Rangliste der Pressefreiheit 2018: Deutschland liegt auf Platz 15 von 180 Antwort

In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Journalistinnen und Journalisten sind dort zunehmend medienfeindlicher Hetze durch Regierungen oder führende Politiker ausgesetzt. Mehr…

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Bettelnde Frauen und verschreckte Männer – so wird das nichts 1

Veröffentlicht von: Allure am: Dezember 23, 2015 in: Leben1

Liebe Frau, weißt du, warum du den Mann deines Herzens so verzweifelt jagst? Weil du erreichen willst, dass er DICH jagt.
Denn das wäre das natürliche Prinzip, du spürst das. Nur… kannst du dies nicht vertrauensvoll GESCHEHEN LASSEN (=das passive weibl. Prinzip= Empfänglichkeit), sondern du versuchst die Kontrolle zu behalten, ja es sogar zu initiieren (=das aktive männliche dynamische Prinzip), weil dir dein Urvertrauen abhanden gekommen ist.

Dass er sich um DICH bemüht, so müsste es sein. Aber du kennst dies nicht. Du vertraust DEM nicht. Tief in deinem Inneren fühlst du dich dessen nicht wert. Du bist vom Vater nie geliebt oder gehalten worden. Vielleicht hat er dich sogar verlassen, verleugnet, ignoriert. Und es spielt keine Rolle, ob er sich absichtlich entzogen hat oder früh verstorben ist. Deine empfindliche Seele hat sich damals die Schuld dafür gegeben, du hast dich unbewusst für nicht liebensWERT bewertet und du hast dir gleichzeitig ein allgemeingültiges Bild über „schwache, liebes- und beziehungsunfähige“ Männer gemacht.

Und nun taucht er auf, dein Seelenpartner, und all die über Jahre und Jahrzehnte mehr oder weniger funktionierenden Masken, all deine gewonnene Kontrolle über deine Ängste und Selbstzweifel bricht zusammen und du willst nur noch eins: dass dieser Mann nur noch einen Wunsch haben möge – sein Leben mit dir teilen zu wollen!

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UND DAFÜR TUST DU ALLES: Du legst dich ins Zeug, ihn von dir überzeugen zu wollen. Und du suchst wie schon damals als Kind alle Fehler bei dir. Du kümmerst dich, bemutterst ihn, versorgst ihn mit Aufmerksamkeit, Liebe und Sex… ach wenn er doch nur erkennen würde, wie schön es mit dir wäre, was du für ein liebenswerter, außergewöhnlicher Mensch bist! Aber das hat dein Vater schon nicht erkannt… er konnte dir nicht geben, was dein natürliches Recht gewesen wäre… dich bedingungslos zu lieben und wie seine Prinzessin zu behandeln. Dann wäre gesunderweise aus der Prinzessin eine Königin erwachsen.

Erkenne, dass du deinen Selbstwert an der falschen Stelle suchst! Weder von deinem Vater noch bei einem Mann wirst du ihn jemals bekommen! Es ist vorbei! Es war eben so – und nun bist du er-wachsen, herausgewachsen aus den Kinderschuhen.

Jetzt liegt dein Selbstwert und dein Glück in DEINER Verantwortung! Die Aufgabe deines Seelenpartners ist nun, dich solange wegzustoßen, bis du aufhörst, es von ihm haben zu wollen. Bis du dich von ihm als Quelle deines vermeintlichemn Glücks abwendest, dich dir selbst zuwendest und endlich SELBST erkennst, was du wert bist. Und du dies nicht mehr von einem Mann als Stellvertreter deines Vaters brauchst und einforderst.

Lieber Mann, weißt du, warum du wie ein verschrecktes Karnickel vor deinen Gefühlen davon läufst? Warum du flüchtest vor der Frau deines Herzens, die plötzlich wie ein Blitz aus heiterem Himmel in deinen Tiefschlaf eingeschlagen hat?

Weißt du, warum du dir dein Leben lang lieber das kleine Glück, die sichere Beziehung wählst, die nicht auf Liebe, sondern auf Arrangements basiert? Eine Handelsbeziehung… Weil sie dich nicht tief genug berührt, um dich erneut zu verletzten. Weil sie in dir keine Ängste auslöst, sondern dir ein Gefühl von Feiheit und Kontrolle und Sicherheit vorgaukelt.

Und nun kommt die Liebe in dein Leben und du wirst mit dem Hass-Liebe-Bild deiner Mutter konfrontiert. Denn die erste Liebe deines Lebens hat dich nicht behandelt, wie du es als Junge gebraucht hättest. Du hast Übergriffe, Macht, Dominanz und Manipulation erlebt. Sie hat dich bewertet, entwertet, in deiner männlichen Energie kastriert oder sich dir entzogen.

Vielleicht hat dich deine Mutter emotional als Partnerersatz missbraucht, dich nicht zeitig genug losgelassen. Vielleicht gab es keinen kraftvoll liebenden Vater, der dich initiiert hätte, sondern du warst an der Mutterbrust bis zu deinem Auszug als erwachsener Mann, vielleicht bist du es sogar heute noch.

Ja, du suchst die Mutterbrust… manchmal zu sehr auf der körperlichen Ebene. Aber die Liebe willst du bitteschön vermeiden. Denn sie reißt auch dir all deine Masken vom Gesicht und zerstört dein mühsam errichtetes Selbstbild. Sie konfrontiert dich mit deiner Kleinheit als Mann, mit dem immer noch verletzten Jungen.

10-03-2014 18-28-54Liebe bedeutet für dich Unfreiheit, Verletzung, Schmerz und ein tiefes Gefühl, nie gesehen zu werden, nie bedingungslos geliebt zu werden, nicht gewertschätzt zu werden als Mann, sondern benutzt zu werden…. und… nie genügen zu können! Und dieses Gefühl willst nicht noch einmal spüren müssen. Und nun kommt eine Frau, die dir genau dieses Gefühl wieder gibt, weil du offensichtlich zu wenig tust. Dann doch lieber der Sicherheitsmodus, der all diese Gefahren nicht in sich birgt…

Im klassischen Seelenpartnervertrag treffen sich eine vom Vaterprinzip verletzte Frau und ein vom Mutterprinzip verletzter Mann (meistens, manchmal ist es auch umgekehrt) und sie kehren ihre Rollen um: Sie, die Bettlerin, die nichts weiß von ihrer Königskrone, kämpft um einen Mann, der sein Eroberungsprinzip verlernt und den Mut verloren hat, ein Kämpfer seines Herzens zu sein.

Frau, du musst IHN loslassen lernen. Warum. Weil du lernen musst, dich selbst zu lieben, und damit dir selbst und deiner Wertigkeit und Größe und Schönheit als Frau zu vertrauen. Ihn loszulassen bedeutet in Wahrheit, dein Misstrauen loszulassen, dass ein Mann nicht stark und Willens genug ist, sich um dich zu bemühen.

Du musst deine Ängste und Zweifel loszulassen, dass ein Mann dich so liebenswert findet, dass er bereit ist, dich zu seiner Königin machen zu wollen und dafür ein Jäger seines Herzens wird. Ihn loszulassen bedeutet, dem Mann, dem männlichen Prinzip wieder zu vertrauen. Es bedeutet, in die eigene Stärke als Frau zu wachsen und damit zu erkennen, dass es auch Männer gibt, die in ihrer Kraft sind und die mutige Krieger des Herzens sind.

Solange du den Mann als schwach empfindest, spiegelt er dir dein Empfinden über dich selbst, über deine eigene weibliche Schwäche… du vertraust der Königin in dir (noch) nicht! Du glaubst mehr an die Bettlerin, die sich Liebe verdienen muss. Finde all deine Kleinheit(en) und verlasse sie. Räum den Dreck der Vergangenheit weg und du wirst deine Krone finden.

Frau, wach auf! Du kannst und darfst nicht darauf warten, dass ein Mann dich heilt. Du ziehst solange Männer an, die dies nicht können, solange du selbst unerlöst bist. Er kann es nicht. Er ist selbst zu tiefst verletzt und kann und will nichts geben.

Im spirituellen Sinn darf er dir sogar noch nichts geben, denn er wurde dir geschickt, damit du dein Leiden und deine Opferhaltung beendest und anfängst, selbst die Königin in dir zu finden. Du musst den Weg zuerst beschreiten, du musst zuerst loslassen… erst deine Selbstzweifel und Minderwertigkeiten und dann IHN.

Frau, kümmere dich nicht mehr ihn! Er kann und darf den Eroberer in sich selbst befreien, wenn er möchte, wenn er will, wenn er über seine Schatten springen kann. Es ist nicht deine Aufgabe, ihn dahin zu bringen! Die ganze Zeit kümmerst du dich um ihn, statt um dich. Solange geschieht nichts. Erst wenn du anfängst, dich um dich zu kümmern, öffnest du den energetischen Raum, so dass auch er sich um sich kümmern kann. Solange du an ihm festhältst, hältst du seine Weiterentwicklung fest! Er kommt dir vor wie einzementiert? DU hast ihn einzementiert… energetisch. Erst wenn du ihn frei lässt, kann er anfangen, sich zu bewegen.

DU… kümmerst dich um DICH, das ist deine Aufgabe. Entdecke dich neu. Gib dir das selbst, was unfähige Eltern dir nicht geben konnten! Wir alle haben unfähige Eltern und wir selbst sind es wieder an unseren Kindern geworden. Weil wir alle noch nicht gänzlich in der Liebe sind, sondern noch im karmischen Dualitätsmechanismus des ICHs.

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Finde deine Schönheit und Größe. Fange an, dein eigenes Leben zu leben, deine Visionen und dein Lifestylebusiness. Stell dein Leben auf eigene Füße, emotional, materiell und sozial. Entwickle deine eigenen Energiesäulen: Beruf, Berufung, Hobbies, Freunde… tu dir gut! Geh aus. Hab Spaß. Du bist SINGLE. Du bist ihm nicht verpflichtet und er dir nicht. Ihr seid bislang nur Lernpartner! Um etwas anderes hat er sich doch noch gar nicht ernsthaft bemüht!

TU DIR GUT, es tut sonst keiner für dich! Liebe dein Leben… und… liebe dich! Selbst für deine Lust bist du allein verantwortlich. Hör auf zu glauben, ein Mann könnte auch hier die einzige Quelle sein. Du bist in erster Linie selbst dafür zuständig, auf allen Ebenen befriedigt zu sein.
Also hör auf, ihm einseitig Aufmerksamkeit zu geben, gib sie dir und deinem Leben!

Hör auf, ihn zu überreden zu Dingen, die nicht freiwillig von ihm kommen.
Hör auf, ihn zu umgarnen, ihn zu belehren oder irgendwie zu beMUTTERN.
Er reagiert allergisch drauf. Er hat sein Glück selbst in der Hand. Ob DU das bist, liegt in seinem Ermessen, nicht in deinem.
Zieg deine Energie ab. Lass ihn allein. Und gebe alle Energie in DEIN Leben. 
Gib dich DIR hin, nicht ihm.

Der Mann ist der Jäger, der Eroberer, das liegt in seinem gesunden Instinkt. Die Frau ist die Umworbene, die Kostbarkeit, die es zu erobern und von sich zu überzeugen gilt. Und was tust du? Du legst dich ihm zu Füßen wie ein schon erlegtes Reh und streckst die Arme und Beine nach oben und schaust ihn erwartungsvoll an :-))) Das langweilt ihn nicht nur, weil er sich nicht bemühen muss, es macht ihm schlimmstenfalls Angst.

Der Mann trifft die Wahl, wer seine Königin sein soll und dann wird er alles für diese eine Frau tun und geben, was in seiner Macht steht. Der Mann dient dem weiblichen Prinzip, wenn er genug männliche Größe und Mut im Herzen hat, dies als seine heilige Aufgabe zu erkennen. Er muss und will sich beweisen, ihr beweisen, dass er sie wertschätzt, liebt und „halten“ kann in ihren Energien. Dass er ihr Rahmen und Gefäß sein kann für ihre Energien, die sich ergießen wollen ins Leben, in die Schöpfung. Dass er ihr ebenbürtig ist in seiner haltenden Kraft.

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564665_414875248560354_1089476394_n@2012-11-08T23;45;45Er ER muss zuerst IHR Herz erobern, auch wenn sie meist eher weiß, dass ER der Richtige ist… nicht umgekehrt! Sie muss ihm die Zeit geben, seine Bindungswilligkeit selbst zu entdecken. Dafür geht er dann symbolisch auf die Knie und bittet sie, ihn zu erwählen unter all den Männern. Und wenn sie „Ja“ sagt, wird sie ihm ab dann dienen in ihrer göttlichen Weiblichkeit und seine Energien erneuen und ihn nähren auf allen Ebenen. DU gibst ihm den Platz an deiner Seite, wenn er sich dessen als würdig erweist durch seine konstante Liebe, Fürsorge, Wertschätzung, Respekt.

Solange du versuchst, den Platz an seiner Seite zu bekommen, bist du als Bettlerin unterwegs. DU krönst ihn zu deinem König und machst ihn damit zum Silberrücken unter den Männern. Und beide dient ihr damit dem göttlichen Prinzip – der Liebe.

Also kümmere dich darum, dass du deine Königin ausgräbst unter all deiner Kleinheit und Zweifeln, poliere deine Krone auf und gehe zurück in deine weibliche Macht. Gib den aktiven männlichen Part auf, sonst wirst du immer nur Männer anziehen, die den weiblichen empfangenden Part einnehmen und sich von Frauen emotional „versorgen“ lassen, ohne selbst aktiv zu werden. Solange du auf Verweigerer triffst, ist das ein Spiegel, dass du dich dir selbst und deiner Eigenverantwortung für dein Glück verweigerst! Nimm deinen Thron wieder ein und du wirst jemanden bekommen, der an deine Seite will.

Und ja… wenn es nichts mehr gibt,
was ein Mann deinem Glück noch hinzufügen könnte
… stell dir vor … dann kommt ein Mann
und fügt noch tausendfach Glück hinzu!
Das ist das Wunder der Liebe.

Und es wird DER RICHTIGE sein, egal, ob dein Seelenpartner bis dahin selbst erwacht ist, oder ob er weiter träumen möchte und das Leben dir Plan B schickt! Es wird definitiv ein Happyend geben.. und du wirst es letztlich als Masterplan erleben.

Wir alle haben einen freien Willen bekommen. Keiner da oben zwingt uns zu etwas, und wir haben alle Zeit und alle Leben der Welt, um uns zu entwickeln. Es ist also Unsinn zu glauben, dass beide Seelenpartner sich unbedingt zusammen entwickeln MÜSSEN und einer ein Leben lang darauf warten muss, dass der andere in Bewegung kommt. Im Gegenteil, solange du am WARTEN bist, bist du immer noch im aktiven Teil. Warten bindet seine Energien im Stillstand! Denn Warten ist auch eine Aktivität!

Alles was du tust in Bezug auf ihn, ist Aktivität, auch Warten. Weiblichkeit aber ist passiv, sie empfängt und wartet nicht. Spüre den Unterschied, er entscheidet über dein Glück. Empfänglichkeit bedeutet: “Dein Wille geschehe”. Du gibst all deine Erwartungen ab und gehst in die Hingabe an deine göttliche Führung. Ins Vertrauen. Ins Empfangen. Empfange Leben, empfange Glück, empfange Liebe. Hingabe ist in erster Linie nicht Hingabe an den Mann. Sie ist Hingabe ans göttliche Prinzip, an die Quelle, die du selbst bist. Das ist Weiblichkeit.

Gib dich DIR hin und dem LEBEN und tanze deinen Tanz. Und lasse geschehen, was zu dir kommen soll und darf. Wenn du zur Seite trittst mit deinem kontrollierenden zweifelnden bedürftigen ICH, kann alle Fülle und alle Liebe des Universums zu dir strömen.

Lasse los und vertraue.

Wenn du selbst die Liebe deines Lebens geworden bist, wird dir noch eine dazu geschenkt werden.

“Niemand rettet uns außer wir selbst.
Niemand kann und niemand darf das.
Wir müssen selbst den Weg gehen.”
(Buddha)

© Ute Strohbusch

 

Siehe auch: Ein Sehnen, unstillbar brennend und tief wie das Meer

Der Mann meines Lebens ist ein Narzisst

Erlösung durch Liebe ist von außen unmöglich 

Allein in der Hölle der Leere – vom Ringen um den Weg aus dem schwarzen Loch

Von allem getrennt, sogar von sich selbst: Depression ist ein Albtraum, der nie endet

Dualseele, Zwillingsflamme, Liebe: Die große Sehnsucht, nach Hause zu kommen

Nie wieder verletzt werden: Ein Blick ins Herz eines Narzissten

Ein gebrochenes Herz wird andere Herzen brechen – es kann nicht anders

Der Narzisst und die Frauenwelt

Ich kann’s nicht ertragen, nochmal zu versagen

Dualseele erkennen und loslassen

Seelenverbindungen gehorchen anderen Regeln

Was auf Dauer wirklich Bestand hat: Von Wahrheit und dem wahren Leben… Antwort

Heute war wieder einer dieser Tage…

  • Ein selbstherrlicher Limburger Bischof fährt dauernd in seine Prunk-Residenz, um dort was auch immer zu tun – obwohl sein oberster Vorgesetzter ihm ausdrücklich eine Auszeit verordnet hat.
  • Eine Frauenrechtlerin, weltbekannte Publizistin und fahnenschwingender Moral-Apostel, hinterzieht geschätzte 30 Jahre lang Steuern, nutzt dann einen legalen Weg, zahlt für zehn Jahre nach – und sieht sich anschließend als Opfer einer Hetzkampagne, weil sie nun öffentlicher Kritik ausgesetzt ist.
  • Ein Berliner Landespolitiker hinterzieht ebenfalls Steuern, wird 2012 zu einer Geldstrafe verurteilt und bleibt mehr als ein Jahr weiter im Amt. Erst als alles bekannt wird, tritt er von heute auf morgen zurück.
  • Die EU veröffentlicht einen Korruptionsbericht, entfernt aber vorher wesentliche kritische Bestandteile.

Überhaupt hatten es die Nachrichten der letzten Monate in sich:

  • Papst Benedikt hat 2012 über 400 Priester aus dem Amt entfernt, weil er sie des Missbrauchs schuldig sah.
  • Die Bundesregierung ärgert sich, dass das Handy der Kanzlerin abgehört wurde, hat aber kein Interesse daran, die Daten der übrigen Bürger wirksam zu schützen.
  • Politiker planen nach der Wahl eine Mütterrente, die aus Beiträgen der Rentenzahler so lange finanziert werden soll, bis die Reserven, eingebracht von Beitragszahlern und Arbeitgebern, verbraucht sind. Erst dann soll der Staat eintreten. Die selben Politiker hatten vor der Wahl aus der Opposition heraus Zeigefinger schwingend gemutmaßt, dass die Regierung genau diese Enteignung von Beitragszahlern  vorbereite….
  • Und so weiter, und so fort…

Warum ich das alles notiere?

Weil ich im Jahr 2013 und zu Beginn des Jahres 2014 mehr als je zuvor erlebt habe, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint.  Und weil ich daraufhin mich selbst und mein privates Umfeld genau betrachtet habe – dies mit teilweise sehr schmerzhaftem Ergebnis. Und mit Folgen. Ich habe mein eigenes Verhalten in Teilen radikal verändert. Ich habe formuliert, was für mich unter Freunden lebenswichtig ist, worauf ich nicht verzichten kann.

Mit fortschreitendem Alter ist der Kreis der Menschen, die mir wirklich etwas bedeuten, auf eine verschwindend kleine Zahl zusammen geschmolzen. Meine Haltung ihnen und mir selbst gegenüber lässt sich ebenfalls in sehr kurzen Sätzen zusammen fassen: Ich möchte vor ihnen genau die sein, die ich wirklich bin, das zeigen und formulieren dürfen. Sie sollen das gleiche für mich sein – egal ob dies nun gesellschaftskonform ist oder nicht. Das heißt: Ich möchte die Wahrheit sagen können, ohne die menschliche Beziehung damit zu gefährden. Ich möchte die Wahrheit erfahren – egal wie schwer das ist.

Niemand macht immer alles richtig oder trägt sein Herz auf der Zunge. Das kann sehr gute Gründe haben. Aber man kann die Wahrheit auf Dauer nicht verbrennen – sie ist das Feuer…

Weil ich gute Gründe habe, die wenigen Menschen, die mir nah sind, von Herzen zu mögen, will ich nicht mit ihnen brechen. Das gleiche wünsche ich mir ja auch von ihnen. Deshalb gilt: Ich werde meine Tür zu ihnen immer einen Spalt offen lassen. Sie selbst entscheiden, ob sie (wieder) eintreten.

Warum ich das tue?

Reiner Eigennutz.

Was ich damit gewinne, ist von unbezahlbarem Wert: Vertrauen für das ganze Leben. Und darüber hinaus.

Tür offen

 

Die Lehre aus Zypern: Vertrauen ist Glückssache – unsere Freiheit auch? Antwort

Danke, Eurogruppe.

Danke, Troika (IWF, EU-Kommission, EZB).

Danke, Regierung von Zypern.

Ihr alle habt uns mit einem Schlag aufgeweckt. Ihr habt uns mit einem Schlag klar gemacht, was euer Wort wert ist: NICHTS.

Zypern ist ein kleiner Staat mit nicht einmal einer Million Einwohnern. Und weit weg – quasi schon fast in Arabien. Oder in der Türkei – ganz wie man es sehen möchte. Da kann man ruhig ein wenig drohen – zum Beispiel damit, dass die Eurozone kein Zypern braucht. Man kann auch ruhig mal einen Testlauf machen, was passiert, wenn man alle Bürger an den Bankenschulden beteiligt – egal, ob sie nur ein paar Tausend Euro auf dem Konto haben oder von den grandiosen Zinsen der zypriotischen Banken (immer noch 4,5 Prozent für Einlagen) mit richtig großen Depots profitieren wollten. Zwar sind Einlagen bis 100 000 Euro europaweit geschützt – aber man kann ja mal probieren, was passiert, wenn man das kurzerhand aushebelt…

Dachtet ihr.

Damit habt ihr euch einen Bärendienst erwiesen. Sogar die vertrauensseligsten Sparer, zum Beispiel die Deutschen, die ihrer Regierung fast alles glauben, haben jetzt Angst um ihr Geld und passen auf.

Wisst ihr was? Ich hoffe, sie hören nicht nur nie wieder damit auf. Nein, ich hoffe, sie stehen jetzt endlich auf. Dann kann vielleicht noch verhindert werden, von langer Hand geplant ist und auch bereits in verschiedenen Ländern Europas als Testballon läuft: Das komplette Verbot von Bargeld.

Und damit die Möglichkeit, alle Bürger nach Belieben zu enteignen; mehr noch: komplett zu steuern.

Die Einlagen auf Zyperns Banken sollen knapp 127 Milliarden Euro betragen, das ist satte sieben Mal soviel wie das Volumen des Staatshaushaltes, das bei 18 Milliarden liegt. 31 Milliarden der Bankeinlagen sollen russischen Firmen und Privatiers gehören. Die Bank of Cyprus ist das größte Geldhaus, hält fast ein Drittel aller Geldeinlagen. Rund ein Drittel der Bank von Zypern soll in russischen Händen sein. Letzteres – zusammen mit der großzügigen 4,5 Prozent-Verzinsung von Geld in Zypern – begründet den allenthalben verlautbarten Vorwurf der Geldwäsche.

Nun sagt die Troika (IWF, EU-Kommission und EZB), bei einer Finanzhilfe steige die zypriotische Verschuldungsquote im Verhältnis zum Brutto-Inlandsprodukt (BIP) zu stark an (von 86 auf 140 Prozent). Das sei nicht tragbar, weshalb Zypern 5,8 Milliarden Euro seines Finanzbedarfs selbst erbringen müsse, und zwar durch Beteiligung der  Sparer.

Auch in der Vergangenheit wurden Anleger bereits zur Kasse gebeten – allerdings in anderer Form und stärker am Verursacherprinzip orientiert: Wer meinte, mit der finanziellen Lage von Banken/Staaten spekulieren zu müssen, musste Opfer bringen. An anderer Stelle wurde in diesem Blog schon dargelegt, dass es sich dabei allerdings eher um Pseudo-Opfer handelte.

Neu bei der Zypern-Hilfe ist eine lineare Veranschlagung aller Sparer: Wer über 100 000 Euro auf der Bank hatte, sollte bis gestern 9,9 Prozent, wer weniger als 100 000 Euro besaß, 6,75 Prozent zahlen. Das führt zu absurden Situationen: Ein Vater, der gerade den Ausbildungskredit für seine Tochter in Höhe von 12 000 Euro auf seinem Konto gut geschrieben worden ist, muss von diesem „Guthaben“ ebenfalls die Zwangsabgabe abführen. Und damit niemand aus der Reihe springt, hat die Zentralbank alle Banken bis Donnerstag geschlossen, alle Finanz-Transaktionen mit Ausnahme des Abhebens geringer Bargeldmengen unterbunden.

Der folgende Aufschrei hat dann doch tatsächlich alle „überrascht“…

Zypern 2Es gäbe dazu mehr zu sagen – zum Beispiel, dass die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank durch das Zypern-Problem unter Druck geraten sind – dass die Aktienmärkte am ersten Börsentag nach der Entscheidung weltweit ins Minus gerieten, dass der Goldpreis erstmals wieder stieg. Oder dass vor Zypern riesige Gasvorkommen lagern, die das Land in einigen Jahren reich machen werden – und dass Gazprom gegen Lizenzen finanzielle Hilfestellung angeboten hat – aber das soll heute nur am Rande Thema sein.

Logischerweise wollte das zypriotische Parlament diesem Hilfspaket am Montag erstmal nicht zustimmen – man will ja an der Macht bleiben. Das Ergebnis der „Nachverhandlung“ bei der EU war dann allerdings recht mager: Trotz des „mahnenden Aufrufs“ aus den USA, die Kleinsparer fair zu behandeln, hat sich die Troika dazu durchgerungen, Zypern Gestaltungsfreiheit bei der „Progression“ der Zwangsabgabe zu gewähren, die in der Summe aber bei 5,8 Milliarden Euro bleiben muss. Heißt auf deutsch: Je mehr die Kleinsparer entlastet werden, desto stärker trifft es die Groß-Anleger.

Das war nun aber nicht das Codewort, auf das Europa gewartet hatte, liebe Troika…

Was wir hören wollten, war, dass das VERSPRECHEN GILT ! Sind nun Spareinlagen bis 100 000 Euro sicher oder nicht?

Danke, ihr habt es uns gesagt: Sie sind es nicht.

Nein, wir wollen jetzt nicht wissen, warum sie es nicht sind. Wir haben schon verstanden, worum es geht: Vertrauen ist Glückssache.

Betrachten wir jetzt einmal das gesamte Mosaik – dann sehen wir besser, wohin die Reise geht:

  • Die USA sind zurzeit dabei, weltweit nicht nur die Finanzdaten aller Menschen einzusammeln, sondern auch das physische Gold. 
  • Parallel dazu arbeiten die Euro-Staaten daran, das Bargeld abzuschaffen: Im Dezember 2011 verbot Italien alle Bargeldzahlungen über 1000 Euro. Die Griechen dürfen schon seit Januar 2011 privat maximal 1500, geschäftlich maximal 3000 Euro bar bezahlen. In Spanien liegt seit November 2012 die Grenze bei 2500 Euro für alle, Frankreich will ab 2014 eine Bargeldgrenze von 1000 Euro für alle einführen. In Schweden, so ging es erst vor wenigen Tagen durch die Medien, fordern Behörden, Unternehmen und Gewerkschaften gar die komplette Einstellung des Bargeldverkehrs – zurzeit liegt die Obergrenze noch bei 3000 Euro.

Was bedeutet es, wenn Menschen weder physische Werte wie Gold oder Silber, noch bare Zahlungsmittel in der Hand haben?

Muss man das wirklich noch erklären?

Muss man noch erklären, dass Menschen, deren Wohl und Wehe von elektronischen Buchungen auf Chips in Plastikkarten abhängt, bis unter die Haut manipulierbar sind? Wohin sollten sie noch gehen, wenn ihre Chips gelöscht würden? (Nein, das Thema Chips unter Menschenhaut klammern wir heute aus…)

GOLD UND BARGELD BEDEUTEN FREIHEIT !

Wer freiwillig seine Freiheit aufgibt, hat es nicht anders verdient.

Siehe auch: Grafik Veränderung der europäischen Staatsschulden seit 2010

Update: Euro-Finanzminister raten Zypern, Kleinanleger von Zwangsabgabe auszunehmen

Update: Sparer in Sorge: Die Suche nach der „guten“ Großbank

Update: Wirtschaft in Zypern: „Finanzieller Völkermord“

Update: Geldwäsche in Zypern unter der Lupe

Update: Russischer Ex-Finanzminister: 10 Prozent Verluste wären wenig

Fortsetzung:  Es wird immer schlimmer…

Mit 36 von 55 Stimmen hat das Parlament von Zypern am heutigen Dienstag das Rettungspaket abgelehnt. Tenor: Die Zwangsabgabe sei ungerecht – Europa müsse Zypern schon um des Euro willen retten. Den ganzen Tag über hatte es aus dem Inselstaat geraunt, man habe seinen ganz eigenen Weg in Aussicht, der sogar die Troika erstaunen werde.

Bereits Stunden vor der Entscheidung des Parlaments hatte sich der zypriotische Finanzminister auf den Weg nach Moskau gemacht, wo er morgen um Hilfe nachsuchen will. Russland zeigte sich empört über das EU-Rettungspaket, wie auch den steten Vorwurf der Geldwäsche. Nun gibt es Gelegenheit zur Retourkutsche – sei es über Kredite oder mit Hilfe von Gazprom.

Finanzminister Schäuble äußerte sich am Dienstag im heute-Interview: Zypern sei an seiner Lage selbst schuld. Im übrigen glaube er nicht, dass noch viel Zeit sei: Die beiden größten Banken des Landes seien nicht einmal mehr im Besitz von Notfallmitteln und faktisch insolvent. Schäuble soll, wie die Deutschen Mittelstandsnachrichten berichten, ursprünglich sogar eine Zwangsabgabe von 40 Prozent gefordert haben.

Mittlerweile hat, wie der Focus berichtet, die Kirche dem Staat Zypern ihr Geld angeboten, um zur Rettung beizutragen. Zyperns Banken sollen jetzt noch bis kommenden  Dienstag, also eine weitere Woche, geschlossen bleiben, um einen Run zu verhindern.

Die Banken greifen die Idee der Zwangsabgabe freudig auf: Der Chefökonom der Commerzbank, Jörg Krämer, hat schonmal vorgeschlagen, in Italien 15 Prozent einzuziehen.

Und die Grünen in Neuseeland warnen, die   Zentralbank befinde sich in der letzten Phase zur Implementierung eines speziellen Mechanismus, der im Falle eines Bankzusammenbruchs die unangekündigte Schließung aller Institute vorsehe. Über Nacht soll dann eine Teilenteignung von Sparkonten erfolgen, um Banken nach Art Zyperns einen Bailout auf Kosten der Sparer zu liefern. Der Durchgriff auf die Vermögen der Bürger durch Staat und Banken wäre damit gesetzlich gewährleistet…

Update: Diese russischen Konzerne parken Geld auf Zypern

Update: Zwei Banken öffnen vielleicht gar nicht mehr

Update: EZB und Deutschland nehmen Zypern in die Zange

Update: Moskau und Berlin pokern um Zypern

Update: Zypern-Delegation ergebnislos aus Moskau zurück 

Update: Troika lehnt Zyperns Plan B ab

Update: Schäuble: Finanzsektor muss seinen Beitrag leisten 

Der dritte Akt: An einem Freitag nach Börsenschluss

Noch bevor vom zypriotischen Parlament irgendeine Entscheidung publik gemacht wurde, nahmen die Forderungen der EU an das Land weiter zu. Ein Regierungsbeamter sagte Journalisten, dass die Troika den Eigenbeitrag Zyperns um 900 Millionen Euro anheben will, berichtet der Telegraph. Dieser Betrag solle mit Blick auf eine mögliche Kapitalflucht und sich verschlechternden Bedingungen im Haushalt als Sicherheitspuffer fungieren.

Mehrheitlich stimmen die Abgeordneten am Freitag abend dann für die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen und für die Bildung eines Solidaritätsfonds. Letzterer soll unter anderem für Rekapitalisierung der nationalen Banken verwendet werden.

Ab sofort können die Banken zur Kapitalverkehrskontrolle ohne jede Vorwarnung folgende Maßnahmen ergreifen:

• Beschränkung de täglichen Limits für Bar-Abhebungen
• Keine vorzeitige Kündigung von Sparbüchern möglich
• Zwingende Verlängerung von befristet gebundenem Geld
• Umwandlung von Verechnungs-Konten in Girokonten
• Verbot von Bargeld-Überweiungen
• Beschränkungen von Bank-Karten, Kreditkarten, Pre-Paid-Karten
• Verbot der Einlösung von Schecks
• Verbot von Überweisungen innerhalb der selben Bank
• Kein Zugang zu Kreditvermittlern
• Beschränkungen bei allen Überweisungen
• Jede andere Maßnahme, die die Zentralbank oder eine andere Bank zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit für notwenig erachtet

Damit sollen sowohl ein Bank-Run als auch der Abzug reicher Konto-Inhaber verhindert werden.

Als nächstes Gesetz wurde die Restrukturierung des Banken-Sektors beschlossen. Die Laiki Bank wird aufgespalten, die Schrottpapiere kommen in eine Bad Bank. Einlageninhaber über 100 000 Euro können damit bis zu 60 Prozent ihres Kapitals verlieren. Die griechische Piräus Bank übernimmt die 291 Filialen der angeschlagenen zyprischen Banken Cyprus Bank und Popular Bank in Griechenland. EU-Behörden und der griechische Finanzstabilitätsfonds gaben bereits grünes Licht für die Transaktion. Damit soll verhindert werden, dass der griechische Bankenbereich von der Krise auf Zypern angesteckt wird.

Konten unter 100 000 Euro sollen verschont bleiben. Für Einlagen über 100 000 Euro auf der Bank von Zypern soll jetzt nach Beratungen mit der EU eine einmalige Abgabe von 20 Prozent erhoben werden, für Einlagen über 100 000 Euro auf anderen Banken Zyperns vier Prozent. Bei der Bank of Cyprus sollen die meisten reichen Ausländer ihre Depots haben.

Die Parlamentsdebatte war in Zypern und Griechenland von Protesten begleitet.

Quelle: Deutsche Mittelstandsnachrichten und andere.

Update: Datenschützer: Rasante Zunahme der Konten-Einsichten durch den Staat

Update: Moskau alarmiert seine Bürger: Holt euer Geld aus Europas Banken

Update: Krise vor Brüssel-Treffen: Streit um Banken-Restrukturierung

Das Ergebnis in Brüssel

Noch einmal ein Aufbäumen in Zypern – letzter Versuch, das Hauptgeschäft des Inselstaates, seinen Bankensektor zu erhalten – dann wurde in Brüssel doch beschlossen, was unausweichlich schien: Die Bank of Cyprus muss die rund 9 Milliarden Schulden der abzuwickelnden Laika Bank übernehmen, das soll die Guthaben über 100 000 Euro um bis zu 40 Prozent belasten.  „Das ist das einzig Gute am zyprischen Drama: Es zeigt, dass man eine bedeutende Bank abwickeln und eine zweite schrumpfen kann, ohne dass die Finanzmärkte verrückt spielen“, kommentierte der Spiegel. Vertrauen hingegen, und zwar das der Wähler und Einwohner der Eurzone in ihre Banken – und was noch viel schlimmer ist, in ihre Politiker, ist jedoch in einer Weise zerstört, die die ganze Eurozone erschüttert.

Wer  nun eigentlich die Kleinsparer zunächst in die Pflicht genommen hat, wurde in den letzten Tagen heftig diskutiert. Besonders, nachdem die Menschen in Zypern Deutschland als Schuldigen ausgemacht hatten, betonte Finanzminister Schäuble immer wieder, es sei die zypriotische Regierung gewesen, die die großen Bankkunden zu Lasten der Kleinen habe schonen wollen. Dabei lag der wesentliche Fehler viel tiefer: Es hat zunächst einmal niemand verhindert. DAS, und nur das, wird letztlich im Gedächtnis bleiben, wenn die nächsten „Rettungsaktionen“ anstehen – und sie werden kommen. Wenn man keine Nebelkanonen in Sachen „Geldwäsche“ abschießen kann, wenn es schlicht darum geht, Verluste zu verteilen, dann wird man sehen, ob die Euro-Politiker eine Lektion gelernt haben – sonst ist die Währung verloren.

Ohnehin wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen, wieviel Kapital im Euro und in den Euro-Ländern bleibt. Allenthalben wird zu Recht die Frage gestellt: Wenn eine Mini-Volkswirtschaft wie Zypern bereits solch dramatische Situationen heraufbeschwört: Was passiert dann, wenn Italien kommt? Oder Spanien? Oder Frankreich? Wer bitte wartet denn freiwillig, bis man sein Vermögen per Zwangsmaßnahme einfriert oder rasiert?

Trotz der drastischen Sperrmaßnahmen ist offenbar auch in Zypern nicht gelungen, das Geld komplett im Land zu halten. Wie die FAZ meldet, wurde bereits seit Januar ein verstärkter Vermögensabfluss registriert. Er hat sich in dem kurzen Zeitraum zwischen der Ablehnung des Rettungspakets durch das zypriotische Parlament und den Kapitalverkehrskontrollen vervielfacht. Möglicherweise sind so auf den letzten Drücker noch Milliarden außer Landes dirigiert worden. Gerüchten zufolge sollen auch hochrangige Zentralbank-Mitarbeiter ihr Geld außer Landes geführt haben.

Jetzt kommt das nächste unerfreuliche, aber ebenfalls bereits bekannte Theater: Die Euroländer untereinander schieben sich Schuldzuweisungen zu – und die Bundesregierung versucht, sich so lange wie möglich der notwendigen Debatte des Bundestages zur Zustimmung über das Paket zu entziehen. Alles in allem nichts, was wirklich auf Euroland stolz machen könnte.

Update: Nordzypern: Ein Hauch Schadenfreude im türkischen Teil

Update: Luxemburg fürchtet um sein Geschäftsmodell

Update: EU-Gesetzentwurf: Sparguthaben bei Bankenpleiten heranziehen

Update: Chef der Bank of Cyprus ist zurückgetreten

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Die Fed, die Zinsen, der Preis des Goldes und die Illusion eines freien Marktes Antwort

Hierzulande angesichts der Europa-Fragen weitgehend nicht berichtet wird über eine Diskussion, die sich am Dienstag nach dem Auftritt des Fed-Chefs Ben Bernanke vor dem Bankenausschuss des US-Repräsentantenhauses erheblich verschärft hat: Die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank steht zunehmend in der Kritik – vor allem durch republikanische Abgeordnete. Der Hintergrund der Kritik ist schnell erklärt: Das US-Finanzministerium schöpft die Gewinne der Federal Reserve ab, muss aber auch für deren Verluste gerade stehen. Und die summieren sich.

Seit der weltweiten Finanzkrise 2007 bis 2009 senkte die Fed nicht nur die Zinsen auf faktisch null Prozent. Sie kaufte auch für sagenhafte 2,5 Billionen (2500 Milliarden !!!) Dollar  Hypotheken und Schatzpapiere auf, um die langfristigen Zinsen niedrig zu halten. Zurzeit kauft sie monatlich für etwa 85 Milliarden Dollar Bonds auf – alles mit dem erklärten Ziel, die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen und die Zahl der Arbeitslosen signifikant zu senken.

Auf die Frage, wie lange es wohl dauern werde, bis die US-Arbeitslosenquote von jetzt 7,9 auf wenigstens 6 Prozent sinke, nannte Ben Bernanke das Jahr 2016 – und erntete scharfe Kritik: Sollte das geldpolitische Konzept zusammenbrechen, bedrohen den Staat nicht nur ein Schuldenberg, sondern auch galoppierende Inflation und extrem steigende Schuldzinsen.  Dennoch verteidigte der Notenbankchef auch gegen anderslautende Überlegungen innerhalb seines Hauses die Niedrigzins-Politik: Jede Änderung sei wirtschaftlich kontraproduktiv – im Übrigen verfüge man über die nötigen Tools auszusteigen, wenn die Zeit dafür komme (Quelle: Financial Post).

Bloomberg News ließen nun eine Studie anfertigen, in der Stresstest-Bedingungen der Fed für die systemrelevanten  US-Banken auf die Notenbank selbst angewendet wurden. Das Unternehmen MSCI Inc. (MSCI), ein anerkannter New Yorker Finanzdienstleister, ermittelte erschreckende Zahlen: Innerhalb der nächsten drei Jahre könnte der Marktwert der Fed-Papiere um 547 Milliarden Dollar sinken. Dieser Verlust würde sich auf weniger als die Hälfte dessen, nämlich 216 Milliarden Dollar reduzieren, wenn die Rechnung Bernankes aufgehen und sich die Wirtschaftslage Schritt für Schritt erholen würde.

Da die Zentralbank ihr Portfolio nicht öffentlich macht, so Bloomberg News, sei dieser Verlust aber möglicherweise nur ein Teil dessen, was an Belastungen auf den Straat zukomme – denn die Fed könne nicht Pleite gehen und daher problemlos mit Verlusten in den Büchern weiter operieren. Bernankes Geldpolitik ist die aggressivste in der gesamten Geschichte der Notenbank. Ob dieser Weg, Wirtschaftswachstum zu fördern gerechtfertigt war, wird sich erweisen, wenn die Zentralbank aus ihrer Notfallpolitik wieder aussteigt – ein Thema, das intern bereits die Gemüter erhitzt. Ben Bernanke ist 59 Jahre alt, seine zweite vierjährige Amtszeit endet am 31. Januar 2014. Er hat bisher nicht erklärt, ob er noch einmal antreten will.

27-02-2013 22-48-42

Der Zusammenhang zwischen der Fed-Bilanz und dem Goldpreis ist traditionell sehr eng, stellt Forbes fest und bezieht sich auf eine Untersuchung des Macquarie Research Instituts.  Diese Studie hat ermittelt, dass mit jeder Steigerung der Fed-Bilanz um 300 Milliarden Dollar der Goldpreis um 100 Dollar je Feinunze steigt. Setzt die Notenbank also ihre Ankäufe in gleicher Höhe fort, weitet sich ihre Bilanz allein in den nächsten sechs Monaten um 765 Milliarden Dollar aus – der Preis des Goldes würde allein dadurch um 16 Prozent steigen. Bereits jetzt hat die Politik Ben Bernankes die höchsten Steigerungen im Preis des Edelmetalls in der Geschichte seines Instituts verursacht.

Steigerung des Goldpreises in Proz unter den letzten 4 Fed-Chefs

Nun ist die amerikanische Notenbank aber nicht allein mi ihrer Strategie. Die EZB hat sich inzwischen in ihre Spur begeben. Nachdem bekannt wurde, dass nicht nur Spanien in der Krise steckt, sondern auch die Wirtschaft im EU-Schwergewicht Frankreich stagniert, hat sich durch die Italien-Wahl die Gefahr der nächsten Euro-Krise erheblich verschärft. Die Sparpolitik Mario Montis wurde von den Wählern nicht honoriert – dazu kommt, dass die politische Patt-Situation jede Bewegung im Keim ersticken könnte.

Bisher vertrauen die Märkte auf das Wort Mario Draghis, wonach die EZB alles nötige unternehmen werde, den Euro zu retten. Die Verunsicherung der Investoren werde wohl nicht den Grad erreichen, den es im letzten Jahr gegeben habe. Das Staatsanleihen-Kaufprogramm der EZB dürfte eine solche Eskalation verhindern, zitiert denn auch am Mittwoch das Handelsblatt den Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier.  Der Mannheimer Wirtschaftsprofessor Hans-Peter Grüner hält es sogar für möglich, dass der Markt irgendwann die Reichweite der Versprechen der EZB testen werde.

Der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, mahnt an: Eine  stabile Regierung, die den Reformkurs entschlossen fortsetze, sei nicht nur für Italien wichtig, sondern auch für den Zusammenhalt des Euroraums.

Im Rahmen einer Rede in München, erklärte am Mittwoch auch EZB-Chef Mario Draghi, der Geldpolitik der Zentralbank seien klare Grenzen gesetzt. Die Regierungen des Euroraumes seien daher dringend gefordert, nationale Strukturreformen umzusetzen und eine stabile politische und wirtschaftliche europäische Union zu bilden (Quelle: Financial Times). 

Auch in Japan ist mittlerweile die Notenbank auf dem Weg, der hoch verschuldeten Regierung das Leben zu erleichtern. Unter anderem geht es um eine massive Ausweitung der Geldmenge – ein Problem, das auch die USA und der Euroraum haben. Die Wirkung solcher Maßnahmen ist rund um den Globus die gleiche: Kurzfristige Entspannung auf den Finanzmärkten scheint diese Politik zunächst zu rechtfertigen. Auch der Goldpreis, der nach der Italien-Wahl von 1585 auf fast 1620 Dollar pro Feinunze hoch geschnellt war, pendelte sich bereits zwei Tage später wieder bei rund 1610 Dollar ein. Positive Wirtschaftsdaten aus den USA verstärkten am Mittwoch den Trend.

Geldpolitik ist Vertrauenssache. Das gilt besonders kurzfristig.

Langfristig lohnt es sich allerdings auch zu rechnen.

Siehe auch:

Warum der Goldpreis fällt

Italien und Frankreich: Der lange Abstieg in die Depression

Noch keine Entwarnung in der Eurokrise

Update: US-Haushalts-Streit: Ausgabekürzungen treten in Kraft

Update: US-Banken lösen Goldpreis-Bremse

Update: El Erian warnt die Fed davor, einen Währungskrieg anzufachen

Update: Japanische Notenbank beschließt Geldschwemme

 

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