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Kundalini: Die universelle göttliche Kraft ist frei von allen Ich-Ansprüchen

Das Erwachen der Kundalini – was genau ist das?

Je nach Ausrichtung sehen westliche Spirituelle darin höchste Öffnung des Geistes, höchste körperliche Fähigkeit der Verbindung mit dem gegengeschlechtlichen Partner – oder beides – oder auch kuriose Mischungen mit allerlei anderen Zielen. Tatsache ist: Das Wecken und Aufsteigen der Kundalini ist ein spiritueller Weg, der aus dem Hinduismus kommt. Er befreit vom individuellen Ich und dem dualistischen Denken. Mit Hilfe großer Disziplin und langer Übung wird der Mensch zu dem multi-dimensionalen Wesen, als das er von der Natur her angelegt ist und damit frei, seine göttliche Natur zu leben.

Yogi Ananda Saraswathi ist ein indischer Gelehrter, der in facebook den hinduistischen Pantheon und Wege zur Erleuchtung erläutert. In diesem Blog übersetze ich einige seiner englischen Texte, die Fachwissen und Interpretation auf ungewöhnlich sachliche Weise verbinden. Hier sein Text zu Kundalini.

Kundalini ist die symbolische Entsprechung für Shakti – die ursprüngliche kosmische Energie – dazu gedacht, sich durch das gesamte Universum zu bewegen. Shakti stellt sich dar in Lalita (Bild), Kundalini und Parvati. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem allmächtigen Gott und seiner Shakti, so wie es keinen Unterschied zwischen der Sonne und ihrem Licht gibt.

Statue der Göttin Lalita

Deshalb ist Shakti die personifizierte weibliche Energie und kreative Kraft. Sie ist die große göttliche Mutter. Indem sie sich manifestiert, wird sie zum weiblichen Körper, zu Schöpferkraft und Gebärfähigkeit. Shaktis kosmische Existenz und ihre Befreiung werden sichtbar in ihrem Wesen als Kundalini Shakti.

Zu Beginn der Schöpfung nahm Göttin Kundalini ihren Körper an und wurde im Rad der Manifestation mit ihren Gefühlen verbunden. Sie erwärmte ihren heilenden Geist und die regenerative Energie aller weiblichen Menschen in ihrem Mutterleib. Die Weiblichkeit einer Frau kann nicht existieren, wenn sie von ihrer Shakti getrennt ist – Shakti ist eine Metapher für Fraulichkeit.

Diese Shakti wird in der Folge die Gefährtin männlicher Götter und später selbst zur Göttin. All ihre Shakti-Vertreterinnen repräsentieren sie. Die ultimative Shakti ist Adi-Parashakti. Sie verkörpert sich als Göttin Devi. Ihre Entsprechung im Tantra ist Tripurasundari, die sich wiederum als zehn verschiedene Shaktis verkörpert.

Devi Pankreti ist im Zusammenhang mit Shakti die Kraft, die Kundalini, Kriya, Itcha, Prana, Inana und Mantrika verbindet. Jede von diesen wohnt in einem Chakra. Prakriti bedeutet Natur. Die Bhagavat Gita  beschreibt sie als primär motivierende Kraft. Kriya wird allgemein als die Praxis im Yoga bezeichnet – die Handlung also.  Je nach Standpunkt handelt es sich dabei um eine körperliche Übung oder die Bezeichnung für das Erwachen der Kundalini. Es gibt auch spontane Körper-Bewegungen, die entstehen, weil die Kundalini-Energie erwacht.

Iccha-Shakti bedeutet Willenskraft, Prana heißt Lebenskraft. Kundalini-Yoga besteht aus aktiven und passivem Pranayama, eine Erweiterung der Lebenskraft. Die Mantrika-Shakti bezieht sich auf Mantras, bedeutet aber mehr als einfach Shakti: Ein Mensch, der die absolute Wahrheit spricht, ein Satyavaan, kann im Extremfall die Fähigkeit haben, seine Worte zu materialisieren.

Shiva ist omnipräsent, unpersönlich und inaktiv. Er ist reines Bewusstsein. Shakti ist dynamisch, in Bewegung. Shiva und Shakti sind verbunden als Prakasa und Vimarsa. Shakti oder Vimarsa ist die latente Energie im reinen Bewusstsein. Vimarsa lässt die Welt der Unterscheidung entstehen: Shiva ist Chit (Bewusstsein) Shakti ist Chidrupini (Kraft in Bewegung). Brahma, Vishnu und Shiva erfüllen ihre Aufgaben der Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung, indem sie Shakti gehorchen. Shakti besitzt Iccha – die Willenskraft, Inana – das Wissen und Kriya – die Kraft der Bewegung. Shakti-Tattwa und Shiva-Tatwa sind nicht trennbar. Shiva ist immer da, wo Shakti ist. Shiva und Shakti sind eins.

Sri Yantra

Shaktismus ist nicht nur eine Theorie oder Philosophie: Er beschreibt den Sadhana-Yogaweg, die strenge Disziplin, die Temperament, Fähigkeit und Entwicklungsgrad des Sadhaka begleitet. Sadhana bedeutet, die Shakti-Kraft zu wecken, aufzubauen und zu entfalten. Der Shaktismus hilft dem Lernenden, die Kundalini aufzurichten und mit Shiva zu vereinen, um die Glückseligkeit des Nirvikalpa Samadi zu erleben.

Ein Shakta übt Sadhana, um die Vereinigung von Shiva und Shakti über das Erwachen der Kräfte zwischen den Körpern zu erreichen. Er wird ein Siddha im Sadhana, wenn es ihm (ihr) gelingt, Kundalini in den sechs Chakras zu erwecken. Auf welche Weise man den Sadhana-Weg geht, hängt von den Neigungen und Fähigkeiten des Sadhaka ab.

Alles, was man im Universum finden kann, ist auch in jedem einzelnen Individuum zu finden, denn der Mensch ist eine Miniaturausgabe des Universums. Ein Weg, das Göttliche im menschlichen Körper zu erleben, ist Kundalini  Sadhana. Das Wort Kundalini kommt aus dem Sanskrit und bedeutet sowohl „aufgewickelt“ , als auch „an der Basis der Wirbelsäule zusammengerollt sein wie eine Schlange“. Kundalini beschreibt eine schlafende Schlange – oder besser: die Natur der Schlange. Das ist die höchste Energie von Mahashakti  Prakriti. Diese Shakti wohnt im Wurzelchakra und ist dreieinhalbmal um den Shivalinga gerollt.

Parvati lebt mit Shiva als seine Shakti. Sie ist Mahadevi, die göttliche Mutter des Universums. Kundalini ist aufgestiegen durch die sechs Lotus-Zentren in der Wirbelsäule, auf ihrem Weg zum Scheitelchakra, dem tausendblättrigen Lotus, wo sie sich mit Shiva vereint. Diese Vereinigung ist das Ziel des Sadhaka.

Durch sechs Chakras steigt Kundalini auf, um im siebten mystische Hochzeit zu feiern
Durch sechs Chakras steigt Kundalini auf, um im siebten mystische Hochzeit zu feiern

Methaphorisch wird Kundalini oft verglichen mit der Kraft, die durch die Wirbelsäule aufsteigt, um sich dann mit ihrem göttlichen Gefährten Shiva zu vereinigen. Die mystische Hochzeit im Kronenchakra symbolisiert die Vereinigung der männlichen und weiblichen Energie in unseren Körpern, die unsere multidimensionale Entwicklung ermöglicht.

Kundalini kann nicht mit persönlichen Vorteilen oder egoistischen Interessen verbunden werden. Die Kundalini-Energie ist nichts anderes als die natürliche Energie des Selbst – dort wo das Selbst Paramatma ist, das universelle Bewusstsein, das jedem Wesen innewohnt. Der individuelle Geist mit seinen Ich-bezogenen Gedanken verhindert, dass sich diese natürliche Energie unverfälscht zum Ausdruck bringen kann.

Das Erwachen der Kundalini ist also der Beginn einer, der Zustand vollständigen Erwachtseins der Höhepunkt einer spirituellen Entwicklung. Atma-vichara, auch intensive Selbst-Erforschung in Meditation genannt, wird als sehr einfacher und natürlicher Weg angesehen, dieses Ziel zu erreichen.

Wenn das Ich schweigt, kann sich das Selbst erkennen...
Wenn das Ich schweigt, kann sich das Selbst erkennen…

Siehe auch:

Ardhanareshwara: Das tantrische Prinzip von Shiva und Shakti 

und: Naga, Shesha, Kundalini: Das machtvolle Symbol der Schlange 

Erwecken der Kundalini birgt Risiken

 

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Maya-Kalender und der 21.12.2012: Ist der Mensch bereit für (s)eine Zukunft?

Entfesselte Gewalten führen eine »Sintflut« herbei. Sie werden durch drei furchterregende Gestalten repräsentiert: Unter der Hieroglyphenreihe ist das Himmelskrokodil zu sehen, das hier zerstörerische Wasserfluten speit. Aus zwei Finsterniszeichen strömt ebenfalls Wasser. Über einem schwarzen, mit Speeren und Wurfbrett bewaffneten Unterweltsgott mit Eule im Kopfputz, schüttet die alte Göttin Ix Chel (Chak Chel) mit Schlangenkopfputz und gekreuzten Knochen auf ihrem Kittel aus einem Gefäß Wasser mitsamt den Hieroglyphen für das Datum 5Eb aus.

Dieses Bild im Maya-Kalender symbolisiert, was zurzeit weltweit Millionen von Menschen bewegt: Die Frage, was am 21.12.2012 passieren wird. An diesem Tag endet nach nach 5126 Jahren der längste Zyklus des Maya-Kalenders – es kehrt das Ausgangsdatum zurück. Was bedeutet das nun genau? Dieser Blog ist ein Versuch, sich anhand von Fakten auf den 21. Dezember vorzubereiten.

Millionen von Menschen haben sich bereits in Mittelamerika versammelt, um bei den verschiedenen bekannten Maya-Heiligtümern den „Weltuntergang“ zu erleben – oder auch den Beginn der Zukunft zu feiern? Auch Dr. Masaru Emoto, der japanische Forscher, der die Wirkung äuißerer Einflüsse auf Wasserkristalle dokumentiert hat, lädt zu einem großen Event ach Guatemala ein.

Angesichts der Komplexität des Maya-Kalenders, der eigentlich aus drei verschiedenen ineinander verzahnten Systemen besteht, darf man getrost davon ausgehen, dass die Mehrheit der Menschen sich nicht die Mühe gemacht hat, zu verstehen, was das Datum des 21. Dezembers (sofern es denn das richtige Datum ist, auf das sich die Forscher geeinigt haben) aus Sicht der Maya genau bedeutet. Deshalb herrscht in esoterischen Kreisen teilweise vielfältige, diffuse Angst. Sie reicht von nicht genauer definierten Befürchtungen einer Art „jüngsten Gerichtes“ über einen Meteoriteneinschlag auf der Erde bis hin zu großem spirituellem Eifer, um sich der „Freischaltung der 12-Strang-DNS“,  die seit dem Untergang von Atlantis wegen Machtmissbrauches für das menschliche Geschlecht „gesperrt“ ist, würdig zu erweisen.

Weniger esoterisch geprägte Menschen haben konkrete Katastrophenängste – legen Nahrungsmittelvorräte an, reservieren sich Plätze in Bunkern und ähnliches mehr. Spötter erinnern an diverse Weltuntergänge, die unter anderem Jehovas Zeugen vergeblich vorausgesagt haben und amüsieren sich über die allgemeine Aufregung. Kalt lässt das Datum allerdings, je näher es kommt, kaum jemanden.

Zunächst also die Fakten:

Die Maya glaubten, wie alle mittelamerikanischen Völker – und übrigens auch die Hindus –  dass die Welt mehrfach geschaffen und wieder vernichtet wurde. Nach ihrer Überlieferung gingen der bestehenden Welt bereits vier andere Weltzeiten voraus. Aber: Der 21. Dezember 2012 ist nicht das Ende eines Zyklus, sondern „nur“ ein entscheidender Einschnitt. Um das genauer zu verstehen, muss man sich die Zeitrechnung wenigstens in groben Zügen ansehen.

Die Maya benutzten drei verschiedene Kalenderzyklen: einen Weissagungskalender zu 260 Tagen (tzolkin), einen zweiten Zyklus des Sonnenjahres mit 18 Monaten zu je 20 Tagen (haab), an die fünf ungezählte Tage angehängt wurden, und schließlich einen Zyklus von 52 Jahren zu jeweils 365 Tagen, die Kalenderrunde.

Der Ritualzyklus von 260 Tagen (tzolkin) ergab sich aus der Permutation von 13 Zahlen mit einer festen Folge von 20 Tagesnamen. Er basiert auf dem Venuslauf und enthält sehr genaue Angaben zu Mond-, Sonnen- und Marsphasen.

Kombiniert man die Zählung des Weissagungskalenders mit der des 365tägigen Sonnenjahres (haab), so erhält man die 52 Jahre umfassende Kalenderrunde, das mesoamerikanische Pendant zu unserem Jahrhundert.

Außerdem gab es das Prinzip der Langen Zählung, die ununterbrochene Zählung der aufeinanderfolgenden Tage seit dem viele tausend Jahre zurückliegenden Kalenderrundendatum 4 Ahau 8 Cumku, dem Nulldatum.

Anders als die Daten der Kalenderrunde, die nur innerhalb eines nie endenden Zyklus von 52 Jahren einzuordnen sind und sich immer wiederholen, geben die Daten der Langen Zählung eine Tageszählung wieder, die im Jahr 3114 v. Chr. begann und den 21.12.2012 n. Chr. besonders markiert. An diesem Tag kehrt der Zahlenwert des Ausgangstages (13.0.0.0.0) wieder.

Das Datum 13.0.0.0.0 4 Ahau 8 Cumku wurde als Tag der Schöpfung der Welt in ihrer gegenwärtigen Form angesehen.

Dieser Zahlenwert tritt nach der Schematik des Mayakalenders zwar regelmäßig nach 1.872.000 Tagen (ca. 5128 Jahren) ein. Die Datumsangaben der langen Zählung unterscheiden sich jedoch beim Wiederkehren durch eine unterschiedliche Position im Haab-Jahr. So fällt das Datum 13.0.0.0.0 im Jahre 3114 v. Chr. auf den Tag 8 Cumku, im Jahre 2012 auf den Tag 3 Kankin, danach auf 18 Ch’en, usw.  Im Jahr 2012 vollenden sich erstmals wieder genau 13 Baktun – das sind etwa 5126 heutige Kalenderjahre. Die Zahl 13 galt den Maya als heilige Zahl,  wie in verschiedenen anderen Kulturen auch.

Nun haben die Maya aber nachweislich über den Endtag des 13. Baktun sowohl weit in die Vergangenheit wie in die Zukunft gerechnet und mit diesen Daten mythisch-dynastische Ereignisse verbunden. Für in die Zukunft gerichtete Daten folgt nun auf 13 Baktun  14 Baktun, darauf wiederum 15 Baktun, usw. Erst nach Vollendung von 19 Baktun springt der Kalender nicht auf 20, sondern zurück auf 0. Um Eindeutigkeit herzustellen wird nun eine neue Zähleinheit in die Lange Zählung aufgenommen (mehr dazu in Wikipedia und im Film weiter unten).

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Zum Bild des 21. Dezember 2012 (siehe oben) gibt es durchaus mehrfache Möglichkeiten der Interpretation: Zunächst ist zu bedenken, dass die Maya in drei Welten dachten: Unterwelt, Mittelwelt (die Gegenwart, in der sie lebten) und obere Welt, entsprechend den Gestirnen, in denen sich wiederum Götter ausdrückten. Göttin Ix Chel  war als Erd- und Mondgöttin Schutzherrin der Wasser, des Regenbogens und der Schwangeren; der Vogel Muam (Schreieule) auf dem Kopf des Gottes der Unterwelt steht für Wiedergeburt. Die Schrift  wurde von oben nach unten gelesen. Ein erheblicher Rückgang der Niederschlagsmengen, das ist inzwischen erwiesen, ist einer der entscheidenden Faktoren, die zum Untergang der Maya-Kultur führten. Mit dem Mangel an Regen kämpft die Landwirtschaft in Yucatan immer noch.

Was wäre nun , wenn man das Bild positiv interpretiert? Dann würde rettendes Wasser für eine Wiedergeburt  gespendet….

Letztlich ungeklärt ist die Bedeutung des Datums 5Eb, das im von Ix Chel gespendeten Wasser enthalten ist und erschließen könnte, welcher Art das Wasser nun ist, das Ix Chel ausgießt. Einen Hinweis gibt möglicherweise der Österreicher Johann Köstner, der sich in seinen zahlreichen Schriften unter anderem mit Geburts- und Jahres-Kin in Bezug zu Ton und Siegel beschäftigt hat.

Köstner nennt Ton Fünf den „Oberton Ton“ und ordnet ihm Führerkraft durch Tun zu. Der Mensch entfaltet sein Potential, nimmt sich und sein eigenes Ego an. Dabei muss er die Schattenseiten seines Egos, will heißen pures Machtbedürfnis als Wert an sich, zunächst einmal überwinden. EB ordnet Köstner einem ähnlichen Thema zu: Hier geht es um die Polarität des freien Willens im Umgang mit dem Karma, um das Lebensthema heraus zu arbeiten. Der Mensch geht durch seine persönliche Hölle, bis er gelernt hat, nicht mehr zu bewerten, nicht mehr zu verurteilen, sondern aus dem Herzen heraus zu leben.

Zugegeben: Es ist nur eine weitere Spekulation. Aber die Interpretation könnte zum Tagesbild des 21. Dezember passen. Dann geht es um nicht mehr, aber auch nicht weniger als die Frage: Ist der Mensch – BIN ICH – reif für die Entwicklung (m)einer Zukunft, die jetzt beginnt?

Dass eine Zukunft beginnt, ist auch im Dresdner Codex vermerkt: Dort findet sich eine Anleitung für Neujahrszeremonien (Bild ganz unten), die laut neuster Forschung auf das Bild des Weltuntergangs folgte.

Zurück zu den Fakten:

Eine der großen Schwierigkeiten in der Deutung der alten Kalender besteht darin, dass fast alle im Inquisitionseifer der Spanier vernichtet wurden. Die Maya fertigten nur wenige Aufzeichnungen in oder auf Stein an, sondern schrieben auf „Papier“ aus der Rinde des Feigenbaumes. Es gibt nur vier erhaltene Exemplare, von denen eines allgemein als Fälschung gilt. Erhalten sind

der Codex Tro-Cortesianus (Madrid, Museo de América): Der in zwei Teilen überlieferte, insgesamt 7 m lange Codex ist nachlässiger in der Ausführung, weshalb man ihn auch erst in das 15. Jh datiert. Digitalisate

Der Codex Peresianus (Paris, Bibliothèque Nationale de France, Fonds Mexicain, No. 386)  wurde 1859 in einem Müllkorb der damaligen kaiserlichen Bibliothek zu Paris gefunden. Er ist mit 1,40 m die kürzeste, nicht vollständig erhaltene Handschrift (11 Blätter, in sehr fragilem Zustand). Die Beschriftung und Bemalung ist nur noch im Mittelteil der Seiten zu erkennen. Er wird auf ca.1300-1500 datiert.

Der Codex Grolier10 Seiten eines ehemals zwanzig Seiten umfassenden Venuskalenders aus dem 13. bis 14. Jahrhundert wurde in einer Höhle im Hochland von Chiapas gefunden und 1971 Josué Saenz zum Kauf angeboten. Saenz schenkte das Fragment der mexikanischen Regierung, die es jedoch nicht öffentlich zugänglich aufbewahrt. Eine Radiokarbondatierung bestätigte zwar die Echtheit des Beschreibstoffes, aber die Echtheit der Bemalung wurde von führenden Forschern nicht bestätigt.

Am besten erhalten ist der Dresdner Codex. Er wurde 1739 vom Bibliothekar Johann Christian Götze in Wien erworben, im 19. Jahrhundert als Maya-Handschrift erkannt und ist heute das älteste sowie am besten erhaltene Dokument der Maya. Er besteht aus 39 doppelseitig beschriebenen, ursprünglich als Leporello gefalteten Blättern aus Feigenbaumrinde, die in 2 Streifen mit einer Gesamtlänge von 3,56 m zwischen Glasplatten in der Schatzkammer der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) ausgestellt sind, enthält verschiedene Almanache, Weissagungskalender, astronomische Tafeln, rituelle Vorschriften und zahlreiche Götterdarstellungen und gilt als Schlüsseldokument für die Entzifferung der Maya-Hieroglyphen und für die Erforschung der Astronomie und Zeitrechnung der Maya.

Die SLUB hat den Kalender komplett digitalisiert und stellt ihre Informationen allen Interessenten frei zur Verfügung. Dazu gehören umfangreiche Erläuterungen, die Deutung ausgewählter Seiten, die Möglichkeit, Fotos herunterzuladen oder Faksimile-Ausgaben zu kaufen. Auf diese Weise sind ein großer Teil der Forschungsergebnisse jedem Interessenten frei zugänglich, so dass sich jeder ein persönliches Bild machen kann.

Das ist auch die einzig sinnvolle Empfehlung, die man zur Bedeutung des 21. Dezembers 2012 geben kann: Der Tag der Wintersonnenwende wird ein Silvestertag für ein langes „Jahr“ sein – was die Zukunft bringt, wird wie immer davon abhängen, wie sich der Einzelne dieser stellt.

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Nachsatz: Zum 21. Dezember 2012 gibt es noch einige andere Thesen: Zum Beispiel die, dass unsere Sonne dann mit dem Zentrum der Milchstraße auf einer Linie sein wird, das die Pole wechseln oder dass der Komet Nibiru die Erde treffen wird. Die NASA hat dazu eine Seite mit Fragen und Antworten eingerichtet, aus der hervorgeht, dass sie nichts von alledem kurzfristig erwartet.

Und: Im Video unten, ausgestrahlt in der ARD, erklären zwei böhmische Forscher, dass sich alle verrechnet haben und die Apokalypse – so sie denn kommt – erst in 116 Jahren zu erwarten ist.

 

Update: Rückschau auf den 21.12.2012

Update: Der Maya-Code wird in Bonn entziffert

 

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