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Gold-Nachfrage der Zentralbanken 2018 ist die „höchste seit Bretton Woods“

651,5 Tonnen Gold haben die Zentralbanken 2018 zu ihren Beständen zugefügt. Das ist die höchste Nachfrage seit 1971, berichtet der World Gold Council (WGC) in seinem Rückblick auf das abgelaufene Kalenderjahr. Die gesamte Nachfrage stieg 2018 um vier Prozent auf 4.345,1 Tonnen. Indien blieb dabei mit minus 4 bei 598 Tonnen nahezu konstant.

Die Gold-Schmuck-Nachfrage blieb dagegen bei einer Tonne Unterschied nahezu unverändert bei 2.200 Tonnen. Die Nachfrage bei Goldmünzen stieg 2018 um 4 Prozent auf 236,4 Tonnen, das bedeutet ein Fünf-Jahres-Hoch. Bereits im fünften Jahr etwa gleichbleibend blieb mit 781,6 Tonnen die Nachfrage nach Goldbarren.

Die Zuflüsse in goldgedeckte ETFs nahmen 2018 ab auf nur noch 68,9 Tonnen. Das stellt einen Rückgang von 67 Prozent dar. Einzig in Europa habe es einen Nettozuwachs gegeben, heißt es im Bericht. Die Minen-Produktion stieg 2018 mit 3347 Tonnen auf ein Rekordniveau. Beim Technologie-Gold blieb die Nachfrage bei 334,6 Tonnen etwa gleich. Ganz allgemein war festzustellen, dass sich im vierten Quartal die Markt-Aktivitäten eintrübten.

Die Konsumenten in Indien seien aufgrund des volatilen Goldpreises vorsichtiger geworden, präzisiert der Bericht des World Gold Coucil. Auch habe es 2018 weniger besonders geeignete Hochzeitstermine gegeben, und man habe verstärkten Tausch Gold gegen Gold festgestellt. So sank die Nachfrage auf 180,1 Tonnen. Für das Jahr 2019 sei der Ausblick wieder positiver. Die Nachfrage in China wurde zuletzt durch die Streitereien mit den USA eingetrübt. Hier versucht sich der Handel in neuen Angeboten, wie etwa dem „Spiegelgold“: Ein 999s Produkt mit einer weichen, spiegelähnlichen Oberfläche zielt besonders auf die jüngere Generation. Dennoch sank die Nachfrage um drei auf 174,8 Tonnen. Im Mittleren Osten blieb die Nachfrage schwach, während sie in den USA im zweiten Jahr in Folge stieg. Einen scharfen Einbruch um 21 Prozent auf nur noch 9,1 Tonnen gab es bei der türkischen Nachfrage. Auch im Iran sank die Nachfrage um 29 Prozent auf noch 29,5 Tonnen.

Die 651 Tonnen Neukäufe der Zentralbänke seien die Höchsten seit dem Wegfall von Bretton Woods, heißt es im WGC-Bericht. Russland, die Türkei und Kasachstan seien hier Schlüssel-Einkäufer, bei weitem aber nicht allein. Verstärkte wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten bewegten die Zentralbanken, ihre Sicherheiten zu diversifizieren und mehr in sichere, sowie liquide Anlagen zu investieren. 76 Prozent der Zentralbanken, zu eine Umfrage des World Gold Councils, sehen Gold als sicheren Hafen in schwierigen Zeiten, während 59 Prozent das Edelmetall als wichtigen Bestandteil diversifizierter Portfolios sehen. Jede fünfte Zentralbank habe angekündigt, ihre Goldreserven auch im laufenden Jahr weiter aufzustocken.

Russland, das seine Reserven gezielt „entdollarisiert“, hat 2018 allein 274,3 Tonnen Gold gekauft und damit seine Reserven auf 2113 Tonnen zum Jahresende aufgestockt. Die Türkei kaufte mit 51,5 Tonnen zwar 40 Prozent weniger als im Vorjahr, steigerte ihre Reserven aber doch seit Mai 2017 um 137,4 Tonnen. 2017 war das Land nach 25jähriger Enthaltsamkeit wieder in den Goldhandel eingestiegen. China äußerte sich erstmals seit 2016 wieder und gab an, seine Reserve um gerade einmal 10 auf 1852,2 Tonnen gesteigert zu haben. Auch europäische Zentralbanken kauften kräftig ein, hier besonders Polen und Ungarn. Deutschland liegt mit 3369,7 Tonnen inzwischen nach den USA auf Platz zwei der weltweit höchsten Goldreserven.

Im Technologiesektor gab es eine Nachfrage von 334,6 Tonnen. Hier sank der Verbrauch von Zahngold, während der Bedarf im Elektronikbereich stieg. Auch hier gab es allerdings im vierten Quartal mit der Gewinnwarnung von Apple einen Einbruch. Ähnlich verhielt es sich im LED- und Speicherbereich.

Die Minen-Produktion stieg 2018 mit 3347 Tonnen auf ein Rekordniveau. Die Menge recycelten Goldes belief sich auf 1173 Tonnen. In China sorgten verschärfte Umweltauflagen für eine um 9 Prozent geringere Goldproduktion. Einige Produktionsstätten wurden ganz geschlossen. In Indonesien sank die Produktion um 24 Prozent, was zu einem großen Teil auf den Wegfall ertragreicherer Felder zurückgeführt wird. In Süfafrika fiel die Produktion um 18 Prozent aufgrund eines 45tägigen Streiks im vierten Quartal. Auch in Peru sank die Produktion um 9 Prozent. Um vier Prozent gestiegen ist dagegen der Output in Australien, um zehn Prozent in Russland. Im Papua Neu Guinea stieg die Goldproduktion sogar um 23 Prozent, auch Burkina Faso und Ghana meldeten gestiegene Mengen.

Die Türkei und der Iran bleiben die Nationen, die das meiste recycelte Gold auf den Markt bringen. In Q4 sorgte die Türkei damit dafür, dass sich der Goldpreis wieder etwas mäßigte. Der Goldpreis unterlag im Verlauf des Jahres heftigen Schwankungen und geht tendenziell weiter nach oben. Nachdem sowohl die FED, als auch die europäische Zentralbank signalisiert haben, dass die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen, wird dies voraussichtlich auch so bleiben. Im Januar 2019 überstieg der Preis kurzfristig die Markt von 1300 $ pro Feinunze.

Siehe auch: Gold-Förderländer und noch nicht abgebaute Reserven

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Internationaler Goldmarkt im ersten Quartal 2015: Berichte von WGC und GFMS

Im traditionell ruhigen ersten Quartal des Jahres 2015 sank die globale Nachfrage nach Gold um 1 Prozent auf 1 079 Tonnen. Das berichtet der World Gold Council (WGC) hervor. Auch ein wachsender Markt in Indien und den USA konnte den Rückgang in der Schmuckindustrie nicht ganz auffangen. Zum ersten Mal seit 2012 verzeichneten dagegen die ETF einen leichten Anstieg.

Die Weltwirtschaftslage mit ihren geringeren Wachstumsraten, höheren Preisen und der Rallye auf dem Aktienmarkt schlug stark auf den Goldmarkt durch. Im Vergleich zu Q1 2014 sank die Nachfrage laut WGC zwar insgesamt nur um 11 Tonnen. Dennoch wurden in den einzelnen Marktsegmenten starke Veränderungen verzeichnet.

Die Minen-Produltion stieg zwar um zwei Prozent auf 729,2 Tonnen, erwartet wird jedoch ein Rückgang in der zweiten Jahreshälfte. Der dreiprozentige Rückgang im Recycling-Bereich wird auf das kontinuierliche Schrumpfen der westlichen Märkte zurückgeführt.

Die ETF (+25,7 Tonnen) profitierten von verändertem Verhalten westlicher Investoren: Q1 2015 war das erste Quartal seit Q4 2012 mit einer Netto-Positiv-Bilanz. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank zwar um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, bleibt laut WGC jedoch weiter im Vergleich zum historischen Verlauf auf hohem Niveau.

Gold-Nachfrage weltweit in Tonnen

Hier ist die aktuelle Statistik der Nationen mit den offiziell höchsten Goldreserven. Mit Vorsicht zu betrachten sind allerdings die Zahlen aus China, denn dort werden keine offiziellen Berichte herausgegeben.

Top 40 der Gold-haltenden Staaten

Die Nachfrage ausgewählter Länder in Barren und Münzen:

Gold-Nachfrage ausgewählter Länder in Tonnen

consumer demand

Besonders interessant ist der Blick ins Detail: Oben die private Nachfrage, unten die Nachfrage der Schmuckindustrie – bei der es letztlich ja auch um private Nachfrage geht.

Trotz aller Versuche der Regierung, den Goldkonsum zu dämpfen, steigt er in Indien stetig weiter an – in Q1 2015 um 15 Prozent, während er in China um 8 Prozent sank. Dennoch bleibt das Reich der Mitte mit 290,4 Tonnen unangefochten an der Spitze der Nachfrage. Auch in Europa ist die Nachfrage an Anlagegold um insgesamt 12 Prozent auf 73,5 Tonnen gestiegen. Spitzenreiter ist dabei Frankreich (29%), gefolgt von Deutschland (18%) und der Schweiz (11%). Das spricht für die Besorgnis in Sachen Euro: Wer kann, sichert sein Portefolio mit einer Goldreserve.

Etwas anders präsentiert sich in Teilen das Bild bei der Nachfrage der Schmuckindustrie: In Indien stieg sie um 22 Prozent auf 150,8, in China sank sie um 11 Prozent auf allerdings immer noch 228,6 Tonnen. In Europa sank die Nachfrage der Schmuckindustrie um insgesamt 2 Prozent auf 12,5 Tonnen.

Völlig eingebrochen sind der japanische, russische und türkische Markt.

jewellery demand

Die Goldexperten von Thomson Reuters GFMS kommen im Vergleich zum World Gold Council zu etwas anderen Ergebnissen: Sie berichten, dass die Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 in Relation zum Vorjahr weltweit von 1090 auf 990 Tonnen (9,2 %) gesunken sei. Die Nachfrage nach Barren und Münzen fiel innerhalb eines Jahres von 285 auf 236 Tonnen (17,1 %). In Deutschland zog die Goldnachfrage dagegen von 22 auf 23 Tonnen an (4,5 %). Die Zentralbanken reduzierten ihre Goldnachfrage von 124 auf 90 Tonnen (27,4 Prozent).

Gemäß einer Marktumfrage eines GFMS-Experten liegt die Prognose für den Goldpreis in 2015 im Durchschnitt bei 1.170 USD/oz (April: 1.206 USD/oz). Für 2016 liegt der Wert bei 1.250 USD/oz.

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Und noch eine interessante Tabelle gibt es bei Reuters: Sie betrachtet für das Jahr 2014 den Goldkonsum unter Ausschluss der Banken-Aktivitäten; einmal pro Land, einmal pro Kopf und Land. Führend sind die Arabischen Emirate mit einem pro Kopf-Konsum von 8,54 – gleich gefolgt von Kuweit mit 8,09 Gramm. Deutschland belegt mit 1,6 Gramm pro Kopf Rang 9, die USA liegen mit 0,76 Gramm pro Kopf auf Platz 18.

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Hier noch zur weiteren Information einige Gewicht-Umrechnungen:

  • Oz = 1 troy ounce
  • Grammes = 0.032151 troy ounces
  • Kg = 32.150747 troy ounces
  • Tonnes = 32,150,7466 troy ounces
  • Tael = 1.203370 troy ounces
  • Tola = 0.374878 troy ounces

Update: Mit 30 000 Tonnen Gold könnte China den Dollar stürzen

Update: Will China go for a gold standard?

Erste Quartalszahlen WGC und SEC 2014: Gold bleibt unvermindert attraktiv

Eher abwartend, so der World Gold Council (WGC) in seiner Bilanz zum ersten Quartal 2014, blieb die Goldnachfrage zum Jahresbeginn. Während die Nachfrage nach Barren und Münzen signifikant zurückging, blieb sie in allen übrigen Bereichen im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres praktisch unverändert. Auch die Zentralbanken kaufen unverändert weiter Gold und steigern kontinuierlich ihre Bestände. Die offiziellen Goldbestände erhöhten sich um 122 Tonnen. Der WGC begründet dieses Kaufverhalten mit einem unverminderten Wunsch der Zentralbanken nach Diversifikation ihrer Reserven.

Die Produktion der Goldminen stieg im ersten Quartal 2014 um 6 Prozent auf 721 Tonnen. Die Menge an recycletem Gold sank um 13 Prozent auf 322 Tonnen, was teilweise auf verbesserte wirtschaftliche Bedingungen zurückgeführt wird.

Die Schmucknachfrage lag mit 571 Tonnen auf dem höchsten Wert eines ersten Quartals seit 2005. In östlichen Ländern wie China und Vietnam folgte die Nachfrage saisonalen Mustern, wobei die Verbrauchernachfrage durch kulturelle Geschenke zur Feier des Neuen Jahres und Valentinstages aufrechterhalten wurde.

Die Investitionsnachfrage war stabil, da ein Rückgang in der Nachfrage nach Barren und Münzen durch fast zum Stillstand gekommene ETF-Abflüsse ausgeglichen wurde, heißt es im Bericht. Insgesamt habe das erste Quartal 2014 die anhaltende Widerstandskraft des Goldmarkts gezeigt, der zurück ins Gleichgewicht fand.

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Ein noch deutlicheres Bild ergibt sich bei der Betrachtung der Investitionen von Großbanken und Hedgefonds in den weltgrößten Gold-ETF, dem SPDR Gold Trust (GLD). Der „Goldreporter“ hat die Daten der der US-Aufsichtsbehörde SEC, die einmal im Quartal veröffentlicht werden müssen, in untenstehender Tabelle zusammengefasst. Zahlreiche Großbanken haben im ersten Quartal 2014 ihr Investment im weltgrößten Gold-ETF, dem SPDR Gold Trust (GLD), aufgestockt. Dazu gehören Morgan Stanley (Anteile +18,35 %), UBS (+10,51 %), JP Morgan (+9,43 %). Die Citigroup verdreifachte ihr Engagement sogar und besitzt nun eine Beteiligung in Höhe von 38 Millionen US-Dollar.

Nur Banken mit Bedarf an frischem Geld verhielten sich offenbar anders: Die GLD-Bestände der Deutsche Bank beliefen sich per Ende März auf 56,7 Millionen US-Dollar (-3,54 %). Allianz Asset Management hat sich dagegen komplett von ihrem SPDR-Engagement getrennt. Die US-Investmentbank Goldman Sachs verringerte ihre GLD-Anteile dagegen um knapp 45 Prozent, hält aber noch Shares im Wert von zuletzt 141 Millionen US-Dollar. Auch Credit Suisse stieß 30 Prozent der eigenen Anteile ab und hielt zuletzt noch GLD-Shares im Wert von 182 Millionen US-Dollar.

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