Schlagwort: Energie

Dualseele, Zwillingsflamme, Liebe: Die große Sehnsucht, nach Hause zu kommen

Seelengefährten, Duale, Zwillingsseelen, Twin Flames – die perfekte Liebesbeziehung, das Verschmelzen mit dem Anderen zu einem vollkommenen Ganzen –  es ist eine Sehnsucht, so alt wie die Menschheit selbst. Unzählige Foren, Channelings, wunderschöne Youtube-Videos, halten diese Sehnsucht – vor allem bei Frauen – lebendig und profitieren finanziell davon. Ein Mann, der eine Frau um den Finger wickeln möchte, hat es leicht, sobald es ihm gelingt, sie zu überzeugen, dass auch er auf der Suche nach seiner Zwillingsseele ist.

Was hat es auf sich mit diesem Zwillingsflammen-Konzept? Ist es eine reine Wunschvorstellung, oder vielleicht doch mehr?

Nein, ich will hier nicht eine weitere Abhandlung zur Frage formulieren, wie, bzw. wann und unter welchen Schwierigkeiten zwei Dualseelen sich in der heutigen Zeit des Aufstiegs finden können, bzw. werden.  Oder sagen wir: nicht nur… 😉

Schauen wir zunächst auf das Prinzip hinter dem Konzept der Zwillingsseele: Es geht um die Vereinigung der männlichen mit der weiblichen Kraft. Nur wenn beide Energien zusammen kommen, entsteht ein vollständiges Ganzes. Ein perfektes Ganzes. Etwas göttliches. Etwas Gott-Gleiches.

Damit sind wir beim übergeordneten Thema: Die Heimkehr zu Gott, die Verschmelzung mit dem reinen, perfekten, universellen Einen, aus dem wir gekommen sind – das ist die Grund-Sehnsucht jeder Religion, egal nun, ob monotheistisch, in der Verehrung eines tausendköpfigen Pantheons oder in Naturreligionen aller Art. Unvollständig fühlen wir uns – fehlbar, verletzlich, schutzbedürftig, klein, allein – und sterblich. Unter dem Schutz eines allmächtigen großen Geistes wären wir das nicht mehr; vielmehr wäre unsere Zukunft hell, voller Liebe und vor allem unendlich.

Für mich ergibt sich daraus umgehend die nächste Frage: Wenn Gott hell, voller Liebe, unendlich, unsterblich, allwissend und allmächtig ist: Warum hat er sich dann milliardenfach fehlbar und sterblich inkarniert?

War ihm langweilig? Ist er ein Narzisst? Sucht er ein DU?

Auch die Kirche weiß darauf nicht wirklich eine Antwort. Recht verschraubt formuliert das Neue Theologische Wörterbuch:  „Die Selbstmitteilung Gottes an den Menschen wäre eine mögliche freie und radikal höchste Antwort Gottes auf diese Frage. In diesem Zusammenhang besagt Inkarnation, dass Gott selber Frage und Fraglichkeit zu eigen angenommen hat und daß er darin sich selber zur Antwort gibt. Dabei wird, wie das Dogma von Chalkedon sagt, der Wesensunterschied von Göttlichem u. Menschlichem nicht vermischt. ”Dasjenige“ an Gott, was der Kreatur Mensch mitteilbar ist, wird als sein Wort in der Inkarnation und als sein Geist (Heiliger Geist ) dem Menschen bleibend zu eigen mitgeteilt, ohne sich in es zu verwandeln. Vom Menschsein her gesehen könnte die Übereignung des Menschen Jesus an Gott, die den Menschen mit Gott eint, ohne daß er in Gott verwandelt würde, als Selbsttranszendenz gesehen werden.

Gott hat einen Teil von sich geteilt

Zu deutsch: Gott wollte sich selbst erfahren (vielleicht sogar weiter entwickeln?) und hat deshalb einen Teil von sich in viele kleine Teile aufgespalten, die stärker materialisiert sind, aber auch nur über eine kurze materielle Lebenszeit verfügen. Diese vielen kleinen Teile – im weitesten Sinne also nicht nur Menschen, Tiere und Pflanzen, sondern auch der Planet Erde mit allen anderen Planeten im Universum, haben eines gemeinsam: Sie bilden zwar die ganze Größe und Vollkommenheit Gottes ab, ja, sind Gott selbst in einem einzigen großen, lebenden Organisamus, können diese Tatsache jedoch nicht erfassen; erklären wir es lapidar damit, dass der Einzelne zu klein dafür scheint. Jedoch ist zumindest den Menschen ihre eigene Unvollkommenheit ebenso bewusst wie die Tatsache, dass es eine größere, steuernde Intelligenz gibt.

Lässt man die jeweiligen glaubensspezifischen Details der Weltreligionen einmal weg, sind alle Suchenden auf einem vergleichbaren Weg. Es gibt einen „großen Geist“, der das Leben steuert, aus dem der Mensch gekommen ist und zu dem er wieder zurück kehren wird. In seiner derzeitigen materiellen Existenz kann er nur mit Mühe und großer Übung in Kontakt mit dem Über-Menschlichen treten; sei es etwa durch Yoga-Übungen und -Meditationen wie im Hinduismus, durch schamanische Reisen wie in den Naturreligionen, durch Whirling wie im Sufismus. Quer durch alle Religionen ziehen sich mystische Erfahrungen, die Lehren der Mystiker sind im Judentum, im Christentum und im Islam gleichermaßen ein fester Bestandteil. Auf dem gleichen Weg sind die heutigen Esoteriker. Auch hier glaubt man an die liebevoll steuernde, höhere Intelligenz, mit der sich Kontakt aufnehmen lässt, zum Beispiel durch Channeling. Das Vokabular ist anders, die Deutungen bunter, so manche der Mainstream-Praktiken oberflächlich, aber das Suchen ist das gleiche.

Insgesamt gesehen kommt zur offenen Frage, warum Gott sich solche Mühe macht zu inkarnieren, das Problem, dass alle Glaubens-Erlebnisse, Erleuchtungen und andere mystischen Erfahrungen geistig, nicht materiell sind. So gesellt sich zu unserer Sehnsucht, von Unvollkommenheit und Tod erlöst zu werden, eine ganz konkret materiell-lebendige: Jeder Mensch sucht einen Gegenpol – und zwar zum Anfassen. Damit entspricht er einem Naturgesetz: Alles Lebende sucht die Vereinigung zwischen männlichen und weiblichen Energien – zunächst einmal, um die Art zu sichern. Darüber hinaus ergänzen sich die beiden Prinzipien natürlich weit tiefer.

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Besonders gut lässt sich die Tiefe der Dimension am taoistischen Prinzip des Yin und Yang erkennen. In der Natur zeichnet sich das weibliche Yin zum Beispiel durch den Mond, Dunkelheit, Stille und Erde und das männliche Yang durch Sonne, Licht, Bewegung und Himmel aus. Beide Elemente formen in ihrer Gegensätzlichkeit eine Einheit. Wenn in der Natur Yin und Yang zusammenkommen, wird Leben kreiert. Trennen sie sich, wird Leben zerstört. Der Mensch erlangt und bewahrt Gesundheit durch ein Leben im Gleichgewicht. Im Westen vielfach vereinfacht als harmonischer Zusammenklang männlicher und weiblicher Energie verstanden, stellt das Yin Yang ein vollständiges kosmisches Gesetz dar: Es geht um den Menschen als „Partner“ des Himmels, das berühmte „wie oben, so unten“.  Sehr genau, allerdings im Original auch sehr wortarm ausgearbeitet, ist dies im I Ging, dem Buch der Wandlungen, das trotz zahlreicher westlicher Interpretationsversuche für die hiesige Denkweise weitgehend ein „Buch mit sieben Siegeln“ geblieben ist.

Vergleichbar vielschichtig ist das Bild von Ardhanareshwara im Hindusismus, zu dem ich einen separaten Blog veröffentlicht habe. Aber hier, wo man jahrundertelang sexuell nicht prüde war, findet sich der direkte Bezug zur heutigen Suche nach der Dualseele. In Ardhanareshwahra vereinigt sich Shiva, der gestaltende männliche Gott mit seiner Shakti, der erhaltenden, weiblichen Göttin. Sie tun dies in der Mythologie auf sehr menschliche Weise körperlich. Sie zeugen Kinder, werden damit dem Naturgesetz gerecht, sie genießen ihre Lust durch ihre Körper – und sie erleben die vollkommene Verschmelzung zu einer neuen, kosmischen Einheit, die nicht nur die höchste Stufe möglicher Entwicklung, sondern auch das größte, denkbare Glück darstellt.

Ist es „normalen“ Menschen möglich, diesen Grad der Verschmelzung zu erreichen – und wollen sie das überhaupt?

Plumps – willkommen zurück in den Niederungen des Alltags. 😦

Der Alltag mit all seinen Problemen und Widersprüchen… Im Alltag braucht jedes Individuum ein gesundes „Ich“, das vor jedem „Wir“ erst einmal das Überleben sichert. Das einfachste Beispiel dazu: Ein Säugling will vor allem anderen erst einmal Milch, Wärme und Schutz. Ob es seiner Mutter gut geht, interessiert ihn in diesem Stadium nicht. Soziale Kompetenz, Hinwendung zum Du, im Extremfall Altruismus, werden erlernt. Das Zusammenleben in einer immer bevölkerungsstärkeren Gesellschaft verlangt Regeln. Dazu gehören Teilen und Fürsorge, aber auch Ellenbogen und Intrigen: Das Berufsleben ist ein Haifischbecken, sogar Nachbarschaft und Familie können dazu mutieren.

Der persönliche Freiraum ist also eng, die meiste Gestaltungsfreiheit liegt, für die Öffentlichkeit kaum sichtbar, im Privatleben, in den Beziehungen. Hier kommt nun alles zusammen: Der Mensch, getrimmt auf Kampf, auf das Betonen seiner Individualität, der Mensch aber auch in seinen Ängsten, in seinem Schutzbedürfnis, in seinem Wunsch, unverstellt als das angenommen, ja, geliebt zu werden, was den Kern seiner selbst ausmacht. Der Mensch aber auch, der von schmerzlichen Erfahrungen geprägt wurde, die er nicht wieder erleben möchte; kurz: Wir stecken in einem Spannungsfeld aus Anziehung und Abstoßung, aus dem Wunsch nach totaler Verschmelzung und der Angst vor dem Verlust der eigenen Identität. Das geht so weit, dass ein zu starker Wunsch nach Verschmelzung gesellschaftlich als krank angesehen wird; man findet ihn beispielsweise beim Borderliner, der ein schwaches, manchmal kaum vorhandenes „Ich“ durch eine Verschmelzung mit dem „Du“ kompensieren möchte und, da das so nicht möglich ist, an seiner Sehnsucht schier verzweifelt.

Dennoch braucht der Mensch ein „Du“, um sich vollständig zu fühlen. Auch die Sehnsucht nach Verschmelzung ist natürlich. Hier offenbart sich nun der gesamte Konflikt, der in Partnerschaften programmiert ist: Sobald die Sehnsucht nach Nähe gestillt wurde, muss unausweichlich eine zumindest teilweise Abstoßung erfolgen, damit die Partner sich ihrer Individualität wieder bewusst werden können.

Ok, das gilt für „normale Partnerschaften.“ Aber wenn man seine Dualseele findet, gilt das doch nicht. Oder?

Dualseele – was ist das genau?

Hier erst einmal die Mainstream-Definition von Seelenpartnern und Zwillingsseelen:

Als Gott beschloss, sich selbst zu erfahren, teilte er seine Weltenseele in viele kleine Seelen-Mosaiksteinchen. Jedes dieser Steinchen wiederum bestand aus einem männlichen und einem weiblichen Teil, die getrennt voneinander inkarnierten. Die Seelen inkarnierten nicht alle gleichzeitig, sondern in Gruppen nacheinander. Alle aus der jeweils gleichen Gruppe können sich theoretisch im Menschenleben wieder treffen: Das sind die Seelengefährten. Sie unterstützen sich gegenseitig, begegnen sich oft in verschiedenen Leben in jeweils unterschiedlichen Rollen immer wieder: Mal als Mutter und Tochter, mal als Bruder und Schwester, und so weiter.

Nur ein einziger Mensch jedoch kann die Zwillingsseele sein, der zweite Teil, der das einzelne Mosaiksteinchen vollkommen macht. Man trifft ihn während zahlreicher Inkarnationen überhaupt nicht, weil beide Teile unabhängig voneinander eine Entwicklung absolvieren müssen, bis sie bereit zum Wiederaufstieg sind. Erst in der letzten Inkarnation, so immer noch der Mainstream, finden beide Teile in Menschengestalt wieder zusamen – im idealen Fall als Mann und Frau. Dies, so kann man in unzähligen Foren lesen, ist zurzeit besonders häufig der Fall, da die Menschheit sich in großem Tempo auf einen Break Even zubewegt: Einen Zeitpunkt,  der sozusagen die Guten von den Bösen trennt. Die Guten steigen wieder auf zu Gott, die Bösen gehen unter, um auf der Erde einen neuen Zyklus von Inkarnationen möglich zu machen.

Die Menschen also, die vor dem Wiederaufstieg stehen, so die Theorie, haben in zahllosen Leben eine große innere Reife erlangt und stehen jetzt vor ihrer letzten Herausforderung: Der Aufgabe des eigenen Ich zugunsten der Verschmelzung – erst mit dem Du, dann, als wieder vollständige Identität, mit Gott, bzw. der Weltenseele selbst.

Treffen die Twin Flames, die Zwillingsflammen, aufeinander, durchleben sie in großer Geschwindigkeit und sehr heftig noch einmal alle Anziehungs- und Abstoßungskonflikte ihrer vergangenen Inkarnationen, dies jedoch auf Basis ihrer bis dahin erreichten seelischen Reife. Das bedeutet: Sie erkennen, wo und wie sie sich spiegeln, sie haben eine sehr starke innere Verbindung, die bis hin zu telepathischem Kontakt geht und sie erinnern sich teilweise an vergangene Leben. Haben sie noch nicht alle Aufgaben ihrer materiellen Existenz gelöst, verlieren sie sich so lange immer wieder, bis sie ihre letzte Inkarnation erreichen. Dann sind sie bereit, miteinander zu verschmelzen und gemeinsam im großen Geist aufzugehen.

Soweit der Mainstream.

Äthiopien

Hier fehlt allerdings ein entscheidender, leider nicht umsatzfördernder Aspekt: Wenn es richtig ist, dass alle Seelen, die zurzeit Gestalt angenommen haben, Teil einer einzigen, großen Seele sind, ist auch jeder von uns zu jeder Zeit ein Teil Gottes. Alle göttlichen Prinzipien sind in jedem Menschen vollständig angelegt: das passive wie das gestaltende, das männliche wie das weibliche, die Anziehung und die Abstoßung; ja, der gesamte Kosmos. Die Aufgabe ist nicht, eine Trennung zu überwinden, sondern zu erkennen, dass wir nie getrennt waren.

Erlösung finden kann folglich nur, wer zuerst einmal die eigene Existenz ohne wenn und aber akzeptiert. Das geht von der krummen Nase oder zuviel Hüftgold, der  angeborenen Rechenschwäche oder dem eigenen Wunsch, sich immer wieder wie ein Pfau vor anderen zu präsentieren, bis hin zum Annehmen der eigenen Angst vor Verschmelzung, die den Tod des Ichs bedeutet. Es ist ein langer, schmerzhafter Weg des Abschieds von einem perfekt schönen Ideal – zunächst in sich selbst, in der Folge in den Anderen. Es ist ein Loslassen, das jeden Tag neu beginnt, ein Abwerfen von Ballast, ein Aushalten der Widerstände gegen diesen Prozess, ein Suchen der Quelle.

Erst wenn dies geschafft ist, der Mensch in Ruhe bei sich selbst verweilen kann und zu erkennen vermag, dass alles, was er braucht, in ihm selbst in genügender Menge vorhanden ist – erst dann ist er fähig, in gleicher Weise auch seinen Partner anzusehen. Dann ist er bereit für das wahre Wunder der Liebe: Er lässt sich selbst los, ohne den Anderen statt dessen absorbieren zu wollen. Zwei Gleichstarke können sich verbinden, ihr Ich aufgeben, um gemeinsam eine neue Identität zu bilden. Der Lohn ist weit mehr als körperliche Lust – es ist eine spirituelle Ekstase, wie sie jedem Schöpfungsprozess innewohnt, ein Erfahren des Göttlichen am eigenen Leib, im eigenen Geist, in der eigenen Seele.

Es hilft also nichts: Weder fällt  uns die Zwillingsseele kampflos in den Schoß, noch können wir unsere Sehnssucht stillen, indem wir versuchen, das geliebte Gegenüber entsprechend zu erziehen. Nur die Arbeit am eigenen Ich bringt uns wirklich weiter.

Setzen wir uns also hin, bleiben wir bei uns, schauen wir nach innen, bevor wir das Außen gestalten und lassen wir die Bilder los, von denen wir glauben, dass die unsere Zwänge oder Ideale darstellen. Reinigen wir uns von Ballast, üben wir Toleranz und Geduld, erkennen wir, das wir bereits vollkommen sind – und geben wir unserem Dual die Chance, sich mit uns zu verbinden. Dann bleibt nichts, aber auch gar nichts unmöglich.

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Siehe auch:

Wolfsnatur und Pantherherz: Eine schamanische Reise zur Dualseele

Halb zu leben bin ich nicht gemacht

Tantra: Das Geheimnis der Vereinigung von Shiva und Shakti

Tantra ist mehr als guter Sex: Es stellt das universelle Prinzip der Schöpfung dar

Kundalini: Die universelle göttliche Kraft ist frei von allen Ich-Ansprüchen

Ardhanareshwara, das universelle Prinzip von Shiva und Shakti

Update: Ersatzreligion Liebe

Update: Niemand überlebt die Liebe unbeschadet

Die Ukraine, die USA und der Westen: Wie hirnverbrannt sind wir eigentlich?

Wie war das eigentlich „damals“, als Amerika in Afghanistan einmarschierte? Ohne Legitimation durch das Völkerrecht, mit dem einzigen Argument, dort seien Top-Terroristen zu finden?  Und wie war das nochmal schnell, als die Panzer durch die Wüste des Irak rasten und die „embeddeten“ Journalisten darin sich fühlten, wie einst Laurence von Arabien?

Warum greift eigentlich seit Jahren niemand in Syrien ein?

Wieso „befreien“ französische Soldaten Timbuktu, sind mittlerweile 2000 französische Soldaten in Zentralafrika

Und wieso ist der US-Präsident derjenige, der nun Russland mit den schärfsten Tönen warnt, nur ja nicht die Krim „einzunehmen“? Viel lauter und viel plastischer als die europäischen Staaten, die nicht nur vom russischen Gas abhängig sind, sondern auch intensive Wirtschaftsbeziehungen pflegen, tritt mal wieder Amerika als Retter seiner eigenen Interessen – oh, sorry – der Welt natürlich, auf.

Nein, hier soll nicht dem zart besaiteten Narzissten Vladimir Putin das Wort geredet werden. Hier geht es um eine ganz einfache Frage:

Was muss eigentlich noch passieren, damit der „freie Westen“ merkt, wie sehr er hirngewaschen ist? Wann geht in unsere Köpfe hinein, dass es sich hier um nationale Interessen von Großmächten handelt? Um Energieexporte, um politische Macht, um Geld geht es – nicht vorrangig um irgendwelche Menschenrechte.

Da klaut ein Edward Snowden das Geheimdienst-Handbuch mit dem vielsagenden Titel: „Die Kunst des Betrugs.“  Diese Power Point-Präsentation simpelster Machart enthält Ungeheuerlichkeiten, die eigentlich alle, die bisher geschlafen haben, hätte schlagartig wecken müssen. Und was passiert? Die Print-Medien handeln das Thema unter „ferner liefen“ ab, im TV wurde es bisher praktisch nicht erwähnt – und die Welt dreht sich weiter wie bisher. Der selbe Edward Snowden hat uns klar gemacht, in welchem Ausmaß wir bespitzelt, abgehört und in Gut und Böse aufgeteilt werden. Was passiert? NICHTS, einfach nichts… Die Öffentlichkeit ist nicht bereit, sich mit dem Thema vollinhaltlich zu befassen.

Woran liegt das? Ist es einfach zu groß, um verstandesmäßig von der breiten Masse aufgearbeitet werden zu können? Um es in einem Wort zu sagen: Nein. Es ist viel schlimmer: Wir sind mehrheitlich nicht mehr in der Lage, frei zu denken. Wir haben die Welt nach amerikanischem Muster aufgeteilt: Westen gut, Osten nicht gut, Afrika ein unübersichtlicher Trümmerhaufen, Indien nicht vorhanden und Asien unüberschaubar, irgendwie gefährlich.

Russische Militärstützpunkte auf der Krim

Nun passiert in der Ukraine etwas, was im Machtbereich der USA absolut unvorstellbar wäre. Nehmen wir zum Vergleich mal ein – zugegebenermaßen nicht in allen Punkten passendes – Beispiel: Guantanamo liegt auf kubanischem Territorium. Dort haben die USA einen großen Militärstützpunkt und ein nach Völkerrecht illegales Gefangenenlager. Kuba liegt vor der Haustür Amerikas, aber nicht auf seinem Territorium. Man stelle sich nun einmal vor, in Kuba gäbe es einen Umsturz, gefördert und mit freundlichen Worten begleitet von russischen und anderen sozialistisch orientierten Kräften. Nach undurchschaubaren blutigen Auseinandersetzungen in Havanna – am anderen Ende der Insel – etabliert die Masse eine „Übergangsregierung“, die nun beschließt, Guantanamo unter kubanische Aufsicht zu stellen.

Wie würden die USA reagieren?

Wen würden sie um Einverständnis fragen?

Wer ein paar Jahre rückwärts in die Geschichte schaut, mag sich an die Kuba-Krise erinnern. Mehr soll dazu jetzt gar nicht gesagt werden.

Wieder einmal ist es in diesen Tagen die Börse, die uns klar macht, wie der Hase wirklich läuft. Und hier ganz speziell unser deutscher Mr. Cash. Dirk Müller, dessen Video ich seinem Portal Cashkurs.com entnommen und das Thema Ukraine herausgeschnitten habe, hat gestern eine regelrechte Wutrede über die „Hirnverbranntheit“ von „Otto Normal“ gehalten. Dem ist wahrlich nichts weiter hinzuzufügen.

Außer vielleicht noch einer „Kleinigkeit“: Gestern zitierte der „Goldreporter“ das ukrainische Nachrichtenportal Iskra-News, demzufolge die Goldreserven der Ukraine in großer Eile in die USA ausgeflogen worden sind. Es handelt sich um 42,3 Tonnen Gold mit einem Marktwert von 1,3 Milliarden Euro. Was sagt uns das?

Beurteilen Sie es selbst.

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Update: Energieversorgung: Warum Deutschland sich den Russen öffnen muss

Update: So abhängig ist Europa von russischem Gas

Update: KenFM: Konkurrenz ist gut für das Gas-Geschäft

Update: USA bieten strategische Ölreserven zum Verkauf an

Update: Wie mit dem Kampf um das Erdgas in der Ukraine Weltpolitik gemacht wird

Update: Die Geschichte der Krim

Update: ZDF-Spezial vom 17.3.2014

Update: Krim-Krise: Von der Hybris des Westens

Update: Zehn Milliarden-Vertrag für Chevron: Gasförderung in der Ukraine

Update: Die Putin-Versteher

Update: Deutschland ist bei Sanktionen gegen Russland am stärksten verwundbar

Update: Das Who is Who der deutschen Russland-Investoren

Update: Deutsche Top-Manager nehmen Putin in Schutz

Update: Wem gehört das Gold der Skythen?

Update: Wie sich die CIA in der Ukraine engagiert

Update: Nato verstärkt Präsenz an der Ostflanke

Update: US-Secret Service entführt Sohn eines russischen Abgeordneten nach Guam

Update: Beweise verdichten sich, dass die Ukraine MH17 abgeschossen hat

Update: Die neuen Feinde Russlands

Update: Moskau macht die Türkei zum Gas-Drehkreuz Europas

Update: Obama unterschreibt Ukraine-Gesetz HR 5859 – weitreichende Befugnisse für USA

Update: CIA-Folterreport: Raus aus dem Schatten

Update: Sicherheitskonferenz: Drohungen aus den USA, deutsch-amerikanisches Zerwürfnis, zerstrittener Westen

Update: Russland verstärkt sein Engagement in der Karibik

Update: BBC enthüllt: Maidan-Eskalationen von Außen gesteuert

Update: Ermordeter Regime-Kritiker Menzow plante Bericht über Putin-Aktivitäten in der Ukraine

Update: Stratfor-Chef: USA wollen Allianz Russlands mit Deutschland verhindern

Update: Obama-Vize: USA haben EU zu Sanktionen gegen Russland gezwungen

Update: Juncker fordert Entspannung mit Moskau

Update: Junckers Rolle rückwärts bestätigt Biden

Update: Moskau mit Respekt begegnen

Update: EU will sich Putin annähern

Geliebtes Wasser – Geschenk der Natur – und doch so unbekanntes Wesen

Als der Japaner Masaru Emoto in den 90er Jahren begann, die Merkfähigkeit des Wassers mit Hilfe von wundervollen Fotos zu beweisen, wurde er weltweit belächelt. Noch heute schreibt Wikipedia, dass die Arbeit des Professors in erheblichem Widerspruch zu bestehenden Erkenntnissen der Wasserchemie und -physik stehe. Inzwischen sind aber Wissenschafter und auch die Wirtschaft weltweit einen erheblichen Schritt weiter und sich vielfach einig: Ja, Wasser hat ein Gedächtnis. Und: Wasser reagiert auf Stimulation. Die hier eingebettete 3SAT-Dokumentation zeigt die bemerkenswerten Erfolge auf.

Wasser ist nicht nur ein Menschenrecht und muss daher vor Gewinnstreben geschützt werden. Wasser ist auch eines der größten Wunder auf diesem Planeten – und dies in wahrhaft vielfältiger Weise. Nicht nur verändert es seine Form, dehnt sich aus, zieht sich zusammen, friert, verdampft, verdunstet. Es trägt auch Informationen verschiedenster energetischer Art mit sich herum – gibt sie weiter, nimmt neue auf und: Es verändert aufgrund energetischer Informationen seine physische Beschaffenheit, wie im Video anhand des Eisengehaltes und daraus folgender Korrosionsschäden an Leitungen bewiesen wird.

So ist es also keineswegs Humbug, wenn Masaru Emoto immer wieder dazu aufruft, für das atomar verseuchte Wasser in Japan zu beten – oder wenn Menschen Trinkwasser-Karaffen beschriften, beziehungsweise Steine darin einlegen.

Mein wichtigstes Getränk seit meiner Kindheit ist Wasser. Ich lebe heute in einer Stadt, die ihre Einwohner mit wundervoll schmeckendem Quellwasser versorgen kann, das zur Desinfektion nicht gechlort, sondern nur UV-bestrahlt wird. Dieses Wasser fülle ich in eine gläserne Karaffe, in der unter anderem ein Rohdiamant, ein kleines Gold-Nugget und wenige Steine liegen. Täglich trinke ich davon mindestens 1,5 Liter – und niemals vergesse ich, dafür dankbar zu sein, dass ich so einfachen Zugriff auf dieses köstliche Nass habe.

Wasser ist ein wunderbares Geschenk der Natur – wir sollten es ehren und respektieren. Dann gibt es uns alles, was wir zum Leben brauchen: Auch unsere Gesundheit.

Falls Sie darüber nachdenken, ebenfalls Trinkwasser durch Beschriftung oder Einlage von Steinen zusätzlich zu beleben, hier einige Vorschläge: Besorgen Sie eine Glaskaraffe mit Deckel (gegen Staub). Sie können sie von außen beschriften, zum Beispiel mit dem Wort ‚Danke‘ oder einem anderen Schlüsselbegriff für ihre Lebenssituation. Formulieren Sie dabei grundsätzlich klar und positiv.

Falls sie beabsichtigen, dem Trinkwasser Steine beizufügen, um über das Trinken gewissermaßen eine homöopathische Dosis der Energie der Steine aufzunehmen, bevorzugen Sie sogenannte Trommelsteine. Diese sind Flusssteinen nachempfunden, die auch vom Wand und Wasser so geschliffen wurden, dass sie keine scharfen Kanten mehr haben. Ihre Energie schießt dann nicht wie mit Pfeilen ins Wasser, bzw. in Sie hinein, sondern verteilt sich friedlich und gleichmäßig. Als Basis-Set können drei Quarze dienen: Bergkristall, Rosenquarz und Amethyst, jeweils in einer guten Qualität und als Trommelstein, verstärken und harmonisieren die Qualität des Wassers, fördern gleichermaßen Klarheit, ein freundliches Herz, eine positive Grundstimmung und eine sprituelle Öffnung des Menschen – daneben gibt es diverse harmonisierende Wirkungen auf die Gesundheit.

Wassersteine: Das Praxisbuch zum Edelsteinwasser.100 Steine in Wirkung und Anwendung
Wassersteine: Das Praxisbuch zum Edelsteinwasser.100 Steine in Wirkung und Anwendung

Das kleine Büchlein „Wassersteine“ von Michael Gienger und Joachim Goebel berät darüber, welche Steine sich zur direkten Einlage ins Wasser eignen und worauf man bei der Herstellung von Steinwasser achten solle. Die Autoren bevorzugen roh gebrochene Steine – ich aus den genannten Gründen nicht. Aus den selben Gründen reinige und lade ich meine Steine auch nicht in Amethyst-Drusen, sondern bevorzuge Fließgewässer, Sonne und Mond. Lassen Sie sich da von ihrem Bauch führen – er wird Ihnen den für Sie passenden Weg aufzeigen.

Das Gleiche gilt bei der Auswahl der Steine: Wenn Sie sich nicht entscheiden können, betrachten und wenn möglich befühlen Sie die in Frage kommenden Exemplare genau und folgen dann ihrem Bauch. Durch uns Menschen fließt viel Wasser – wir treten in Resonanz mit den Dingen und können sehr genau fühlen, was gut für uns ist. Manchmal müssen wir allerdings erst üben, den ständig plappernden Kopf zum Schweigen zu bringen.

Enzyklopädie der Steinheilkunde
Enzyklopädie der Steinheilkunde

Ein Freund für’s Leben kann Ihnen die „Enzyklopädie Steinheilkunde“ werden, deren Kauf zahlreiche andere Bücher überflüssig macht. Werner Kühni und Walter von Holst beziehen in die Beschreibung der Steine nicht nur ihre eigenen Fachkenntnisse, sondern auch die anderer Autoren ein, darunter Michael Gienger und die berühmte hellsichtige Amerikanerin, die unter den Namen „Melody“ veröffentlicht. Von der mineralogischen über die energetische bis hin zur spirituellen Wirkung von Edelsteinen deckt dieses gut bebilderte Buch die ganze Palette des Wissenswerten ab.

 

Siehe auch: Trinkwasser ist ein Menschenrecht und darf nicht privatisiert werden!

Update: Das Wasser kam in Schlammbällen aus dem All

Interaktive Grafik: Welche Haushaltsgeräte kosten wieviel Strom im Jahr?

Interessante interaktive Grafik bei der FAZ: Es wird aufgelistet, wie teuer einzelne Haushaltsgeräte pro Jahr werden können. Klicken Sie auf den Link oder auf das Foto, um zur Grafik zu gelangen.

Interaktive Grafik

10 Jahre Irak-Krieg: 160 000 Menschen starben wegen einer Lüge

Dieser Krieg hat es mir zum ersten Mal in aller Härte klar gemacht: Die Menschen in den USA, die ich überwiegend als freundlich und hilfsbereit kennengelernt habe,  sind das Eine – die Regierung das Andere. Die Regierung will Macht über die Welt und wird die Energieversorgung der Staaten mit allen Mitteln sichern – egal mit welchen.

Vor zehn Jahren begann der Krieg gegen den Iran.

Die hier eingebettete ZDF-Dokumentation zeigt in aller Klarheit auf, wie ein einzelner Mann, der in Deutschland eine neue Heimat finden wollte, nicht nur den deutschen Geheimdienst lächerlich gemacht hat – der ihn ein Jahr lang fürstlich honorierte für frei erfundene Geschichten. Sie zeigt auch, wie die Regierung Bush sich gegen alle – schließlich doch gewonnenen – Erkenntnisse genau dieses Mannes bediente, um einen Krieg um Öl zu beginnen, der schließlich mindestens 160 000 Menschen das Leben kostete.

Und er zeigt noch viel mehr: Wie schwer es ein Land hat, das mit den USA verbündet ist, auch ungerechtfertigtem Druck von dort zu widerstehen – und wie USA-hörig unsere Medien sind, die nach der Weigerung Deutschlands, sich aktiv am Krieg zu beteiligen, nicht müde wurden zu postulieren, dass Deutschland nun weltweit isoliert sei.

Ein Erfolg war der Irak-Krieg trotz riesigen Aufwandes nicht: Etwa 30 Experten von der Brown University kommen zu dem Schluss, dass der Krieg den USA wenig gebracht habe, während der Irak ein Trauma durchlitt. Er habe radikalen Islamisten Auftrieb gegeben, den Frauenrechten geschadet und das ohnehin angeschlagene Gesundheitssystem geschwächt. Das 212 Milliarden Dollar teuere Wiederaufbau-Programm sei im Wesentlichen ein Fehlschlag (Quelle: Reuters). Es gab nicht nur zwischen 160 000 und 190 000 Tote, sondern auch extremen Image-Schaden für die „Befreier“, als Die Folterungen irakischer Soldaten bekannt wurden. Es gab rund 4500 tote US-Soldaten, rund 32 000 US-Verwundete und ungezählte traumatisierte Menschen auf beiden Seiten.

Der Spiegel zieht dazu ein klares Fazit: „Wir müssen uns verabschieden von der Unsitte moralisch überhöhter Schwarz-Weiß-Malerei. Begriffe wie „Achse des Bösen“ oder „Schurkenstaat“ taugen schlecht als Kategorie für verantwortliche Außenpolitik“.

Und das Öl?

Auch hier hat sich der Irak-Krieg für Amerika nicht gelohnt. China und Russland stoßen in die Lücken vor, mit Exxon musste der letzte US-Multi seine Verträge aufgeben.

Ob das in Sachen Iran nun ein lehrreiches Beispiel war?

Ich bin nicht sicher.

Update: Zehn Lehren aus Amerikas Krieg

Update: Wutbrief eines Todgeweihten

Update: Thomas Young: Ein Kämpfer gibt auf

Update: Studie macht CIA unter Regierung Busch schwere Foltervorwürfe

Update: Obama schickt keine Truppen gegen die Dschihadisten

Update: Bagdad bereitet sich auf den Angriff der Dischihadisten vor

Update: Warum die Isis-Kämpfer im Irak leichtes Spiel haben

Update: Guide to understanding the conflict in Irak

Update: Warum Isis so gefährlich ist

Update: Im Irak zählt nur das Öl

Update: Der leise Abschied der Nato in Kabul

 Update: Warum auch Afghanistan wertvoll ist

Update: Invasion im Irak: Telegramm belastet George Bush schwer

Update: Streit in den USA über Irak-Invasion: Rumsfeld redet sich raus

Was passiert jetzt grade auf der Erde?

Statistiken in Echtzeit

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Interaktive Grafik: Kraftwerke in Deutschland

Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu kommen. Quelle: Spiegel .

Siehe auch: Oettinger schlägt Verstaatlichung der Stromnetze vor