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Dem Lichtstrahl folgen zum Rand der Zeit: Meditieren mit Aaravindha Himadra

Die Yoga Vidya Villa in Gensingen bei Bad Kreuznach ist architektonisch schon etwas besonderes: Holz und Stein sind originell miteinander kombiniert; die Yogaräume ziert ein flauschig-weicher, grell oranger Teppich, auf dem knall lila Meditationskissen sich zu cremefarbenen gesellen. Stühle mit kobaltblauen Sitzen und bunte Polstermöbel für Meister sowie Übersetzerin vervollständigen das Mobiliar. An der Stirnseite des Saales ein kleines Podest. Dahinter ein riesiges Wandbild der weißen Tara, davor Statuen von Krishna, Shiva, Saraswati und dem fünfköpfigen Ganesha; an der Seitenwand Portraits von Yoga-Meistern.

Alles ist bereit für einen dreistündigen Vortrag von Aaravindha Himadra – bis dieser eintrifft, haben sich rund 100 Gäste auf Kissen und Stühlen niedergelassen. Auf der Tafel steht schonmal geschrieben, was später geübt werden soll: Das Mantra HRIM  AIM  SAH – HRAIM  SHYAMA  HUM.

Am 29. Januar 1953 wurde der 63jährige Sohn einer Deutschen und eines Letten als Janis Briedis in den USA geboren, wohin die Eltern infolge des Zweiten Weltkrieges ausgewandert waren. Schon im zarten Alter von sechs Jahren, so wird auf der Homepage Aaravindha Himadras berichtet, erreichte ihn der „Ruf des Windes“ zum ersten Mal: Einer der Meister der Amartya-Tradition zeigte sich ihm kurz. Jahrzehnte später folgte die telepathische Einladung ins „Tal der Unsterblichen“, das sich irgendwo im Himalaya den Besuchen ungenügend spirituell entwickelter Individuen entzieht (siehe: Sagenumwobenes Shambhala). 2006 begab sich der Gerufene schließlich auf Pilgerreise, die einen anderen Mann aus ihm machte.

Sechs Jahre dauerte es, bis die Erlebnisse verarbeitet und in einem Buch niedergeschrieben waren: „Unsterbliches Selbst“ hieß die deutsche Erstausgabe, „Das Tal der unsterblichen Meister“ heißt das Werk heute.   Es ist eine fantastische Reisegeschichte, die alle Elemente eines Mysterienfilms enthält – es ist aber auch eine immer wieder neu entdeckbare Sammlung von Zwiegesprächen eines Menschen mit weisen Meistern auf dem Weg zur Entwicklung seiner spirituellen Identität. In deren Verlauf entdeckt Aaravindha, dass er selbst aus dem Tal der unsterblichen Meister kommt und zurück zu den „normalen“ Menschen ging, weil er einen Auftrag hat: Er will ihnen die uralte spirituelle Amartya-Tradition wieder nahe bringen.

So alt sei diese Tradition, dass sich kein heutiger Mensch mehr an ihren Ursprung erinnern könne, datiere dieser doch vor der letzten Eiszeit und damit vor mehr als 35 000 Jahren, erläutert der schlanke, feingliedrige Mann seinen Zuhörern im Yoga-Saal. Schon immer seien die Erdgeborenen von Wesen aus anderen planetaren Welten besucht worden, die ihnen bei der spirituellen Entwicklung behilflich waren. Die Erkenntnisse daraus seien über Jahrtausende ausschließlich mündlich weitergegeben worden; insbesondere hier die gehobenen Ebenen der Mantralehre, in der es auf punktgenaues Treffen der einzelnen Töne ankommt.

Heute bezeichnet sich Aaravindha als „globally renowned saumedhika seer – an advanced master rishi – and a lecturer, teacher and author“, was soviel bedeutet wie „weltweit bekannter spiritueller Seher mit einer besonderen Fähigkeit, Menschen wahrzunehmen –  fortgeschrittener heiliger Meister-Seher (Rishi)  –  Hochschullehrer, Lehrer und Autor“.  Er hat die Organisation Sambodha begründet. Diese bildet in den USA, in Kanada und Deutschland Lehrer aus, die die Erkenntnisse und Techniken der „solaren Linie“ weitergeben. Bei den Techniken handelt es sich vor allem um fortgeschrittene Meditation mit Hilfe von Bija-Mantras.

„Am Anfang war das Wort“ heißt es in der Bibel – ein Satz, der auf den ersten Blick leicht übersehen lässt, welche Macht in ihm steckt. Das „Wort“ besteht aus Lauten – aus Ur-Lauten, die mit Körper und Seele in Resonanz treten und daher ungeheure Wirkung entfalten können. In sehr weitem Ausmaß hat sich Joachim-Ernst Berendt mit diesem Thema unter dem Titel „Nada Brahma – die Welt ist Klang“ beschäftigt. Mystiker aller Glaubensrichtungen kennen die Mantra-Praxis, die diese Ur-Laute gezielt einsetzt. Wer hier forschen möchte, findet gute Ansätze etwa bei Markus Schmieke in „Mantras, das große Praxisbuch„. Der Autor erläutert unter anderem die vier Ebenen, über die ein Mantra wirkt: Die physische beeinflusst direkt den Körper, die mentale, in der die Bedeutung des Mantras als Energie mitschwingt, wirkt auf Aura und Geist, die karmische wird vom kausalen Körper wahrgenommen und die spirituelle, die mit dem Klang der verschiedenen Namen Gottes, wirkt direkt auf die Seele.

Hier setzt die Lehre Aaravindha Himadras an: Nicht nur die 49 bekannten Bija-Klänge, sondern auch ihre insgesamt 144 000 Zwischentöne sollen über die zusammen 144 000 Meridiane im Körper aufgenommen werden und das spirituelle Bewusstsein des Übenden erhöhen. Je mehr Übende ihr Bewusstsein erweitern, umso mehr wird sich das Gesamt-Bewusstsein auf der Erde erhöhen und Heilung eintreten: Das ist das Ziel.

HRIM AIM SHA

„Was ist das wichtigste im Leben“ fragt der ernste Mann mit dem eisgrauen, kurzen Haar auf dem Podest die rund 100 Teilnehmer zu seinen Füßen. „Geliebt zu werden, werdet ihr antworten – oder vielleicht doch eher: lieben zu dürfen? Die Liebe ist das Wichtigste, was es im Leben der Menschen geben kann.“

Angestrengte Stille im Raum – man kann das Denken hören.

Die Liebe, führt Aaravindha aus, sei weit mehr als die Zuwendung zwischen Lebewesen. Es handele sich um den Zustand, in dem wir alle einmal waren: Als Kleinkinder, noch nicht geprägt vom Stempel der Gesellschaft, als wir noch nicht die Dinge in gute und schlechte einteilten, als wir eins waren mit allem um uns herum und es  unvoreingenommen betrachten konnten. Zwei Säuglinge im Raum, die den ganzen Abend ruhig und sichtbar freundlich-fröhlich durchhalten, sind dafür das beste Anschauungs-Beispiel.

Wie kann nun der erwachsene Mensch wieder finden, was er als Kind noch wusste: dass er ein lebendiger Teil des göttlichen Ganzen ist, in dem alle Anteile des Göttlichen enthalten sind? Wie kann er erkennen, dass er nichts im Außen suchen muss, sondern alles in seiner eigenen Mitte finden kann?

„Ihr seid keine Materie, ihr seid reines Licht“, ruft Aaravindha  den Zuhörern zu und erklärt unter Zuhilfenahme der Erkenntnisse aus der Quantenphysik: „Wenn man die Körperzellen immer weiter unter dem Mikroskop vergrößert, sieht man zum Schluss nichts als unglaublich schnell kreisendes Licht. „Jeder einzelne Mensch ist eine vollständige Welle unbegrenzten Potentials im Meer der Möglichkeiten“, sagt der Meister. Sinnvoll sei daher, nicht bettelnd zu beten, sondern das eigene Potential zu entdecken und damit zu arbeiten.

Ein passendes Bild dazu hat er bereit: Man stelle sich vor, das unbegrenzte Licht-Potential –  das Göttliche im eigenen Selbst – sei unter einer Menge Schutt (der gesellschaftlichen Ansichten und der eigenen Meinung, was man in der Gesellschaft darzustellen habe) vergraben und habe daher Schwierigkeiten, bis nach oben, ins Bewusstsein zu leuchten. Es liege dort in zeitloser Stille und Harmonie, sehr viel leiser als die drangvollen, zeitgebundenen Stürme des alltäglichen Lebens. Erreichen kann man es nur, indem man selbst still wird; hinabtaucht wie ein Blatt in einen ruhigen See, immer dem Lichtstrahl folgend, bis an den Rand der Zeit, die Grenze zur Unendlichkeit, dort hin wo die Quelle ruht.

Wie das geht, wird gleich einmal geübt: „Lasst euch hineinfallen in den Klang und achtet besonders auf die Pausen zwischen den Lauten. Wenn ihr hier einen leisen Sog spürt, folgt ihm. Er wird euch zum Licht führen,“ rät Aaravindha und beginnt zu tönen: „Hrimmmmmmmm …… Aimmmmmmm…… Schahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh……“

In der Tat: Es ist leicht, dem Sog zu folgen.

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Im Video unten ein Webinar von Litlonge.tv mit Aaravindha.

Siehe auch: Sagenumwobenes Shambhala – verborgen in einem Himalaya-Tal,

Sternenstaub sind wir in (Gottes) Meer unbegrenzter Möglichkeiten

 und: „Befreit vom Tod zur Unsterblichkeit:  Das Maha Mrityunjaya Mantra“

Gold in Q2 2014: Zentralbanken stocken weiter auf, Investoren warten ab

Nach einem ungewöhnlichen starken Jahr 2013 kehrt die globale Nachfrage nach Gold dieses Jahr zu ihrem Langzeittrend zurück. Die gesamte Nachfrage im zweiten Quartal 2014 lag bei 964 Tonnen und damit 16 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2013. Das weist der World Gold Council in seinem aktuellen Halbjahresbericht aus.

Gold Q2

Die weltweite Nachfrage der Schmuckindustrie macht mehr als die Hälfte der Goldkäufe aus. Erwartungsgemäß liege sie dieses Jahr 30 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2013 (510 Tonnen). Q2 2014 war jedoch elf Prozent höher als das zweite Quartal 2012 und setzte damit den Aufwärtstrend, der seit 209 registriert wird, fort.

Indien und China sind mit EInkäufen von 154 und 143 Tonnen auch 2014 die Haupt-Akteure im Schmuck-Markt, wobei das zweite Quartal tradionell ein ruhigeres ist. Der indische Markt war überdies beeinflusst von den EInkaufsbeschränkungen, die im Wahljahr auf Gold eingeführt wurden und einer Sättigung, die durch EInkäufe im Vorfeld der Importbeschränkungen durchgeführt wurden.

Goldnachfrage nach SpartenAuf den westlichen Märten verzeichnete der World Gold Council derweil Zeichen der Erholung im Schmuckbereich. In den USA stiegen die EInkäufe um 15 Prozent auf 26 Tonnen, in Großbritannien um 21 Prozent auf vier Tonnen.

Die Zentralbanken kauften im zweiten Quartal 2014 118 Tonnen Gold und damit 28 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2013. Es war das 14. Quartal in Folge, in dem die Zentralbanken konsequent ihre Goldbestände aufstocken – der WGC führt dies auf Bestrebungen zurück, sich aus der Abhängigkeit vom Dollar durch bessere Diversifizierungen zu lösen. Auch die geopolitischen Spannungen im Irak und in der Ukraine seien für den weiter steigenden Goldankauf der Zentralnbanken mit verantwortlich.

Durchschnittspreis nach Quartalen

Die Gesamtnachfrage in Barren, Münzen und ETF stieg um vier Prozent auf 235 Tonnen. Die Investments in Barren und Münzen fiel in Q2 2014 jedoch um 56 Prozent auf 275 Tonnen. Verbreitete Unsicherheit über die Preisentwicklung in einem volatilen Markt habe die Aktivität der Investoren erheblich reduziert und eher hin zu ETF verlagert.

14-08-2014 14-43-14

In China eröffnet sich zurzeit ein enormer Wachstumsmarkt, den der WGC in einer separaten Studie untersucht hat. Augrund steigender Einkommen wird ein Wachstum der privaten Nachfrage bis 2017 um mindestens 20 Prozent von  zurzeit 1132 auf mindestens 1350 Tonnen im Jahr erwartet. Für die Studie wurden unter anderem 10 000 Chinesen befragt. China ist auch der weltgrößte Markt für Schmuck aus Silber und Platin.

Hier die aktuelle Statistik der nationalen Goldvorräte:

Top Gold Holdings June 2014

Weitere Berichte zum Thema Gold finden Sie im Blogarchiv Gold.

Update: Goldpreis narrt Experten wie Spekulanten

Update: Russland und Kasachstan bauen Goldreserven weiter aus

Update: 8 Kilo-Nugget gefunden – chinesische Regierung will Schatz einkassieren

Die Fed, die Zinsen, der Preis des Goldes und die Illusion eines freien Marktes

Hierzulande angesichts der Europa-Fragen weitgehend nicht berichtet wird über eine Diskussion, die sich am Dienstag nach dem Auftritt des Fed-Chefs Ben Bernanke vor dem Bankenausschuss des US-Repräsentantenhauses erheblich verschärft hat: Die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank steht zunehmend in der Kritik – vor allem durch republikanische Abgeordnete. Der Hintergrund der Kritik ist schnell erklärt: Das US-Finanzministerium schöpft die Gewinne der Federal Reserve ab, muss aber auch für deren Verluste gerade stehen. Und die summieren sich.

Seit der weltweiten Finanzkrise 2007 bis 2009 senkte die Fed nicht nur die Zinsen auf faktisch null Prozent. Sie kaufte auch für sagenhafte 2,5 Billionen (2500 Milliarden !!!) Dollar  Hypotheken und Schatzpapiere auf, um die langfristigen Zinsen niedrig zu halten. Zurzeit kauft sie monatlich für etwa 85 Milliarden Dollar Bonds auf – alles mit dem erklärten Ziel, die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen und die Zahl der Arbeitslosen signifikant zu senken.

Auf die Frage, wie lange es wohl dauern werde, bis die US-Arbeitslosenquote von jetzt 7,9 auf wenigstens 6 Prozent sinke, nannte Ben Bernanke das Jahr 2016 – und erntete scharfe Kritik: Sollte das geldpolitische Konzept zusammenbrechen, bedrohen den Staat nicht nur ein Schuldenberg, sondern auch galoppierende Inflation und extrem steigende Schuldzinsen.  Dennoch verteidigte der Notenbankchef auch gegen anderslautende Überlegungen innerhalb seines Hauses die Niedrigzins-Politik: Jede Änderung sei wirtschaftlich kontraproduktiv – im Übrigen verfüge man über die nötigen Tools auszusteigen, wenn die Zeit dafür komme (Quelle: Financial Post).

Bloomberg News ließen nun eine Studie anfertigen, in der Stresstest-Bedingungen der Fed für die systemrelevanten  US-Banken auf die Notenbank selbst angewendet wurden. Das Unternehmen MSCI Inc. (MSCI), ein anerkannter New Yorker Finanzdienstleister, ermittelte erschreckende Zahlen: Innerhalb der nächsten drei Jahre könnte der Marktwert der Fed-Papiere um 547 Milliarden Dollar sinken. Dieser Verlust würde sich auf weniger als die Hälfte dessen, nämlich 216 Milliarden Dollar reduzieren, wenn die Rechnung Bernankes aufgehen und sich die Wirtschaftslage Schritt für Schritt erholen würde.

Da die Zentralbank ihr Portfolio nicht öffentlich macht, so Bloomberg News, sei dieser Verlust aber möglicherweise nur ein Teil dessen, was an Belastungen auf den Straat zukomme – denn die Fed könne nicht Pleite gehen und daher problemlos mit Verlusten in den Büchern weiter operieren. Bernankes Geldpolitik ist die aggressivste in der gesamten Geschichte der Notenbank. Ob dieser Weg, Wirtschaftswachstum zu fördern gerechtfertigt war, wird sich erweisen, wenn die Zentralbank aus ihrer Notfallpolitik wieder aussteigt – ein Thema, das intern bereits die Gemüter erhitzt. Ben Bernanke ist 59 Jahre alt, seine zweite vierjährige Amtszeit endet am 31. Januar 2014. Er hat bisher nicht erklärt, ob er noch einmal antreten will.

27-02-2013 22-48-42

Der Zusammenhang zwischen der Fed-Bilanz und dem Goldpreis ist traditionell sehr eng, stellt Forbes fest und bezieht sich auf eine Untersuchung des Macquarie Research Instituts.  Diese Studie hat ermittelt, dass mit jeder Steigerung der Fed-Bilanz um 300 Milliarden Dollar der Goldpreis um 100 Dollar je Feinunze steigt. Setzt die Notenbank also ihre Ankäufe in gleicher Höhe fort, weitet sich ihre Bilanz allein in den nächsten sechs Monaten um 765 Milliarden Dollar aus – der Preis des Goldes würde allein dadurch um 16 Prozent steigen. Bereits jetzt hat die Politik Ben Bernankes die höchsten Steigerungen im Preis des Edelmetalls in der Geschichte seines Instituts verursacht.

Steigerung des Goldpreises in Proz unter den letzten 4 Fed-Chefs

Nun ist die amerikanische Notenbank aber nicht allein mi ihrer Strategie. Die EZB hat sich inzwischen in ihre Spur begeben. Nachdem bekannt wurde, dass nicht nur Spanien in der Krise steckt, sondern auch die Wirtschaft im EU-Schwergewicht Frankreich stagniert, hat sich durch die Italien-Wahl die Gefahr der nächsten Euro-Krise erheblich verschärft. Die Sparpolitik Mario Montis wurde von den Wählern nicht honoriert – dazu kommt, dass die politische Patt-Situation jede Bewegung im Keim ersticken könnte.

Bisher vertrauen die Märkte auf das Wort Mario Draghis, wonach die EZB alles nötige unternehmen werde, den Euro zu retten. Die Verunsicherung der Investoren werde wohl nicht den Grad erreichen, den es im letzten Jahr gegeben habe. Das Staatsanleihen-Kaufprogramm der EZB dürfte eine solche Eskalation verhindern, zitiert denn auch am Mittwoch das Handelsblatt den Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier.  Der Mannheimer Wirtschaftsprofessor Hans-Peter Grüner hält es sogar für möglich, dass der Markt irgendwann die Reichweite der Versprechen der EZB testen werde.

Der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, mahnt an: Eine  stabile Regierung, die den Reformkurs entschlossen fortsetze, sei nicht nur für Italien wichtig, sondern auch für den Zusammenhalt des Euroraums.

Im Rahmen einer Rede in München, erklärte am Mittwoch auch EZB-Chef Mario Draghi, der Geldpolitik der Zentralbank seien klare Grenzen gesetzt. Die Regierungen des Euroraumes seien daher dringend gefordert, nationale Strukturreformen umzusetzen und eine stabile politische und wirtschaftliche europäische Union zu bilden (Quelle: Financial Times). 

Auch in Japan ist mittlerweile die Notenbank auf dem Weg, der hoch verschuldeten Regierung das Leben zu erleichtern. Unter anderem geht es um eine massive Ausweitung der Geldmenge – ein Problem, das auch die USA und der Euroraum haben. Die Wirkung solcher Maßnahmen ist rund um den Globus die gleiche: Kurzfristige Entspannung auf den Finanzmärkten scheint diese Politik zunächst zu rechtfertigen. Auch der Goldpreis, der nach der Italien-Wahl von 1585 auf fast 1620 Dollar pro Feinunze hoch geschnellt war, pendelte sich bereits zwei Tage später wieder bei rund 1610 Dollar ein. Positive Wirtschaftsdaten aus den USA verstärkten am Mittwoch den Trend.

Geldpolitik ist Vertrauenssache. Das gilt besonders kurzfristig.

Langfristig lohnt es sich allerdings auch zu rechnen.

Siehe auch:

Warum der Goldpreis fällt

Italien und Frankreich: Der lange Abstieg in die Depression

Noch keine Entwarnung in der Eurokrise

Update: US-Haushalts-Streit: Ausgabekürzungen treten in Kraft

Update: US-Banken lösen Goldpreis-Bremse

Update: El Erian warnt die Fed davor, einen Währungskrieg anzufachen

Update: Japanische Notenbank beschließt Geldschwemme

 

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Die Entwicklung des Internets innerhalb von zehn Jahren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siehe dazu auch: Frauen übernehmen das soziale Internet – eine Analyse der Nutzer-Strukturen

 

Goldpreis-Spekulation: „Vervielfachung steht außer Frage“

Der Goldpreis wird steigen, da sind sich die Analysten einig, die sich diese Woche zahlreich mit der Entwicklung des Edelmetallpreises auseinandersetzten.

Der Gründe gibt es viele: Jochen Stanzl, Chefredakteur von Rohstoff-Report.de hat beispielsweise ausführlich untersucht, in welchem Maß die Förderkosten in Zukunft steigen werden, weil es nicht nur immer schwieriger aus seinem Trägermaterial herauszulösen ist, sondern auch zunehmen in politisch instabilen Regionen gefunden wird. Die zurzeit auf der Welt befindliche Goldmenge wird auf 160 000 Tonnen geschätzt. Nur in Zeiten hoher Preissteigerungen kehrt eine relevante Menge davon als Altgold auf den Markt zurück, wie zuletzt im Jahr 2009. Dazu kommt, dass seit der Krise 2009 die Zentralbanken weltweit daran arbeiten, ihren Goldschatz zu vergrößern, da die „Papierwährungen“, hier allen voran der Dollar, zunehmend an Wert verlieren.

„Wir wissen, dass die Fed heimlich auf dem Goldmarkt aktiv ist“, sagt GATA-Mitbegründer Chris Powell. Seit 1998 arbeitet das Gold Anti-Trust Action Committee (GATA) daran, Schieflagen und Manipulationen auf dem westlichen Edelmetallmarkt aufzudecken. Gegenüber dem TV-Sender Russia Today (RT) äußerte sich nun GATA-Mitgründer Chris Powell zu den aktuellen Entwicklungen, wie Goldreporter.de berichtet.

Die seit Januar stattfindenden Zählungen des US-Goldes hält er nicht für relevant. Entscheidend sei nicht, wie viele Goldbarren man zähle, sondern wem sie tatsächlich gehörten. Seiner Ansicht nach gibt es mehr Forderungen in den US-Büchern des, als man tatsächlich an physischem Gold nachweisen kann. Das wäre ein unglaublicher Betrug, der – wenn er bewiesen werden könnte – den Bedarf an physischem Gold in Windeseile in unermessliche Höhen steigern würde.

„Unsere Beschwerde ist nicht, dass sich möglicherweise über keine Goldbarren mehr in ihren verschiedenen Aufbewahrungsorten der USA befinden. Wir beanstanden, dass der Besitz dieser Goldbestände überzeichnet ist, dass es verleast oder es Gegenstand von Swap-Geschäften mit anderen Zentralbanken ist“, so Powell.

23 Prozent der offiziellen weltweiten Goldreserven befinden sich laut dem Pressebericht in den Fed-Tresoren: insgesamt rund 530.000 Goldbarren, 34.021 davon den USA zugehörig. Es gab auch immer wieder Gerüchte, große Teile der US-Goldreserven könnten nur aus einem Wolframkern mit Goldlegierung bestehen. Bei den Zählungen des US-Goldbestandes handelt es sich um Probebohrungen in 350 ausgewählten Goldbarren, die seit Januar in vollem Gang sein sollen.

Der  Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder (CDU) hat im März zusammen mit Reportern der BILD die Fed besucht, um das deutsche Gold zu sehen. Aber er biss in jeder Hinsicht auf Granit: Die deutschen Besucher bekamen weder die Goldbarren noch entsprechende Barren-Listen zu sehen. Und selbst in der Kommunikation gab es Widersprüchliches zu hören. „Ich war schockiert. Erst hieß es, es gebe keine Liste. Dann gab es doch Listen, die geheim seien. Dann sagte man mir, Nachfragen gefährden das Vertrauen zwischen Bundebank und Fed“, so Mißfelder. Die Bundesbank hat laut Bild-Informationen sogar versucht, die Berichterstattung über den Besuch in New York zu behindern (alle infos: Goldreporter.de)

Deutschland besitzt offizielle Goldreserven im Umfang von 3.396,3 Tonnen (World Gold Council, März 2012). Der Bundesrechnungshof hat bereits im Mai 2012 angeregt, die deutschen Goldbestände zurückzuführen (Welt online). Der damalige Bundesbank-Präsident Jens Weidmann habe versucht, die Spitze der Unionsfraktion zu bewegen, die Anforderung des Berichtes zu verhindern. Bisher hat sich an dieser Situation wenig verändert, wie wir vor wenigen Tagen berichteten.

Nachdem sich im Verlauf des Jahres nicht nur die Eurokrise, sondern auch die Zweifel am Bestand des Dollars erheblich zugespitzt haben, ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach Gold weiter steigt. Dieses Thema wird unter Privatkäufern wie Spekulanten hoch emotional diskutiert: Wann wird der Kaufpreis von 2000 Dollar überschritten? Wo ist eine mögliche Obergrenze?

Jochen Stanzl hat nun die Fibonaci-Zahlen zu Hilfe genommen, die bei Chart-Analysen häufiug eine Rolle spielen. In einem gut verständlichen Video erklärt er, wann und warum sich der Goldpreis vermutlich vervielfachen wird. Für schwache Nerven und Kurzzeit-Spekulanten ist dennoch Vorsicht geboten: Sobald die Märkte durch Entwicklungen beunruhigt werden wie etwa zum Wochenende die aktuellen Exportzahlen Chinas, schnellt der Goldpreis in die Höhe – bei „Entspannungsmaßnahmen“ etwa der Fed oder der EZB, fällt er umgehend.

Der Goldpreis wird steigen, sagt auch Dr. Thorsten Polleit (degussa-goldhandel.de). Warum? Weil die Zentralbanken immer mehr Geld drucken Eine steigende Geldmenge sorgt für steigende Preise und damit auch für steigende Goldpreise. Das Papiergeldsystem vor dem Absturz zu bewahren, wird immer weiter reichende Eingriffe in die privaten Freiheiten und Eigentumsrechte erforderlich machen, glaubt Polleit und stellt in jüngerer Zeit eine wesentliche Veränderung fest: Aufwertungen des Dollarkurses gingen bisher immer mit sinkendem Goldpreis einher. Anders ist es bei den Veränderungen des Goldpreises in Euro gerechnet und dem EURUSD-Wechselkurs von 2000 bis 2012. Hier lag die jährliche, von Wechselkursbewegungen unabhängige Steigerungsrate des Goldpreises in Euro gerechnet bei 15,3 Prozent!

Es gibt also zwei Möglichkeiten, am Goldpreis zu verdienen: Die eine ist langfristig, nervenschonend und relativ sicher: Geld, das aktuell nicht benötigt wird, können Sie unbesorgt in Gold anlegen: Es wird auf jeden Fall seinen Wert mindestens behalten, auf Dauer steigern.

Der andere ist anstrengend, erfordert Nerven, Zeit und Aufmerksamkeit, kann aber kurzfristig bei entsprechend Kapitaleinsatz hohe Gewinne bringen: Beobachten Sie die täglichen politischen Aktivitäten und traden Sie  tagesaktuell.

Update: Fünf Jahre Krise und kein Ende in Sicht… wenn die Geldmenge steigt, flüchten Anleger in nicht beliebig vermehrbare Ziele.

Update: In China und Russland entstehen die ersten goldgedeckten Fonds

Update: Aufschlussreiches CNBC-Video (englisch): Goldstandard geht nicht, weil….