Die Integration Andersdenkender braucht Regeln – sonst wird sie misslingen 2

„Hajo Friedrichs, herausragender deutscher Fernsehmoderator, hat sich unsterblich gemacht mit diesem Satz: «Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten.» Wenn Friedrichs das noch miterlebt hätte, was seine Medien, vor allem das Fernsehen, heute veranstalten: Empörung, Betroffenheit, Moralin morgens, mittags, abends, nachts. Das Ausblenden der Realitäten in Flüchtlingslagern, jeden Tag 10 000 neue Flüchtlinge, von denen die Hälfte entweder gar keine sind – oder Analphabeten oder künftig Fälle für die Sozialkassen.(…)

Die Menschen im Land haben angesichts der muslimischen Flüchtlingsmassen Fragen: Wie gehen wir mit unseren Frauen um? Wie stehen wir zum Staat Israel? Wie tolerant sind wir gegenüber Andersgläubigen? Wie viel ist uns unsere Verfassung wert? CDU-Wähler hätten gerne, dass die angeblichen oder tatsächlichen Flüchtlinge darauf einen Schwur ablegten, am besten schon bei der Ankunft – dann wären sie willkommen.

Denn Asylbewerber sind nicht an sich und als solche willkommen, wie Frau Merkel offenbar glaubt. Ihr Satz «Das Grundrecht auf Asyl kennt keine Obergrenze» ist nicht nur weltfremd, er ist verantwortungslos wegen der Botschaft, die in ihm steckt. Natürlich gibt es auch im Asylrecht eine Grenze, und zwar die Belastungsgrenze des Staates. So einfach ist es.

Dass Angela Merkel dieses nicht (mehr) auszusprechen imstande ist, zeigt, wie weit sie sich entfernt hat von ihren Wählern. Diese würden gerne einmal hören, wie Deutschland 2020 aussehen soll oder 2025 oder 2030.Was ist das Ziel, was ist der Plan? Stattdessen hören sie, wie die Kanzlerin mit beleidigtem Unterton einer höflichen und ernsthaften Fragestellerin, die sich wegen des massenhaften Zuzugs von Muslimen sorgte, riet, es wäre gut, wenn die Christen wieder öfter in Kirche gingen. Aha. Das haben die Christen in Syrien auch getan. Viele von ihnen leben nicht mehr.“
tiedje-DW-Politik-BerlinAm 2. November – also vor den Anschlägen von Paris, erschien in der NZZ dieser Artikel mit dem Titel „Merkeldämmerung„. Der Autor, Hans-Hermann Tiedje war unter anderem Chefredakteur von «Bild» und persönlicher Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl; heute ist er Aufsichtsratschef der Kommunikationsagentur WMP EuroCom AG in Berlin. Unter anderem heißt es weiter:

„Eben noch wurde den deutschen Steuerzahlern und Wählern erzählt, für Lohnerhöhungen, Strassenbau und Kitas sei kein Geld mehr da. Und kaum trafen die ersten Flüchtlingszüge ein, war wieder Geld da. Wie soll das einer verstehen, der an den Staat glaubt? Wie soll einer die täglichen Sozialfloskeln von Politikern bewerten, nach dem Motto: «Sie haben doch nichts gegen Flüchtlinge, oder?» und: «Mit der Integration machen Sie sich bitte keine Sorgen, das wird schon klappen.»

Die Wähler aber machen sich Sorgen, und sie haben ihre täglichen Erfahrungen mit dem Thema Integration.“

So ist es.

Und es ist leider eine Tatsache, dass sehr leicht in die rechte Ecke gerückt wird, wer diesen Sorgen Ausdruck verleihen will oder wer klare Regeln im Umgang mit den vielen Zuwanderern, bzw. gerechtes Verteilen von Mitteln im Hinblick auf einheimische Bedürftige fordert. Mag sein, dass wir gefangen sind in unserer nationalsozialistisch-rassistischen Geschichte und dem daraus resultierenden globalen Bewusstsein von Schuld. Aber richtig ist das deshalb noch lange nicht.

Hier zwei nachdenkliche und warnende Stimmen. gefunden in Facebook. Geschrieben von zwei Menschen jenseits der 50, die eine Deutsche, der Andere inzwischen Deutscher. Was sie beschreiben, ist bezeichnend für Erfahrungen einer breiten Bevölkerungsmehrheit:

Irene Söding postete in ihrem Facebook-Account nach den Anschlägen von Paris diese Gedanken:12052437_10208020095605356_5469555538053870199_o

„Ich, die ich im Jahre 1982 als junger Mensch mit einem Kopf voller Träume und einem Herzen voller Liebe nach Berlin kam und später 24 Jahre lang in einer Berliner „Kiez“-Schule in Kreuzberg (mit Schülern aus 27 verschiedenen Nationen) arbeitete, habe die Verwandlung „meiner“ ehemaligen „Multikulti“-Stadt im Laufe der Jahre deutlich gespürt.
Ich habe viele liebe Menschen aus anderen Kulturen kennen gelernt und mich mit ihnen angefreundet, war zum Beispiel auch zu der arabischen Hochzeit einer ehemaligen Schülerin eingeladen, die sich wünschte, dass ihre ehemalige Lehrerin an ihrem „großen“ Tag dabei wäre.
Ich habe sehr liebe türkische Familien kennen gelernt, wir wertschätzten uns gegenseitig, bis zu einem gewissen Grad konnte ich beobachten, wie und dass Integration stattfand.
Doch kam es an anderen Orten zu einer Ghettoisierung, sprich, es gibt nun Viertel, die nahezu ausschließlich von Menschen bewohnt werden, die muslimischer Herkunft und offen-sichtlich nicht integrationswillig sind, weil sie die deutsche Gesellschaft und deren Werte missbilligen.
Wenn der Wille, sich in die fremde Gesellschaft zu integrieren, fehlt und es dazu kommt, dass ausländische Familien derselben Nationen in räumlicher Nähe (und ohne deutsche Nachbarn) in einem Stadtteil leben, kann Integration nicht stattfinden.
Die Integration, sprich das Berliner Projekt, unser, auch mein Traum von einer „mulitkulturellen Gesellschaft“ ist großflächig gescheitert.

Wie wird es weiter gehen?…“

Irene Söding ist vor einem Jahr inzwischen in die Dominikanische Republik ausgewandert. Obwohl sie dort keinerlei Unterstützung aus sozialen Systemen erwarten kann und das Leben keineswegs ein Zuckerschlecken ist, hat sie nicht vor, zurückzukehren. Im persönlichen Gespräch berichtet sie weiter:

Die Mutter einer Schülerin sagte mir einmal, sie könne die muslimisch geprägten jungen Männer nicht ertragen. „Warum nicht?“, fragte ich sie. Und sie erzählte, dass ihre jugendliche Tochter im Bus hörte, wie sich eine Gruppe junger Muslime unterhielt und alle einer Meinung waren: Zum Ficken seien die deutschen Mädchen gut genug, aber heiraten? Nein, sie seien ja dann „gebraucht“ und „schmutzig“, geheiratet werden die jungfräulichen Mädchen muslimischer Prägung…

Es ist ja auch so, dass immer wieder türkische oder arabische Mitschülerinnen zu Feiern eingeladen werden, sie dann nicht kommen und die Einladenden durchweg vergebens auf eine Gegeneinladung warten.

Wenn es bei der Planung von Klassenfahrten darum ging, wer mit wem in ein Zimmer geht, dann möchten die muslimischen Mädchen immer gerne unter sich bleiben. Vielleicht haben die Eltern ihnen das so vermittelt, dass die deutschen Mädchen nicht so rein und gut sind? Ach je, das ist ein schwieriges Thema…“

Ja, in der Tat: Die Einstellung zu Frauen ist in Bezug auf muslimische Einwanderer ein besonders kritischer Punkt, das musste ich am eigenen Leib erfahren. Auch mir  wurde vom algerischen Fußball-Freund meines damaligen Lebensgefährten fast wörtlich das Gleiche vermittelt wie der jungen Schülerin.

Bei unserer ersten Begegnung, fragte der, ohne mich eines Blickes zu würdigen, meinen Lebensgefährten unverblümt, ob ich seine Frau oder seine „Nutte“ sei.

Auch nach Jahren durfte ich seine Wohnung nicht betreten, seine Frau nicht mit mir reden. Das wäre allerdings ohnehin nicht möglich gewesen: Sie war mit ihm verheiratet worden, ohne ihn zu kennen, war direkt aus Algerien gekommen, nie in der Schule gewesen und sprach unsere Sprache nicht.

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Imad Karim ist gebürtiger Libanese, lebt seit 1977 in Deutschland und arbeitet als freier Fernsehjournalist, Filmautor und Regisseur.

Bereits am 14. Oktober postete er diesen berührenden Text:

„Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz NICHT mehr

Am 05.12.1977 kam ich mit 19 in West Berlin als Student an. Ich studierte, las und versuchte mich zu informieren über meine Umgebung, über die Menschen, deren Alltag ich von nun an teilen würde. Ich ging in Museen, besuchte die Dauerausstellung “ Deutsche Geschichte“ im damaligen Reichstag an der Mauer. Ich begann rückwärts, zuerst bei der Geschichte der BRD, der deutschen Teilung, dem zweiten Weltkrieg, der 12.jährigen NS-Herrschaft, der Weimarer Republik, dem ersten Weltkrieg und tauchte weiter in der „Vormärz-Zeit“ 1848/49 und tiefer zurück.

Ich liebte die Vielfalt, wanderte durch Deutschland, erfreute mich an bayrischen Trachten und Gesängen, genoss die Weinfeste der Hessen und der Pfälzer, bewunderte die Kohle-Maloche der Ruhgebieter und ihre polnischen Nachnamen, versuchte mit Freude die anglistischen Lieder der Norddeutschen zu entziffern und kehrte nach Berlin zurück, setzte mich in eine Urkneipe und bestellte „Berline Weiße mit Schuss“.

Ich las die “ Dreigroschenoper “ in Deutsch, nachdem ich sie zuvor in Arabisch gelesen hatte. Ich lernte die Namen der Politiker auswendig, bewunderte Helmut Schmidt für seine unbeirrten Entscheidungen, den RAF-Terror zu bekämpfen, sang mit den Linken internationale Lieder, diskutierte mit Rechtskonservativen Deutschlandbilder und konnte bereits damals vieles, was sie mir erzählten, nachvollziehen und verstehen.

Damals wohnte ich in der Weisestr. gegenüber dem Hasenheide-Volkspark im Stadtteil Neukölln. Da gab es das Restaurant „zum Jäger“ mit den besten Schweineschnitzeln, den Italiener mit den tollen Pizzen und der scharfen Ehefrau, den Cevapcici-Jugoslawen, der den ganzen Tag schimpfte ohne dass jemand jemals wusste, worüber er schimpfte, den schüchternen Türken mit den leckeren Döner und den eingebildeten Libanesen mit seinem angeblich dem besten Falafel in den westlichen Hemisphären. Ich erfreute mich daran, heute Falafel zu essen und morgen Bockwurst oder Schweinschnitzel oder einen Döner.

Ich besuchte arabische Familien und ging mit ihnen grillen. Gemeinsam mit ihren deutschen Nachbaren legten sie die Fleischstücke auf dem Grill, rechts Rind und Lamm, links Schwein und Würste.
Das Leben war schön, bunt und friedlich.

Ich ging mit einigen Arabern und anderen deutschen Linken demonstrieren, gegen Nato und den „Imperialismus“. Ich engagierte mich in der Arbeit der „Dritte-Welt-Läden“, ich besuchte den Deutschen Evangelischen Kirchentag mehrere Male. Ich suchte die Verständigung und glaubte, wir können diese wertvolle und humane Gesellschaft ausbauen und aus den humanistischen Werten der Deutschen viel lernen. Ich kämpfte von Anfang an gegen die Reduzierung der deutschen Geschichte auf 12 Jahre NS-Herrschaft und wiederholte oft und nicht so selten den Begriff „Deutschland, Land der Dichter und Denker,“ längst bevor irgend jemand den Begriff von mir stahl.

Ich wurde vor vielen Jahren eingebürgert. Mein Sachbearbeiter, der von mir wusste, dass ich als Fernsehautor arbeite, sagte mir schmunzelnd, ich solle ihm per Sprachtest nachweisen, dass ich der deutschen Sprache mächtig bin. Ich erwiderte “ Es soll geschehen“ und ich setzte fort: „Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz“. Er lachte und ich lachte mit und daraus entstand eine gute Bekanntschaft und lange Freundschaft. Bis heute, wenn wir privat telefonieren, fängt immer einer von uns mit „Fritz fischt …..“

Vor Jahren besuchte ich Neukölln und erkannte den Stadtteil nicht mehr. Ich dachte, ich befinde mich in Kabul. Die arabischen linken Freunde von damals sind heute alte bärtige Männer. Sie haben noch einmal geheiratet nachdem sie sich von ihren deutschen Frauen zuvor hatten scheiden lassen. Ihre neuen Frauen sind junge Araberinnen, Cousinen von ihnen, die sie hierher holten. Alle sind fromme und gläubige Moslems geworden, die felsenfest überzeugt sind, Deutschland wird in naher Zukunft islamisch und die Christen oder Juden, die sich nicht zum Islam konvertiert werden wollen, müssten dann Kopfsteuer (Jizia الجزية) zahlen und sich damit abfinden, Menschen zweiter Klasse zu sein. Meine „Freunde“ von damals sagten mir auf meine Frage hin, „ja, wir müssen Hindus, Buddhisten und sonstige Götzenanbieter töten. Bitte verstehe uns nicht falsch, wir haben nichts gegen diese Menschen aber wir müssen Gottes Befehl folgen“

Vor paar Wochen ging ich mit meiner Frau in meiner badischen Stadt türkisch essen. Ich bestellte ein Bier, bekam es aber nicht. Die Kellnerin erklärte mir, es gebe hier in allen acht Restaurants am Marktplatz keinen Alkohol. Sie ergänzte, wer Alkohol trinke sei schlecht und ohne Moral, bald werde man dafür sorgen, dass Alkohol nur in den vier Wänden getrunken werden dürfe“.

Ein arabischer Freund von mir betreibt eine Pizzeria. Bei ihm gibt es Pizza mit Schinken und Salami, Bier und billigen Wein. Er erzählte mir, dass er von Fundamentalisten verstärkt die Aufforderung erhält, seine Speisekarte auf islamisch umzustellen und den Alkohol zu verbannen, sonst würde er mit Konsequenzen rechnen müssen.

Da wusste ich, ich bin im Begriff, mein Deutschland zu verlieren.
Ich kam als Fremder nach Deutschland und es nahm mich mit allem seiner Kraft auf. Heute kommt Deutschland fremd zu mir und ich weine Bluttränen, weil ich es nicht schützen kann.

Beim letzten Telefonat mit meinem Einbürgerungsbeamten sagte ich diese mal „Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz NICHT mehr“. Er stimmte resigniert zu.

Ich bin mit 57 nicht mehr jung aber Ihr, meine Kinder, rettet Deutschland und das ist ein humanistischer und kein chauvinistischer Aufruf. Stoppt den Siegeszug der Barbarei. Sagt Merkel und der gesamten politischen Elite, den Grünen, den Medien, der Gerichtsbarkeit und allen, dass Ihr entscheidet, wer zu Euch kommt und wer nicht, denn das ist Euer legitimes Selbstbestimmungsrecht als Volk. Erinnert Cem Özdemir daran, dass ich nicht den Film „Cem Özdemir der Spätzletürke der Film“ gemacht hätte, wenn ich gewusst hätte, dass er über die Köpfe der Menschen hier entscheidet, wer oder was zu Deutschland gehört.

Und vergesst nicht, mir mein altes Deutschland wiederzugeben, auch, wenn ich nicht mehr da bin.

Imad Karim
Ex-Moslem und verrückt nach Deutschland und nach der Freiheit
Fernsehautor und Humanist
عماد كريم
مسلم سابق ومجنون بحب المانيا والحرية
مخرج تلفزيوني ومتنور

Syrien

Deutschland ist ein Einwanderungsland, da beißt die Maus keinen Faden ab. Weil das so ist, brauchen wir konkrete Regeln des Zusammenlebens. Beide Teile haben eine Bringschuld: Wir Deutschen haben dafür zu sorgen, dass die Neuankömmlinge unsere Sprache alltagstauglich erlernen, dass sie Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse erreichen, damit sie arbeiten und Teil der Gesellschaft werden können. Die Menschen, die zu uns kommen, haben sich an die Gegebenheiten unseres Landes und unseres Kulturkreises anzupassen und sich zu integrieren. Das bedeutet nicht, dass sie ihre Andersartigkeit aufgeben sollen. Aber sie ist in Europa – im Gegensatz zu den Herkunftsländern – nicht der Maßstab aller Dinge. Ziel muss es sein, dass wir uns gegenseitig bestmöglich verstehen, damit Fremdheit nicht beiseitig zu Angstreaktionen führt und wir uns gegenseitig sein lassen können, wie wir sind.

In der Praxis heißt das:

Immigranten sind keine Asylsuchenden. Den Unterschied können wir notfalls bei anderen Staaten nachlesen. Das Asylgesetz muss deshalb auch bei uns durch ein Einwanderungsgesetz ergänzt werden. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich in Europa ein besseres Leben zu erarbeiten. Aber nicht für den Preis, dass die hiesigen Sozialsysteme ihm und seiner ganzen Familie Leben und Ausbildung finanzieren.

Wenn wir klare Definitionen haben, brauchen an Leib und Leben bedrohte Asylsuchende keine lebensgefährlichen Wege mehr zu nehmen, um uns zu erreichen, müssen wir keine milliardenschweren „Registrierungslager“ in der Türkei finanzieren – und Immigranten mit wirtschaftlichen Motiven werden sich überlegen, wie sie für sich selbst und ihre Familien einen Neustart bei uns finanziell angehen können. Das klingt hart, ist aber realistisch: Auch wenn wir es noch so gern tun würden, können wir nicht unbegrenzt Menschen aufnehmen, die absehbar nicht in die Sozialsysteme einzahlen werden.

In diesem Zusammenhang ein Wort zu Europa: Wenn Staaten wie Polen, deren Bürger bis in die letzten Winkel Deutschlands ausgewandert sind, sich heute weigern, arabische Flüchtlinge aufzunehmen, ist das in mehrfacher Hinsicht ein Solidaritätsproblem und sollte uns darüber nachdenken lassen, wieweit Europa im Kern eigentlich nur eine Geld-Umverteilungsmaschine ist. Das ist aber ein eigenes Thema. Sicher ist, dass Deutschland nicht allein all die Menschen aufnehmen kann, die Europa als  Ganzes beherbergen könnte – auch wenn Frau Merkel Ihr „Yes we can“ weiter unbeirrt in die Runde wirft. Wir können nicht.

Deshalb müssen wir uns in Finanzierungsfragen auf die Gruppe beschränken, die in ihrer Heimat um Leib uns Leben fürchten muss. Auch hier müssen noch Grenzen gesetzt werden. Wenn der Innenminister von durchschnittlich drei Personen spricht, die in der Regel einem Mann nachziehen, ist das eine starke Untertreibung. Hier geht es nicht nur um Ehefrau und Kinder. Es geht um Großfamilien, darunter viele Mitglieder, die bei uns keiner Erwerbstätigkeit nachgehen werden; oft einfach deshalb, weil sie das Rentenalter längst erreicht haben. Deshalb ist es sinnvoll, den Familiennachzug mit Ausnahme der Ehepartner und Kinder mindestens zeitlich zu verzögern.

Die etwa bei Registrierungslagern in der Türkei gesparten Milliarden könnten sinnvoll für die Ankömmlinge eingesetzt werden: Für eine Schulpflicht für Männer, Frauen und Kinder. Für Sozialkunde-Unterricht, spezialisiert auf die Gegebenheiten in Europa. Für Gemeinschaftsangebote, die Einheimische und Neue gezielt zusammenbringen. Nicht nur die Männer – auch die Frauen. Wenn die ersten Hürden überwunden sind, wir uns in der selben Sprache auf Augenhöhe unterhalten können – und täuschen wir uns nicht: das wird mindestens fünf bis zehn Jahre, eher 25 dauern – haben wir im besten Fall ein fortgeschrittenes gegenseitiges Verständnis und damit echte Toleranz;  weniger Gefahr einer Ghettoisierung großer muslimischer Gruppen und neue Beitragszahler in den Sozialversicherungen, die mit uns zusammen die Nicht-Zahler finanzieren können.

Muslim zu sein, ist nicht gleichbedeutend damit, Islamist zu sein. Auch der Koran, das heilige Buch, das inhaltlich der Bibel sehr nahe steht, verbietet das Töten und spricht davon, den Nächsten zu lieben. Generell davon auszugehen, dass islamische Einwanderer eine Gefahr für unsere Kultur sind, ist falsch. Allerdings kommen viele von ihnen aus ländlichen Gebieten, aus konservativen, teils archaichen Patriarchaten mit einem Begriff von Ehre und Moral, wie es ihn in Europa heute kaum noch gibt. Sie brauchen freundliche, aber konsequente Einweisung in unsere Lebensweise. Auch hier gilt: Nicht nur Männer – auch Frauen und Kinder, sonst wird es nicht klappen.

Alle, die nach Europa und Deutschland kommen, müssen akzeptieren: Dies hier ist ein christlich-humanistischer Kulturkreis. Hier gibt es ein Frauenbild, das Gleichstellung in hohem Maß verwirklicht hat. Hier gibt es zum Beispiel sowas wie eine freiheitliche Kleiderordnung, Sportunterricht für Männer und Frauen, oder Schwimmbäder, in denen man Badekleidung trägt. Das ist die Gesellschaftsordnung unserer Heimat. Sie gefällt uns so wie sie ist, und wir erwarten, dass Menschen, die bei uns leben wollen, sie uneingeschränkt respektieren.

Zu unserem Kulturkreis gehört Religionsfreiheit. Jeder darf glauben und praktizieren, was er für sich als richtig erkannt hat. Andersdenkende werden nicht diskriminiert. Das bedeutet aber auch: Muslimisch-patriarchalische Hüter der hiesigen Moral brauchen und wollen wir nicht.

Aus diesen und vielen weiteren Gründen ist es sinnvoll, dass alle Menschen, die bei uns leben wollen,  unsere Verfassung anerkennen und das auch unterschreiben.

Solche Forderungen sind weder rassistisch, noch rechtsradikal, auch wenn die Politik sie mehrheitlich gern dazu erklärt. Klare Integrationsrichtlinien und deren Umsetzung sind der einzige Weg, langfristig unser friedliches Zusammenleben zu sichern. Nur auf diesem Weg kann es uns gelingen, uns gegenseitig in unserer Andersartigkeit zu bereichern, voneinander zu lernen und an einer gemeinsamen Welt zu bauen.

An einer Welt, in der es einen einzigen Gott gibt – egal, wie er nun genannt wird.

An einer Welt, in der wir uns gegenseitig respektieren, durch ein verständnisvolles Miteinander unsere Möglichkeiten potenzieren und vielleicht – vielleicht – eines Tages ohne Kriege auskommen.

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Siehe auch: In Frankreich ist die Integration gescheitert und:

Botschaft des Terrors: Wo bleibt der Mut zu einer ehrlichen Politik?

IS-Terror: Wir alle tragen daran Schuld und müssen jetzt überlegt handeln

Update: Muslime müssen sich besser anpassen

Update: Armutsforscher: In NRW drohen Zustände wie in den Banlieues von Paris

2 Kommentare

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