Kategorie: Wirtschaft

Gold-Nachfrage der Zentralbanken 2018 ist die „höchste seit Bretton Woods“

651,5 Tonnen Gold haben die Zentralbanken 2018 zu ihren Beständen zugefügt. Das ist die höchste Nachfrage seit 1971, berichtet der World Gold Council (WGC) in seinem Rückblick auf das abgelaufene Kalenderjahr. Die gesamte Nachfrage stieg 2018 um vier Prozent auf 4.345,1 Tonnen. Indien blieb dabei mit minus 4 bei 598 Tonnen nahezu konstant.

Die Gold-Schmuck-Nachfrage blieb dagegen bei einer Tonne Unterschied nahezu unverändert bei 2.200 Tonnen. Die Nachfrage bei Goldmünzen stieg 2018 um 4 Prozent auf 236,4 Tonnen, das bedeutet ein Fünf-Jahres-Hoch. Bereits im fünften Jahr etwa gleichbleibend blieb mit 781,6 Tonnen die Nachfrage nach Goldbarren.

Die Zuflüsse in goldgedeckte ETFs nahmen 2018 ab auf nur noch 68,9 Tonnen. Das stellt einen Rückgang von 67 Prozent dar. Einzig in Europa habe es einen Nettozuwachs gegeben, heißt es im Bericht. Die Minen-Produktion stieg 2018 mit 3347 Tonnen auf ein Rekordniveau. Beim Technologie-Gold blieb die Nachfrage bei 334,6 Tonnen etwa gleich. Ganz allgemein war festzustellen, dass sich im vierten Quartal die Markt-Aktivitäten eintrübten.

Die Konsumenten in Indien seien aufgrund des volatilen Goldpreises vorsichtiger geworden, präzisiert der Bericht des World Gold Coucil. Auch habe es 2018 weniger besonders geeignete Hochzeitstermine gegeben, und man habe verstärkten Tausch Gold gegen Gold festgestellt. So sank die Nachfrage auf 180,1 Tonnen. Für das Jahr 2019 sei der Ausblick wieder positiver. Die Nachfrage in China wurde zuletzt durch die Streitereien mit den USA eingetrübt. Hier versucht sich der Handel in neuen Angeboten, wie etwa dem „Spiegelgold“: Ein 999s Produkt mit einer weichen, spiegelähnlichen Oberfläche zielt besonders auf die jüngere Generation. Dennoch sank die Nachfrage um drei auf 174,8 Tonnen. Im Mittleren Osten blieb die Nachfrage schwach, während sie in den USA im zweiten Jahr in Folge stieg. Einen scharfen Einbruch um 21 Prozent auf nur noch 9,1 Tonnen gab es bei der türkischen Nachfrage. Auch im Iran sank die Nachfrage um 29 Prozent auf noch 29,5 Tonnen.

Die 651 Tonnen Neukäufe der Zentralbänke seien die Höchsten seit dem Wegfall von Bretton Woods, heißt es im WGC-Bericht. Russland, die Türkei und Kasachstan seien hier Schlüssel-Einkäufer, bei weitem aber nicht allein. Verstärkte wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten bewegten die Zentralbanken, ihre Sicherheiten zu diversifizieren und mehr in sichere, sowie liquide Anlagen zu investieren. 76 Prozent der Zentralbanken, zu eine Umfrage des World Gold Councils, sehen Gold als sicheren Hafen in schwierigen Zeiten, während 59 Prozent das Edelmetall als wichtigen Bestandteil diversifizierter Portfolios sehen. Jede fünfte Zentralbank habe angekündigt, ihre Goldreserven auch im laufenden Jahr weiter aufzustocken.

Russland, das seine Reserven gezielt „entdollarisiert“, hat 2018 allein 274,3 Tonnen Gold gekauft und damit seine Reserven auf 2113 Tonnen zum Jahresende aufgestockt. Die Türkei kaufte mit 51,5 Tonnen zwar 40 Prozent weniger als im Vorjahr, steigerte ihre Reserven aber doch seit Mai 2017 um 137,4 Tonnen. 2017 war das Land nach 25jähriger Enthaltsamkeit wieder in den Goldhandel eingestiegen. China äußerte sich erstmals seit 2016 wieder und gab an, seine Reserve um gerade einmal 10 auf 1852,2 Tonnen gesteigert zu haben. Auch europäische Zentralbanken kauften kräftig ein, hier besonders Polen und Ungarn. Deutschland liegt mit 3369,7 Tonnen inzwischen nach den USA auf Platz zwei der weltweit höchsten Goldreserven.

Im Technologiesektor gab es eine Nachfrage von 334,6 Tonnen. Hier sank der Verbrauch von Zahngold, während der Bedarf im Elektronikbereich stieg. Auch hier gab es allerdings im vierten Quartal mit der Gewinnwarnung von Apple einen Einbruch. Ähnlich verhielt es sich im LED- und Speicherbereich.

Die Minen-Produktion stieg 2018 mit 3347 Tonnen auf ein Rekordniveau. Die Menge recycelten Goldes belief sich auf 1173 Tonnen. In China sorgten verschärfte Umweltauflagen für eine um 9 Prozent geringere Goldproduktion. Einige Produktionsstätten wurden ganz geschlossen. In Indonesien sank die Produktion um 24 Prozent, was zu einem großen Teil auf den Wegfall ertragreicherer Felder zurückgeführt wird. In Süfafrika fiel die Produktion um 18 Prozent aufgrund eines 45tägigen Streiks im vierten Quartal. Auch in Peru sank die Produktion um 9 Prozent. Um vier Prozent gestiegen ist dagegen der Output in Australien, um zehn Prozent in Russland. Im Papua Neu Guinea stieg die Goldproduktion sogar um 23 Prozent, auch Burkina Faso und Ghana meldeten gestiegene Mengen.

Die Türkei und der Iran bleiben die Nationen, die das meiste recycelte Gold auf den Markt bringen. In Q4 sorgte die Türkei damit dafür, dass sich der Goldpreis wieder etwas mäßigte. Der Goldpreis unterlag im Verlauf des Jahres heftigen Schwankungen und geht tendenziell weiter nach oben. Nachdem sowohl die FED, als auch die europäische Zentralbank signalisiert haben, dass die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen, wird dies voraussichtlich auch so bleiben. Im Januar 2019 überstieg der Preis kurzfristig die Markt von 1300 $ pro Feinunze.

Siehe auch: Gold-Förderländer und noch nicht abgebaute Reserven

Update: Maduro Sold 40% of Venezuela’s Gold Last Year

Update: 2019 gute Chancen für Gold und Silber

Tageszeitungen kämpfen ums Überleben: Zahlen 2018 und Zukunftspläne

Unverändert schwierig war die Lage der Printmedien, hier besonders der Tageszeitungen, auch im Jahr 2018. Laut Meedia, einem Unternehmen der Handelsblatt Media Group, gab es bei den großen Tageszeitungen eine einzige, der es gelang, ihren Verkauf im Vergleich zu 2017 zu steigern: Den Tagesspiegel Berlin. Eine Liste der Veränderungen der 82 größten Regionalzeitungen hat Meedia hier veröffentlicht. Betrachtet werden die Ergebnisse von Abo- plus Einzelverkauf. Alle Verlage erlitten deutliche Umsatzeinbrüche. Entsprechend viel Vernebelungstaktik gibt es bei den Verlegern, wenn es darum geht, die Reichweite ihrer Medien darzustellen: Man spricht möglichst nur von Lesern – gemeint sind 2,7 mal die verkaufte Gesamtauflage. Dabei rechnen sich die Verleger ihre Gesamtauflage wesentlich höher als andere Unternehmen, die statistische Grundlagen der Mediennutzung zusammenstellen.

Bisher keinen frei zugänglichen Überblick gibt es über den Erfolg der Versuche, einzelne Artikel nur hinter einer Bezahlschranke zur Verfügung zu stellen, den sogenannten Paid Content. Statista vermeldet, dass laut Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger 214 Zeitungen  aktuell eine Paywall im Einsatz haben. Davon setzen 150 auf ein Freemium Modell. Dabei bleibt ein Teil der Artikel kostenfrei, während der Rest des Online-Angebotes nur nach Erwerb eines Tagespasses oder Abos zugänglich wird. 37 Blätter setzen auf das so genannte Metered Model. Ein Beispiel hierfür ist die Welt, bei der Leser monatlich freien Zugang zu maximal 20 Artikel haben. Ist dieses Kontingent erschöpft, müssen sie bis zum nächsten Monat warten oder ein Abo abschließen. Schließlich gibt es noch die harte Bezahlschranke, bei der das komplette Online-Angebot kostenpflichtig wird. Für dieses Modell haben sich 19 Zeitungen entschieden. Diese Liste zeigt auf, welche Modelle die jeweiligen Zeitungen nutzen.

Der Bund Deutscher Zeitungsverleger BDZV zieht es vor, den öffentlichen Schwerpunkt bei der digitalen Nutzung seiner Angebote in Form von E-Papern zu setzen. Hier verzeichnen die Verlage deutliche Erfolge.

Im 4. Quartal 2018 meldeten insgesamt 247 Zeitungen (3/2017: 246 Zeitungen) ihre E-Paper-Auflagen an die IVW. Den weitaus größten Anteil an der E-Paper-Auflage verbuchen die Tageszeitungen mit täglich 1,21 Millionen Verkäufen. Davon entfallen 916.338 Exemplare auf die lokalen und regionalen Abonnementzeitungen, ein Anstieg um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. 206.852 digitale Zeitungsexemplare verkaufen die überregionalen Zeitungen täglich; knapp 89.000 die Kaufzeitungen. Mit rund 180.000 Verkäufen folgen die Sonntagszeitungen und Wochenzeitungen (142.073). Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat mit 104.869 verkauften E-Paper pro Ausgabe laut BDZV die höchste digitale Auflage aller Zeitungen.

Von den 1.533.995 pro Erscheinungstag verkauften E-Paper-Exemplaren werden mehr als 800.000 im regelmäßigen Abonnement bezogen. Damit wächst die abonnierte Auflage um 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und liegt bei 52 Prozent.

„Bereits 12,6 Millionen Internetnutzer lesen die digitale Zeitung sogar täglich. Nimmt man die durchschnittlichen Monatswerte, verzeichnen die Zeitungen 44,4 Millionen Nutzer ihrer digitalen Angebote im Web. Das sind 64 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 16 Jahren. Fast zwei Dritttel nutzen also regelmäßig Websites und Apps der Zeitungen,“ rechnet der Verlegerverband seinen digitalen Erfolg groß. Diese Zahlen dokumentiere eine aktuelle Auswertung der ZMG Zeitungsmarktforschung Gesellschaft; ein Unternehmen, das dem BDZV gehört. Die Studie basiere auf den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF digital facts 2018-4).

Die verkaufte Auflage aller Tageszeitungen in Deutschland lag Ende 2018 bei 17.277.687, vermeldet der BDZV. 12.672.998 davon wurden im Abonnement verkauft. Aus der verkauften Auflage von rund 17,3 Millionen Stück errechnet der Verband eine Reichweite von 89 Prozent in der bundesdeutschen Bevölkerung über 14 Jahre. (62,7 von 70,5 Millionen Menschen). Eine Tageszeitung soll also im Durchschnitt von 2,7 Menschen gelesen werden. 75 Prozent der Leser teilen ihre Zeitung, davon wieder 52 Prozent innerhalb des eigenen Haushaltes.

Nicht weiter aufgeschlüsselt wird in der Statistik der Verlage der Unterschied zwischen Einzel- und sonstigem Verkauf.

Die IVW ist die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. in Berlin. Sie ist eine staatlich unabhängige, nicht kommerzielle und neutrale Prüfinstitution für den deutschen Werbeträgermarkt und gibt detaillierte Aufstellungen der Entwicklung aller Printmedien in Deutschland heraus, die hier abgerufen werden können.

„Das Internet ist ihre erste Informationsquelle: 73 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bzw. 68 Prozent der 30- bis 49-jährigen beziehen Nachrichten am ehesten über Online-Medien. Trotz dieser hohen Affinität zu Internet-Angeboten ist es jungen Zielgruppen nicht gleichgültig, aus welchen Quellen die Nachrichten stammen. Mediennutzer unter 30 steuern nicht etwa Social Media-Dienste wie Twitter oder Facebook als bevorzugte Nachrichtenquelle an, sondern die Online-Angebote von etablierten Printmarken,“ erklärt der BDZV. Das zeige eine Studie des amerikanischen Marktforschungs-instituts Pew Research Center, für die 16.114 Erwachsene in acht westeuropäischen Ländern befragt wurden.

Der Zugewinn durch die digitale Zeitungsnutzung sei bei den jungen Lesern unter 30 Jahren am größten.  88,7 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen regelmäßig die gedruckten und digitalen Zeitungsangebote. Das sind 7,9 Millionen Nutzer mehr gegenüber der reinen Printreichweite. Bei den 30- bis 49-Jährigen liegt die Zeitungsnutzung auf ähnlich hohem Niveau (91,5 Prozent). Auch wer 50 Jahre und älter sei, greife regelmäßig zur Zeitung. Die Netto-Reichweite aus Print und Digital liege bei dieser Altersgruppe bei 87,6 Prozent.

Unterschiede gebe es nur im bevorzugten Kanal: Während die Jüngeren am liebsten über Rechner oder Smartphone auf die Zeitungsangebote zugreifen, sei die gedruckte Ausgabe nach wie vor der Favorit bei den über 50-Jährigen. 33,9 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und 53,8 Prozent der 30- bis 49-Jährigen lesen laut BDZV regelmäßig eine gedruckte Zeitung. Ausgewiesene Print-Liebhaber seien die reiferen Leser ab 50 Jahren. In dieser Altersgruppe erziele die gedruckte Zeitung eine Reichweite von 74,8 Prozent (ma 2018 Presse II).  

Niedriger als beim Verband der Zeitungsverleger BDZV sieht Statista die verkaufte Auflage der Tageszeitungen in 2018:

Rund 44,6 Millionen Deutsche lesen laut VuMa mehrmals wöchentlich in einer Zeitung. Die Verkaufszahlen in Deutschland sind rückläufig. Wurden 2006 im Durchschnitt jeden Tag rund 21 Millionen Zeitungen verkauft, lag die verkaufte Auflage der Tageszeitungen im Jahr 2018 nur noch bei 14,1 Millionen Exemplaren. Mit den Auflagen sinken auch die Gesamteinnahmen der Zeitungen, im Jahr 2017 lagen sie bei rund 7,41 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang von zwei Prozent. Vor allem die Werbeumsätze der Zeitungen sind demnach in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Hoffnung mache den Zeitungsverlegern hingegen die wachsenden Auflagen der E-Paper-Ausgaben und die zunehmende Verbreitung von Paid-Content-Modellen bei den Zeitungsportalen in Deutschland. 145 Zeitungen mit Paid-Content-Modell bieten das sogenannte Freemium-Modell an, bei dem die Redaktion darüber entscheide, welche Artikel kostenlos bzw. kostenpflichtig online gelesen werden können.

Die auflagenstärksten Zeitungen hierzulande sind laut Statista die Bild-Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die verkaufte Auflage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lag in diesem Zeitraum demnach bei mehr als 235.000 Exemplaren. Am höchsten war mit deutlichem Abstand die verkaufte Auflage der Bild-Zeitung (inkl. B.Z. und Fußball Bild).

1954 so Statista, wurden insgesamt 225 Tageszeitungen (publizistische Einheiten) in Deutschland herausgegeben. 64 Jahre später wurden laut BDZV nur noch 114 Tageszeitungen veröffentlicht. Im Jahr 1991 hatten die Tageszeitungen eine tägliche Auflage von rund 27,3 Millionen Exemplaren. 27 Jahre später lag die verkaufte Auflage bei rund 14,1 Millionen Exemplaren. Die E-Paper-Auflage der Süddeutschen Zeitung lag laut Statista im 4. Quartal 2018 bei mehr als 69.000 Exemplaren. Auf dem zweiten Platz folgt laut IVW-Auflagenliste die Bild/ B.Z. Deutschland (inkl. Fussballbild). Das Handelsblatt lag mit mehr als 56.500 E-Papers auf Rang drei.

Künstliche Intelligenz (KI) ist für die deutschen Zeitungsverlage von wachsender Bedeutung. 74 Prozent der Unternehmen halten den Einsatz entsprechender Verfahren für „relevant bis sehr relevant“, bei den großen Verlagshäusern sind es sogar 96 Prozent. Insbesondere in marktnahen Bereichen wie etwa dem Einsatz von Roboterjournalismus in der Sport-, Wetter- und Börsenberichterstattung oder dem vorbeugenden Kündiger-Management sollen entsprechende Anwendungen stark ausgebaut werden. Dies ist eines der wesentlichen Ergebnisse der repräsentativen Studie „Trends der Zeitungsbranche 2019“, die der BDZV am 30. Januar 2019 in Berlin vorstellte. 72 Verleger und Geschäftsführer hatten daran teilgenommen.  Die Studie identifizierte drei TOP-Trends:

  1. Künstliche Intelligenz: Viele Verlage nutzen bereits die KI-Potenziale.
  2. Innovative Angebots- und Preismodelle: Eine flexible Angebots- und Preisgestaltung wird in den Verlagen als Chance genutzt.
  3. Logistik als Wachstumstreiber: Die Verlage setzen mit neuen Technologien auf neue Geschäftsmodelle

Aktuell genutzt werden KI-Anwendungen im Werbemarkt (16 Prozent) und der Redaktion (19 Prozent). Doch zeigten die Planungen für die nächsten drei Jahre, dass nicht nur hier Zuwächse auf 69 Prozent beziehungsweise 64 Prozent erwartet werden,  sondern dass auch der Lesermarkt (64 Prozent), Logistik (43 Prozent) und Controlling (33 Prozent) mit Hilfe von KI optimiert werden sollen. Die Verlage rechnen weiterhin mit einem starken Wachstum der E-Paper-Auflagen und auch mit zunehmenden Werbeerlösen aus dem digitalen Geschäft, zugleich aber mit Verlusten am Vertriebs- und Werbemarkt bei den gedruckten Zeitungen.  Im „Wachtumstreiber Logistik“
plant man den Einsatz innovativer Technologien mit digitalen Zusteller-Infosystemen und  elektrisch betriebenen Zustell-Fahrzeugen ebenso wie neue Arbeitsmodelle jenseits der auf wenige Stunden befristeten Zeitungszustellung am frühen Morgen.

79 Prozent der Verlage geben außerdem an, eine Angebots- und Preisdifferenzierung bereits einzusetzen oder zu planen. „Im Fokus stehen besonders Bundle-Angebote aus Print und Digital sowie neue digitale Angebotsformen.

Ein Dauerproblem und eine existenzielle Belastung bleibt für alle Verlage, besonders aber die Tageszeitungen, das Problem der Kosten von Druck und Zustellung, sowie der zeitliche Nachteil gegenüber den digitalen Medien. Ein besonderer Dorn im Auge sind den Verlagen ARD und ZDF. Die öffentlichen Rundfunkanstalten finanzieren sich komplett aus Zwangsbeiträgen und tragen nicht die Last teurer Druckhäuser und Vertriebsnetze. Zudem drängen die digitalen Medien immer mehr in die eigentliche Domäne der Verlage: Ausführliche Hintergrund-Informationen und das Lokale. Suchmaschinen wie Google verlinken die redaktionellen Inhalte der Verlage, haben dadurch ein hoch kompetentes Angebot, beteiligen die Verlage aber nicht an den Erlösen, die sie damit erwirtschaften. Versuche, Google zu zwingen, Lizenzgebüren für das Verwenden der Links zu zahlen, hatten bisher nicht den gewünschten Erfolg. Inzwischen fordert BDZV-Präsident Dr. Mathias Döpfner ein europäisches Leistungsschutzrecht, das den Verlagen einen dauerhaften Zugang zu den Geld-Töpfen gewährleisten soll.

Siehe auch: Niedergang der Printmedien und die dortigen Links

Der Medien-Supergau heißt Claas Relotius

Ehrenkodex des Deutschen Presserates

Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte, das wird immer so sein

Ehrenkodex des Deutschen Presserates

Rangliste der Pressefreiheit 2018

Der Abend: Konzept einer digitalen Tageszeitung

FDT: Macht es nochmal, Leute, aber macht es nicht genauso

Update: Funke-Gruppe will bei Tageszeitungen kräftig sparen

Update: Reform des Urheberrechts: EU einigt sich auf Leistungsschutzrecht

Update: Plattform für Nachrichten: Apple schreckt die Zeitungsverlage auf

Einigkeit immer nur scheibchenweise: Quo Vadis Europa ?

Eine europäische Armee, eine europäische Staatsanwaltschaft, stärkere Zusammenarbeit in der Migrationspolitik, eine europaweite Einführung der Finanztransaktionssteuer, eine europäische Asylbehörde, ein gemeinsamer europäischer Grenzsschutz und einiges mehr: Der französische Präsident Macron präsentiert sich seit seiner Wahl als Visionär der vereinigten Staaten von Europa.

Um die gemeinsame Währung zu sichern und den Wirtschaftsblock Europa im Zeitalter der Globalisierung zu stärken, liegt die Notwendigkeit der Vergemeinschaftung von Aufgaben auf der Hand. Das Problem dabei ist jedoch die enorme Ungleichheit in Europa, die Schere zwischen Arm und Reich, die einfach zu weit auseinander klafft. So entsteht mit jeder weiteren Maßnahme auch ein größeres Risiko für die Netto-Einzahler – und das sind in letzter Konsequenz die einfachen Leute. 

Entsprechend vielstimmig und streitbar agieren die einzelnen Mitgliedsstaaten, entsprechend schwierig ist es, Kompromisse zu erreichen.  In 16stündigen Verhandlungen einigten sich heute die europäischen Finanzminister auf einen Minimal-Kompromiss bei der  Reform der Währungsunion. Die Entwicklung geht kontinuierlich weiter Richtung Schuldenunion. 

Wesentliche Pfeiler der europäischen Währung sind die Zentralbank EZB und der ESM. Die Europäische Zentralbank EZB überwacht das Bankensystem und reguliert die Geldmenge in Europa. Sie soll ein stabiles Preisniveau und eine Inflation von weniger als zwei Prozent sicherstellen. Seit 2015 schleust die EZB  durch den Erwerb von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Monat für Monat 60 Milliarden in das Finanzsystem. Banken sollen dadurch dazu bewegt wegen, weniger in diese Titel zu investieren und statt  dessen mehr Kredite zu vergeben. 80 Prozent des Risikos tragen die Nationalbanken. Seit Juni 2016 kauft die EZB auch Unternehmensanleihen. Insgesamt 2,6 Billionen Euro hat sie bisher in dieses sogenannte Quantitative Easing (QE) investiert. Seit Oktober 2018 beträgt das monatliche Volumen noch 15 Milliarden.

Das Guthaben der Deutschen Bundesbank im Euro-Zahlungssystem Target; sprich: das Risiko hat inzwischen die  Marke von 1 Billion Euro überschritten – das ist eine 1 mit neun (!) Nullen. Ein Thema, das tunlichst öffentlich kaum diskutiert wird. Sonst dürften die Fragen an die Bundesregierung noch eindringlicher werden, warum Deutschland anderen Euroländern in diesem Zahlungssystem gleichsam unbegrenzt und unverzinst Kredit gewährt – und das ohne echte Sicherheiten. 

Mit ihrem Zinssatz von 0 Prozent und einem Einlagezins von minus 0,4 Prozent ermöglicht die EZB preiswerte Kredite und stützt damit die schwächeren Staaten der EU – ermutigt sie aber auch, immer mehr Schulden zu machen und damit noch unsicherer zu werden. Die negativen Folgen für Sparer, Lebensversicherungen oder Rentenpläne sind  offensichtlich: De facto erfolgt eine Enteignung der einfachen Leute. In Deutschland ist das mittlerweile bei jedem angekommen, der einen langfristigen Sparvertrag egal welcher Art hält.

Erwartet wird, dass die EZB frühestens in  der Sitzung am 24. Oktober 2019 einen vollen Zinsschritt um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) nach oben gehen wird. Es wäre die erste Zinserhöhung seit acht Jahren – und, wenn es so käme, die erste und gleichzeitig letzte für Mario Draghi, dessen Amtszeit am 31. Oktober 2019 endet.

Der Europäische Stabilitäts-Mechanismus ESM  soll einspringen, wenn Staaten keine anderen Kreditgeber mehr finden.

Der ESM funktioniert wie eine Bank. Er kann Er kann: Euro-Ländern Überziehungskreditlinien einräumen, Banken finanzieren,  Euroländern Kredite geben, von Euro-Ländern direkt oder indirekt Staatsanleihen ankaufen,  Zinspolitik betreiben,  Eurobonds herausgeben.  Summasummarum kann die ESM-Bank Finanzgeschäfte jeder Art und Höhe betreiben. Eine Grafik des Finanzministeriums listet auf, wie die Entscheidungen des ESM gefällt werden.

Damit hat der Stabilitätsmechnismus eine ungeheure Macht, die stark in die nationale Souveränität der einzelnen Eurostaaten einschneidet: Er kann unbegrenzt (Refinanzierungs-)Kredit/Geld aufnehmen, um damit die Schulden schwacher Euro-Länder/Banken zu finanzieren. Diese neuen ESM-Schulden werden durch das Aktienkapital der ESM-Bank (mindestens  700 Milliarden) gedeckt, für dessen Einzahlung die Länder/Bürger haften. Deutschland ist der größte Einzahler und haftet mit 27 Prozent der Gesamtsumme, das sind zurzeit 198,3 Milliarden Euro – nach oben offen.

Das gefährlich Unübersichtliche an diesem Pakt ist, dass die indirekten Aktionäre der ESM-Bank, die zahlenden und haftenden Bürger der Euro-Länder  keine Möglichkeit haben, die Geschäfte der ESM-Bank durch Bestellung unabhängiger externer Prüfer zu kontrollieren. Die ESM-Bank und ihr Vermögen  genießen absolute Immunität und können nie und nirgendwo vor Gericht belangt werden. Gerichtliche oder gesetzgeberische Maßnahmen gelten für sie nicht. Die ESM-Bank ihrerseits hat Klagerecht gegen jedermann.  Alle 23 Gouverneure, Direktoren etc. der ESM-Bank samt Schriftwerk genießen jedoch Immunität von jeglicher Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer geschäftlichen (nicht amtlichen!) Tätigkeit für die ESM-Bank, egal ob sie hunderte Milliarden Euro verschleudern, vernichten, oder veruntreuen. Mehr dazu hier.

Die Nagelprobe des ESM wäre eine Staatspleite, wie sie etwa bei Italien drohen könnte. In diesem Fall könnten die Ausgaben ins Unermessliche steigen – während andererseits die EU-Kommission außer im härtesten Fall der Verhängung von Strafzahlungen im Rahmen eines Defizitverfahrens keine Möglichkeit hat, gegen Misswirtschaft der jeweiligen Landespolitik vorzugehen.

Einigen konnten sich die Finanzminister in ihrem Bemühen um Sicherheit  auf ein Banken-Sicherungskonzept über 60 Milliarden Euro, angesiedelt beim ESM. Der könnte dem dem aus Bankenabgaben finanzierten Abwicklungsfonds (SRF) der Bankenunion einen Kredit gewähren, sollten in einem „großen Fall“ weder der Beitrag der Aktionäre und Gläubiger (Bail-in) noch die SRF-Mittel zur Deckung der Kosten einer Bankenabwicklung ausreichen. Der Kredit wäre in drei bis fünf Jahren zurückzuzahlen. Der SRF soll bis zum Jahr 2024 von den Banken mit insgesamt 55 Milliarden Euro befüllt werden.  Entfallen soll für das Sicherungskonzept die Möglichkeit des ESM, Banken direkt zu rekapitalisieren.

Insgesamt ist der Plan, den ESM zu einem europäischen Währungsfonds, ähnlich dem IWF auszubauen. Bisher darf der ESM nur Kredite an Länder vergeben, die von einer schweren Krise erfasst wurden – und auch nur, wenn diese Länder im Gegenzug harte Reformauflagen umsetzen (siehe Griechenland). Nun soll der Fonds eine neue Kreditlinie erhalten, die auch wirtschaftlich solide Länder in Anspruch nehmen können, ohne Reformen umsetzen zu müssen. Die Logik: In anderen Weltregionen würde ein solches Land,wenn es von einer Krise erfasst wird, von seiner Zentralbank unterstützt werden. Diese Aufgabe übernimmt für die Euro-Länder der ESM.

Das bedeutet allerdings noch höhere Garantieleistungen der beteiligten Einzahler, besonders Deutschlands, das den höchsten Anteil stemmen muss.

Im Gegenzug wurde zwar eine Sicherung eingebaut, die aber jederzeit verwässert werden kann.

Die Zeit listet auf, wie das im Detail aussehen soll: Das Etatdefizit muss weniger als drei Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, und die Staatsschuldenquote darf nicht mehr als 60 Prozent der Wirtschaftsleistung entsprechen.  Wenn die Quote diese Schwelle übersteigt, muss das Land nachweisen, dass es diese in den drei Jahren vor Beantragung des Kredits um mindestens 0,5 Prozentpunkte jährlich gesenkt hat. Italien könnte mit seinem aktuellen Haushaltsplan damit derzeit kein Darlehen bekommen.

Für überschuldete Staaten soll eine Art Insolvenzverfahren eingeführt werden. Allerdings – und hier wird die Strenge gleich wieder aufgeweicht- ist nicht vorgesehen, dass diese Länder „automatisch“ in die Insolvenz geschickt werden, wenn sie einen Kredit beantragen. Begründung: Das würde Krisen verschärfen.

Siehe auch: 

EZB wird Bad Bank

ESM soll ohne Limit arbeiten

ESM verstößt gegen Gesetz und EU-Verträge  und die dortigen Links

Update: EZB stellt 2019 weiteren Zukauf von Staatsanleihen ein 

Mr. Dax alias Dirk Müller: „Gezielter Versuch eines Rufmordes“

Am Mittwoch, 21. November, erschien in der angesehenen Süddeutschen Zeitung auf Seite drei ein Artikel des Wirtschaftsredakteurs Jan Schmidbauer mit der Überschrift: „Mr.Dax“ und das Geschäft mit der Angst…“

Dirk Müller, besagter Mr. Dax, hat sich am heutigen Samstag in einem langen Artikel dagegen zur Wehr gesetzt.  Der ehemalige amtlich vereidigte Kursmakler ist heute einer der bekanntesten deutschen Finanzexperten. Der Gründer des Finanzinformationsdienstleisters Finanzethos GmbH mit dem Markenkern „Cashkurs.com“, Autor mehrerer Bücher und Herausgeber eines viel gelesenen Newsletters hat ein ungewöhnlich großes Talent, auch Laien zu zeigen, in welch unglaublicher Weise die Märkte das Leben spiegeln. Ich beobachte seit Jahren, was er schreibt und halte ihn für einen Mann, der die Welt viel zu global betrachtet, um sich selbst in einer politischen Richtung festzulegen – schon gar nicht nach rechts. 

Weil die Verdrehung von Tatsachen in dem Artikel so offensichtlich erscheint und weil Dirk Müller selbst alles nötige dazu sagt, was es zu sagen gibt, möchte ich ihn hier wörtlich übernehmen. Möge er ernsthaften Journalisten und ihren Medien als Beispiel dafür dienen, wie man es nicht machen darf. 

„Dem Artikel ging ein zweistündiges Interview mit dem 28-jährigen Journalisten Jan Schmidbauer in einem Kölner Hotel im Vorfeld eines Vortrages anlässlich des Anlegertages von Professor Max Otte voraus, während dem ich dem Interviewer ausführliche und sachliche Informationen zu seinen Fragen geben wollte. Schon kurz nach Beginn wurde mir klar, dass er daran nicht interessiert war, sondern ein vorgefertigtes Konzept für seinen Artikel zu haben schien, für den er jetzt noch auf ein paar „Fleischbrocken“ hoffte. Ich war ob der Dreistigkeit und der für mich offensichtlichen Klarheit seiner Pläne mehrfach versucht das Interview abzubrechen, habe mich aber entschieden wenigsten zu versuchen an seine journalistische Ehre zu appellieren einen halbwegs fairen Bericht zu verfassen, auch wenn die Zielvorgabe für mich klar war. Es war ein vergeblicher Versuch.

Das Ergebnis war ein Rufmord in Reinkultur, wie ihn derzeit viele kritische Personen in Deutschland erleben. Da ich im Gegensatz zu den meisten – noch – die Möglichkeit habe eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, habe ich mich entschlossen den Verlauf und die Details hier stellvertretend für all jene, die sich nicht wehren können, öffentlich zu machen. Ich möchte zeigen, mit welchen perfiden Methoden hier sehr gezielt unliebsame Kritiker mundtot gemacht werden sollen.

Ich habe den Artikel abschnittweise kommentiert. Den ganzen Artikel finden Sie hinter der Bezahlschranke der Süddeutschen Zeitung.

Der Text beginnt bereits mit der ersten kleinen Lüge. Ich habe in der Bühnenshow gesagt – und den Filmausschnitt gezeigt – dass ich die Hosenträger von „Bud Fox“, dem jungen Mann in dem Film Wall-Street, bewundert habe und mich mit ihm, der am Ende auch gegen die Sauereien der Börse einsteht, identifiziert habe. Der Journalist verdreht das in die unsympathische und kriminelle Figur „Gordon Gekko“.

Aus einer 2-stündigen Abendshow als einziges Zitat den Satzteil „der einzige Idiot“ zu extrahieren, spricht für sich selbst – es ist aber auch erst die Aufwärmphase, um beim Leser die richtige Grundstimmung zu erzeugen.

Mit dem negativ besetzen Begriff „johlen“ und den Begrifflichkeiten „Typ BWL“, „Typ Kleinaktionär“, vor allem aber mit dem völlig deplatzierten und willkürlichen „Ein Duft von Aftershave und Flaschenbier“ werden 800 ganz normale Zuschauer aus der Mitte der Gesellschaft pauschal herabgesetzt – mit dem Ziel, die Veranstaltung und den Redner verächtlich zu machen.

Einen besonderen Geschmack bekommt dieser Abschnitt vor folgendem Hintergrund: Im Interview hat er mich auf die Besucher der Show angesprochen mit dem Satz „Mir ist aufgefallen, dass unter Ihren Zuschauern viele AfD-Anhänger waren!“. Als ich fragte, woran er diesen Unsinn festgemacht habe, ob diese bedruckte T-Shirts trugen oder Fahnen geschwenkt hätten, meinte er „Das war so mein Eindruck“ …aha… der Eindruck hat ihm (vielleicht auf Anraten der Rechtsabteilung) nicht gereicht, um es dann auch so zu schreiben, also hat er sich offenkundig einer anderen Methode bedient, um das Ziel zu erreichen, das Publikum verächtlich zu machen.

Wieder bedient der Autor sich der Lüge. Ich würde den Anlegern nicht empfehlen, ein breites Portfolio aufzubauen, um Risiken zu streuen. Das genaue Gegenteil ist richtig. Selbstverständlich empfehle ich genau das. Verschiedene Aktien (mindestens 11, eher 20), Edelmetall, Immobilien und Tagesgeld/Geldmarktpapiere zur Liquiditätshaltung. „Nicht elf Manuel Neuer aufstellen“ bedeutet genau das! Eben nicht nur alles auf einen Spieler zu setzen. Der Autor lügt hier dreist, um meine Kompetenz in Abrede zu stellen.

Eine unterschwellige und unfundierte Herabsetzung. „Müller gab einfache“ (und somit flache, oberflächliche) Antworten auf komplizierte Themen. Eine frei erfundene Aussage ohne jedes Sachargument. Wäre das so gewesen, hätte der Bundestag mich kaum als Experten geladen.

Jetzt wird es aggressiver. Ich würde Angst verbreiten und verkaufen. Das Gegenteil ist der Fall. Ich beschreibe nüchtern die Zusammenhänge und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Daraus ergeben sich Chancen und Risiken. Beides beschreibe ich gleichermaßen und nur so ist es verantwortungsbewusste Berichterstattung. Wer nur die Chancen beschreibt, gefährdet das Geld der Anleger. Genauso könnte man einen Bericht über einen Seismologen, der Erdbebenwahrscheinlichkeiten berechnet, überschreiben mit den Worten „Sein Geschäft mit der Angst und wie er damit Geld verdient“. Seine Anschuldigung würde stimmen, wenn ich falsche Behauptungen aufstellen würde und Risiken benennen würde, die nicht existieren. Das ist aber nicht der Fall, hier hat mir auch noch niemand Fehler vorgeworfen und hier bringt auch der Autor kein überzeugendes Argument diesbezüglich vor.

Dass jeder Fonds der Welt Gebühren kostet, sollte auch einem Journalisten der Süddeutschen Zeitung bekannt sein. „Stattliche Gebühren“ sind ein Begriff für besonders hohe Gebühren. Tatsächlich liegen die Verwaltungsgebühren des Fonds mit jährlich 1,55% im unteren Bereich für vergleichbare Fonds, zumal wir vollständig auf zusätzliche Performancegebühren verzichten. Eine bewusste, den Leser irreführende Falschaussage, oder fachliche Unkenntnis des Journalisten – aber nichts im Vergleich mit dem, was noch folgen sollte.

Doch, ich bemühe mich – aber Journalisten wie dieser sorgen dafür, dass es vergeblich bleibt.

Er spricht von „steilen Thesen“, was man mit „unglaubwürdigen Thesen“ übersetzen kann. Schauen wir uns diese „steilen Thesen“ an, die er anführt.

Die Gefahr eines Bürgerkrieges in Europa sei eine solche „steile These“. Nun, da bin ich in guter Gesellschaft, sie stammt nämlich vom französischen Präsidenten Macron

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/eu/id_83621208/frankreichs-staatschef-macron-warnt-vor-buergerkrieg-in-europa.html

Dass der Dieselskandal in den USA, der sich dort ausschließlich gegen die deutschen Autohersteller richtete, eine politische Komponente gegen die deutsche Autoindustrie beinhaltet, sei eine steile These. Interessant, dass der amerikanische Präsident Trump diese These mit einem „Frontalangriff auf die Deutsche Autoindustrie“ bestätigt, wie ausgerechnet die Süddeutsche Zeitung selbst berichtet

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/autohersteller-trumps-irrationaler-frontalangriff-auf-die-deutsche-autoindustrie-1.3334781

Dass Macron von Rothschild gefördert wurde, hält der junge Journalist gleichfalls für eine „steile These“. Ein wenig Recherche hätte ihn eines Besseren belehrt.

Der Spiegel schreibt unter anderem:

Dennoch stieg der damals 30-Jährige in der Bank atemberaubend schnell auf. „Er wusste nichts, aber er verstand alles“, zitiert die „FT“ einen ehemaligen Kollegen. Und er hatte offenbar einen mächtigen Förderer: François Henrot, wichtigster Vertrauter von Bankchef David de Rothschild, soll ihn persönlich empfohlen haben.2010 wurde Macron mit 32 Jahren zum Partner bei Rothschild, so jung wie er hatte noch niemand zuvor diese höchste Hierarchiestufe erreicht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/emmanuel-macron-schadet-ihm-seine-bankerkarriere-bei-der-wahl-a-1146089.html

Das vom Journalisten zitierte Wort „herangezüchtet“ kommt im gesamten Buch Machtbeben im Übrigen nicht vor. Eine glatte Lüge, seine eigene Wortschöpfung – die ich nie verwendet hätte – als  angebliches Zitat von mir zu kennzeichnen.

Hier handelte es sich um den Anlegertag, den Professor Max Otte jährlich für seine Fondsinvestoren veranstaltet, bei dem es um Anlegerthemen und auch gesellschaftliche Fragestellungen geht. Er hatte mich gebeten, als Redner meine Sicht auf die Wirtschaftslage zu geben, was ich sehr gerne und ohne Honorar für meinen geschätzten Kollegen und Freund Max Otte getan habe. Ich spreche mit jedem, aber für niemanden und bin stets ausschließlich für mich und nicht für andere Redner verantwortlich, denen ich hier im Laufe der Veranstaltung teilweise sehr deutlich widersprochen habe, wie die Anwesenden (der Journalist gehörte meines Wissens nicht dazu) bestätigen können.

Der Versuch des Journalisten, mich mit dieser Auflistung in die Nähe der AfD zu rücken, ist allzu offensichtlich und wird von mir in aller Klarheit zurückgewiesen. Ich habe in den vergangenen Jahren bei allen im Bundestag vertretenen Parteien gesprochen. Mit einer einzigen Ausnahmen: Der AfD. Ich habe für die linke Gruppierung „Attac“ die 10-Jahres-Festrede gehalten, ich habe auf Einladung der SPD und der Grünen in verschiedenen Bundestagsausschüssen als Experte ausgesagt. Ich habe viele Jahre in der Landesfachkommission Finanzen des CDU-Wirtschaftsrates mitgewirkt. Ich habe bei den Freien Wählern in Bayern gesprochen und bei der IG Metall. Nur mit der AfD hatte ich bis heute keine einzige Veranstaltung, Rede oder sonstige Kontakte. Und ausgerechnet mir versucht dieser Journalist und einige seiner Kollegen immer wieder -ohne jeden Beweis- eine Nähe zur AfD zu unterstellen. Da es jeder Grundlage nachweislich entbehrt, ist das kein Journalismus mehr, sondern gezielter Rufmord bösartigster Natur.

Hier wird es geradezu abenteuerlich. Ich habe mich weder im „leeren Frühstückssaal“ umgesehen, was auch gar nicht möglich gewesen wäre, da wir in der Bar saßen, noch bin ich ihm näher gerückt – und ich hatte ganz sicher auch keinen Grund zu flüstern. Reine Prosa. Ich habe ihm gesagt, dass ich über dieses Thema nicht bereit bin mit ihm zu sprechen, dass ich es bei dem Begriff „Netzwerke“ belassen möchte. Diese sehr heterogenen und keineswegs geheimnisvollen Netzwerke – man fasst sie gemeinhin unter den Begriff „Eliten“ – mit oft gegensätzlichen Interessenslagen, bestehen aus tausenden Personen, Institutionen und Firmen, so dass es lächerlich und in der Tat zu recht  angreifbar wäre, hier wenige Namen herauszupicken. Dass er mich auf dieses „Eis“ gerne geholt hätte, war mir klar. Er hatte gehofft, ich würde irgendeine Bank oder noch besser irgendeine Person – idealerweise jüdischen Glaubens – benennen, um dann die Antisemitismus-Keule schwingen zu können, wie er es im weiteren Verlauf des Textes dann ohne meine Vorlage erfinden musste.

Ich „bezeichne“ mich nicht als Journalist und Publizist, ich bin es. Ich bin seit vielen Jahren beim Deutschen Presse Verband DPV – Verband für Journalisten akkreditiert, habe in den vergangenen 10 Jahren hunderte von Artikeln in zahllosen Medien veröffentlicht, habe mit Finanzethos und der Marke „Cashkurs“  ein eigenes Medienhaus und inzwischen vier Spiegel-Besteller publiziert. Die vergleichbaren journalistischen und publizistischen Aktivitäten des Herrn Schmidbauer stehen diesbezüglich noch aus.

„Er hätte über Lobbyismus schreiben können“ impliziert, ich hätte es nicht getan. Eine glatte Lüge. Das Buch „Machtbeben“ handelt seitenweise vom Lobbyismus, das Wort kommt mehr als ein dutzend Mal vor und ich beschreibe mehrere Beispiele ausgiebig mit Namen und Firmen, zum Beispiel wie der Amerikaner Aji Pai zu Gunsten seines ehemaligen Arbeitgebers Verizon die Netzwerkneutralität in den USA gekippt hat und zahlreiches mehr. Mein letztes Buch „Showdown“ beinhaltet sogar ein eigenes Kapitel „Europa und die Lobbyisten“, wo das Thema seitenweise mit Ross und Reiter beschrieben wird. Der Satz „Aber sachliche Analysen findet man bei ihm selten“ ist nicht nur deswegen nichts weiter als eine freche Lüge ohne Substanz.

Aus den 113 Rezensionen auf Amazon, die das Buch zu 84% mit 5 Sternen bewerten, sucht er sich den Autor „Schlori“ heraus, dessen Aussage er auch hier wieder aus dem Zusammenhang reißt. Aber „Schlori“ wirkt eben alberner als „Daniel Schilke“, „Ernst Hamman“ oder „Patrick“. Eines muss man dem Autor zugestehen. Er geht ausgesprochen geschickt und gut geschult vor.

Der deplatzierte Satz „Müllers Argumentation ist dabei ein großes Raunen“…entbehrt zwar jeden Inhalts, verfehlt seine suggestive Wirkung beim Leser aber nicht.

Einen der Gründungsväter der Europäischen Union und ersten Karlspreisträger (höchster politischer Orden Europas) zum Philosophen zu reduzieren, um eine unliebsame Quelle zu marginalisieren, ist ein fast schon langweiliger Standard-Trick. Die zahlreichen anderen im Buch zitierten Politiker und Quellen lässt er folgerichtig gleich ganz unter den Tisch fallen.

Dann wiederholt er seine Zeilen zu Macron vom Anfang seines Textes. Ich möchte diesen Fehler hier nicht auch noch machen und verweise auf die obigen Ausführungen.

„Woher er seine Kenntnisse nimmt, ist unklar“… wohl nur dem oberflächlichen Betrachter. Das Buch ist mit mehr als 300 Quellenverweisen ausgestattet, die zu jedem einzelnen Punkt – für den ernsthaft  Interessierten – nachprüfbare und belastbare Quellen angeben. Ich hätte vermutlich auch 500 Quellen angeben können, es wäre dem Herrn Schmidbauer, der sich für Fakten offenkundig nicht sonderlich interessiert, noch immer „unklar“, woher die Informationen denn stammten.

Nun holt sich der Autor vermeintlich wissenschaftliche Unterstützung zu Hilfe. Michael Butter ist stellvertretender Vorsitzender einer Organisation der Europäischen Union gegen Verschwörungstheorien, die auch von eben jener EU finanziert wird. Das ist vergleichbar, als würde Bayer einen Chemiker von Monsanto befragen, ob an den Gerüchten über eine Gefährdung durch Glyphosat etwas dran sei.

https://conspiracytheories.eu/

Butter schreibt ein einem seiner Bücher höchstselbst, dass es außer Zweifel stehe, dass der Begriff „Verschwörungstheorie“ üblicherweise dazu dient, missliebige Alternativversionen zu diskreditieren. Das hindert ihn aber nicht, dies mit Begeisterung selbst einzusetzen, er weiß ja wie es funktioniert und greift auch gleich zur stärksten Keule mit der jeder unliebsame Zeitgenosse endgültig erschlagen werden kann, dem „Antisemitismus“. Ob es stimmt, spielt überhaupt keine Rolle – die bloße Behauptung genügt.

Hier werde ich in wenigen Sätzen, ohne Beleg als „nationalistisch, antiamerikanisch und antisemitisch“ diffamiert. Den einzigen und zugleich unumstößlichen Beweis scheint man in einem einzigen Punkt zu finden: Ich wage es im Zusammenhang mit Macron das Bankhaus Rothschild zu erwähnen (hat der Spiegel auch getan… ist der Spiegel etwa antisemitisch!?). Wie genau hätte ich das Bankhaus Rothschild seiner Meinung nach benennen sollen, ohne das Wort „Rothschild“ zu verwenden? Etwa: „Macron war für das Bankhaus tätig, dessen Name nicht genannt werden darf“!?…

Weiter schreibt er: „An anderer Stelle taucht, wie aus dem Nichts, der Investor George Soros auf, dessen jüdische Familie die Besetzung Ungarns durch die Nazis überlebt hat… da haben sie, platt gesagt, den nächsten Juden, der ins Spiel kommt.“

Ja! Sehr platt gesagt. Aber der Reihe nach. Was schätzen Sie, wie oft im Buch Machtbeben das Wort „Jude“ oder „jüdisch“ vorkommt? Kein einziges Mal. Warum? Weil es mir vollkommen egal ist, wessen religiösen Glaubens jemand ist. Ich beurteile jeden Menschen einzig nach seinen Worten und Taten. Die Aussage der Herren Butter und Schmidbauer bedeuten, dass nach ihrer Vorstellung jeder Mensch jüdischen Glaubens und jede Institution, die von Menschen jüdischen Glaubens geleitet wird, automatisch unfehlbar sind und egal was sie tun, nicht kritisiert und noch nicht einmal erwähnt werden dürfen, weil sie jüdischen Glaubens sind. Das halte ich wiederum für diskriminierende Ausgrenzung und für geradezu absurd.

Was genau die Tatsache, dass die Familie Soros die Besetzung Ungarns überlebt hat, hier zu suchen hat, erschließt sich vermutlich nur dem Autor selbst. Im Buch ist das auf jeden Fall nicht erwähnt.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal unmissverständlich klarstellen, dass ich nicht in den zartesten Ansätzen antisemitische, rassistische oder nationalistische Gedanken hege. Ganz im Gegenteil. Ich bin ein bekennender Europäer, ich liebe es, mich mit Menschen anderer Kulturen, Lebens- Geistes- Religions- und Denkwelten auszutauschen. Ich empfinde das als ungemein bereichernd. Ich schätze jeden Menschen auf Erden hoch und begegne ihm mit größter Sympathie. Wo immer ich die Möglichkeit habe – auch im Buch Machtbeben – setze ich mich für das Verständnis und den Respekt zwischen den Völkern und den Menschen ein. Gerade und besonders mit denen, mit denen man anderer Meinung ist. Das wird Ihnen jeder Mensch, der in den vergangenen Jahren mit mir zu tun hatte, bestätigen. Wer böswillig etwas anderes behauptet, ist ein unverantwortlicher Brandstifter und Rufmörder. Ich werde mich – wo immer nötig – dagegen zur Wehr setzen. Aber genau hierin steckt auch die perfide Strategie dieser Leute. Wenn man jemanden nur oft genug mit Dreck bewirft, wird schon etwas hängenbleiben. Man muss eine Lüge nur oft genug wiederholen, dann wird sie geglaubt. Sie sehen, wie sehr ich mich hier gegen eine klar falsche Anschuldigung verteidigen muss. Doch wie viele Leser des Artikels der Süddeutschen werden in der Zukunft im Hinterkopf haben „Müller!? Da war doch irgendwas mit Antisemitismus!?“. So funktioniert Rufmord. Böse, intrigant und wirkungsvoll. So macht man unbequeme Personen tot, wenn die Argumente fehlen.

Weil die Börse der Schmelztiegel aller Ereignisse auf der Welt ist. Weil man die Börse nicht verstehen kann, ohne möglichst viel von der Welt und vor allem der Weltpolitik zu verstehen. Weil die Macht- und Politikinteressen immer über den Wirtschaftsinteressen stehen. Wer das bezweifelt, der denke an die Deutschen Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die unsere Wirtschaft Milliarden kosten, was aber hinter politischen Interessen (berechtigt oder unberechtigt spielt hier keine Rolle) zurückstehen muss.

Man kann die Börse und die künftige Entwicklung von Unternehmen nicht verstehen, wenn man die politischen Hintergründe und Absichten nicht versteht. Die Volkswirte des Bankhaus M. M. Warburg sagen dazu: „Mehr denn je ist also die Politik der Schlüsselfaktor, von dem die Entwicklung der Weltwirtschaft maßgeblich beeinflusst wird.“ Deshalb kümmere ich mich auch um Fragen der Weltpolitik. Es ist befremdlich, dass einem Autor, dem diese Zusammenhänge fremd sind, dennoch die Seite 3 einer der größten deutschen Tageszeitungen eingeräumt wird.

Und wieder bemüht der Autor eine Lüge, um seine Geschichte aufzubauen. Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass die Fotos an der Börse „NIE“ inszeniert waren. Ganz im Gegenteil habe ich diesem Journalisten genau erklärt, wie ich auch ab und zu für die oft ein oder zwei Stunden wartenden Fotoreporter den Telefonhörer in die Hand genommen habe, damit die ihr Foto noch vor Redaktionsschluss hatten. Aber das waren eben Ausnahmen. Warum muss er aus einer solchen banalen Selbstverständlichkeit eine Lüge machen? Weil sonst seine Geschichte nicht passt.

Er hat sich ja sehr viel Mühe gegeben, mich in die Pfanne zu hauen. Wie er an die Telefonnummer meines alten Chefs Hans Dittmar gekommen ist, weiß ich nicht. Es war vor 26 Jahren, dass ich für neun Monate bei Hans Dittmar gearbeitet habe. Soweit musste er zurücksuchen, um am Ende -trotz aller Mühe- nicht mehr Vorwürfe gegen mich zu finden, als dass ich sehr selbstbewusst gewesen sei. Das ist schon ein Skandal, da muss ich ihm Recht geben. Wer weiß, was rausgekommen wäre, wenn er meine Grundschullehrerin erreicht hätte… ich mag es mir nicht ausmalen.

Dann hat er einen alten Kollegen von mir ans Telefon bekommen, der zuletzt vor 10 Jahren in der gleichen Firma, aber in einer anderen Abteilung gearbeitet hat. 

Ich habe Arthur am Tag nach der Veröffentlichung des Artikels angerufen und habe ihn gefragt, ob er das wirkich so gesagt habe. Es hat mich nicht verwundert, dass er überrascht geantwortet hat: „Nein, das hab ich so absolut nicht gesagt“. Wir sind dann die Zitate durchgegangen, so wurde dann beispielsweise laut Arthur aus der Aussage „Es ist schwierig einen Fonds zu managen“ die freie Interpretation „Wenn er selber liefern muss kommt ja auch nichts dabei rum“. Alles andere wäre ja auch schlicht die Unwahrheit. Mein Fonds ist auf Platz 2 der erfolgreichsten Fonds des Jahres – wie selbst die mir gegenüber sonst ausgesprochen kritische „Welt am Sonntag“ vor wenigen Tagen einräumen musste.

Aber dann erzählte mir Arthur Brunner etwas Ungeheurliches: Der Typ wollte Dich die ganze Zeit in die rechte Ecke stellen und mich ständig dazu bewegen, ihm das irgendwie zu bestätigen. Ich hab dem gesagt, dass das völliger Blödsinn ist.

Wenn dies zutrifft, entlarvt sich spätestens hier der gesamte Artikel, der „Journalist“ und die Süddeutsche Zeitung als das, was es von Anfang an war: Ein abgekartetes Spiel. Ein von vorne herein konzeptionierter Versuch des Rufmordes an einem unbequemen Kritiker der Medien und der Politik, wie wir es sonst nur aus totalitären Staaten kennen. Es ging nie darum, ein ausgewogenes Bild zu gewinnen. Es war von Beginn an klar, was der Artikel bewirken muss, und welche Anschuldigungen da rein müssen, um ihre Wirkung zu erzielen. „Stellt ihn in die rechte Ecke, egal wie“. Und so wurde gegraben und gesucht bis in die tiefste Vergangenheit von vor fast 30 Jahren. Und es war zu dumm, dass nichts Belastbares zu finden war. Also blieb nur eine schwammige Diffamierung mit unterschwelligen Anschuldigungen und der konstruierten Lächerlichkeit, dass jemand, der etwas Negatives über  Banken oder George Soros sagt, von vorneherein ein übler Antisemit sein muss.

Ich habe an dieser Stelle jeden Respekt vor der Süddeutschen Zeitung verloren, die einst ein honoriges Schwergewicht der Deutschen Medienlandschaft war. Aber wer einem solchen offensichtlichen Rufmordartikel schwächster journalistischer Ausprägung die wichtigste Seite 3 der ganzen Zeitung einräumt, weiß genau, was er tut – und das entscheidet bei der Süddeutschen nicht der Praktikant, davon kann man ausgehen.

Leider bestätigt das in vollstem Umfang meine im Buch dargestellten Erläuterungen zur Veränderung der Medienlandschaft.

Die Medien haben als „vierte Gewalt“ die Aufgabe, die Eliten und die Politik zu kontrollieren und zu kritisieren. Sie sollen die Bevölkerung gegen Missstände mobilisieren, um so Machtmissbrauch der Eliten verhindern. Wenn ein Teil dieser Medien aber vom Kontrolleur der Macht zum Sprachrohr der Macht wird, dann brechen dunkle Zeiten an, denn von nun an ist dem Machtmissbrauch Tür und Tor geöffnet. Wenn einige dieser Medien aber sogar zur Schlägertruppe der Macht werden und jene Kritiker, die die eigentliche Aufgabe der Medien noch wahrnehmen, verbal niederknüppeln, dann haben wir wahrlich dunkle Zeiten. Alle aufrechten Journalisten und Medien, die es noch immer in großer Zahl gibt, sollten alles in ihrer Macht stehende tun, um sich gegen solche Entwicklungen ihrer Zunft zur Wehr zu setzen, die die ganze Branche in pauschalen Misskredit bringen. Die Leser sollten ihrerseits Ihre Konsequenzen ziehen und aufbegehren gegen solche immer häufiger zu beobachtenden infamen Versuche der Lesermanipulation zum Schaden der Gesellschaft, wo immer sie Ihnen begegnen.

Dirk Müller im November 2018″

Siehe dazu auch: Ehrenkodex des Deutschen Presserates

Update: Besos vs. Trump und die Rolle der Medien

Gold-Förderländer: Output und noch nicht abgebaute Reserven

Eine neue Statistik zur einheimischen und weltweiten Gold-Förderleistung hat der USGS   herausgegeben. Der United States Geological Survey  ist eine wissenschaftliche Behörde im Geschäftsbereich des Innenministeriums der Vereinigten Staaten und das wichtigste Institut der Vereinigten Staaten für die amtliche Kartografie. Er führt unter anderem Statistik über sämtliche vorkommenden Mineralien.

Auf der Basis von Industrie- und Regierungsangaben entstand folgende Übersicht der Goldförderländer und ihrer noch abbaubaren Gold-Reserven (in Tonnen):

 

2018-03-18_22-52-08

Die Goldproduktion in den USA  stieg 2017 um geschätzte 10 Prozent auf 245 Tonnen in einem Wert von rund 9,9 Milliarden Dollar. Geschürft wurde in über 40 Gruben, vor allem im Westen und in Alaska. Etwa sechs Prozent des Goldes waren Beiprodukt in anderen Metallen, vor allem in Kupfer.
Die Gold-Importe in den USA sanken auf 240 Tonnen (374), die Exporte stiegen von 394 Tonnen in 2016 auf 480 in 2017. Der einheimische Konsum blieb mit 170 (171) Tonnen praktisch gleich. Etwa 120 Tonnen Goldes wurden durch Recycling gewonnen, vorwiegend im industriellen Bereich.

Gold, Gold Gold: Nachfrage, Preise und Entwicklungen im Jahr 2017

„Der starke Auftritt des Goldpreises war positiv für Produzenten wie Investoren und symptomatisch für einen deutlichen Stimmungswandel: die zunehmende Erkenntnis der Rolle von Gold als Wohlstands-Sicherung und Mittel zur Risikominderung. Das entspricht unserem zentralen Anliegen, Gold zu einem Mainstream-Wirtschaftsgut und -Anlagewert zu machen.“ So beginnt der Jahresbericht 2017 von Aram Shishmania, CEO des World Gold Council (WTG) – obwohl die Goldnachfrage 2017 nachgelassen hat.

Den World Gold Council, einen Zusammenschluss von  23 Gold produzierenden Unternehmen gibt es seit 1987.  Die am Weltmarkt führenden Firmen sind verantwortlich für über 100 Minen in mehr als 45 Ländern rund um den Globus und insgesamt rund 500 Schürf-Projekte. Das Hauptquartier liegt in London; weitere Büros unterhält der WGC in Peking, Shanghai, Singapur, New York und Mumbai. Ziel der Vereinigung ist es, die Nachfrage nach dem Edelmetall zu stärken. Um das zu erreichen, sollen Vertrauen und Transparenz in den Markt geschützt und stetig erweitert werden, beispielsweise mit Hilfe weltweit anerkannter Standards. Seit der World Gold Council seine Arbeit aufgenommen hat, ist der Goldpreis enorm gestiegen und hat sich die internationale Nachfrage signifikant verschoben, wie diese Grafik zeigt:

2018-03-12_22-43-31

Im Jahr 2017 fiel die Goldnachfrage mit 4071,7 Tonnen um 7 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2009.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank um 2 Prozent auf 1 029,2 Tonnen.

Während institutionelle Anleger weiterhin in goldgedeckte ETF investierten (202,8 Tonnen, davon 75 Prozent in Europa),  erreichten die Zuflüsse nur einen Bruchteil des Vorjahres:  197,5 gegen 546,8 Tonnen.

Obwohl die Zentralbanken, hauptsächlich in Russland (plus 223,5 Tonnen), Kasachstan (plus 42,9 Tonnen) und der Türkei (plus 187,7 Tonnen) ihre Goldrücklagen weiter erhöhten, sanken die Käufe insgesamt um 5 Prozent im Vergleich zu 2016 auf insgesamt 371 Tonnen. Außer Österreich (minus 20 Tonnen) wurden die Goldbestände nirgendwo relevant reduziert.

Die Nachfrage nach Schmuck stieg um 4 Prozent auf 2 136 Tonnen. Gold aus Recycling verringerte sich um 10 Prozent auf 1.160 Tonnen. Im Technologiesektor stieg die Nachfrage um 3 Prozent auf 333 Tonnen.

Die Produktion der Minen stieg auf die Rekordhöhe von 3 269 Tonnen.

Unten einige Einzeltabellen zur Entwicklung seit 2007:

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Die Entwicklung des Jahres 2017 führt der World Gold Council auf einen starken Wirtschaftsaufschwung zurück, der sich an den Aktienmärkten niederschlug. Gleichzeitig zog die Geldpolitik an, was die Anleger in short-term Aktien trieb. Die Zinsen gehen weltweit tendenziell aufwärts. Im Jahresverlauf stieg der Goldpreis in allen relevanten Währungen: In Rupien um 5,1 Prozent,  in Yüan um 3,5, in Dollar sogar um 13,5 Prozent, die höchste Steigerung seit 2010. Vor diesem Hintergrund habe sich Gold bemerkenswert gut gehalten, sagt der WGC.

Für 2018 erwarte man eine weiterhin wachsende Weltwirtschaft mit ebenfalls wachsenden Einkommen und einer entsprechenden Zunahme der Schmucknachfrage. Eine strengere Zinspolitik werde Renditen andernorts sinken lassen und sich, wie bereits in Q4 2017 zu erkennen, auf den Wert des Dollars und damit den Goldpreis auswirken. So schaut man insgesamt verhalten optimistisch nach vorn.

Der Chart zeigt die Entwicklung des Goldpreises in Dollar pro Unze in den letzten drei Jahren:

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Kryptowährungen sind keine Gefahr für Gold, sagt der World Gold Council. Zwar gebe es Gemeinsamkeiten, etwa in der Unabhängigkeit von Regierungen, aber dennoch wenig Überlappungen. Im Gegensatz zu Kryptowährungen könne man Gold anfassen und für äußerst vielfältige Zwecke verwenden.

Insgesamt 33 780,8 Tonnen Gold gibt es laut WGC-Statistik weltweit. Im Februar 2018 verteilten sie sich so:

2018-03-13_00-25-34

 

Der World Gold Council bietet einen kostenlosen Investitions-Leitfaden mit vielen Zahlen, Daten und Tabellen an. Hier herunterladen

Update: Halbjahresbilanz 2018: Warum derzeit niemand Gold kaufen will

 

 

Mit Amazon zum Titel „Reichster Mann der Welt“: Jeff Bezos führt Forbes-Liste an

Jeff Bezos, der Amazon-Chef, führt dieses Jahr die 32. Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt an. Mit dem größten Gewinn, der jemals innerhalb eines Jahres erzielt wurde, wuchs sein Vermögen auf unbeschreibliche 112 000 000 000 Dollar. Er löste Bill Gates, den Gründer von Microsoft ab, der in 18 von 24 Jahren der reichste Mann der Welt war.

Die Liste zählt insgesamt 2 200 Milliardäre auf. Unter ihnen ist auch Präsident Donald Trump, dessen Vermögen um 400 Millionen auf 3,1 Milliarden Dollar gefallen ist. 585 Milliardäre kommen aus den USA, davon allein 144 aus Kalifornien. 476 weitere sind aus China inclusive Hong Kong, Macau and Taiwan, 123 aus Deutschland, 119 aus Indien und 102 aus Russland. Hier sind die Top Ten:

  1. Jeff Bezos (Amazon-Gründer): 112 Milliarden $
  2. Bill Gates (Microsoft-Gründer): 90 Milliarden $
  3. Warren Buffett: 84 Milliarden $
  4. Bernard Arnault & family: 72 Milliarden $
  5. Mark Zuckerberg (Facebook-Gründer): 71 Milliarden $
  6. Amancio Ortega: 70 Milliarden $
  7. Carlos Slim Helu & family: 67.1 Milliarden $
  8. Charles Koch: 60 Milliarden $
  9. David Koch: 60 Milliarden $
  10. Larry Ellison (Oracle Gründer): 58.5 Milliarden $

Larry Page, einer der Google-Gründer, liegt bei 48,8 Milliarden. Zu den kalifornischen Milliardären gehört Tesla-Chef Elon Musk mit 19,9 Milliarden Dollar. Laurene Powell Jobs, die Witwe von Apple-Chef Steve Jobs, besitzt 18,8 Milliarden. Silvio Berlusconi, Italiens illustrer Medienmogul, liegt bei 8 Milliarden, genau wie der bekannte Hedge Fund Manager George Soros. Steven Spielberg, der Regisseur, besitzt 3,6 Milliarden Dollar, Bernie Ecclestone, der langjährige Formel 1 Mogul, 3,5 Milliarden. Mit vier Milliarden Dollar steht Traudl Engelhorn in der Forbes-Liste. Sie gehört zum Familienclan Engelhorn (BASF, Böhringer Mannheim). Mit 2,5 Milliarden belegt Peter Thiel, Mitgründer von Paypal und erster großer Investor in Facebook, Platz 965.

Der Amazon-Chef Jeff Bezos ist der erste Mensch der Welt, der mehr als 100 Milliarden Dollar sein Eigen nennen kann. Sein Vermögen ist innerhalb des letzten Jahres allein um 39,2 Milliarden Dollar mehr geworden. Ihm gehören 16 Prozent des Amazon-Konzerns, den er 1994 in einer Garage in Seattle gründete. Bezos war auf der Princeton-Universität und arbeitete bei einem Hedge Fond, bevor er beschloss, online Bücher zu verkaufen. Seine andere Passion ist die Raumfahrt: Sein Unternehmen Blue Origin ist dabei, eine Rakete zu entwickeln, die Passagiere zum Mond und wieder zurück bringen soll. Jeff Bezos engagiert sich auch in der Medienlandschaft: 2013 kaufte er für 250 Millionen Dollar die angesehene Zeitung Washington Post.

256 Frauen gehören zur Forbes-Liste 2018 der Milliardäre; zusammen ist ihr Vermögen mehr als eine Billion Dollar wert. Es sind 20 Prozent mehr Frauen als im letzten Jahr. Die reichsten unter ihnen sind Erbinnen: Alice Walton, die Tochter des Walmart-Gründers Sam Walton, hält allein 46 Milliarden. Die einzige Tochter der letztes Jahr verstorbenen Liliane Bettencourt, Francoise Bettencourt Meyers besitzt 42,2 Milliarden, BMW-Erbin Susanne Klatten (Platz 32) ist mit 25 Milliarden die drittreichste Frau der Welt.  Ihr jüngerer Bruder, Stefan Quandt, besitzt noch einmal 22 Milliarden.

43 Milliardäre sind jünger als 40 Jahre. 34 davon sind Selfmade-Unternehmer. Zum dritten Mal in Folge sind die jüngsten Milliardäre die beiden Norwegerinnen Alexandra und Katharina Andresen, 21 und 22 Jahre alt. Jeder der beiden Schwestern gehören 1,4 Milliarden Dollar, nachdem ihr Vater, Johan H. Andersen, ihnen seine Investment-Firma „Ferd“ übertragen hat. Der jünste Selfmade-Milliardär ist John Collison, der den Bezahldienst „Stripe“ gegründet hat.

Nicht in der Liste stehen Namen wie Vladimir Putin, der zu den reichsten Menschen der Welt gehören soll. Baron Benjamin de Rothschild aus der berühmten Banker-Familie, steht bei 1,9 Milliarden. Es gibt auch einen Jeff Rothschild (2,9 Milliarden). Er hat sein Vermögen aber seiner Arbeit bei Facebook zu verdanken. Viele weitere Namen stünden weit höher in der Liste, wenn das Vermögen nicht auf mehrere Familienmitglieder aufgeteilt wäre, wie etwa Mars, Oetker, Braun und Braun-Lüdicke (Braun Melsungen), oder Benneton. Außerdem muss man wissen: Das Vermögen der reichsten Menschen der Welt unterliegt starken Marktschwankungen. Je nach Aktienkurs kann es sich innerhalb von Tagen um hunderte von Millionen ändern.

Siehe auch: Bloomberg-Reichen-Liste 2018

Wenn ich sterbe, werde ich nichts mitnehmen

und: Reichtum 2014 weltweit

Update: Wie Trump sich reich rechnet 

Update: BMW überweist eine Milliarde an die Quandt-Geschwister

Update: Trump lied about his wealth to get onto the Forbes 400

Update: Langes Interwiew Matthias Döpfner mit Jeff Bezos 

Update: Bloomberg-Liste der Milliardäre

Update: IQ allein führt nicht zum Erfolg: Man muss für etwas brennen

Update: Jeff Bezos sucht noch Ideen für mildtätige Großprojekte

Update: Uneheliche Tochter von Steve Jobs: „Ich war der Fehler in seinem Leben“

Update: BMW-Erben sind jetzt die reichsten Deutschen

Update: Besos vs.Trump und die Rolle der Medien

Update: USA: Amazon zahlt keine Steuern auf Milliardengewinne