verlassen – die geliebten Hunde und eine Katze bleiben zurück.

Das Buch ist eine Warnung an alle, die vorhaben, auszuwandern: In fremden Ländern herrschen andere Sitten; angefangen beim Status von Männern und Frauen über den Umgang mit Behörden bis hin zu den Einheimischen selbst: Wer in ein sehr armes Land, und dort noch in eine Gegend geht, in der praktisch keine Europäer wohnen, muss sich darüber im Klaren sein, dass die meisten seiner zahlreichen neuen, so netten  „Freunde“ nichts anderes wollen als einen Teil vom Wohlstandskuchen. Das ist die harte Wirklichkeit: Wo bittere Armut herrscht, sind Tier- und Menschenfreundschaft  unterentwickelt. Wer das in unserem wohlstandsverwöhnten Land nicht beachtet, muss es unter Umständen teuer bezahlen.

Julia Martin: Gestrandet im Paradies ist erschienen bei „Books on Demand“.

Siehe auch: „Kaltes Herz – Narzisstischen Missbrauch überwinden“

 

Je suis Charlie: Für (Meinungs-)Freiheit und ein friedliches Miteinander!

Man mag die Satire schätzen oder nicht: Sie ist ein notwendiger Bestandteil der Gesellschaft, und das besonders stark im debattierfreudigen Frankreich. Sie überzeichnet, oft bitterböse, und macht damit auf Fehlentwicklungen aufmerksam. Und sie ist Bestandteil des Wichtigsten, was Menschen haben können: der Freiheit.

Der Charlie Hebdo ist ein Magazin, das Satire nicht einseitig verbreitet. Nicht nur der Islam – genauso das Christentum – die nationale und internationale Politik; alles nimmt er mit spitzer Feder auf’s Korn. Dies völlig werbefrei, denn Inserenten üben regelmäßig erheblichen Druck auf die Medien aus, damit ihre Botschaft im „richtigen“ Umfeld erscheint. Nicht käuflich zu sein bezahlen Medienschaffende weltweit sehr schnell mit persönlichen Konsequenzen: Sie sind ständig in Gefahr, ihre Arbeit zu verlieren und in vielen Ländern auch ihr Leben. In dem Teil der Welt, der sich „freier Westen“ nennt, ist letzteres eher selten der Fall. Das heißt aber nicht unbedingt, dass wir deshalb von Medien informiert werden, die von völliger Meinungsfreiheit profitieren:

Da ist die Angst der Herausgeber vor finanziellem Ruin durch Ausbleiben der Werbeeinnahmen. Da ist die Eitelkeit der Chefredakteure und Ressortchefs, die sich gern vorzüglicher Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern rühmen. Und da ist die Angst der einfachen Journalisten, Gehalt und Altersversorgung zu verlieren: Angesichts einer hohen Zahl bestens ausgebildeter Medienmacher und ständig abnehmender „sicherer“ Arbeitsplätze ist sich jeder Journalist darüber im Klaren, dass er nicht einmal mehr über den berühmten Kaninchenzüchterverein schreiben wird, wenn er nicht spurt – und zwar nicht nur im „eigenen“, sondern auch in allen anderen Medien.

So werden unsere „seriösen“ Medien instrumentalisiert – oft ganz subtil, wenn nötig aber auch knallhart. Wir können es zurzeit bestens am Ost-West-Medienkrieg beobachten. Wer genau hinschaut, sieht es aber auch bis hinunter zur Ortsebene: Bei missliebiger Berichterstattung lernt jeder Journalist Wirtschaft und Politik von ganz neuen Seiten kennen und kann in den seltensten Fällen auf Rückendeckung aus dem eigenen Hause hoffen. Vor diesem Hintergrund bekommt der Satz des  Charlie-Chefredakteurs und Zeichners Stéphane Charbonnier eine noch tiefere Bedeutung, als er ohnehin schon hat: „Ich sterbe lieber aufrecht, als auf Knien zu leben“.

Nur mit Idealismus und Konsequenz kann es ein solches Blatt schaffen, rein über den Verkauf auf dem Markt erfolgreich zu sein. Leser auf der ganzen Welt wissen Wahrheit zu schätzen. Satire ist eine Möglichkeit, diese mit einem gewissen Maß an Narrenfreiheit auch auszusprechen.

Wenn wir diesen Gedanken konsequent weiter verfolgen, liegt ein Verdacht sehr nahe: Die Menschen in Europa wollen mehrheitlich keinen Krieg. Sie wollen in Frieden leben, ihren Wohlstand sichern und sind bereit, Andersdenkende zu tolerieren. Die Mehrheit der politisch und religiös anders Denkenden sehen das genauso: Sie verbreiten ihre Meinung, aber sie tun es friedlich.  Das gilt auch für die Mehrheit der Muslime: Sie wissen, dass sie im Grundsatz den selben Gott haben, den auch die Christen anbeten – und dass auch der Koran verlangt, den Nächsten zu lieben.

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Religion ist eine der stärksten Kräfte, die Menschen steuern können. Was liegt also näher, als sie zu nutzen, wenn man Menschen in gewünschte Richtungen bewegen will? Wir kennen das nicht nur im Islam. Wir kennen es ebenso im Christentum. Wir sehen rund um den Globus, wie Menschen aus wirtschafts- oder einfach machtpolitischen Gründen manipuliert werden. Edward Snowdens Dokumente, deren Inhalt man getrost auch auf andere Nationen übertragen kann, haben das nicht erst zutage gefördert, sondern nur erstmals in diesem Ausmaß belegt wie sehr politisch Führende die Menschen überwachen und manipulieren.

Wenn man nun die Trägheit Europas in Bezug auf bewaffnete Konflikte, seine Zentriertheit auf die Sicherheit des Euro und den abnehmenden Wohlstand der Einzelnen betrachtet, dazu die eher gemäßigte Wortwahl der Medien und die zaudernden Regierenden, liegt es nahe zu vermuten, dass der Anschlag in Paris ein ganz konkretes Ziel hatte: Es sollen Fronten geschärft und Feindbilder intensiviert werden. Wie macht man das am besten? Man greift die Medien selbst an, denn dann werden alle ganz laut schreien. Genau so ist es am Tag des Attentats auch gekommen: Die Medien blasen zur Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit, drehen den Spieß Richtung Politik: Alle sollen jetzt ihre Werte bekennen, von der Kanzlerin bis zur Putzfrau.

Der Anschlag in Paris war eine Splitterbombe, deren Wirkung auf das Miteinander verschiedener Kulturen in der Heimat von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie all seiner Verbündeten noch gar nicht absehbar ist.

Lassen wir uns nicht zersplittern – dann wären die Menschen in Paris umsonst gestorben.

Nie, niemals dürfen wir uns auf das Niveau von Extremisten herab ziehen lassen.

Update: Presseschau: „Ein Angriff auf die Freiheit überall“

Update: „Der Gegner ist der Terrosismus, nicht der Islam“

Update: „Wir müssen jetzt erst recht Witze machen“

Update: Ein Volk steht einfach auf

Update: Der neue Weltkrieg greift nach der Freiheit in Europa

Update: Marine Le Pen will die Todesstrafe wieder einführen

Update: Nato: Anschlag auf Werte der Nato-Partner

Update: „Charlie Hebdo“-Chef Charbonnier: „Lieber stehend sterben, als kniend weiterleben“

Update: Beleidigung von Religionen ist in Deutschland ein Straftatbestand

Update: Zoff um Vorratsdatenspeicherung

Update: Welche deutschen Sicherheitsgesetze sich ändern sollen

Update: Obama ist nicht Charlie

Update: Fetter Stoff für Verschwörungstheoretiker

Update: Pegida-Debatte: Wissenschaftler warnen vor Riss in der Gesellschaft

Update: TU Dresden ermittelt den typischen Pegida-Demonstranten

Update: So gut verkauft sich Satire in Europa

Update: Blick in die neue Ausgabe des Charlie Hebdo

Update: These countries are for freedom of speech in France but not at home

Update: The N.S.A. claims it needs access to all our phone records. But is that the best way to catch a terrorist?

Update: Milliardäre machen Zeitung – die Magie der Macht

Update: Das Testament von Charb ist eine Abrechnung

Update: Luz est libre

Update: Luz will Mohammed nicht mehr zeichnen

Update: Je reste Charlie

Update: Zeichnerin Coco ein Jahr nach dem Attentat

Update: Zwei Jahre danach ist die Zeitschrift vom Geld „vergiftet“

„Vaya con Dios, Hugo Chávez, mi Amigo“ – eine etwas andere Berichterstattung

Gregory Allyn Palast (Foto) ist ein Journalist und Vertreter des investigativen Journalismus. Er schrieb mehrere Artikel über die Macht von Großkonzernen.

Bekannt wurde er im Jahr 2000, als er über Manipulationen an den Wählerregistern in Florida berichtete.

Er erhob schwere Vorwürfe gegen Gouverneur Jeb Bush, den Bruder von Präsident George W. Bush. Die Manipulationen in Florida sollen dazu geführt haben, dass George W. Bush und nicht Al Gore die Präsidentschaftswahlen der USA im Herbst 2000 gewonnen hat.

Palast lebt in London und New York City. Er stammt aus Los Angeles, “aus dem Abschaum-Ende von LA, zwischen dem Kraftwerk und der Mülldeponie”, wie er selbst schreibt. Er studierte an der Universität von Chicago. Palast hielt Vorlesungen an der Universität von Cambridge und der Universität von São Paulo.

Greg Palast hat Hugo Chávez mehrmals besucht, hat mit ihm diskutiert und Dokumentarfilme gedreht.

Auch wer nichts anderes kennt als die Lügen der Mainstreammedien sollte sich eine Frage stellen: Welches Land hat Chávez bedroht, angegriffen oder besetzt, wen hat er gefoltert oder ermordet? Nichts von alledem. Er hat ein einfaches, arbeitsames Leben geführt, für sein Volk das Beste getan, aber nicht nur für sein Volk, sondern für viele Völker hat er großzügige Hilfsprogramme durchgeführt, auch für die Armen in den Vereinigten Staaten und Englands.

Und genau dies hat ihm den Hass der US-Elite und der einheimischen Milliardärselite eingebracht. Aber das hat Hugo Chávez nie bekümmert, im Gegenteil, es zeigte ihm, dass er auf dem richtigen Wege war.

Vaya con Dios, Hugo Chávez, mi Amigo…

Als ein Heilmittel gegen den Mist, mit dem die Amerikaner über Chávez gefüttert werden, bietet meine Stiftung, der ‘Palast Untersuchungs-Fond’ den Film ‘The Assassination of Hugo Chávez’ als FREIEN Download an. Auf Basis mehrerer Treffen mit Chávez, seinen Entführern und seinen Möchtegern-Mördern wurde er für BBC-TV gedreht. Er ist auch als DVD erhältlich.

Der venezolanische Präsident fragte mich einmal, warum die US-Elite ihn töten wolle. Mein lieber Hugo: Es ist das Öl. Und es sind die Gebrüder Koch – und das Ketchup.

Der Pastor Pat Robertson sagte:
„Hugo Chávez glaubt, wir versuchten, ihn zu ermorden. Ich denke, dass wir das wirklich in Angriff nehmen und tun sollten.“ Das war 2005 und Robertson gab nur die Frustration des Außenministeriums von George Bush wieder.

Trotz der von Bush gelieferten Geheimdienstberichte, Gelder und sogar Glückwünsche an die Bande, die Chávez kidnappte (wir kommen darauf zurück), blieb Chávez im Amt, wurde wiedergewählt und blieb ungeheuer populär. Aber warum dieser Hass, Hass, HASS des Bush-Regimes auf Venezuelas Präsident?

Pastor Pat zierte sich nicht mit einer Anwort. Es es das Öl.
„Dies ist ein gefährlicher Feind in unserem Süden, der einen riesigen Ölsee kontrolliert.“

Ein wirklich GROSSER Ölsee. In der Tat, laut Guy Caruso, vormaliger Chef für Erdöl-Geheimnachrichten für den CIA, hat Venezuela eine förderwürdige Reserve von 1.36 Billionen Barrel und das ist eine ganze Menge mehr als Saudiarabien.

Wenn wir Chávez nicht töten, müssten wir ein ‘Irak’ in seinem Land machen. Deshalb schlägt der Pastor vor: „Wir brauchen aber keinen neunen 300 Mrd. $ Krieg .. . Es ist viele einfacher, den Job von ein paar Geheimagenten erledigen zu lassen und Schluss.“

Chávez sagte zu mir, er sei verblüfft über die Attacken von Bush. Chávez war recht freundlich mit dem alten Bush und mit Bill Clinton umgegangen. Was hat Chávez also plötzlich zu „einem gefährlichen Feind“ gemacht? Hier kommt die Antwort, die ihr nicht in der New York Times finden werdet.

Gleich nach der Amtseinführung von Bush 2001 verabschiedete Chávez und sein Kongress ein neues Gesetz, das „Kohlenwasserstoffgesetz“. Von da an durften Exxon, British Petroleum, Shell Oil und Chevron nur noch 70% vom Verkauf des Erdöls behalten, dass sie aus Venezuela herauspumpten. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sich der Ölpreis den 100 $ pro Barrel näherte.

Aber die Erdölgesellschaften hatten die früheren Regierungen in Venezuela gezwungen, ihnen 84% der Verkäufe zu geben, weshalb der Fall auf 70% „no bueno“ war. Schlimmer noch: Venezuela hatte zuvor als Royalties nur 1 % für das schwere Öl aus dem Orinoco-Bassin verlangt – ein Witz – und nun sagte Chávez zu Exxon und ihren Freunden, sie müssten 16.6 % bezahlen. Ganz klar, dass man dem Chávez eine Lektion erteilen musste, wie er mit dem Großen Öl umzugehen hatte.

Am 11. April 2002 wurde Präsident Chávez mit vorgehaltener Pistole gekidnappt und auf eine Gefängnis-Insel in der Karibik geflogen. Am 12. April hat Pedro Carmona, ein Geschäftspartner der US-Ölgesellschaften und Präsident der Handelskammer in Venezuela, sich selbst zum Präsidenten des Landes erklärt – womit er dem Begriff „Übernahme durch die Multis“ eine ganz neue Bedeutung gab. US-Botschafter Charles Shapiro sauste sofort von seiner Botschaft auf einem Hügel hinunter, um ein Bild von sich machen zu lassen, wie er zusammen mit dem selbst-ernannten „Präsidenten“ und den Staatsstreichführern in die Kamera grinste.

Die Sprecherin des Weißen Hauses gab zu, dass Chávez „demokratisch gewählt“ war, aber, so fügte sie hinzu, „Legitimität wird manchmal nicht einfach nur durch eine Mehrheit von Stimmen übertragen“.

Unter dem Eindruck einer bewaffneten und wütenden Menge, die auf den Präsidentenpalast zumarschierte, um die Coupmacher aufzuhängen, hat der Alsob-Präsident von Exxons Gnaden seinen Gefangenen innerhalb von 48 Stunden wieder an seinen Arbeitsplatz gelassen. (Wie? Besorgt euch den Film ‘Die Ermordung von Hugo Chávez’ zusammen mit meinen Berichten für das BBC Fernsehen. Ihr könnt ihn für die nächsten Tage herunterladen.)

Chávez hat den Coup provoziert, nicht nur indem er sich einen Teil der aufgeblasenen Royalties von den Ölgesellschaften zurückholte. Sondern was er mit diesen Geldern machte, das trieb die EIN PROZENT von Venezuela zur Gewalt.

In Caracas traf ich eine Reporterin einer Fernsehstation, deren Besitzer als einer angesehen wird, der den Coup gegen den Präsidenten geplant hat. Während ein Werbefoto gemacht wurde und sie sich an einen Baum lehnte und ihre weit geöffneten Beine alles zeigten bis fast zum Höschen, wies sie den Hügel hinunter zu den „ranchos“, den Slums oberhalb von Caracas, wo Hütten, die einst aus Karton und Zinnblech waren, sich schnell in Heime aus Porenbetonsteinen und Zement verwandeln.

Er [Chávez] gibt ihnen Brot und Ziegelsteine, deswegen stimmen sie für ihn natürlich. Sie war von „denen“ angewidert, den 80% der Venezolaner, die Neger und Indios (Schwarze und Indios) waren – und arm. Chávez, auch eine Mischung aus schwarz und Indio, hatte zum ersten Mal in der venezolanischen Geschichte den Ölreichtum von den privilegierten Klassen, die sich selbst „Spanier“ nannten, zu den dunkelhäutigen Massen geleitet.

Als ich in den armen Vierteln von Caracas herumlief, stieß ich auf einen Bewohner, Arturo Quiran, ein Handelsseemann und kein großer Fan von Chávez. Aber bei einem Bier an seinem Küchentisch erzählte er mir:

„Vor fünfzehn Jahren unter [dem damaligen Präsidenten] Carlos Andrés Pérez gab es eine Menge Geld in Venezuela. Wir nannten es den Ölboom. Hier in Venezuela gab es eine Menge Geld, aber wir sahen nichts davon.“

Aber dann kam Hugo Chávez und jetzt bekommen die Armen in seiner Nachbarschaft „medizinische Versorgung, kostenlose Operationen, Röntgenuntersuchung, Medikamente und Erziehung. Leute, die nie schreiben konnten, können jetzt ihre eigenen Papiere unterzeichnen.“

Das Robin Hood-Ding von Chávez – das Ölgeld von den Reichen an die Armen zu verteilen – wäre vielleicht von den USA knurrend akzeptiert worden, aber Chávez sagte mir: Wir sind keine Öl-Kolonie mehr“  und ging weiter … viel zu weit in den Augen der multinationalen Unternehmen.

Venezuela hatte Millionen Bauern ohne Land – und Millionen Hektar von unbebauten Land, das eine winzige Elite von Plantagenbesitzern an sich gerissen hatte. Chávez brachte 2001 ein Gesetz durch, das forderte, dass brach liegendes Land an die Landlosen verkauft werden muss. Das war ein Programm, das von venezolanischen Politikern auf Druck von John F. Kennedy als Teil seiner „Allianz für den Fortschritt“ versprochen worden war.

Der Heinz Coporation mit ihren Riesenplantagen gefiel das gar nicht. Als Vergeltung machte Heinz seine Ketchup-Fabrik im Staat Maturin zu und feuerte alle Arbeiter. Chávez beschlagnahmte die Heinz-Fabrik und gab den Arbeitern ihre Arbeit zurück. Chávez war sich nicht bewusst, dass er gerade die Tomaten der mächtigen amerikanischen Heinz-Familie und des Mannes von Frau Heinz, Senator John Kerry, jetzt US-Außenminister, zermatscht hatte.

Oder aber, wie ich Chávez kenne, hat er darauf gepfiffen.

Chávez konnte den Ketchup-Schlag, die Exxon-“Präsidentschaft“, sogar die Rücknahme eines Teils der Profite der Ölgesellschaften überleben, aber er hat gefährlich die Geduld von Amerikas am wenigsten zum Verzeihen bereiten Milliardären strapaziert – die Gebrüder Koch. Wie? Na, das ist eine andere Geschichte für einen anderen Tag. [Schaut euch dies an oder lest darüber in dem Buch „Billionaires & Ballot Bandits“ (Milliardäre und Wahl-Banditen) – geht zu BallatBandits.org].

Gewählte Präsidenten, die das Große Öl ärgern, sind im Exil gelandet – oder in Särgen. Mossadegh im Iran, nachdem er die BP-Ölfelder nationalisierte (1953), Elchibey, Präsident von Aserbeidschan, nachdem er sich weigerte, den Forderungen der BP nach seinen Kaspischen Ölfeldern nachzukommen, Präsident Alfredo Palacio von Ekuador, als er die Konzession von Occidental aufhob (2005).

„Dies ist ein Schachspiel, Herr Palast“, sagte Chávez zu mir, als er mir gerade ein sehr langes und sehr scharfes Schwert zeigte, das einst Símon Bolívar, dem Großen Befreier, gehörte und ich bin ein sehr guter Schachspieler.“

In dem Film „Das siebte Siegel“ setzt ein Ritter im Mittelalter sein Leben in einem Schachspiel mit dem Sensenmann. Der Tod mogelt natürlich und nimmt den Ritter mit sich. Kein Sterblicher kann unendlich gegen den Tod gewinnen, der in dieser Woche, wie Chávez sicher wusste, den neuen Bolívar von Venezuela Schachmatt setzte.

Aber mit einer letzten Geste hat der bolivarianische Großmeister einen brillianten Zug gemacht, indem er Vize-Präsident Nicolas Maduro, einen guten und anständigen Mann, zum Erben des Kampfes für die Leute der „ranchos“ machte. Die EIN PROZENT von Venezuela, die mit dem Tod von Chávez rechneten, um sich selbst wieder an die Macht und die Reichtümer zu bringen, die in keiner Wahl gewinnen konnten, sind wütend auf die Wahl von Maduro.

Chávez schickte 2004 Maduro zu mir in mein Büro in New York. In der heruntergekommenen Bude tauschten Maduro und ich Informationen über Mordanschläge und Öl-Politik aus.

Schon damals hatte Chávez sorgfältig vorgesorgt für den Tag, an dem Venezuelas Negros und Indios ihren König verlieren würden, um trotzdem weiterspielen zu können.

Klassenkampf auf dem Schachbrett. Selbst im Tod würde ich nicht gegen Hugo Chávez wetten.

Quelle: Greg Palast – übersetzt von Einar Schlereth

Übernommen aus http://lupocattivoblog.com

Siehe auch: Ein Tank voll Sprit ist billiger als ein LIter Wasser – das ganze Dilemma Venezuelas

Update: Boliviens Präsident Evo Morales spricht von Mord

Wenn dann eine 100 Kilo-Bombe auf das Haus der Staatsfeinde fällt…

Die Welt der Geheimdienste liegt für Normalsterbliche meist unter einem undurchdringlichen grauen Schleier von Nichtwissen, Verdachtsmomenten und Verschleierungen.  Umso mehr ist dieser Film, wieder einmal vom deutsche-französischen Gemeinschaftssender Arte, eine Sensation. Gleich mehrere leitende Mitarbeiter des Schin Bet berichten in seltener Offenheit über ihre blutige Arbeit – man fragt sich unwillkürlich, was passiert sein muss, dass sie dies entgegen den Interessen ihres Staates tun. Einen kleinen Hinweis mag der Satz eines der Männer geben, als er sagt: „Wenn man den Dienst verlässt, ist man ein kleines bisschen links“…Hier der Begleittext zum Film von Arte:
Im nationalen Diskurs Israels spielen die Sicherheitskräfte gewöhnlich eine überdimensionierte Rolle. Zwei dieser Organe – Armee und Mossad – umgibt eine geradezu legendäre Aura. Nach dem Sechs-Tage-Krieg wurde jedoch das für die innere Sicherheit zuständige Organ Schin Bet zur zentralen Größe in den Diskussionen der israelischen Entscheidungsträger.
Seit die israelischen Truppen 1967 einen triumphalen Sieg über die Nachbarländer davontrugen, überwacht der Nachrichtendienst eine zahlreiche, feindlich gesinnte Bevölkerung in den von Israel besetzten Gebieten. Es ist die Aufgabe von Schin Bet, diese Bevölkerung in friedlichen Zeiten wie in Unruheperioden unter Kontrolle zu halten. „Töte zuerst!“ erzählt die Geschichte dieses vielleicht aktivsten, zweifelsohne aber geheimsten Organs der israelischen Sicherheitskräfte aus der Perspektive seiner leitenden Kader, die das Vertrauen der politischen Eliten des Landes mehr als alle anderen genießen.
In einer Reihe von Interviews berichten sechs hochrangige Schin-Bet-Offiziere ohne Umschweife über bedeutende Ereignisse in ihrer Amtszeit. Dabei sprechen sie auch über den moralischen Zwiespalt, in dem sie sich aufgrund von Folter und Terror, Verhaftungen und Ermordungen befanden. Möglicherweise haben sie den Bürgern, die sie zu schützen geschworen hatten, durch ihr Handeln mehr Sicherheit gebracht. Aber ist Israel dadurch auch dem Frieden näher gekommen?
Im Stil des Dokumentarfilms „The Fog of War“ von Errol Morris werden ihre Ausführungen mit schockierenden Archivbildern und 3D-Animationen unterlegt, die auf Fotos der geschilderten Ereignisse basieren. Sie veranschaulichen die Hintergründe des moralischen Dilemmas und konfrontieren den Zuschauer mit der Frage, ob er oder seine Regierung in der gleichen Lage hätten anders handeln können.
Vor dem Hintergrund der zentralen Rolle, die Israel beim weltweiten Kampf gegen den Terror spielt, geben die Bekenntnisse dieser „Gatekeeper“ zu denken und zwingen den Zuschauer sich zu fragen, mit welchen Mitteln dieser Kampf geführt werden soll, ob im Gazastreifen oder in Guantánamo, in Palästina oder Pakistan.
Wie ein moralisches Gleichnis zeigen die Schilderungen der Schin-Bet-Offiziere, was passiert, wenn ein Volk oder eine Nation versucht, Gewalt mit Gewalt zu begegnen. Quelle: Arte.tv

Der Film oben wurde in Arte und in der ARD ausgestrahlt. 
Ähnlich erschreckend ist das zweite Video: Die ARD-Reportage „Lizenz zum Töten“ berichtet von der Arbeit des Mossad: Der israelische Geheimdienst unterscheidet zwischen „leisen“ Exekutierungen, von denen möglichst niemand je etwas erfahren soll und bei denen Regeln des Gesetzes keine Rolle spielen – sowie zwischen „lauten“ Aktionen, die Angst und Schrecken verbreiten sollen. Auch hier ist man nicht zimperlich: Menschliche „Kollateralschäden“ seien zwar sehr bedauerlich und müssten eigentlich vermieden werden, kommen, so die Aussage im Film. bedauerlicherweise im Interesse des Staates jedoch vor. Davon, wie so etwas aussieht, kann eine palästinensische Witwe ein Lied singen: Weil sich die Agenten in der Wohnungstür geirrt hatten, wurde ihr Mann im Bett aus dem Schlaf gerissen und in ihrem Beisein ohne weitere Nachfrage erschossen.
Mit dem Verhalten ihrer Geheimdienste ist einer zunehmende Zahl von Israelis nicht einverstanden. Auch dieser Haltung ist wohl zu verdanken, dass die beiden selten offenen Dokumentationen überhaupt veröffentlicht werden konnten. 

Update: Avraham Shalom mit 86 gestorben – Vita
Update: Ex-Shin Bet Chief: Israeli Illusions Fueled Blowup
Update: Film mit Zeitzeugen zeigt: Mossad trägt Ruf zu Recht

Die dunkelsten Geheimnisse des kalten Krieges: Versuche an Menschen

Schreckliche Versuche an Menschen wurden nicht nur von den Nationalsozialisten gemacht. Es gab und es gibt sie in allen auch nur erdenklichen Varianten bis heute – zumeist im „Windschatten“ von Kriegen. Dieser ZDF-Film berichtet von Grausamkeiten, die so gräßlich sind, dass er nicht von jedem gesehen werden sollte. Immerhin, so das Schlusswort des Moderators, war es möglich, die Inhalte überhaupt öffentlich zu machen. Ein schwacher Trost: Dass Menschen derart grausam sein können, lässt nur einen logischen Schluss zu: Diese, unsere Tierart, darf nicht überleben wenn sie sich nicht endlich besinnt.

Ich habe den Film in diesem Blog hochgeladen, mich aber entschlossen, ihn nicht unkontrolliert zur Verfügung zu stellen. Ich gebe deshalb den Link nur frei, wenn Sie mir eine Mail an info@newswatch4u.com senden und darin bestätigen, dass Sie älter als 18 Jahre sind.

Update: Mind Control – Vortrag des Pschologen Heiner Gehring

Update: Frontale Lobotomie und der Neurologe Walter J. Freeman

Update: Wald des Schreckens in Polen im Jahr 2002

SIEHE AUCH: Perversion des Heilens – Menschenversuche in deutschen Konzentrationslagern

Update: Todesfolter im Namen Ihrer Majestät