Kategorie: Wirtschaft

Einigkeit immer nur scheibchenweise: Quo Vadis Europa ?

Eine europäische Armee, eine europäische Staatsanwaltschaft, stärkere Zusammenarbeit in der Migrationspolitik, eine europaweite Einführung der Finanztransaktionssteuer, eine europäische Asylbehörde, ein gemeinsamer europäischer Grenzsschutz und einiges mehr: Der französische Präsident Macron präsentiert sich seit seiner Wahl als Visionär der vereinigten Staaten von Europa.

Um die gemeinsame Währung zu sichern und den Wirtschaftsblock Europa im Zeitalter der Globalisierung zu stärken, liegt die Notwendigkeit der Vergemeinschaftung von Aufgaben auf der Hand. Das Problem dabei ist jedoch die enorme Ungleichheit in Europa, die Schere zwischen Arm und Reich, die einfach zu weit auseinander klafft. So entsteht mit jeder weiteren Maßnahme auch ein größeres Risiko für die Netto-Einzahler – und das sind in letzter Konsequenz die einfachen Leute. 

Entsprechend vielstimmig und streitbar agieren die einzelnen Mitgliedsstaaten, entsprechend schwierig ist es, Kompromisse zu erreichen.  In 16stündigen Verhandlungen einigten sich heute die europäischen Finanzminister auf einen Minimal-Kompromiss bei der  Reform der Währungsunion. Die Entwicklung geht kontinuierlich weiter Richtung Schuldenunion. 

Wesentliche Pfeiler der europäischen Währung sind die Zentralbank EZB und der ESM. Die Europäische Zentralbank EZB überwacht das Bankensystem und reguliert die Geldmenge in Europa. Sie soll ein stabiles Preisniveau und eine Inflation von weniger als zwei Prozent sicherstellen. Seit 2015 schleust die EZB  durch den Erwerb von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Monat für Monat 60 Milliarden in das Finanzsystem. Banken sollen dadurch dazu bewegt wegen, weniger in diese Titel zu investieren und statt  dessen mehr Kredite zu vergeben. 80 Prozent des Risikos tragen die Nationalbanken. Seit Juni 2016 kauft die EZB auch Unternehmensanleihen. Insgesamt 2,6 Billionen Euro hat sie bisher in dieses sogenannte Quantitative Easing (QE) investiert. Seit Oktober 2018 beträgt das monatliche Volumen noch 15 Milliarden.

Das Guthaben der Deutschen Bundesbank im Euro-Zahlungssystem Target; sprich: das Risiko hat inzwischen die  Marke von 1 Billion Euro überschritten – das ist eine 1 mit neun (!) Nullen. Ein Thema, das tunlichst öffentlich kaum diskutiert wird. Sonst dürften die Fragen an die Bundesregierung noch eindringlicher werden, warum Deutschland anderen Euroländern in diesem Zahlungssystem gleichsam unbegrenzt und unverzinst Kredit gewährt – und das ohne echte Sicherheiten. 

Mit ihrem Zinssatz von 0 Prozent und einem Einlagezins von minus 0,4 Prozent ermöglicht die EZB preiswerte Kredite und stützt damit die schwächeren Staaten der EU – ermutigt sie aber auch, immer mehr Schulden zu machen und damit noch unsicherer zu werden. Die negativen Folgen für Sparer, Lebensversicherungen oder Rentenpläne sind  offensichtlich: De facto erfolgt eine Enteignung der einfachen Leute. In Deutschland ist das mittlerweile bei jedem angekommen, der einen langfristigen Sparvertrag egal welcher Art hält.

Erwartet wird, dass die EZB frühestens in  der Sitzung am 24. Oktober 2019 einen vollen Zinsschritt um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) nach oben gehen wird. Es wäre die erste Zinserhöhung seit acht Jahren – und, wenn es so käme, die erste und gleichzeitig letzte für Mario Draghi, dessen Amtszeit am 31. Oktober 2019 endet.

Der Europäische Stabilitäts-Mechanismus ESM  soll einspringen, wenn Staaten keine anderen Kreditgeber mehr finden.

Der ESM funktioniert wie eine Bank. Er kann Er kann: Euro-Ländern Überziehungskreditlinien einräumen, Banken finanzieren,  Euroländern Kredite geben, von Euro-Ländern direkt oder indirekt Staatsanleihen ankaufen,  Zinspolitik betreiben,  Eurobonds herausgeben.  Summasummarum kann die ESM-Bank Finanzgeschäfte jeder Art und Höhe betreiben. Eine Grafik des Finanzministeriums listet auf, wie die Entscheidungen des ESM gefällt werden.

Damit hat der Stabilitätsmechnismus eine ungeheure Macht, die stark in die nationale Souveränität der einzelnen Eurostaaten einschneidet: Er kann unbegrenzt (Refinanzierungs-)Kredit/Geld aufnehmen, um damit die Schulden schwacher Euro-Länder/Banken zu finanzieren. Diese neuen ESM-Schulden werden durch das Aktienkapital der ESM-Bank (mindestens  700 Milliarden) gedeckt, für dessen Einzahlung die Länder/Bürger haften. Deutschland ist der größte Einzahler und haftet mit 27 Prozent der Gesamtsumme, das sind zurzeit 198,3 Milliarden Euro – nach oben offen.

Das gefährlich Unübersichtliche an diesem Pakt ist, dass die indirekten Aktionäre der ESM-Bank, die zahlenden und haftenden Bürger der Euro-Länder  keine Möglichkeit haben, die Geschäfte der ESM-Bank durch Bestellung unabhängiger externer Prüfer zu kontrollieren. Die ESM-Bank und ihr Vermögen  genießen absolute Immunität und können nie und nirgendwo vor Gericht belangt werden. Gerichtliche oder gesetzgeberische Maßnahmen gelten für sie nicht. Die ESM-Bank ihrerseits hat Klagerecht gegen jedermann.  Alle 23 Gouverneure, Direktoren etc. der ESM-Bank samt Schriftwerk genießen jedoch Immunität von jeglicher Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer geschäftlichen (nicht amtlichen!) Tätigkeit für die ESM-Bank, egal ob sie hunderte Milliarden Euro verschleudern, vernichten, oder veruntreuen. Mehr dazu hier.

Die Nagelprobe des ESM wäre eine Staatspleite, wie sie etwa bei Italien drohen könnte. In diesem Fall könnten die Ausgaben ins Unermessliche steigen – während andererseits die EU-Kommission außer im härtesten Fall der Verhängung von Strafzahlungen im Rahmen eines Defizitverfahrens keine Möglichkeit hat, gegen Misswirtschaft der jeweiligen Landespolitik vorzugehen.

Einigen konnten sich die Finanzminister in ihrem Bemühen um Sicherheit  auf ein Banken-Sicherungskonzept über 60 Milliarden Euro, angesiedelt beim ESM. Der könnte dem dem aus Bankenabgaben finanzierten Abwicklungsfonds (SRF) der Bankenunion einen Kredit gewähren, sollten in einem „großen Fall“ weder der Beitrag der Aktionäre und Gläubiger (Bail-in) noch die SRF-Mittel zur Deckung der Kosten einer Bankenabwicklung ausreichen. Der Kredit wäre in drei bis fünf Jahren zurückzuzahlen. Der SRF soll bis zum Jahr 2024 von den Banken mit insgesamt 55 Milliarden Euro befüllt werden.  Entfallen soll für das Sicherungskonzept die Möglichkeit des ESM, Banken direkt zu rekapitalisieren.

Insgesamt ist der Plan, den ESM zu einem europäischen Währungsfonds, ähnlich dem IWF auszubauen. Bisher darf der ESM nur Kredite an Länder vergeben, die von einer schweren Krise erfasst wurden – und auch nur, wenn diese Länder im Gegenzug harte Reformauflagen umsetzen (siehe Griechenland). Nun soll der Fonds eine neue Kreditlinie erhalten, die auch wirtschaftlich solide Länder in Anspruch nehmen können, ohne Reformen umsetzen zu müssen. Die Logik: In anderen Weltregionen würde ein solches Land,wenn es von einer Krise erfasst wird, von seiner Zentralbank unterstützt werden. Diese Aufgabe übernimmt für die Euro-Länder der ESM.

Das bedeutet allerdings noch höhere Garantieleistungen der beteiligten Einzahler, besonders Deutschlands, das den höchsten Anteil stemmen muss.

Im Gegenzug wurde zwar eine Sicherung eingebaut, die aber jederzeit verwässert werden kann.

Die Zeit listet auf, wie das im Detail aussehen soll: Das Etatdefizit muss weniger als drei Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, und die Staatsschuldenquote darf nicht mehr als 60 Prozent der Wirtschaftsleistung entsprechen.  Wenn die Quote diese Schwelle übersteigt, muss das Land nachweisen, dass es diese in den drei Jahren vor Beantragung des Kredits um mindestens 0,5 Prozentpunkte jährlich gesenkt hat. Italien könnte mit seinem aktuellen Haushaltsplan damit derzeit kein Darlehen bekommen.

Für überschuldete Staaten soll eine Art Insolvenzverfahren eingeführt werden. Allerdings – und hier wird die Strenge gleich wieder aufgeweicht- ist nicht vorgesehen, dass diese Länder „automatisch“ in die Insolvenz geschickt werden, wenn sie einen Kredit beantragen. Begründung: Das würde Krisen verschärfen.

Siehe auch: 

EZB wird Bad Bank

ESM soll ohne Limit arbeiten

ESM verstößt gegen Gesetz und EU-Verträge  und die dortigen Links

Update: EZB stellt 2019 weiteren Zukauf von Staatsanleihen ein 

Mr. Dax alias Dirk Müller: „Gezielter Versuch eines Rufmordes“

Am Mittwoch, 21. November, erschien in der angesehenen Süddeutschen Zeitung auf Seite drei ein Artikel des Wirtschaftsredakteurs Jan Schmidbauer mit der Überschrift: „Mr.Dax“ und das Geschäft mit der Angst…“

Dirk Müller, besagter Mr. Dax, hat sich am heutigen Samstag in einem langen Artikel dagegen zur Wehr gesetzt.  Der ehemalige amtlich vereidigte Kursmakler ist heute einer der bekanntesten deutschen Finanzexperten. Der Gründer des Finanzinformationsdienstleisters Finanzethos GmbH mit dem Markenkern „Cashkurs.com“, Autor mehrerer Bücher und Herausgeber eines viel gelesenen Newsletters hat ein ungewöhnlich großes Talent, auch Laien zu zeigen, in welch unglaublicher Weise die Märkte das Leben spiegeln. Ich beobachte seit Jahren, was er schreibt und halte ihn für einen Mann, der die Welt viel zu global betrachtet, um sich selbst in einer politischen Richtung festzulegen – schon gar nicht nach rechts. 

Weil die Verdrehung von Tatsachen in dem Artikel so offensichtlich erscheint und weil Dirk Müller selbst alles nötige dazu sagt, was es zu sagen gibt, möchte ich ihn hier wörtlich übernehmen. Möge er ernsthaften Journalisten und ihren Medien als Beispiel dafür dienen, wie man es nicht machen darf. 

„Dem Artikel ging ein zweistündiges Interview mit dem 28-jährigen Journalisten Jan Schmidbauer in einem Kölner Hotel im Vorfeld eines Vortrages anlässlich des Anlegertages von Professor Max Otte voraus, während dem ich dem Interviewer ausführliche und sachliche Informationen zu seinen Fragen geben wollte. Schon kurz nach Beginn wurde mir klar, dass er daran nicht interessiert war, sondern ein vorgefertigtes Konzept für seinen Artikel zu haben schien, für den er jetzt noch auf ein paar „Fleischbrocken“ hoffte. Ich war ob der Dreistigkeit und der für mich offensichtlichen Klarheit seiner Pläne mehrfach versucht das Interview abzubrechen, habe mich aber entschieden wenigsten zu versuchen an seine journalistische Ehre zu appellieren einen halbwegs fairen Bericht zu verfassen, auch wenn die Zielvorgabe für mich klar war. Es war ein vergeblicher Versuch.

Das Ergebnis war ein Rufmord in Reinkultur, wie ihn derzeit viele kritische Personen in Deutschland erleben. Da ich im Gegensatz zu den meisten – noch – die Möglichkeit habe eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, habe ich mich entschlossen den Verlauf und die Details hier stellvertretend für all jene, die sich nicht wehren können, öffentlich zu machen. Ich möchte zeigen, mit welchen perfiden Methoden hier sehr gezielt unliebsame Kritiker mundtot gemacht werden sollen.

Ich habe den Artikel abschnittweise kommentiert. Den ganzen Artikel finden Sie hinter der Bezahlschranke der Süddeutschen Zeitung.

Der Text beginnt bereits mit der ersten kleinen Lüge. Ich habe in der Bühnenshow gesagt – und den Filmausschnitt gezeigt – dass ich die Hosenträger von „Bud Fox“, dem jungen Mann in dem Film Wall-Street, bewundert habe und mich mit ihm, der am Ende auch gegen die Sauereien der Börse einsteht, identifiziert habe. Der Journalist verdreht das in die unsympathische und kriminelle Figur „Gordon Gekko“.

Aus einer 2-stündigen Abendshow als einziges Zitat den Satzteil „der einzige Idiot“ zu extrahieren, spricht für sich selbst – es ist aber auch erst die Aufwärmphase, um beim Leser die richtige Grundstimmung zu erzeugen.

Mit dem negativ besetzen Begriff „johlen“ und den Begrifflichkeiten „Typ BWL“, „Typ Kleinaktionär“, vor allem aber mit dem völlig deplatzierten und willkürlichen „Ein Duft von Aftershave und Flaschenbier“ werden 800 ganz normale Zuschauer aus der Mitte der Gesellschaft pauschal herabgesetzt – mit dem Ziel, die Veranstaltung und den Redner verächtlich zu machen.

Einen besonderen Geschmack bekommt dieser Abschnitt vor folgendem Hintergrund: Im Interview hat er mich auf die Besucher der Show angesprochen mit dem Satz „Mir ist aufgefallen, dass unter Ihren Zuschauern viele AfD-Anhänger waren!“. Als ich fragte, woran er diesen Unsinn festgemacht habe, ob diese bedruckte T-Shirts trugen oder Fahnen geschwenkt hätten, meinte er „Das war so mein Eindruck“ …aha… der Eindruck hat ihm (vielleicht auf Anraten der Rechtsabteilung) nicht gereicht, um es dann auch so zu schreiben, also hat er sich offenkundig einer anderen Methode bedient, um das Ziel zu erreichen, das Publikum verächtlich zu machen.

Wieder bedient der Autor sich der Lüge. Ich würde den Anlegern nicht empfehlen, ein breites Portfolio aufzubauen, um Risiken zu streuen. Das genaue Gegenteil ist richtig. Selbstverständlich empfehle ich genau das. Verschiedene Aktien (mindestens 11, eher 20), Edelmetall, Immobilien und Tagesgeld/Geldmarktpapiere zur Liquiditätshaltung. „Nicht elf Manuel Neuer aufstellen“ bedeutet genau das! Eben nicht nur alles auf einen Spieler zu setzen. Der Autor lügt hier dreist, um meine Kompetenz in Abrede zu stellen.

Eine unterschwellige und unfundierte Herabsetzung. „Müller gab einfache“ (und somit flache, oberflächliche) Antworten auf komplizierte Themen. Eine frei erfundene Aussage ohne jedes Sachargument. Wäre das so gewesen, hätte der Bundestag mich kaum als Experten geladen.

Jetzt wird es aggressiver. Ich würde Angst verbreiten und verkaufen. Das Gegenteil ist der Fall. Ich beschreibe nüchtern die Zusammenhänge und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Daraus ergeben sich Chancen und Risiken. Beides beschreibe ich gleichermaßen und nur so ist es verantwortungsbewusste Berichterstattung. Wer nur die Chancen beschreibt, gefährdet das Geld der Anleger. Genauso könnte man einen Bericht über einen Seismologen, der Erdbebenwahrscheinlichkeiten berechnet, überschreiben mit den Worten „Sein Geschäft mit der Angst und wie er damit Geld verdient“. Seine Anschuldigung würde stimmen, wenn ich falsche Behauptungen aufstellen würde und Risiken benennen würde, die nicht existieren. Das ist aber nicht der Fall, hier hat mir auch noch niemand Fehler vorgeworfen und hier bringt auch der Autor kein überzeugendes Argument diesbezüglich vor.

Dass jeder Fonds der Welt Gebühren kostet, sollte auch einem Journalisten der Süddeutschen Zeitung bekannt sein. „Stattliche Gebühren“ sind ein Begriff für besonders hohe Gebühren. Tatsächlich liegen die Verwaltungsgebühren des Fonds mit jährlich 1,55% im unteren Bereich für vergleichbare Fonds, zumal wir vollständig auf zusätzliche Performancegebühren verzichten. Eine bewusste, den Leser irreführende Falschaussage, oder fachliche Unkenntnis des Journalisten – aber nichts im Vergleich mit dem, was noch folgen sollte.

Doch, ich bemühe mich – aber Journalisten wie dieser sorgen dafür, dass es vergeblich bleibt.

Er spricht von „steilen Thesen“, was man mit „unglaubwürdigen Thesen“ übersetzen kann. Schauen wir uns diese „steilen Thesen“ an, die er anführt.

Die Gefahr eines Bürgerkrieges in Europa sei eine solche „steile These“. Nun, da bin ich in guter Gesellschaft, sie stammt nämlich vom französischen Präsidenten Macron

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/eu/id_83621208/frankreichs-staatschef-macron-warnt-vor-buergerkrieg-in-europa.html

Dass der Dieselskandal in den USA, der sich dort ausschließlich gegen die deutschen Autohersteller richtete, eine politische Komponente gegen die deutsche Autoindustrie beinhaltet, sei eine steile These. Interessant, dass der amerikanische Präsident Trump diese These mit einem „Frontalangriff auf die Deutsche Autoindustrie“ bestätigt, wie ausgerechnet die Süddeutsche Zeitung selbst berichtet

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/autohersteller-trumps-irrationaler-frontalangriff-auf-die-deutsche-autoindustrie-1.3334781

Dass Macron von Rothschild gefördert wurde, hält der junge Journalist gleichfalls für eine „steile These“. Ein wenig Recherche hätte ihn eines Besseren belehrt.

Der Spiegel schreibt unter anderem:

Dennoch stieg der damals 30-Jährige in der Bank atemberaubend schnell auf. „Er wusste nichts, aber er verstand alles“, zitiert die „FT“ einen ehemaligen Kollegen. Und er hatte offenbar einen mächtigen Förderer: François Henrot, wichtigster Vertrauter von Bankchef David de Rothschild, soll ihn persönlich empfohlen haben.2010 wurde Macron mit 32 Jahren zum Partner bei Rothschild, so jung wie er hatte noch niemand zuvor diese höchste Hierarchiestufe erreicht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/emmanuel-macron-schadet-ihm-seine-bankerkarriere-bei-der-wahl-a-1146089.html

Das vom Journalisten zitierte Wort „herangezüchtet“ kommt im gesamten Buch Machtbeben im Übrigen nicht vor. Eine glatte Lüge, seine eigene Wortschöpfung – die ich nie verwendet hätte – als  angebliches Zitat von mir zu kennzeichnen.

Hier handelte es sich um den Anlegertag, den Professor Max Otte jährlich für seine Fondsinvestoren veranstaltet, bei dem es um Anlegerthemen und auch gesellschaftliche Fragestellungen geht. Er hatte mich gebeten, als Redner meine Sicht auf die Wirtschaftslage zu geben, was ich sehr gerne und ohne Honorar für meinen geschätzten Kollegen und Freund Max Otte getan habe. Ich spreche mit jedem, aber für niemanden und bin stets ausschließlich für mich und nicht für andere Redner verantwortlich, denen ich hier im Laufe der Veranstaltung teilweise sehr deutlich widersprochen habe, wie die Anwesenden (der Journalist gehörte meines Wissens nicht dazu) bestätigen können.

Der Versuch des Journalisten, mich mit dieser Auflistung in die Nähe der AfD zu rücken, ist allzu offensichtlich und wird von mir in aller Klarheit zurückgewiesen. Ich habe in den vergangenen Jahren bei allen im Bundestag vertretenen Parteien gesprochen. Mit einer einzigen Ausnahmen: Der AfD. Ich habe für die linke Gruppierung „Attac“ die 10-Jahres-Festrede gehalten, ich habe auf Einladung der SPD und der Grünen in verschiedenen Bundestagsausschüssen als Experte ausgesagt. Ich habe viele Jahre in der Landesfachkommission Finanzen des CDU-Wirtschaftsrates mitgewirkt. Ich habe bei den Freien Wählern in Bayern gesprochen und bei der IG Metall. Nur mit der AfD hatte ich bis heute keine einzige Veranstaltung, Rede oder sonstige Kontakte. Und ausgerechnet mir versucht dieser Journalist und einige seiner Kollegen immer wieder -ohne jeden Beweis- eine Nähe zur AfD zu unterstellen. Da es jeder Grundlage nachweislich entbehrt, ist das kein Journalismus mehr, sondern gezielter Rufmord bösartigster Natur.

Hier wird es geradezu abenteuerlich. Ich habe mich weder im „leeren Frühstückssaal“ umgesehen, was auch gar nicht möglich gewesen wäre, da wir in der Bar saßen, noch bin ich ihm näher gerückt – und ich hatte ganz sicher auch keinen Grund zu flüstern. Reine Prosa. Ich habe ihm gesagt, dass ich über dieses Thema nicht bereit bin mit ihm zu sprechen, dass ich es bei dem Begriff „Netzwerke“ belassen möchte. Diese sehr heterogenen und keineswegs geheimnisvollen Netzwerke – man fasst sie gemeinhin unter den Begriff „Eliten“ – mit oft gegensätzlichen Interessenslagen, bestehen aus tausenden Personen, Institutionen und Firmen, so dass es lächerlich und in der Tat zu recht  angreifbar wäre, hier wenige Namen herauszupicken. Dass er mich auf dieses „Eis“ gerne geholt hätte, war mir klar. Er hatte gehofft, ich würde irgendeine Bank oder noch besser irgendeine Person – idealerweise jüdischen Glaubens – benennen, um dann die Antisemitismus-Keule schwingen zu können, wie er es im weiteren Verlauf des Textes dann ohne meine Vorlage erfinden musste.

Ich „bezeichne“ mich nicht als Journalist und Publizist, ich bin es. Ich bin seit vielen Jahren beim Deutschen Presse Verband DPV – Verband für Journalisten akkreditiert, habe in den vergangenen 10 Jahren hunderte von Artikeln in zahllosen Medien veröffentlicht, habe mit Finanzethos und der Marke „Cashkurs“  ein eigenes Medienhaus und inzwischen vier Spiegel-Besteller publiziert. Die vergleichbaren journalistischen und publizistischen Aktivitäten des Herrn Schmidbauer stehen diesbezüglich noch aus.

„Er hätte über Lobbyismus schreiben können“ impliziert, ich hätte es nicht getan. Eine glatte Lüge. Das Buch „Machtbeben“ handelt seitenweise vom Lobbyismus, das Wort kommt mehr als ein dutzend Mal vor und ich beschreibe mehrere Beispiele ausgiebig mit Namen und Firmen, zum Beispiel wie der Amerikaner Aji Pai zu Gunsten seines ehemaligen Arbeitgebers Verizon die Netzwerkneutralität in den USA gekippt hat und zahlreiches mehr. Mein letztes Buch „Showdown“ beinhaltet sogar ein eigenes Kapitel „Europa und die Lobbyisten“, wo das Thema seitenweise mit Ross und Reiter beschrieben wird. Der Satz „Aber sachliche Analysen findet man bei ihm selten“ ist nicht nur deswegen nichts weiter als eine freche Lüge ohne Substanz.

Aus den 113 Rezensionen auf Amazon, die das Buch zu 84% mit 5 Sternen bewerten, sucht er sich den Autor „Schlori“ heraus, dessen Aussage er auch hier wieder aus dem Zusammenhang reißt. Aber „Schlori“ wirkt eben alberner als „Daniel Schilke“, „Ernst Hamman“ oder „Patrick“. Eines muss man dem Autor zugestehen. Er geht ausgesprochen geschickt und gut geschult vor.

Der deplatzierte Satz „Müllers Argumentation ist dabei ein großes Raunen“…entbehrt zwar jeden Inhalts, verfehlt seine suggestive Wirkung beim Leser aber nicht.

Einen der Gründungsväter der Europäischen Union und ersten Karlspreisträger (höchster politischer Orden Europas) zum Philosophen zu reduzieren, um eine unliebsame Quelle zu marginalisieren, ist ein fast schon langweiliger Standard-Trick. Die zahlreichen anderen im Buch zitierten Politiker und Quellen lässt er folgerichtig gleich ganz unter den Tisch fallen.

Dann wiederholt er seine Zeilen zu Macron vom Anfang seines Textes. Ich möchte diesen Fehler hier nicht auch noch machen und verweise auf die obigen Ausführungen.

„Woher er seine Kenntnisse nimmt, ist unklar“… wohl nur dem oberflächlichen Betrachter. Das Buch ist mit mehr als 300 Quellenverweisen ausgestattet, die zu jedem einzelnen Punkt – für den ernsthaft  Interessierten – nachprüfbare und belastbare Quellen angeben. Ich hätte vermutlich auch 500 Quellen angeben können, es wäre dem Herrn Schmidbauer, der sich für Fakten offenkundig nicht sonderlich interessiert, noch immer „unklar“, woher die Informationen denn stammten.

Nun holt sich der Autor vermeintlich wissenschaftliche Unterstützung zu Hilfe. Michael Butter ist stellvertretender Vorsitzender einer Organisation der Europäischen Union gegen Verschwörungstheorien, die auch von eben jener EU finanziert wird. Das ist vergleichbar, als würde Bayer einen Chemiker von Monsanto befragen, ob an den Gerüchten über eine Gefährdung durch Glyphosat etwas dran sei.

https://conspiracytheories.eu/

Butter schreibt ein einem seiner Bücher höchstselbst, dass es außer Zweifel stehe, dass der Begriff „Verschwörungstheorie“ üblicherweise dazu dient, missliebige Alternativversionen zu diskreditieren. Das hindert ihn aber nicht, dies mit Begeisterung selbst einzusetzen, er weiß ja wie es funktioniert und greift auch gleich zur stärksten Keule mit der jeder unliebsame Zeitgenosse endgültig erschlagen werden kann, dem „Antisemitismus“. Ob es stimmt, spielt überhaupt keine Rolle – die bloße Behauptung genügt.

Hier werde ich in wenigen Sätzen, ohne Beleg als „nationalistisch, antiamerikanisch und antisemitisch“ diffamiert. Den einzigen und zugleich unumstößlichen Beweis scheint man in einem einzigen Punkt zu finden: Ich wage es im Zusammenhang mit Macron das Bankhaus Rothschild zu erwähnen (hat der Spiegel auch getan… ist der Spiegel etwa antisemitisch!?). Wie genau hätte ich das Bankhaus Rothschild seiner Meinung nach benennen sollen, ohne das Wort „Rothschild“ zu verwenden? Etwa: „Macron war für das Bankhaus tätig, dessen Name nicht genannt werden darf“!?…

Weiter schreibt er: „An anderer Stelle taucht, wie aus dem Nichts, der Investor George Soros auf, dessen jüdische Familie die Besetzung Ungarns durch die Nazis überlebt hat… da haben sie, platt gesagt, den nächsten Juden, der ins Spiel kommt.“

Ja! Sehr platt gesagt. Aber der Reihe nach. Was schätzen Sie, wie oft im Buch Machtbeben das Wort „Jude“ oder „jüdisch“ vorkommt? Kein einziges Mal. Warum? Weil es mir vollkommen egal ist, wessen religiösen Glaubens jemand ist. Ich beurteile jeden Menschen einzig nach seinen Worten und Taten. Die Aussage der Herren Butter und Schmidbauer bedeuten, dass nach ihrer Vorstellung jeder Mensch jüdischen Glaubens und jede Institution, die von Menschen jüdischen Glaubens geleitet wird, automatisch unfehlbar sind und egal was sie tun, nicht kritisiert und noch nicht einmal erwähnt werden dürfen, weil sie jüdischen Glaubens sind. Das halte ich wiederum für diskriminierende Ausgrenzung und für geradezu absurd.

Was genau die Tatsache, dass die Familie Soros die Besetzung Ungarns überlebt hat, hier zu suchen hat, erschließt sich vermutlich nur dem Autor selbst. Im Buch ist das auf jeden Fall nicht erwähnt.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal unmissverständlich klarstellen, dass ich nicht in den zartesten Ansätzen antisemitische, rassistische oder nationalistische Gedanken hege. Ganz im Gegenteil. Ich bin ein bekennender Europäer, ich liebe es, mich mit Menschen anderer Kulturen, Lebens- Geistes- Religions- und Denkwelten auszutauschen. Ich empfinde das als ungemein bereichernd. Ich schätze jeden Menschen auf Erden hoch und begegne ihm mit größter Sympathie. Wo immer ich die Möglichkeit habe – auch im Buch Machtbeben – setze ich mich für das Verständnis und den Respekt zwischen den Völkern und den Menschen ein. Gerade und besonders mit denen, mit denen man anderer Meinung ist. Das wird Ihnen jeder Mensch, der in den vergangenen Jahren mit mir zu tun hatte, bestätigen. Wer böswillig etwas anderes behauptet, ist ein unverantwortlicher Brandstifter und Rufmörder. Ich werde mich – wo immer nötig – dagegen zur Wehr setzen. Aber genau hierin steckt auch die perfide Strategie dieser Leute. Wenn man jemanden nur oft genug mit Dreck bewirft, wird schon etwas hängenbleiben. Man muss eine Lüge nur oft genug wiederholen, dann wird sie geglaubt. Sie sehen, wie sehr ich mich hier gegen eine klar falsche Anschuldigung verteidigen muss. Doch wie viele Leser des Artikels der Süddeutschen werden in der Zukunft im Hinterkopf haben „Müller!? Da war doch irgendwas mit Antisemitismus!?“. So funktioniert Rufmord. Böse, intrigant und wirkungsvoll. So macht man unbequeme Personen tot, wenn die Argumente fehlen.

Weil die Börse der Schmelztiegel aller Ereignisse auf der Welt ist. Weil man die Börse nicht verstehen kann, ohne möglichst viel von der Welt und vor allem der Weltpolitik zu verstehen. Weil die Macht- und Politikinteressen immer über den Wirtschaftsinteressen stehen. Wer das bezweifelt, der denke an die Deutschen Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die unsere Wirtschaft Milliarden kosten, was aber hinter politischen Interessen (berechtigt oder unberechtigt spielt hier keine Rolle) zurückstehen muss.

Man kann die Börse und die künftige Entwicklung von Unternehmen nicht verstehen, wenn man die politischen Hintergründe und Absichten nicht versteht. Die Volkswirte des Bankhaus M. M. Warburg sagen dazu: „Mehr denn je ist also die Politik der Schlüsselfaktor, von dem die Entwicklung der Weltwirtschaft maßgeblich beeinflusst wird.“ Deshalb kümmere ich mich auch um Fragen der Weltpolitik. Es ist befremdlich, dass einem Autor, dem diese Zusammenhänge fremd sind, dennoch die Seite 3 einer der größten deutschen Tageszeitungen eingeräumt wird.

Und wieder bemüht der Autor eine Lüge, um seine Geschichte aufzubauen. Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass die Fotos an der Börse „NIE“ inszeniert waren. Ganz im Gegenteil habe ich diesem Journalisten genau erklärt, wie ich auch ab und zu für die oft ein oder zwei Stunden wartenden Fotoreporter den Telefonhörer in die Hand genommen habe, damit die ihr Foto noch vor Redaktionsschluss hatten. Aber das waren eben Ausnahmen. Warum muss er aus einer solchen banalen Selbstverständlichkeit eine Lüge machen? Weil sonst seine Geschichte nicht passt.

Er hat sich ja sehr viel Mühe gegeben, mich in die Pfanne zu hauen. Wie er an die Telefonnummer meines alten Chefs Hans Dittmar gekommen ist, weiß ich nicht. Es war vor 26 Jahren, dass ich für neun Monate bei Hans Dittmar gearbeitet habe. Soweit musste er zurücksuchen, um am Ende -trotz aller Mühe- nicht mehr Vorwürfe gegen mich zu finden, als dass ich sehr selbstbewusst gewesen sei. Das ist schon ein Skandal, da muss ich ihm Recht geben. Wer weiß, was rausgekommen wäre, wenn er meine Grundschullehrerin erreicht hätte… ich mag es mir nicht ausmalen.

Dann hat er einen alten Kollegen von mir ans Telefon bekommen, der zuletzt vor 10 Jahren in der gleichen Firma, aber in einer anderen Abteilung gearbeitet hat. 

Ich habe Arthur am Tag nach der Veröffentlichung des Artikels angerufen und habe ihn gefragt, ob er das wirkich so gesagt habe. Es hat mich nicht verwundert, dass er überrascht geantwortet hat: „Nein, das hab ich so absolut nicht gesagt“. Wir sind dann die Zitate durchgegangen, so wurde dann beispielsweise laut Arthur aus der Aussage „Es ist schwierig einen Fonds zu managen“ die freie Interpretation „Wenn er selber liefern muss kommt ja auch nichts dabei rum“. Alles andere wäre ja auch schlicht die Unwahrheit. Mein Fonds ist auf Platz 2 der erfolgreichsten Fonds des Jahres – wie selbst die mir gegenüber sonst ausgesprochen kritische „Welt am Sonntag“ vor wenigen Tagen einräumen musste.

Aber dann erzählte mir Arthur Brunner etwas Ungeheurliches: Der Typ wollte Dich die ganze Zeit in die rechte Ecke stellen und mich ständig dazu bewegen, ihm das irgendwie zu bestätigen. Ich hab dem gesagt, dass das völliger Blödsinn ist.

Wenn dies zutrifft, entlarvt sich spätestens hier der gesamte Artikel, der „Journalist“ und die Süddeutsche Zeitung als das, was es von Anfang an war: Ein abgekartetes Spiel. Ein von vorne herein konzeptionierter Versuch des Rufmordes an einem unbequemen Kritiker der Medien und der Politik, wie wir es sonst nur aus totalitären Staaten kennen. Es ging nie darum, ein ausgewogenes Bild zu gewinnen. Es war von Beginn an klar, was der Artikel bewirken muss, und welche Anschuldigungen da rein müssen, um ihre Wirkung zu erzielen. „Stellt ihn in die rechte Ecke, egal wie“. Und so wurde gegraben und gesucht bis in die tiefste Vergangenheit von vor fast 30 Jahren. Und es war zu dumm, dass nichts Belastbares zu finden war. Also blieb nur eine schwammige Diffamierung mit unterschwelligen Anschuldigungen und der konstruierten Lächerlichkeit, dass jemand, der etwas Negatives über  Banken oder George Soros sagt, von vorneherein ein übler Antisemit sein muss.

Ich habe an dieser Stelle jeden Respekt vor der Süddeutschen Zeitung verloren, die einst ein honoriges Schwergewicht der Deutschen Medienlandschaft war. Aber wer einem solchen offensichtlichen Rufmordartikel schwächster journalistischer Ausprägung die wichtigste Seite 3 der ganzen Zeitung einräumt, weiß genau, was er tut – und das entscheidet bei der Süddeutschen nicht der Praktikant, davon kann man ausgehen.

Leider bestätigt das in vollstem Umfang meine im Buch dargestellten Erläuterungen zur Veränderung der Medienlandschaft.

Die Medien haben als „vierte Gewalt“ die Aufgabe, die Eliten und die Politik zu kontrollieren und zu kritisieren. Sie sollen die Bevölkerung gegen Missstände mobilisieren, um so Machtmissbrauch der Eliten verhindern. Wenn ein Teil dieser Medien aber vom Kontrolleur der Macht zum Sprachrohr der Macht wird, dann brechen dunkle Zeiten an, denn von nun an ist dem Machtmissbrauch Tür und Tor geöffnet. Wenn einige dieser Medien aber sogar zur Schlägertruppe der Macht werden und jene Kritiker, die die eigentliche Aufgabe der Medien noch wahrnehmen, verbal niederknüppeln, dann haben wir wahrlich dunkle Zeiten. Alle aufrechten Journalisten und Medien, die es noch immer in großer Zahl gibt, sollten alles in ihrer Macht stehende tun, um sich gegen solche Entwicklungen ihrer Zunft zur Wehr zu setzen, die die ganze Branche in pauschalen Misskredit bringen. Die Leser sollten ihrerseits Ihre Konsequenzen ziehen und aufbegehren gegen solche immer häufiger zu beobachtenden infamen Versuche der Lesermanipulation zum Schaden der Gesellschaft, wo immer sie Ihnen begegnen.

Dirk Müller im November 2018″

Siehe dazu auch: Ehrenkodex des Deutschen Presserates

Gold-Förderländer: Output und noch nicht abgebaute Reserven

Eine neue Statistik zur einheimischen und weltweiten Gold-Förderleistung hat der USGS   herausgegeben. Der United States Geological Survey  ist eine wissenschaftliche Behörde im Geschäftsbereich des Innenministeriums der Vereinigten Staaten und das wichtigste Institut der Vereinigten Staaten für die amtliche Kartografie. Er führt unter anderem Statistik über sämtliche vorkommenden Mineralien.

Auf der Basis von Industrie- und Regierungsangaben entstand folgende Übersicht der Goldförderländer und ihrer noch abbaubaren Gold-Reserven (in Tonnen):

 

2018-03-18_22-52-08

Die Goldproduktion in den USA  stieg 2017 um geschätzte 10 Prozent auf 245 Tonnen in einem Wert von rund 9,9 Milliarden Dollar. Geschürft wurde in über 40 Gruben, vor allem im Westen und in Alaska. Etwa sechs Prozent des Goldes waren Beiprodukt in anderen Metallen, vor allem in Kupfer.
Die Gold-Importe in den USA sanken auf 240 Tonnen (374), die Exporte stiegen von 394 Tonnen in 2016 auf 480 in 2017. Der einheimische Konsum blieb mit 170 (171) Tonnen praktisch gleich. Etwa 120 Tonnen Goldes wurden durch Recycling gewonnen, vorwiegend im industriellen Bereich.

Gold, Gold Gold: Nachfrage, Preise und Entwicklungen im Jahr 2017

„Der starke Auftritt des Goldpreises war positiv für Produzenten wie Investoren und symptomatisch für einen deutlichen Stimmungswandel: die zunehmende Erkenntnis der Rolle von Gold als Wohlstands-Sicherung und Mittel zur Risikominderung. Das entspricht unserem zentralen Anliegen, Gold zu einem Mainstream-Wirtschaftsgut und -Anlagewert zu machen.“ So beginnt der Jahresbericht 2017 von Aram Shishmania, CEO des World Gold Council (WTG) – obwohl die Goldnachfrage 2017 nachgelassen hat.

Den World Gold Council, einen Zusammenschluss von  23 Gold produzierenden Unternehmen gibt es seit 1987.  Die am Weltmarkt führenden Firmen sind verantwortlich für über 100 Minen in mehr als 45 Ländern rund um den Globus und insgesamt rund 500 Schürf-Projekte. Das Hauptquartier liegt in London; weitere Büros unterhält der WGC in Peking, Shanghai, Singapur, New York und Mumbai. Ziel der Vereinigung ist es, die Nachfrage nach dem Edelmetall zu stärken. Um das zu erreichen, sollen Vertrauen und Transparenz in den Markt geschützt und stetig erweitert werden, beispielsweise mit Hilfe weltweit anerkannter Standards. Seit der World Gold Council seine Arbeit aufgenommen hat, ist der Goldpreis enorm gestiegen und hat sich die internationale Nachfrage signifikant verschoben, wie diese Grafik zeigt:

2018-03-12_22-43-31

Im Jahr 2017 fiel die Goldnachfrage mit 4071,7 Tonnen um 7 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2009.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank um 2 Prozent auf 1 029,2 Tonnen.

Während institutionelle Anleger weiterhin in goldgedeckte ETF investierten (202,8 Tonnen, davon 75 Prozent in Europa),  erreichten die Zuflüsse nur einen Bruchteil des Vorjahres:  197,5 gegen 546,8 Tonnen.

Obwohl die Zentralbanken, hauptsächlich in Russland (plus 223,5 Tonnen), Kasachstan (plus 42,9 Tonnen) und der Türkei (plus 187,7 Tonnen) ihre Goldrücklagen weiter erhöhten, sanken die Käufe insgesamt um 5 Prozent im Vergleich zu 2016 auf insgesamt 371 Tonnen. Außer Österreich (minus 20 Tonnen) wurden die Goldbestände nirgendwo relevant reduziert.

Die Nachfrage nach Schmuck stieg um 4 Prozent auf 2 136 Tonnen. Gold aus Recycling verringerte sich um 10 Prozent auf 1.160 Tonnen. Im Technologiesektor stieg die Nachfrage um 3 Prozent auf 333 Tonnen.

Die Produktion der Minen stieg auf die Rekordhöhe von 3 269 Tonnen.

Unten einige Einzeltabellen zur Entwicklung seit 2007:

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Die Entwicklung des Jahres 2017 führt der World Gold Council auf einen starken Wirtschaftsaufschwung zurück, der sich an den Aktienmärkten niederschlug. Gleichzeitig zog die Geldpolitik an, was die Anleger in short-term Aktien trieb. Die Zinsen gehen weltweit tendenziell aufwärts. Im Jahresverlauf stieg der Goldpreis in allen relevanten Währungen: In Rupien um 5,1 Prozent,  in Yüan um 3,5, in Dollar sogar um 13,5 Prozent, die höchste Steigerung seit 2010. Vor diesem Hintergrund habe sich Gold bemerkenswert gut gehalten, sagt der WGC.

Für 2018 erwarte man eine weiterhin wachsende Weltwirtschaft mit ebenfalls wachsenden Einkommen und einer entsprechenden Zunahme der Schmucknachfrage. Eine strengere Zinspolitik werde Renditen andernorts sinken lassen und sich, wie bereits in Q4 2017 zu erkennen, auf den Wert des Dollars und damit den Goldpreis auswirken. So schaut man insgesamt verhalten optimistisch nach vorn.

Der Chart zeigt die Entwicklung des Goldpreises in Dollar pro Unze in den letzten drei Jahren:

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Kryptowährungen sind keine Gefahr für Gold, sagt der World Gold Council. Zwar gebe es Gemeinsamkeiten, etwa in der Unabhängigkeit von Regierungen, aber dennoch wenig Überlappungen. Im Gegensatz zu Kryptowährungen könne man Gold anfassen und für äußerst vielfältige Zwecke verwenden.

Insgesamt 33 780,8 Tonnen Gold gibt es laut WGC-Statistik weltweit. Im Februar 2018 verteilten sie sich so:

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Der World Gold Council bietet einen kostenlosen Investitions-Leitfaden mit vielen Zahlen, Daten und Tabellen an. Hier herunterladen

Update: Halbjahresbilanz 2018: Warum derzeit niemand Gold kaufen will

 

 

Mit Amazon zum Titel „Reichster Mann der Welt“: Jeff Bezos führt Forbes-Liste an

Jeff Bezos, der Amazon-Chef, führt dieses Jahr die 32. Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt an. Mit dem größten Gewinn, der jemals innerhalb eines Jahres erzielt wurde, wuchs sein Vermögen auf unbeschreibliche 112 000 000 000 Dollar. Er löste Bill Gates, den Gründer von Microsoft ab, der in 18 von 24 Jahren der reichste Mann der Welt war.

Die Liste zählt insgesamt 2 200 Milliardäre auf. Unter ihnen ist auch Präsident Donald Trump, dessen Vermögen um 400 Millionen auf 3,1 Milliarden Dollar gefallen ist. 585 Milliardäre kommen aus den USA, davon allein 144 aus Kalifornien. 476 weitere sind aus China inclusive Hong Kong, Macau and Taiwan, 123 aus Deutschland, 119 aus Indien und 102 aus Russland. Hier sind die Top Ten:

  1. Jeff Bezos (Amazon-Gründer): 112 Milliarden $
  2. Bill Gates (Microsoft-Gründer): 90 Milliarden $
  3. Warren Buffett: 84 Milliarden $
  4. Bernard Arnault & family: 72 Milliarden $
  5. Mark Zuckerberg (Facebook-Gründer): 71 Milliarden $
  6. Amancio Ortega: 70 Milliarden $
  7. Carlos Slim Helu & family: 67.1 Milliarden $
  8. Charles Koch: 60 Milliarden $
  9. David Koch: 60 Milliarden $
  10. Larry Ellison (Oracle Gründer): 58.5 Milliarden $

Larry Page, einer der Google-Gründer, liegt bei 48,8 Milliarden. Zu den kalifornischen Milliardären gehört Tesla-Chef Elon Musk mit 19,9 Milliarden Dollar. Laurene Powell Jobs, die Witwe von Apple-Chef Steve Jobs, besitzt 18,8 Milliarden. Silvio Berlusconi, Italiens illustrer Medienmogul, liegt bei 8 Milliarden, genau wie der bekannte Hedge Fund Manager George Soros. Steven Spielberg, der Regisseur, besitzt 3,6 Milliarden Dollar, Bernie Ecclestone, der langjährige Formel 1 Mogul, 3,5 Milliarden. Mit vier Milliarden Dollar steht Traudl Engelhorn in der Forbes-Liste. Sie gehört zum Familienclan Engelhorn (BASF, Böhringer Mannheim). Mit 2,5 Milliarden belegt Peter Thiel, Mitgründer von Paypal und erster großer Investor in Facebook, Platz 965.

Der Amazon-Chef Jeff Bezos ist der erste Mensch der Welt, der mehr als 100 Milliarden Dollar sein Eigen nennen kann. Sein Vermögen ist innerhalb des letzten Jahres allein um 39,2 Milliarden Dollar mehr geworden. Ihm gehören 16 Prozent des Amazon-Konzerns, den er 1994 in einer Garage in Seattle gründete. Bezos war auf der Princeton-Universität und arbeitete bei einem Hedge Fond, bevor er beschloss, online Bücher zu verkaufen. Seine andere Passion ist die Raumfahrt: Sein Unternehmen Blue Origin ist dabei, eine Rakete zu entwickeln, die Passagiere zum Mond und wieder zurück bringen soll. Jeff Bezos engagiert sich auch in der Medienlandschaft: 2013 kaufte er für 250 Millionen Dollar die angesehene Zeitung Washington Post.

256 Frauen gehören zur Forbes-Liste 2018 der Milliardäre; zusammen ist ihr Vermögen mehr als eine Billion Dollar wert. Es sind 20 Prozent mehr Frauen als im letzten Jahr. Die reichsten unter ihnen sind Erbinnen: Alice Walton, die Tochter des Walmart-Gründers Sam Walton, hält allein 46 Milliarden. Die einzige Tochter der letztes Jahr verstorbenen Liliane Bettencourt, Francoise Bettencourt Meyers besitzt 42,2 Milliarden, BMW-Erbin Susanne Klatten (Platz 32) ist mit 25 Milliarden die drittreichste Frau der Welt.  Ihr jüngerer Bruder, Stefan Quandt, besitzt noch einmal 22 Milliarden.

43 Milliardäre sind jünger als 40 Jahre. 34 davon sind Selfmade-Unternehmer. Zum dritten Mal in Folge sind die jüngsten Milliardäre die beiden Norwegerinnen Alexandra und Katharina Andresen, 21 und 22 Jahre alt. Jeder der beiden Schwestern gehören 1,4 Milliarden Dollar, nachdem ihr Vater, Johan H. Andersen, ihnen seine Investment-Firma „Ferd“ übertragen hat. Der jünste Selfmade-Milliardär ist John Collison, der den Bezahldienst „Stripe“ gegründet hat.

Nicht in der Liste stehen Namen wie Vladimir Putin, der zu den reichsten Menschen der Welt gehören soll. Baron Benjamin de Rothschild aus der berühmten Banker-Familie, steht bei 1,9 Milliarden. Es gibt auch einen Jeff Rothschild (2,9 Milliarden). Er hat sein Vermögen aber seiner Arbeit bei Facebook zu verdanken. Viele weitere Namen stünden weit höher in der Liste, wenn das Vermögen nicht auf mehrere Familienmitglieder aufgeteilt wäre, wie etwa Mars, Oetker, Braun und Braun-Lüdicke (Braun Melsungen), oder Benneton. Außerdem muss man wissen: Das Vermögen der reichsten Menschen der Welt unterliegt starken Marktschwankungen. Je nach Aktienkurs kann es sich innerhalb von Tagen um hunderte von Millionen ändern.

Siehe auch: Bloomberg-Reichen-Liste 2018

Wenn ich sterbe, werde ich nichts mitnehmen

und: Reichtum 2014 weltweit

Update: Wie Trump sich reich rechnet 

Update: BMW überweist eine Milliarde an die Quandt-Geschwister

Update: Trump lied about his wealth to get onto the Forbes 400

Update: Langes Interwiew Matthias Döpfner mit Jeff Bezos 

Update: Bloomberg-Liste der Milliardäre

Update: IQ allein führt nicht zum Erfolg: Man muss für etwas brennen

Update: Jeff Bezos sucht noch Ideen für mildtätige Großprojekte

Update: Uneheliche Tochter von Steve Jobs: „Ich war der Fehler in seinem Leben“

Update: BMW-Erben sind jetzt die reichsten Deutschen

Make America great again; mit Donald Trump ein Lügner und Betrüger im Amt

Die Pop-Ikonen wollten am Freitag zu seiner Amtseinführung nicht auftreten, zahlreiche Abgeordnete der Demokraten boykottierten die Veranstaltung, bei der es Krawalle gab und auch gleich ein halbes Dutzend Journalisten verhaftet wurde. Am Tag danach marschierten die Frauen. Hunderttausende in Washington und nochmal so viele rund um den Globus waren unterwegs, um ihre Verachtung für den neuen Präsidenten der USA zu zeigen:Donald Trump, Milliardär, Pöbler, Mann der kurzen Sätze und klaren Worte mit einem soziopathischen Wesen. Und dann ging es rund: Die erste Woche der Amtszeit von Präsident Donald Trump stand unter dem Motto: „Die Zeit des Redens ist vorbei, die Zeit des Handelns ist gekommen.“

Seine Antrittsrede war im gleichen Ton gehalten wie sein Wahlkampf, trat dem Establishment, das hinter ihm auf der Ehrentribühne saß, unsanft in den Allerwertesten und klang wie die Rede eines Diktators: Ich gebe euch  eure Würde zurück –  unser Land wird wieder groß sein.  Und den islamischen Terror rotten wir aus.

Die weiteren Kernpunkte:

  • Eine korrupte Elite hat lange das Land ausgebeutet. Aber jetzt ist der richtige Führer gekommen, der alle Macht dem Volk zurück gibt.
  • Fortan gilt: Nicht zuerst die Welt retten, sondern zuerst das eigene Land .
  • Es wird Arbeit für alle geben: Durch den Ausbau von Straßen, Schienen, Flughäfen und durch die Protektion: US-Produkte kaufen, US-Bürger einstellen.
  • Ein neuer Nationalstolz wird alle verbinden. Grund zur Furcht gibt es nicht, denn Gott selbst schützt Amerika.

Das ist der Stoff, aus dem Kriege geboren werden. Die Rede erinnerte teilweise an die frühen Tage des Dritten Reiches, wie sogar Papst Franziskus öffentlich kundtat – nicht ohne anzumerken, dass sowohl Hitler, als auch Trump rechtmäßig gewählt wurden.  Eine hohe Arbeitslosigkeit, ein nach dem Ersten Weltkrieg von den Alliierten entwürdigtes Volk und ein Feindbild in einer bestimmten Menschengruppe brachte in Deutschland einen Soziopathen an die Macht und hielt ihn dort bis zum bitteren Ende. Die USA haben keinen Weltkrieg verloren. Das Land, das zu den reichsten weltweit gehört, hat zwar eine Arbeitslosenquote von nur 4,7 Prozent, weist aber eine enorme Schere zwischen Superreichen und sehr Armen auf, ist seit Jahrzehnten Einwanderungsland, verfügt teilweise über eine erstaunlich marode Infrastruktur. Und seit 9/11 hält sich hartnäckig eine Terror-Paranoia im Land, der nun mit einer strengen Begrenzung der muslimischen Imigratenzahl entgegengewirkt werden soll.

Noch am Abend der Amtseinführung änderte sich die Homepage des Weißen Hauses: Die Angaben zu Klimaschutzprojekten und dem Wasserrecht  wurden gelöscht, denn Trump will Kohle, Öl und Gas zu neuer Blüte verhelfen und die Wirtschaft nicht durch „schädliche Gesetze“ hemmen. Das rief einen Proteststurm hervor. Am ersten Tag im Amt begann der neue Präsident außerdem, das Gesundheitsvorsorgeprojekt „Obamacare“ in Teilen rückgängig zu machen.  Trump kündigte an, das Handelsabkommen NAFTA mit Mexiko neu zu verhandeln, und – brüskierte die versammelten Medien seines Landes mit „alternativen Fakten“: Bei seiner Amtseinführung seien (gegenteiliger Beweise zum Trotz) mehr Zuschauer als jemals zuvor bei einem Präsidenten anwesend gewesen. Punkt. Fragen ließ sein Sprecher nicht zu. Zehn Tage später gab ihm Ranga Yogeshwar zumindest teilweise recht: Die Fotos waren zu unterschiedlichen Uhrzeiten gemacht worden (das vonTrump ca 45 Minuten früher) und bei Obama sei das Wetter viel besser gewesen.

Auch ein Versprechen brach der Präsident gleich am Tag seines Amtsantrittes: Er erklärte, trotz Wahlsieg seine Steuererklärung nicht offenzulegen. Das brachte ihm umgehend eine Anzeige ein:“Citizens for Responsibility and Ethics in Washington“, eine Organisation, die gegen Korruption kämpft, hat sie eingereicht. Trump verletze die Verfassung der USA, indem er weiterhin Einkünfte im Ausland erziele, sagt sie. Trump verletzt noch mehr: Er übergab seine Firmen an seine Kinder – mit denen er jederzeit über die Firmenpolitik sprechen kann. Das ist eine unzulässige, nicht tolerierbare Verquickung von Amt und Geschäft.

Wie muss man nun diesen neuen Präsidenten einordnen? Worauf muss man sich einstellen? Soll man lachen, weinen, oder muss man sich fürchten?

1990

Geboren wurde Donald J. Trump am 14. Juni 1946 im New Yorker Stadtteil Queens. Die NZZ veröffentlichte im August 2016 ein lesenswertes Portrait des 70jährigen, der sagt, sein Vater Fred sei der wichtigste Mensch in seinem Leben gewesen. Ihn will er übertreffen: An Gerissenheit, an Erfolg, an Glamour.

Als er 13 war, deckte er sich heimlich in Manhattan mit Schnappmessern ein. Vater Fred steckte ihn daraufhin in eine Militärakademie, wo er den Siegeswillen entwickelte, auf den er sich bis heute beruft.

In der Militärakademie galt das Motto: „Gewinnen ist nicht alles, es ist das EINZIGE.“ „Die Erzieher prügelten dir die Knochen aus dem Leib“, erinnert sich Trump. Auf seine Internatszeit blickt er zurück wie auf einen gewonnenen Krieg und preist seinen Drillmeister Theodore Dobias, der den Hang hatte, schwächeren Zöglingen an die Gurgel zu gehen.

In der Akademie begann Donald, das Leben als Kampf gegen alle zu begreifen. Verachtung für Verlierer bleibt ein Generalthema seines Lebens. Auch geostrategisch ist sein Problemlösungsansatz  nicht die Verhandlungskunst, sondern: zurückschlagen, die Oberhand gewinnen, Amerika „wieder gross“ machen.  Besonders als Objekt der Narzissmus-Forschung empfiehlt er sich, findet der NZZ-Autor. Gegenüber seinem Schreibtisch im Trump-Tower hängt ein riesiger Spiegel, täglich lässt er sich einen Stapel mit Zeitungsartikeln über sich selbst auf den Tisch legen.

Trump hat Vorurteile gegen Minderheiten, Aversionen  gegen Geisteswissenschaften und eine militaristische Grundhaltung. Seine Käfer- und Virenphobie – er gibt Menschen ungern die Hand, ohne diese sofort danach zu desinfizieren – fügt sich in die Diagnose ein. „Autoritäre“ Charaktere tendieren zu Ekelgefühlen gegenüber allem Fremden und Unreinen. Besonders Körperflüssigkeiten von Frauen scheinen Trump abzustoßen. Die Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly beschimpfte er als „Bimbo, bei der das Blut überall herausfliesst“. Eine Toilettenpause Hillary Clintons kommentierte er: „Ekelhaft!““

Zudem liest er – wie er dem Journalisten Michael D’Antonio, dem Autor einer gerade auf Deutsch erschienenen Trump-Biografie, erzählte – keine Bücher, interessiert sich weder für Kunst noch für fremde Sprachen und Kulturen. Sein einziger Maßstab ist der Erfolg, der sich nach Dollars bemisst.

Eine außerordentlich krasse Biografie des Präsidenten hat David Cay Johnson geschrieben: „Die Akte Trump“ listet chronologisch die Karriere eines Mannes auf, der sich mit Lügen, Betrug und weitreichenden Beziehungen zur Mafia und zu verurteilten Verbrechern immer wieder geschäftliche Vorteile verschafft hat. David Cay Johnson ist nicht irgendwer: Der 69jährige Pulitzer-Preisträger hat eine lange Karriere als investigativer Journalist hinter sich. Er listet die Familiengeschichte des Präsidenten auf  und charakteriert diesen dann anhand zahlreicher genau recherchierter Beispiele als Lügner, korrupt und korrumpierbar, als ungeheuer nachtragend und auf Rache sinnend,  als Rassist und Menschenverachter, und als Mann, dessen Maxime es ist, hundertmal härter zurückzuschlagen, als er angegriffen wurde. Ein lesenwertes Buch für jeden, der hofft, dieser Präsident werde sich noch an die Würde seines Amtes erinnern.

In Sachen Wirtschaft hat sich Donald Trump  klare Vorgaben gegeben: Sein Wirtschaftsplan soll das Wachstum auf vier Prozent hochschrauben (Obama erreichte nach 2009 im Durchschnitt 2,2 Prozent), und innerhalb von zehn Jahren will er 25 000 neue Jobs schaffen (das entspricht etwa der Menge, die unter Obama entstanden). Die Börsen lieben es. Aber: Seit 2005 waren die meisten neuen Jobs schlecht bezahlte Teilzeit-Arbeitsplätze am Ende der Produktionskette. 16 Millionen mehr Amerikaner als 2005 sind auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen, und seit 50 Jahren war die Zahl der Hausbesitzer nicht mehr so niedrig, schreibt Forbes. Sieben von zehn Amerikanern haben weniger als 1000 Dollar auf dem Sparkonto. Das ist die schwierige Klientel, die ihre Hoffnung in den neuen Präsidenten setzt.

Der Erfolg soll mit Protektionsmaßnahmen funktionieren: „In Amerika produzieren, in Amerika kaufen, Amerikaner einstellen.“ Das bedeutet Steuererleichterungen für Unternehmen (von 35 auf 15 bis 20 Prozent), Strafzölle von 20 bis 35 Prozent für im Ausland produzierte Waren und einen weichen Dollar, der den Export amerikanischer Waren begünstigt. Am Montag nach seiner Amtseinführung kündigte der neue Präsident das transpazifische  Freihandelsabkommen TPP auf und spielt damit China in die Hände. Was seinem Ziel hinderlich sein könnte, ignoriert er: Zum Beispiel, dass günstige Herstellung von Zulieferteilen oder kompletter Produkte in Ländern wie Mexiko oder China die Kosten der Endprodukte senkt und gleichzeitig potentielle Käufer für hochwertige Ware im Ausland aufbaut. Und, dass die amerikanischen Produkte den Menschen auch preislich, in der Qualität, sowie der Optik attraktiv erscheinen müssen.

Das Dekret für die Mauer zwischen den USA und Mexiko folgte am Mittwoch. Am Donnerstag sagte der mexikanische Präsident sein Treffen mit Trump verärgert ab und betonte zum wiederholten Mal, dass Mexiko auf keinen Fall die Kosten der Mauer zahlen werde. Ebenfalls am Donnerstag vernahm die interessierte Öffentlichkeit, dass die gesamte Führungsriege des Außenministerium unter Protest zurückgetreten ist und der Präsident nun auf geballtes Fachwissen nicht mehr zugreifen kann. Der designierte Außenminister Rex Tillerson  war da vom Kongress noch nicht bestätigt. Am Abend dann der Knüller: Der Präsident findet Waterboarding durchaus sinnvoll und erklärte: „Folter wirkt.

Still from 'The Stuff of Life'

Ray Dalio, Milliardär und erfolgreicher Hedge Fonds-Manager, analysierte das Kabinett des Wahlsiegers auf seine Kompetenz und kommt zu dem Ergebnis: Mit kumulierten 138 Jahren hat Trumps Spitzenteam nicht nur mehr Erfahrung als das Obamas, das es auf 122 Jahre brachte, sondern es kommt auch auf den historisch höchsten Erfahrungswert. Weit brisanter als die gesamte Erfahrung ist der Vergleich der Spitzenteams im Bereich Wirtschaft: Obama 5 Jahre, Trump 83 Jahre.

Seit Kennedy hatte Obamas Team die geringste wirtschaftliche Erfahrung, Trumps Team bringt es auf die größte. Auf politischem Gebiet liegt Trumps Team zwischen denen Reagans und Carters. Dalio schließt daraus, dass der Wechsel von der vergangenen zur gegenwärtigen Präsidentschaft wohl gravierendere Konsequenzen haben wird als der Wechsel Anfang der 80er Jahre von Carter zu Reagan. „Welcher Art könnten diese Konsequenzen wohl sein?“ fragt die FAZ.

Nun, er hat es doch klar gesagt: America first – das heißt: nach uns die Sintflut… Das scheinen auch die ersten Medien zu begreifen. „Amerika, du wirst uns fehlen“ titelt der Spiegel und arbeitet auf, was genau in Europa fehlen wird: Die Schutzmacht USA, an der wir (Deutschland) uns neurotisch in Sachen „Feindbild“ abarbeiten können. Dafür bekommen wir nun die Verantwortung, die wir solange eingefordert haben. Das gilt in Sachen Militär ebenso wie beim Thema Wirtschaft und Handel.

Hier setzt Professor Michael Hüter, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln an, um auf die Drohungen des Präsidenten zu Importzöllen zu antworten: Die deutsche Wirtschaft sei nicht umsonst so stark, erklärte er im ZDF: In flexiblen, kostengünstigen Produktionslinien stelle sie preis-werte Qualitätsware her, die den Kunden gefalle. Das müsse Amerika erstmal nachmachen. Zu Donald Trump selber erklärt er: „Ich habe diesen Mann lange beobachtet und gesehen: Er ist impulsiv  und tritt machtvoll auf.  Dagegen kann man nur eins machen: Selbst machtvoll auftreten.“

Das weitere wirtschaftliche Prinzip Trumps für Amerika  ist ebenfalls einfach: Der Macher will schnell viele Arbeitsplätze schaffen. Protektion allein wird nicht genügen: Er wird die Staatsschulden erhöhen und damit tun, was die Deutschen aus den 30er Jahren kennen: Viele Staatsschulden machen, ohne zu wissen, wie sie bezahlt werden können.  Zum Beispiel für den Bau der Mauer an der mexikanischen Grenze, die 20 Milliarden und mehr kosten könnte und von den USA „vor“finanziert werden muss.

Das wird die Inflation anfeuern.

Und dann?

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Wie schnell sich Protektion als Bumerang entpuppen kann, arbeitet das Handesblatt am Beispiel China auf:  Der US-chinesische Wirtschaftsrat USCBC sagt, dass die Handelsbeziehungen des Importweltmeisters USA mit China aktuell 2,6 Millionen Jobs in den USA sicherten – einschließlich der Arbeitsplätze, die chinesische Firmen in Amerika geschaffen hätten. Übrigens hängen auch 6 Millionen US-amerikanischer Jobs von Mexiko ab: In den USA werden die Teile produziert, aus denen Mexiko fertige Produkte für den Export herstellt. Auf diese Weise kommen 40 Prozent der mexikanischen Importe aus den USA.  Was passiert mit diesen Arbeitsplätzen, wenn Importzölle kommen?

Ein I-Phone würde bei der Produktion in den USA satte 500 Dollar mehr kosten, rechnet das Unternehmen Foxconn vor. Man plane zwar ein Werk in den USA – aber das werde nicht mehr Arbeitsplätze bringen. Mittelfristig solle die Produktion komplett von Robotern erledigt werden.

Für Europa fasst  FAZ  die Lage zunächst so zusammen: Obamas Amerika war ein Staat der Bürokraten, so wie auch Europa von Bürokraten regiert wird. Ab sofort begegnet  jedoch ein „Hau den Lukas“ der „Status-quo-Panik der Eliten“, was, so Autor Thomas Mayer, zumindest für Zerstörung gut sein dürfte. Ob diese auch schöpferisch sein wird, um den gordischen Knoten aus Finanz- und Euro-Krise zu durchschlagen, lässt er offen.

Und was machen wir einfachen Menschen mit der neuen Situation?

Jon Schwarz bei The Intercept hat sich dazu interessante Gedanken gemacht, die sich auch Nicht-Amerikanern anbieten:

„Die Leute, die Amerika regieren, haben ein politisches System konstruiert, das wie ein störungsbehafteter Killer-Roboter funktioniert; jetzt wissen wir, dass sie den nicht mehr unter Kontrolle haben.  Der Irakkrieg war eine kleinere Panne,  (…) die Immobilienblase schon schlimmer. (…) Mit Donald Trump nun hat der Roboter zum ersten Mal sämtliche Befehle ignoriert und ist völlig außer Kontrolle geraten. (…)

Politik ist ganz klar eine Sache, bei der es um Leben und Tod geht. Machen Sie, wenn Sie es können, Politik zum zentralen Thema Ihres Lebens,“ folgert er.

Statt wohl formulierte Phrasen zu dreschen oder in plakativ vereinfachte Bilder der Welt zu verfallen, rät Jon Schwarz zu Erkenntnissen wie:  „Wir haben seit 60 Jahren Bomben auf den Nahen Osten geworfen. Die Leute da sind empört über uns, so wie wir nach 9/11 empört waren. Solange wir nicht aufhören, Bomben auf sie zu werfen, wird es immer einen kleinen Teil radikalisierter Muslime geben, die es uns heimzahlen wollen. Irgendjemand wird immer da sein, um es auch auszuführen, egal was wir tun, um es zu verhindern.“

Medien, die sich über Werbung finanzieren, werden niemals politisch unabhängig sein, sagt der Autor: Öffentliches Crowdfunding sieht er als Lösung für freien Zugang zur Information. Politische Parteien in den USA sollten wieder die Menschen an der Basis einbinden – mit regelmäßigen Treffen und gemeinsamen Aktivitäten.

Ganz wichtig sei es, sich nicht entmutigen zu lassen: „Junge Amerikaner sind extrem progressiv; so sehr, dass sich jeder Führer aus Politik und Wirtschaft vor ihnen fürchten sollte“.

Europäer auch – oder?

Nehmen wir also endlich die rote Pille.

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Goldnachfrage 2015: China und Indien kaufen und kaufen, der Preis steigt

„Die jährliche Nachfrage nach Gold blieb 2015 mit einem Rückgang von nur 14 Tonnen im Vergleich zu 2014 nahezu unverändert. Die erste Jahreshälfte entwickelte sich aufgrund der vergleichsweise schwachen Nachfrage nur zögerlich, das gestiegene Vertrauen in der zweiten Hälfte des Jahres sorgte jedoch für einen Anstieg der Nachfrage um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“ Das teilte jetzt der World Gold Council (WGC) mit.

Mit 1118 Tonnen stieg die Gesamtnachfrage im vierten Quartal 2015 um 47 Tonnen oder 4 Prozent. Die Nachfrage nach Schmuck, Goldbarren und -münzen blieb trotz zahlreicher Herausforderungen stabil. Die Minenproduktion sank im letzten Quartal um zwei Prozent. Die Zentralbanken kauften mit 33 Tonnen Gold erheblich zu, offenbar um ihre Reserven zu diversifizieren, heißt es weiter im Bericht. Die Nachfrage indischer Verbraucher stieg trotz Überschwemmungen und geringerer Einkünfte auf dem Land um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ins letzte Quartal 2015 fiel das Diwali-Fest. Allein 27 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Schmuck, Münzen und Barren entfiel im letzten Quartal auf China.

Die Website des WGC bietet große Mengen von Informationen rund um das gelbe Metall, zum Beispiel auch eine interaktive Karte, auf der man die weltweite Minen-Produktion nachschlagen kann. Ebenso stellt die Organisation eine ständig aktualisierte Tabelle der offiziellen Goldreserven der in dieser Hinsicht wichtigsten Nationen bereit:

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Hier die Top 10 der mit physischem Gold gedeckten ETF:

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Der Goldpreis sank im Verlauf des Jahres um mehr als 200 Dollar/Feinunze. Unten die Tabelle der Durchschnittspreise pro Quartal in verschiedenen Währungen. Die sich fortsetzende Krise an dem weltweiten Börsen sorgt jedoch zurzeit dafür, dass sich Investoren an den „sicheren Hafen“ Gold erinnern. In der ersten Februarhälfte übersprang der Preis für die Feinunze wieder 1200 Dollar. Mehr dazu in der NZZ.

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Die Goldnachfrage war mit 4220 Tonnen 2015 im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil. Hier eine Tabelle, die aufzeigt, aus welchen Bereichen die Nachfrage kam:

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Sonderfall Indien: Laut WGC hat das Land in den letzten zehn Jahren jährlich 900 bis 1000 Tonnen Gold importiert, das in keiner Weise monetarisiert oder getradet wurde. Es ist in Privatbesitz, was auch damit zu tun hat, dass Hochzeiten in Indien über Gold finanziert werden. Versuche der Regierung, mit einer zehnprozentigen Einfuhrsteuer und einer 20prozentigen Verpflichtung zum Re-Export liefen weitgehend ins Leere.  Jetzt soll eine indische Investitionsmünze, vergleichbar mit dem Krügerrand oder dem Maple Leaf auf den Markt gebracht werden. Mehr Informationen über das gesamte Maßnahmenpaket hier.

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Thema China und seine undurchsichtige Goldpolitik: Zwar gibt die Regierung mittlerweile Zahlen über ihre Goldreserven bekannt, steht jedoch im Verdacht, diese erheblich zu niedrig darzustellen, was relativ leicht möglich ist, da China laut WGC der größte Goldförderer weltweit ist. 54 Jahre lang, bis zum Jahr 2004, durften Privatpersonen kein Gold besitzen. Mit wachsendem Wohlstand deckt sich nun das personenstärkste Land der Erde umfangreich mit dem Edelmetall ein – ein Trend, der sich in den kommenden Jahren voraussichtlich noch deutlich steigern wird. Dazu kommen Umtriebe Chinas, Russlands und des Irans, eine eigene goldgedeckte Währung einzuführen.

Noch ein Wort zu Europa: Während die Bevölkerung mit der Flüchtlingskrise beschäftigt ist, bauen sich, noch verdeckt von Turbulenzen an der Börse, massive Bankenkrisen auf. Es gibt bereits einen Satz notleidender Bankenkredite in Europa, der noch deutlich stärker werden kann. Vor dem Hintergrund zunehmender Negativzinsen auf Erspartes hat sich  die Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes auch in Deutschland massiv verschärft; soll diese Maßnahme doch unter anderem das Abwandern der Vermögen aus den Geldhäuser bremsen.  Diese Situation diskutiert der jüngste Degussa Markreport ausführlich.

Update: India to auction at least thre gold mines this year

Update: Is now the right time to invest in gold?

Update: Erstes Gold-Fixing in Shanghai: China positioniert den Yuan gegen den Dollar

Update: China’s gold miners come of age to scour globe for acquisitions  

Update: China, the new gold hub?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

isiert oder getradet wurde – aller Bemühungen der Regierung zum Trotz, die eine 10prozentige Einfuhrsteuer und eine 20prozentige Re-Exportpflicht eingeführt hat. Jetzt ist unter anderem geplant, eine standardisierte Investitionsmünze herauszugeben, vergleichbar mit dem Krügerrand oder dem Laple Leaf. Das meiste Gold im Land ist jedoch nach wie vor im Privatbesitz, was auch damit zusammenhängt, dass Eheschließungen in Gold finanziert werden. Mehr Informationen hier.

11-02-_2016_22-18-34

China hat nach wie vor einen relativ undurchsichtigen Goldmarkt und wird verdächtigt, seine Reserven in der Weltöffentlichkeit gezielt herunterzuspielen. Der Privatkonsum lässt sich leichter nachvollziehen und steigt mit dem Wohlstand der Bevölkerung, der es bis 2004 verboten war, privates Gold zu besitzen stetig an. Hier gesammelte Informationen von Bloomberg zum chinesischen Markt. Auch für den Januar 2016 gab China bekannt, seine Goldreserven massiv aufgestockt zu haben.

Noch ein Wort zum europäischen Markt: Während die Bevölkerung mit der Flüchtlingskrise beschäftigt ist, baut sich im Hintergrund eine massive Bankenkrise auf. Bei den europäischen Banken lagern viele notleidende Kredite, Negativzinsen werden zunehmend Realität, in Deutschland wird immer offensiver die Abschaffung des Bargelds diskutiert. Auch dies wird absehbar zum Anstieg des Goldpreises führen. Ausführlich diskutiert wird das Thema im jüngsten Degussa Marktreport.