Schlagwort: Weltwährung

Kein Vertrauen mehr in Papiergeld: China ist im „Goldrausch“

China kauft enorme Mengen an Gold ein. Bis Juli 2012 waren es 428,6 Tonnen, das ist mehr als das Vierfache der Menge des Vorjahres. IM August und September setzt sich dieser Trend fort und übersteigt die Menge aller europäischen Zentralbanken zusammen.

Im ersten Quartal überstiegen Chinas Goldimporte aus Hongkong das Sechsfache des Vorjahres, und es gibt Anzeichen dafür, dass das Land im Jahr 2012 sogar Indien überflügeln wird, das bisher als weltgrößter Gold-Käufer galt, berichtet SA.Bullion

Nach Angaben des World Gold Council rangiert China derzeit mit 1054 Tonnen auf dem sechsten Platz bei den Goldreserven. Einsame Spitze sind die USA mit 8134 Tonnen (74,3 Prozent ihrer gesamten Gold- und Devisenreserven), gefolgt von Deutschland (3396,3 Tonnen Gold). Russland steht auf dem achten Platz (911,3 Tonnen).
Experten zufolge braucht China eine klare langfristige Strategie zum konsequenten Ausbau der Goldreserven. In den kommenden Jahren sollen sie auf 6000 Tonnen steigen. Die riesigen Devisenreserven (mehr als drei Billionen Dollar) sollen in das Edelmetall konvertiert werden.
Die Volksrepublik verzichtet in ihrer Außenwirtschaftspolitik schon seit mehreren Jahren auf den Dollar bzw. Euro zugunsten von Unternehmensbeteiligungen. „Peking gewährte beispielsweise verschiedenen Entwicklungsländern Dollar-Kredite, die sich  verpflichten mussten, die Kredite mit Rohstoffen zu tilgen“, sagte Rawil Nigmatow von der Absolut-Bank. „Die Erhöhung des Goldanteils ist eine logische Fortsetzung dieser Strategie.

Auch Russland neigt zur Erhöhung des Goldanteils in seinen Reserven. Der russischen Zentralbank zufolge kommen allerdings höchstens 100 Tonnen Gold jährlich infrage. Quelle: Rianovostri

Da Chinas Eigen-Goldproduktion nur rund 350 Tonnen pro Jahr beträgt, ist China gezwungen zur Deckung der Nachfrage Gold im Ausland oder über den Finanzplatz HongKong dazu zu kaufen, schreibt Bullion investor net. Auch wenn mittlerweile China Südafrika als größten Goldproduzenten abgelöst hat, reicht dennoch die Eigen-Exploration nicht, um die gewaltige Nachfrage zu decken.

Die Goldproduktion in China wird auch zunehmend teurer, da immer mehr Umweltorganisationen einen zu rüden Umgang mit der Natur anmahnen. Verunreinigte Abwässer von Goldminen, die teilweise noch mit Quecksilber das Gold trennen und dann in Flüsse einleiten, sorgen immer wieder für Umweltskandale, zuletzt bei der „Zijin Mining Co“, die in der Provinz Fujian für Tausende tote Fischer in den Flüssen sorgte, weil man der Einfachheit halber das ungeklärte Wasser in die Flüsse leitete.

Die gesamte noch zu schürfende Menge an Gold in Chinas Goldminen wird von Experten mit noch rund 2500 Tonnen berechnet. Bei gleichbleibender Produktion wären die Vorräte in China und damit in dem größten Goldproduktionsland der Welt in 7 Jahren erschöpft, was ebenfalls für einen steigenden Goldpreis sorgen dürfte.

Siehe auch:

US-Notenbank völlig außer Kontrolle

Vervielfachung steht außer Frage 

Update: Gold ist in Euro so teuer wie nie

Update: Die mächtigsten Strippenzieher der Finanzwelt

.

Der Kampf um die neue Weltwährung ist in vollem Gang

Vor der heutigen Sitzung der EZB drängt Manfred Gburek in der Wirtschaftswoche auf eine „radikale Lösung“. Tenor: Eine internationale Staatsentschuldung sei illusorisch. Deshalb mache es Sinn, die Schulden über den ESM bei der EZB auszulagern, die sie dann „vernichte“. Auch Kanzlerin Merkel sei das klar. Angesichts des anstehenden Bundestagswahlkampfes lasse sie aber lieber andere vorpreschen.

Wie die ganz radikale Lösung nun aussieht, wagt wohl auch der Autor nicht auszusprechen: Letztlich läuft die Schuldenlage, die in den USA noch schlimmer ist als in Europa, nämlich auf eine neue Weltwährung hinaus, deren Banknoten nicht mehr beliebig mit Hilfe der Notenpresse vermehrbar sind. Eine Währung, die durch Gold gesichert wird.

Staaten in unserem Osten, wie etwa China, arbeiten daran bereits gezielt. Wie alle anderen Notenbanken der Welt, vermehrt auch China seinen Gold-Schatz kontinuierlich. Hier allerdings fiel in den letzten Tagen eine im Westen kaum beachtete Schlüssel-Aussage: China will mehr Gold anhäufen, als es die USA bereits besitzen.

Zu deutsch: China will Herr der nächsten Weltwährung werden. Wer das meiste Gold besitzt, wird, wenn nicht nur der Euro, sondern auch der Dollar crashen, bei einer neuen, goldgesicherten Weltwährung das meiste Geld haben – und damit die Macht. Bereits jetzt hält China hinter den USA, Deutschland, Frankreich und Italien die meisten Goldreserven der Welt.  Es kann außerdem weltweit auf die größte Gold-Fördermenge verweisen. Dazu kommt, dass China über riesige Bargeldreserven und mindestens ebenso riesige Schuldverschreibungen der USA verfügt, die in Dollar ausgestellt sind. In einer Währung also, die täglich an Wert verliert – je mehr Papiergeld die Fed auf den Markt wirft.

Weitgehend unbemerkt vom Westen, dessen Bürger um ihren Wohlstand bangen und dessen Politiker in Rangeleien und nationale Wahlkämpfe verstrickt sind, ist der Kampf um die neue Weltwährung bereits in vollem Gang.  Asien bereitet sich ohne viel öffentliche Selbstdarstellung konsequent darauf vor, den USA die Weltherrschaft endgültig abzunehmen.

Und unsere Politiker im Westen tragen ihre Scheuklapppen weiter. Wenn sie nicht bald erkennen, wo das Spiel wirklich gespielt wird, wird die „alte Welt“ das werden, was sie de facto schon lange ist: Abgeschlagen. Milliarden gut ausgebildeter, hungriger junger Menschen warten weltweit auf ihre Chance, am Wohlstand teilzuhaben. Sie werden sie bekommen.

*

Nachtrag:

Die EZB hat die Entscheidung verschoben, denkt aber weiterhin darüber nach, Anleihen von Krisenstaaten zu kaufen. Hessens Justizminister will gegen die EZB klagen.

DAF: „Super-Mario hat Unruhe programmiert

ARD-Kommentar: Hat Mario Draghi doch Recht? 

Hat jemand was nicht verstanden? Welt Online erklärt nochmal die Begriffe und die Gründe für die ganze Hektik in Europa.

Update: Petro-Yuan Is The Newest Weapon For The China-Russia-Iran Anti-USD Alliance

Update: Russland will sich vom Petro-Dollar abkoppeln