Schlagwort: Kommunikation

Bilder sehen, hören, fühlen: Das Wunder der Empathie in der Tierkommunikation

Man stelle sich vor, die Frau eines Workaholics könne wahrnehmen, als sei sie es selbst, was ihren Mann antreibt, immer mehr und immer länger zu arbeiten, immer weniger Zeit für Gemeinsamkeiten zu haben.

Man stelle sich nun vor, der selbe Mann könne mit seinen eigenen Sinnen fühlen, wie seine Frau sich von ihm  „in die Ecke gestellt“ fühlt, wie sie an fehlender Nähe leidet und vereinsamt.

Geht nicht? Doch, das geht: Es handelt sich um einen Akt bewusster Wahrnehmung, bewusster Empathie. Und so etwas hat Folgen: Sobald ein Mensch sich erlaubt, empathisch zu sein, wird er auch handeln. Die Frau wird den Mann in seiner Anstrengung liebevoller begleiten und er sie in ihrer Sehnsucht nach Nähe weniger allein lassen.

Warum? Weil echtes Mitgefühl unweigerlich in Handlung mündet. Wer mitfühlt, will helfen. So sind wir konstruiert.

Dehnen wir die Vorstellung aus. Denken wir an Menschen, die entscheiden, dass jeden Tag Zehntausende frisch geschlüpfter Hähnchen-Küken aufs Förderband zum Lebend-Schredder gesetzt werden. Wie würden sie handeln, wenn sie fühlen würden, was diese Küken fühlen? To be continued mit Rindertransporten, Schweinemast, und so weiter.

Denken wir weiter an den Migranten-Tsunami, der gerade nach Europa rollt: Wie würden wir handeln, wenn wir uns erlauben würden, am eigenen Leib zu spüren, wie es den Menschen geht, die durch Wüsten wandern, in Nuss-Schalen über Meere flüchten, sich treten und schlagen lassen, nur um ein ein besseres Leben zu finden?

Denken wir schließlich global: Wie würden wir handeln, wenn wir im eigenen Magen-Darm-Trakt fühlen würden, was unser Plastikmüll, unsere Ölbohr-Plattformen, unsere Windräder in Ozeanen und im Leben der Meerestiere anrichten, was unser Eindringen in die angestammten Lebensräume von Wildtieren an Land für diese bedeutet, was der Umbau des ganzen Globus, ausgerichtet auf menschliche Bedürfnisse, aus den Lebensbedingungen aller anderen Spezies macht?

Geht nicht? Doch das geht.

Wir alle können es.

Viel zu wenige tun es aber. Weil es anstrengend ist. Weil es schmerzt. Weil man verzweifeln will an der scheinbaren Unmöglichkeit, allein etwas ausrichten zu können. Weil man sich, wenn man einmal angefangen hat, nie mehr bequem und selbstzufrieden im Sessel zurücklehnen kann.

Aber Empathie, die Fähigkeit, mitzufühlen, bedeutet auch eine Quelle des Glücks. Sie ist Kommunikation auf höchster spiritueller Ebene völlig ohne  Arten- oder Sprachgrenzen. Sie funktioniert nonverbal über Bilder, Gerüche, Geräusche, Körperwahnehmungen – und sie kann die daran Beteiligten mit einer Liebe erfüllen, die weit über das hinaus geht, was etwa in Paarbeziehungen existiert. Jeder kann diese Sprache sprechen – wenn er bereit ist, sie zu erlernen, sie kontinuierlich zu üben.

Einst wussten, wie heute noch die Tiere, auch die Menschen, wie man den ganzen Körper zur Wahrnehmung einsetzt. Heute müssen wir es wieder lernen, die alten Instinkte reaktivieren. Schulen dafür wird man nicht finden, Lehrer aber schon. Ein guter Übungsweg ist zum Beispiel die sogenannte Tierkommunikation, von der ich hier erzählen will.

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„Mäuschen“ war eine „Herbstkatze. In einer eisigen März-Nacht, lange nach Mitternacht, fand ich sie in einem Dorf auf der Straße. Offenbar war sie kurz vorher mit einem Pkw kollidiert, aber bis auf einen Schock unverletzt geblieben. Nirgendwo  brannte mehr Licht – keine Ahnung, wohin sie gehörte. Ich nahm sie mit. Sie war noch nicht ausgewachsen, struppig und hatte Katzenschnupfen. Und sie wollte partout nicht im Katzenkörbchen schlafen.

Nach einer Woche war sie sauber, entwurmt, vom Tierarzt behandelt und hatte sich durchgesetzt: Sie schlief neben meinem Kopf. Sterisilieren wollte der Arzt sie später: Sie sollte erstmal etwas aufgepäppelt werden. Für die Vorsaison hatten wir ein Ferienhaus an der französischen Atlantikküste gebucht. Was tun mit „Mäuschen“? Kurz entschlossen fuhren wir nachts und nahmen sie mit. Da war sie schon trächtig: Von „Fritzchen“, einem großen schwarzen Kater aus der Nachbarschaft.

Wir waren alle zunehmend aufgeregt, als es endlich soweit war: An einem Vormittag, als ich grade zur Arbeit fahren wollte, fing sie an, laut zu rufen und wollte sich unbedingt in den Korb mit Bügelwäsche flüchten. Ich brachte sie in den Karton mit Katzeneingang und Deckel zum Abheben, den wir vorbereitet hatten, legte sie auf das Heu und rief die Männer im Büro  an: Ich könne nicht kommen, hätte Hebammenaufgaben. Ich erntete brummeliges Lachen und Kopfschütteln.

Dann kniete ich neben ihr und erlebte das Wunder der Geburt. Wie Wellen von Schmerz sie durchliefen, ihre Pupillen bis zum Rand erweitert waren, wie stolz und würdevoll sie in die Geburten ging – und schließlich zwei kleine Knäuel hervorbrachte: Anthrazitfarben waren sie, unter der Farbe sah man das graugetigerte Muster ihrer Mutter. Ich ließ die Drei ruhen und fuhr zur Arbeit. Abends lachten wir uns schief über die stolze Mutter: Sie platzte fast ob ihrer Leistung, der Schwanz stand ab wie ein Brett – weiter war sie mit dem Säubern noch nicht gekommen.

Katzenbaby

Zwei kleine schwarze Panther wuchsen unter ihrer umsichtigen Obhut heran, öffneten wasserblaue Augen, lernten, wie man tote Mäuse behandelt, später, wie man lebendige jagt – alles auf dem Flur vor dem Schlafzimmer. Dazwischen aßen sie Schmelzflocken mit Milch, tranken an Mäuschens Brust und trugen kleine Kämpfe miteinander aus. Wir tauften sie  Jakob und Adele – und mussten immer wieder herzhaft darüber lachen, wie die beiden sich zusammen in die kleinsten Kartons manövrierten.

Sie wuchsen schnell, waren bald größer als ihre kleine, keuchende und niesende Mutter. Aber sie hörten nicht auf, deren  Milch zu trinken, und Mäuschen war zunehmend genervt, weil sie die beiden nicht abwehren konnte. Mittlerweile musste sie wegen des Katzenschnupfens Cortisontabletten nehmen, was sie hasste.Eines Nachts im Herbst hörte ich, wie sie das Schlafzimmer und durch die Katzenklappe das Haus verließ. Sie kam nie mehr zurück.

Ich war außer mir, suchte sie überall, fand aber keine Spur von ihr. Magisch zog es mich immer den selben Weg lang Richtung Waldrand; ich ging ihn wohl hundert Mal, fand aber nichts. Mäuschen blieb verschwunden.

Zehn Jahre später las ich von einem Seminar: Tierkommunikation mit  Amelia Kinkade. Ich buchte sofort. Das Seminar fand im Schwarzwald statt. Ich kam zu spät, verfranste mich auf der Schwarzwaldhochstraße, war völlig entnervt, als ich endlich im überfüllten Raum mit den Anderen zusammenfand. Wir hatten Bilder von unseren Tieren dabei und tauschten diese untereinander aus, ohne uns weitere Informationen dazu zu geben. Die jeweiligen Übungspartner sollten  etwas zu den Fotos der ihnen nicht bekannten Tiere sagen.

Ich hatte das Titelbild dieses Beitrags dabei. Es zeigt Mäuschen im Urlaub in Frankreich. „Diese Katze ist tot,“ stellte mein Gegenüber fest. „Sie wurde erschossen.“

Vom Rest des Abends weiß ich nur noch dieses: Als habe sie zehn Jahre lang nur darauf gewartet, es mir endlich sagen zu können, zeigte Mäuschen mir einen Film. Durch ihre Augen sah ich, wie sie sie den Weg lang ging, der mich so magisch angezogen hatte, bis zum Waldrand. Dort traf sie auf einen Jäger, den ich persönlich kenne. Sie zeigte mir sein Gesicht aus ihrer Perspektive: Es war das letzte, was sie in ihrem kurzen Leben sah, denn der Mann hatte auf sie gezielt und sie tödlich getroffen.

Nichtmal für Sekundenbruchteile bezweifelte ich, dass ich die Wahrheit erfahren hatte. Die ganze Nacht lang  ertrank ich in Tränen.

Wir lernten viel im Verlauf der eigentlich kurzen zweieinhalb Tage. Mit großem Erstaunen bemerkte ich die Präzision, mit der die sämtlich ungeübten Teilnehmer Krankheiten bis hin zum exakten Organ wahrnahmen, Wünsche der Tiere und ihre Eigenheiten formulieren konnten. Amelia Kinkade ermutigte uns, mit allen Tieren zu „sprechen“, die dazu bereit seien: Das Eichhörnchen im Nussbaum, die Meise am Vogelhäuschen, das Rind auf der Weide.  Es sei aber auch zu respektieren, wenn ein Tier sich nicht unterhalten wolle, mahnte sie uns.

Tiere sind Persönlichkeiten, genau wie Menschen. Es gibt Zeiten,  zu denen sie nicht reden wollen, Menschen, mit denen sie nichts zu tun haben wollen und Dinge, die sie nicht erzählen wollen, ob uns das nun passt oder nicht.

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Wie kann man nun ein Gespräch mit einem Tier beginnen? Amelia Kinkade lehrte uns ihre Methode der „Herzkommunikation“ mit Hilfe der universellen, artübergreifenden Sprache der Bilder: Zuerst  bekommt  der Kopf den Befehl, nicht dauernd dazwischenzureden. Eine kleine Meditation zu Beginn hilft bei der Sammlung. Nun wird die Verbindung der Herzen geschlossen – zum Beispiel mit Hilfe einer imaginären Brücke.

Worte sind überflüssig – die Sprachen sind zu verschieden. Statt dessen braucht es ein liebevolles, vorurteilsfreies gegenseitiges Anschauen. Und ein ebenso liebevolles, geduldiges Hin“hören“. Die Fragen, einfach, unverschachtelt und klar, werden in ein lebendiges Bild übersetzt, das angereichert sein kann mit Gerüchen, Gefühlen, Geräuschen, usw.

Zum Beispiel: „Was ist dein Lieblingsessen?“ Ich kombiniere das Bild des Tieres, das mir gegenüber ist mit meiner Vorstellung davon, wie es aussieht, wenn es frisst und meiner Frage nach dem Lieblingsfutter; sprich, dessen Aussehen, Konsistenz, Geruch, usw.

Wie erkenne ich die Antwort? Nun wird es ebenso einfach wie kompliziert. Kompliziert, weil sich unser Gehirn umgehend einmischen wird und uns Interpretationen unserer Wahrnehmung liefert.

Ein Beispiel von Amelia Kinkade: Sie fragte Schimpansen im Zoo nach ihrem Lieblingsfutter und bekam blitzartig ein Bild. Sie sah lange dünne, spaghettiähnliche grüne Schlangen mit süßlichem Geruch. Hätte sie nun auf ihr Gehirn gehört, hätte sie ihre eigen Wahrnehmung als Unsinn eingestuft, denn der Erfahrungswert des Gehirns heißt ganz klar: „Schimpansen essen keine grünen Schlangen.“ Sie ging daher zu den Tierpflegern und befragte diese nach dem seltsamen Futter. Heraus kam: Die älteste Schimpansendame hatte vor einiger Zeit Geburtstag. Zur Feier des Tages hatten alle Affen eien Korb voller Gummibärchen-Schlangen bekommen…

Exakte Wahrnehmung anderer Wesen verlangt lebenslanges Üben – der Umgang mit den eigenen, menschlichen Reaktionsmustern ebenso. Das wichtigste dabei ist immer der Anfang: Ein bewusstes Umstellen der Wahrnehmung auf den Körper, nicht auf den Kopf. Es geht um Fühlen, erst danach um Denken. Logischerweise ist es auch der allererste Eindruck, der mit größter Sicherheit der richtige ist: Das ist nämlich der, den das Gehirn noch nicht bewerten konnte.

Manchmal meint man auch, die Antwort der Tiere zu hören.

Adele war noch jung, als ich einmal vor ihr kniete, sie umarmte und furchtbar weinte, weil ich große Sorgen hatte. Auch Adele hatte zu dieser Zeit kein leichtes Leben: Ihr Bruder Jakob jagte sie systematisch aus dem Haus. Sie musste sich heimölich hereinschleichen, um zu fressen oder zu schmusen. Ihr Rücken war schon ganz nass von meinen Tränen, als ich sie plötzlich mit dem inneren Ohr sprechen hörte: „Schau dir an, was ich mit Jakob aushalten muss. Gebe ich etwa auf?“

Ich war schlagartig ruhig. Und tief erstaunt, welche Mühe sich diese kleine, zarte schwarze Katze mit mir gab. Als ich den Kopf hob, saß sie vor mir und starrte mich mit weit geöffneten Augen an. Unglaublich überzeugend…

Untenstehendes Video aus Youtube zeigt die Arbeit der Tierkommunikatorin Anna Breytenbach. Obenstehendes Video zeigt Adele im Alter von 15 Jahren. Mit 16 starb sie an einem Herzschlag in meinen Armen.

Tierkommunikation ist gelebte Empathie. Da es sich bei dem Wort Empathie um einen in seiner Bedeutung umstrittenen Begriff handelt, hier die Definition nach Nathan Spreng, um die es mir geht: Es handelt sich um eine trainierbare Kompetenz, bestehend aus:

  • Korrektem Entschlüsseln nonverbaler Botschaften
  • dem Empfinden gleicher Emotionen wie Andere (Mitgefühl)
  • dem Erleben ähnlicher Gedanken und Erinnerungen
  • dem Auslösen gleicher physiologischer Reaktionen (Herzschlag, Beklemmung, „feuchte Hände“ etc.) sowie dem
  • Auslösen helfender oder unterstützender Handlungsimpulse.

Da die natürliche, angeborene Fähigkeit zur Empathie leicht zu Manipulationszwecken missbraucht werden kann, beschränken sich Seminare zur Tierkommunikation auch ausschließlich auf diese. Tatsächlich kann man die selben Methoden anwenden, um nonverbal mit Menschen zu kommunizieren – oder auch nur, um sie zu „lesen“. Dies geschieht heutzutage auch vielfach in allen Bereichen menschlichen Lebens. Fachleute bedienen sich dieser und ähnlicher Methoden, um Menschen gezielt zu manipulieren: von der Werbung bis zur Politik.

Darüber aber die unglaubliche Chance zu vergessen, die in der Empathie liegt, wäre der größte Fehler, den die Menschheit machen kann.

Ist es nicht der lebende Beweis einer universellen, liebevollen Verbundenheit aller Wesen, dass Mensch und Tier Freude und Leid anderer Wesen genauso fühlen können, wie diese selbst?  Wenn sie, WEIL sie fühlen, auch handeln, um den Schmerz zu lindern, die negative Situation zu verändern?

Diese Fähigkeit kann uns und den ganzen Planeten retten, wenn wir nur endlich damit beginnen, sie umfassender zu leben.

Hier ein Beispiel, kopiert aus einem Facebook-Kommentar zu einem Film, in dem ein weinender Flüchlingsvater seine beiden toten Kinder unter vielen weiteren identifiziert, an sich drückt und immer wieder küsst:

„Ich muss weinen, wenn ich so etwas seh! Ein Papa, der seine Kinder verloren hat. Wenn man selbst so kleine Kinder hat, fühlt man automatisch mit und ich kann nicht anders, ich muss da mitweinen. Ich finde es so traurig, dass solche Sachen auf unserer Welt passieren! Die Menschen sind doch angeblich so intelligent, so fortgeschritten in der Technologie usw…….aber in vielen Dingen so dumm und unreif, sich gegenseitig zu töten, Kinder zu töten! Wieviel müssen die Menschen noch lernen! Traurig…..“

Siehe auch: Über den kleinen Unterschied zwischen Sympathie und Empathie und die dortigen Links

sowie: „Wenn du mitfühlen willst, muss es dir weh tun“

oder: Empathie – die Grenzen des Mitgefühls

Buchtipps:

13-09-_2015_13-46-32Lautlose Sprache von Martha Williams, gebundene Ausgabe 18,50, Kindle 16,99€

13-09-_2015_13-52-14Tierisch gute Gespräche Amelia Kinkade, broschiert 14, Kindle 12,99 €

13-09-_2015_13-58-22Tierisch einfach Amelia Kinkade,18,50, Kindle 16,99€

13-09-_2015_13-55-28

Mit Tieren kommunizieren, Gudrun Weerasinghe; Taschenbuch, 10,90€

13-09-_2015_14-30-29Katzenflüstern: Tierkommunikation und natürliche Heilung für Ihre Tiere, Nicole Schöffmann;Taschenbuch ab 2,99 €

CD Katzenflüstern mit passenden Übungsmeditationen von Nicole Schöffmann, Audio CD 12,99  Hörbuch-Download 9,26  €

13-09-_2015_14-11-57

Tiere als sprechende Gefährten Penelope Smith; Tierkommunikation für Erfahrene;18,50, Kindle 16,99 €

Manipulation: Einfach, wenn man weiß, wie’s geht – und sehr wirkungsvoll…

„Errege nicht das Misstrauen einer Frau – du wirst sie niemals mehr täuschen können.“

Ein kluger Mann hat das vor drei Generationen der CIA sogar schriftlich gegeben: Es war kein geringerer als der große Illusionist John Mulholland (1898 – 1970). Der musste es wissen – Er war verheiratet und unterhielt über Jahrzehnte ein Verhältnis zu seiner Sekretärin.  Der Sohn eines Anlagebetrügers im großen Stil war ein begnadeter Illusionist und wurde bereits mit 16 Jahren in die amerikanische Brüderschaft der Magier aufgenommen, wo er beim großen Zauberer Robert Houdin in die Lehre ging. Später hat der Mann die CIA in allem beraten, was man so wissen muss, wenn man Feinde aus dem Weg räumen will: Wie transportiert man tödliche Nadeln in Münzen – wie schüttet man seinem Gegenüber Gift ins Getränk, ohne dass das Opfer es bemerkt – wie verdreht man die Sicht der Öffentlichkeit auf die Frage, wer von zwei Kriegsparteien die Wahrheit spricht und wer nicht….

Merkwürdige Aktualität erreicht das Thema gerade in der Ukraine-Krise. Deshalb soll es auch noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden: Auslöser ist eine Bildtafel im aktuellen Handbuch: „The Art of Deception„:

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„The Art of Deception“ – „Die Kunst des Betrugs“ heißt das Handbuch, das durch Edward Snowden in diesen Tagen in Form einer Power Point Präsentation bekannt wurde. Das ist kein neuer Titel, sondern ein sehr alter: Faktisch handelt es sich um die moderne Ausgabe eines Werkes von John Mulholland, das 1973 spurlos verschwand, 2003 wieder auftauchte und heute ganz normal für ein paar Euro bei Amazon erworben werden kann: „The offical C.I.A Manual of Trickery and Deception“  ist einer von mehreren Vorläufern des heutigen Handbuches und stammt aus der Zeit des kalten Krieges.

Marita Lorenz, Tochter des aus Bad Münster am Stein stammenden Kapitän Lorenz, hat in ihrem Buch „Lieber Fidel“ anschaulich beschrieben, wie es in den 60er Jahren beim US-Geheimdienst zuging: Die damals 19Jährige hatte 1959 eine Affaire mit dem kubanischen Revolutionär Fidel Castro, wurde ein knappes Jahr später zwecks einer Zwangsabtreibung verschleppt, später von der CIA rekrutiert und nach Kuba zurückgeschickt, um Castro zu ermorden. Die dazu nötigen Giftpillen versteckte sie in einem Creme-Tigelchen. Nachdem sie es nicht fertiggebracht hatte, den Mann ihres Herzens zu meucheln, wurde sie vom Geheimdienst in immer neue Aktionen gebunden, kannte unter anderem auch den Mörder Kennedies, Lee Harvey Oswald.

Mulholland hat in seinem Buch ein ganzes Kapitel den Besonderheiten bei Frauen, sprich: weiblichen Agenten gewidmet. Darin kommt auch das Thema Kosmetik ausführlich vor. John Mulholland hatte übrigens auch dezidierte Meinungen zu Themen wie Hypnose oder Hellsehen – letzteres mündete einige Jahrzehnte später in das CIA-Projekt Remote Viewing.

Sein großes Vorbild, Jean Robert Houdin, der „große Houdini“, hatte sich bereits im 19. Jahrhundert einen Namen beim französischen Geheimdienst gemacht, der sich mit Aufständen im kolonialisierten Algerien herumschlug. Houdin überzeugte die Algerier mit Hilfe von Zaubertricks erfolgreich von der französischen Übermacht.

Ganz in diesem Sinne agierte auch der britische Zauberer Jasper Maskelyne, dem der deutsche „Wüstenfuchs“, Generalfeldmarschall Rommel die entscheidende Niederlage bei El Alamein zu verdanken hat. Maskelyne, der einer britischen Illusionisten-Familie entstammt, täuschte die Deutschen immer wieder in großem Stil. So verhinderte er beispielsweise die Zerstörung einer großen Zahl alliierter Kriegsschiffe im Hafen von Alexandria, indem er eine täuschend ähnliche „Doublette“ des Hafens einige Kilometer weiter etablierte. Durch Licht-Spiegelungen tarnte er den Suez-Kanal erfolgreich vor den nächtlichen Angriffen auf dort verkehrende Versorgungsschiffe und hielt so die Nachschubwege für die Alliierten offen. Vor El Alamein vermittelte er den Deutschen, General Montgommery wolle aus Süden angreifen. Tatsächlich kamen dessen Truppen dann jedoch aus Norden und schlugen die Deutschen vernichtend. Um Panzer zu verstecken, „verpackte“ Maskelyne sie täuschend echt als harmlose Lkw. Er vergaß dabei nicht einmal, die Kettenspuren, die man vielleicht von oben im Sand hätte erkennen können, durch Reifenspuren zu ersetzen… In Youtube gibt es eine dreiteilige Video-Dokumentation über Maskelynes Aktivitäten. Hier Folge drei:

Nur wenige Medien haben sich die Mühe gemacht, ausführlich den Einsatz von Illusionisten für Geheimdienste zu dokumentieren. Eine Ausnahme ist hier Telepolis. Der Autor Markus Kompa hat sich gleich mehrfach damit auseinandergesetzt.

Noch ein paar Stichworte finden sich im aktuellen britisch-amerikanischen Täuschungs-Handbuch, deren Nachverfolgung sich lohnt: So fällt etwa der Name Cialdini. Dr. Robert Cialdini ist einer der ganz erfolgreichen Erforscher menschlicher Verhaltensweisen. Seine Ergebnisse vermarktet er weltweit in seinem Unternehmen Influence At Work. Dabei betont er immer wieder, dass Manipulationsmethoden nur „zum Guten“ verwendet werden sollten – eine Aussage, die bereits ohne weitere Kommentierung für sich selbst spricht. Cialdini ist ebenfalls vielfach mit kurzen und längeren Vorträgen in Youtube zu finden. Hier ein Beispiel, wie er über die wesentlichen menschlichen Verhaltensmuster referiert:

Die deutsche „Päpstin“ Vera F. Birkenbihl, deren Vorträge meist sehr lang, dafür aber derart voll geballter Information sind, dass sie Lehrbücher beinahe ersetzen, bezieht sich in ihrem hörenswerten Referat „Menschen beeinflussen“ immer wieder auf Robert Cialdinis Forschungsergebnisse.

Im Grundsatz geht es bei der mentalen Beeinflussung von Menschen immer nur um zwei Ziele: Entweder soll ein seelisches Problem therapiert werden – das ist der seltenere – oder der Einflussnehmende will einen persönlichen Vorteil erreichen. Dies kann ein durchaus legitimes Ziel sein, wenn man beispielsweise die Arbeit in einem Team positiv beeinflussen, oder eine Werbekampagne zu besserem Erfolg führen möchte. Es wird jedoch sehr schnell zu einer Gratwanderung. Die beginnt ganz subtil bei einer völlig normalen Unterhaltung – etwa zwischen Mann und Frau – zum Beispiel im Internet. Hier schließt sich ein Kreis: Wir sind wieder bei der modernen „Kunst der Täuschung“.

Wo finden wir nun die Hilfsmittel, um die Methoden des Geheimdienstes zu erkennen (anzuwenden…)?

Ganz einfach: im NLP, der neurolinguistischen Programmierung. Die Grundausbildung zum „Practinioner“ ist bereits nicht ganz billig. Um die Methoden kennenzulernen, genügt es jedoch, sich ein Buch anzuschaffen, zum Beispiel NLP – das WorkBook. Hier finden sich Übungsbeispiele zu hypnotischen Sprachmustern, wie sie etwa in der Milton-Methode angewendet werden. Milton H. Erickson (1901 – 1980) war einer der bedeutendsten Wegbereiter der heutigen Hypnosetherapie.

Mit Hilfe von NLP kann man Menschen auch in eine leichte Trance versetzen, die mit Tiefenhypnose wenig gemeinsam hat. In dieser Trance, deren sich der Betroffene möglicherweise nicht einmal bewusst ist, ist es aber möglich, jemanden zu bestimmten Lösungen zu führen, die er im Normalzustand nicht selbst entwickeln würde. Das oben zitierte NLP-Workbook zeigt verschiedene Modelle, Methoden und Strategien dazu auf.

Manipulation ist also durchaus kein Hexenwerk – zumal man sie im besten Sinn verwenden kann, um Menschen zu heilen, Arbeit und Beziehungen erfüllter zu gestalten. Dennoch kann die Kenntnis ihrer Methoden auf gleich zweifache Weise eine teuflische Wirkung entfalten: Erstens setzt sie beim Anwender große charakterliche Stabilität voraus, denn er wird der immerwährenden Versuchung ausgesetzt sein, seine Kenntnisse zum eigenen Vorteil UND zum Nachteil anderer einzusetzen. Die noch weitaus teuflischere Wirkung wird erst auf den zweiten Blick offenbar: Ein Mensch, der weiß, wie einfach Andere manipulierbar sind, kann in tiefem Misstrauen gegenüber allen anderen Menschen gefangen bleiben. Da die Methoden der Manipulation sehr subtil sein können, weiß er ja nie wirklich, ob sein Gegenüber nicht versucht, auch ihn zu beeinflussen….

Hier schließt sich ein weiterer, wenig erfreulicher Kreis:  John Mulholland, der davor gewarnt hatte, das Misstrauen einer Frau zu erregen, hat möglicherweise zu kurz gegriffen. Auch Männer, die „zu viel“ wissen, können unheilbar misstrauisch werden. So misstrauisch, dass sie echte Sympathien ihres Gegenübers von ihren eigenen Ängsten nicht mehr unterscheiden können.

Siehe auch:

Manipulation in Sprache und Inhalt: Wie informiere ich mich?

Wie manipuliert man Menschen?  

Nein, das ist kein Film: Wir werden wirklich überwacht!

Update: Putins Medien-Coup gegen den Westen in Sachen Krim

Update: Britischer Geheimdienst kann Meinung im Internet technisch manipulieren

 

Es „menschelt“ im Netz: Zur Nutzung von Facebook und anderer social Media

Übernommen von beyond-print.de

70 Prozent der Onliner in Deutschland nutzen Social Media-Angebote – im Vergleich zu 2011 ein Zuwachs um sechs Prozentpunkte. Wer über ein großes Einkommen verfügt, besucht deutlich mehr Kanäle als Geringverdiener. So sind 64 Prozent der User mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro in Foren unterwegs. Von denen mit unter 1.000 Euro sind es gerade mal 50 Prozent. Das sind Ergebnisse des „Social Media-Atlas 2012″ vom IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung, der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und dem Marktforschungsdienstleister Toluna.

Die Studie zeigt unter anderem, über welche Themen sich die Deutschen auf den Online-Kanälen informieren, ob sie Aktivitäten von Unternehmen wahrnehmen und wie sich die Nutzung in den einzelnen Bundesländern unterscheidet. Zwischen den deutschen Bundesländern gibt es deutliche Nutzungsunterschiede. Der Social Media-Spitzenreiter ist in diesem Jahr Hessen: 74 Prozent der Onliner aus dem Bundesland sind im Social Web unterwegs. Im vergangenen Jahr führte Rheinland-Pfalz noch mit 73 Prozent die Tabelle an, belegt aber in 2012 nur noch Platz sieben. Auf den Plätzen zwei und drei der Social Media-affinsten Bundesländer schaffen es Niedersachsen und Bremen. Die rote Laterne geht in diesem Jahr wie schon in 2011 an Mecklenburg-Vorpommern. Mit 58 Prozent Social Media-Nutzern (52 Prozent im vergangenen Jahr) bildet das Bundesland das Schlusslicht im Social Media-Ranking.

YouTube in der Nutzergunst erneut auf dem ersten Platz
Das von den meisten Deutschen genutzte Angebot ist Facebook. 89 Prozent der Social Media-Nutzer sind auf dem Social Network unterwegs. Die von den Nutzern am besten bewertete Plattform ist allerdings eine andere. Hier hat – genau wie im vergangenen Jahr – YouTube die Nase vorn. 72 Prozent der User bewerten das Video-Portal mit „gut“ oder „sehr gut“. Zufrieden sind sie vor allem mit der Suchfunktion und der Übersichtlichkeit der Seite. Kleiner Wermutstropfen: 2011 lag YouTube noch bei 77 Prozent der Befragten vorn. Facebook schafft es in der Gunst der Nutzer auf den zweiten Platz. 65 Prozent der User bewerten das Social Network mit mindestens „gut“. An dritter Stelle folgt Google+ (60 Prozent zufriedene Nutzer), das zum ersten Mal in die Bewertung einfließt und das Business-Netzwerk Xing (55 Prozent) vom Treppchen stößt. Auffällig ist, dass die User viele Angebote schlechter bewerten als noch in 2011.

Austausch: Private Themen hoch im Kurs
Nach den konkreten Nutzungsgewohnheiten gefragt, zeigt sich, dass die private Kommunikation an erster Stelle steht. So tauschen sich 62 Prozent der Facebook-Nutzer über Persönliches aus, vereinbaren Treffen mit Freunden oder Bekannten und schicken sich gegenseitig Fotos zu. Jeder vierte Facebook-Nutzer unterhält sich mit anderen Usern über berufliche Themen (25 Prozent). Wirtschaftliche oder gesundheitliche Themen diskutiert noch nicht einmal jeder Zehnte (19 beziehungsweise 18 Prozent) in dem Social Network.

Vertrauen in Meldungen aus dem Social Media-Netzwerk gesunken
Den Meldungen kommerzieller Anbieter stehen die Social Media-Nutzer skeptischer gegenüber als noch in 2011. Im vergangenen Jahr gaben 42 Prozent der Befragten an, hohes Vertrauen in Meldungen von Unternehmen und Institutionen zu haben. In diesem Jahr sind es nur noch 35 Prozent. Tendenziell größeres Vertrauen in die Beiträge kommerzieller Anbieter haben dabei noch die Einwohner aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (45, 43 und 42 Prozent).In ähnlichem Verhältnis ist auch das Vertrauen in Informationen gesunken, die von persönlichen Social Media-Kontakten stammen: In 2011 äußerten 67 Prozent großes Vertrauen, in 2011 sind es nur noch 59 Prozent.

Unternehmen fallen im Social Web kaum auf
Der Social Media-Atlas 2012 fragte dieses Jahr außerdem erstmals ab, inwiefern die User die Aktivitäten von Unternehmen einzelner Branchen überhaupt wahrnehmen. Banken und Versicherungen treten demnach bei ihren Kunden kaum in Erscheinung. Nur 13 Prozent der Befragten geben an, dass sie in den vergangenen sechs Monaten Social Media-Aktivitäten von Instituten aus der Bank- oder Versicherungsbranche wahrnahmen. Im Gesundheitssektor sind es sogar nur neun Prozent.

Mehr Informationen zur Studie gibt es bei Fakten Kontor.

Siehe auch Info-Grafik: Facebook-Freundschaften weltweit 

Die Entwicklung des Internet in den letzten zehn Jahren

und: „Euer Internet ist nur geborgt“

Update: Iran will sein eigenes Internet

Update: Das Netz vergisst doch 

 

 

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Manipulation in Sprache und Inhalt: Wie informiere ich mich?

Woran erkenne ich die Qualität einer Nachricht?

Ist sie oberflächlich? Ist sie fundiert? Will sie mir eine bestimmte Meinung unterschieben?

Eine einfache Frage – aber sie hat eine ungeheure Bedeutung und gewinnt täglich mehr dazu. Je stärker sich die Euro-Krise zuspitzt, je mehr  Kriegsrethorik um sich greift – aktuell am Beispiel Syrien – oder auch Israel und Iran – desto wichtiger wird es, ganz genau zu untersuchen: WER sagt mir da WAS und vor allem: WIE sagt man es mir?

Einen sehr klugen Beitrag zum Thema hat Bewusst TV gesendet: Alexander Wagandt macht deutlich, dass ich aus der Sprache einer Botschaft sehr gute Rückschlüsse auf das Denken dessen ziehen kann, der sie mir sendet. Anders ausgedrückt: Ein Mensch, der nur in zwei Kategorien denkt, etwa Liebe und Hass, wird sich auch so ausdrücken: Er ist entweder absolut FÜR etwas oder absolut DAGEGEN. Es gibt keine Zwischentöne und damit eine große Gefahr von Ungerechtigkeit. Wenn ich einen Menschen oder eine Sache nicht liebe – hasse ich sie dann gleich?

Ich nicht. Sie vielleicht?

Zehn Methoden der Manipulation sollte ich kennen und immer im Hinterkopf haben, wenn ich mich mit Sprache auseinandersetze. Der Franzose Sylvain Timsit hat Methoden der „Gehirnwäsche“ zusammengefasst, die nicht nur Regierungen gut bekannt sind, sondern auch Unternehmen, die etwas verkaufen möchten, Frauen und Männern, die politische oder religiöse Ansichten oder Ideologien offensiv vertreten oder ganz einfach ihr eigenes Ego stärken wollen, indem sie Macht über andere Menschen gewinnen. Immer wieder hört man in diesem Zusammenhang von Sektenführern. Aber so einfach ist es nicht: Psychopathen sind in allen Schichten der Gesellschaft vertreten.

Zurück zu den Nachrichten: Woran erkenne ich nun, ob ich fundiert und kompetent informiert oder in eine bestimmte Richtung manipuliert werde? Ich frage so:

1. Wie ist die Sprache: Handelt es sich um eine Information oder eine Meinungsäußerung? Wird sachbezogen berichtet, emotional geschildert oder sofort bewertet? Am Beispiel Israel – Iran hier mal drei „Nachrichten“, an denen der Unterschied erkennbar ist:

  • Israel vermutet, dass der Iran Uran anreichert, um eine Atombombe herzustellen. Der Iran dementiert. (Das ist die reine Nachricht.)
  • In Israel wächst die Angst vor einer atomaren Bedrohung aus dem Iran. Die dortige Regierung betont jedoch unermüdlich, Uran ausschließlich zu zivilen Zwecken der Energieversorgung anzureichern. (Eine Nachricht, die Angst macht. Der Iran äußert sich beruhigend.)
  • Wird der Ayatollah-Staat Iran seine Drohung wahr machen und das verhasste Israel von der Landkarte tilgen?  Die Regierung in Tel Aviv denkt über einen Erstschlag nach. Teheran betont, Uran ausschließlich zu zivilen Zwecken anzureichern, will sich aber weiteren internationalen Kontrollen entziehen.  (Hier wird es manipulativ: Das Wort Ayatollah-Staat suggeriert radikal-islamisches Handeln. Die „Drohung“ ist so alt wie der Staat Israel und basiert auf der wechselvollen Geschichte des heutigen israelischen Staatsgebietes, das in der Geschichte immer wieder sowohl von muslimischen, als auch jüdischen Bevölkerungen bewohnt wurde. Iran vertritt die Meinung, dass mit der Staatsgründung Israels dem arabischen Teil der Bevölkerung die angestammte Heimat weg genommen wurde. Der Hinweis darauf, dass Iran sich weiteren internationalen Kontrollen entziehen will, will aufzeigen, dass Iran nicht nur radikal denkt, sondern auch friedliche Lösungen offenbar ablehnt. Alles zusammen rechtfertigt indirekt, aber gezielt einen Erstschlag Israels gegen Iran.)

2. Woher kommt die Nachricht? Wer spricht oder schreibt sie? In welchen Medium? Gibt es allgemein bekannte politische oder religiöse Einstellungen der Autoren oder Medien? In welchem Zusammenhang wird die eigentliche Nachricht veröffentlicht? Gibt es weiterführende Informationen?

3. Was sagen die Anderen? Das ist im Internet mit wenigen Klicks herauszufinden: Geben Sie bei Google oder noch besser twitter  entsprechende Suchworte ein. In unserem Beispiel genügt Israel + Iran + zum Beispiel das Tagesdatum.

4. Kann es sein, dass ich auf subtile Weise manipuliert werde, weil etwa mein Land zu einem bestimmten Länder-Block gehört? Subtile Manipulation kann allein schon dadurch entstehen, dass mir bestimmte Aspekte einer Nachricht vorenthalten werden. Ich informiere mich also zusätzlich bei den „Gegnern“ – in unserem Beispiel russische, asiatische und arabische Nachrichtensender. Hier sind allerdings Englischkenntnisse zwingend erforderlich, weitere Sprachkenntnisse hilfreich.

5. Wie ordne ich nun meine gesamten Informationen ein? Hier hilft ein Blick in die Geschichte. Die finde ich in Wikipedia, Google und Youtube, um nur einige zu nennen. Ich gebe also ein: Israel + Geschichte, Iran + Geschichte. Hilfreich sind zudem Suchbegriffe wie Religion, Wirtschaft, Bodenschätze, Erdöl, Wasserversorgung, Atomwaffen, Atomwaffensperrvertrag … und so weiter.

Eine solche Recherche braucht ihre Zeit – Zeit, die ich nicht immer habe. Ich selbst habe für mich deshalb eine sehr schnelle Methode gefunden, die Nachrichten herauszufiltern, die ich suche. In meinem twitter-Kanal habe ich internationale Medien abonniert. Ich folge nur diesen – egal wer mir selbst folgt. Der Grund ist einfach: Ich möchte nicht von thematischer Vielfalt erschlagen werden. Die Medienauswahl liefert zu meinen Interessen innerhalb kürzester Zeit internationale Sichtweisen. Ich sehe also zur möglichen Kriegsgefahr Israel – Iran Meldungen etwa aus Israel, aus den USA, aus China, von Al Jazeera, aus Russland, aus ganz Europa, von diversen Bloggern, die der einen oder anderen Seite zugeneigt sind. Ich finde sowohl Informationen, als auch Kommentare, dazu meist Videos.

Einige der tweets gebe ich an meine Follower weiter – hier treffe ich die Auswahl, für die ich persönlich stehe. Das kann bedeuten, dass ich schlicht informieren möchte, es kann bedeuten, dass ich eine Warnung weiterreichen möchte, es kann auch heißen, dass ich ein Signal zu erkennen glaube, das später an Bedeutung zunehmen wird. Einige tweets inspirieren mich zu einem Blog. Vor allem aber geht es mir darum, mich selbst so unabhängig wie möglich zu informieren: Auch jenseits der staatlichen und privaten Medien Deutschlands, beziehungsweise der sogenannten „westlichen Welt“.

Warum ich das mache?

  • Weil ich Journalistin bin und eine ausgeprägte Meinung zum Schlagwort „objektive Berichterstattung“ habe.
  • Weil ich ein politisch denkender Mensch bin. Ich möchte WISSEN, was passiert – vor allem auch hinter den Kulissen, in den Köpfen und Herzen der Entscheider.
  • Und weil ich erkannt habe, dass nicht alle Menschen gute Menschen sind.
  • Macht ist die stärkste Droge der Welt. Ich möchte ihr etwas entgegen setzen: Klare Werte und ein Plädoyer für die Liebe.

Siehe auch:

Über Kommunikation und die Grenze von Worten

Update und Anschauungsmaterial: Iran baut Uran-Anreicherung aus 

Update: Mind-Control – Vortrag des Psychologen Heiner Gehring

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Wem gehört die Welt: Der Kommunikationsindustrie oder dem Geld ?

Viel diskutiert wird in diesen Tagen über den Währungskrieg zwischen Europa, den USA und den Ländern Asiens – über Weltwährung, Goldstandard und Schuldenkrise. Daneben hat sich eine Macht etabliert, die ebenfalls bestimmen kann ob Kriege gewonnen oder verloren werden: Die Herren des Internets kontrollieren die weltweite Kommunikation. Klar geht es dabei auch um Geld: Wer seine Kunden kennt, kann ihnen passende Angebote unterbreiten und guten Umsatz machen.  Aber viel gefährlicher ist die Fähigkeit der Internet-Riesen, die Netzkommunikation zu steuern und bei Bedarf zu unterbinden.  Götz Hamann und Marcus Rohwetter von der ZEIT haben in einer ausführlichen Analyse untersucht, wie weit diese Macht heute schon reicht.

„Die Antworten sind beängstigend: Alles sei bloß »ein Test«. Oder: »Statistik.That’s all.« So fertigen sonst Herrscher ihre aufgeregten Untertanen ab: Macht euch keine Sorgen. Ihr braucht nichts zu wissen. Wer fragt, der stört.

Genau dann aber muss man sich Sorgen machen. Große Sorgen.

Ein Test. Statistik. Das waren Reaktionen eines Mitarbeiters von Facebook gegenüber kritischen Mitgliedern des Sozialen Netzwerks. »Blockwart 2.0« und »stasimäßig, das Ganze« hatten sie geschimpft, weil Facebook sie über ihre Bekannten ausfragte. Den Computersystemen von Facebook waren zuvor nämlich etliche Nutzer aufgefallen, die anscheinend Pseudonyme statt ihrer richtigen Namen verwendeten. Nun entspricht es aber nicht der Geschäftsphilosophie des Hauses, dass seine Mitglieder Geheimnisse haben. Also ließ Facebook vor wenigen Wochen seine Software den Bekanntenkreis der Verdächtigen ausfindig machen und dort nachfragen: »Ist dies der wahre Name deines Freundes?«

Ein Test? Was für ein Test? Ob Menschen bereitwillig ihre Freunde verraten, wenn eine Software sie dazu auffordert?

Facebooks Schnüffelei ist nur ein Fall von vielen, in denen führende Konzerne den Internetnutzern mit fragwürdigen Methoden ihre Regeln aufzwingen. Etwa zeitgleich verweigerte Apple die Freigabe für ein satirisches Spiel, das Frederic Jacobs aus San Francisco für das iPhone programmiert hat. Es heißt Angry Syrians und kritisiert in bunter Comic-Optik das brutale Regime von Präsident Baschar al-Assad. Warum es bei Apple nicht erscheinen durfte? Weil es angeblich »diffamierend oder beleidigend« gewesen sei, berichtet der Programmierer.

Apple unterdrückt eine politische Meinungsäußerung. Wie oft wohl noch?

Oder Amazon: nahm Anfang Juni das Schwarzbuch WWF vorübergehend aus dem Programm. Der Autor Wilfried Huismann warf darin der Umweltorganisation große Nähe zur Industrie vor, ein juristischer Streit zeichnete sich ab. Amazon verbannte das Buch, noch bevor die Richter die Vorwürfe beurteilten. Aber bedeutet das angesichts der Marktmacht von Amazon nicht, dass faktisch ein einzelner Konzern im Wesentlichen entscheidet, was gelesen wird?

Oder Googlefiltert die Ergebnisse seiner Suchmaschine weltweit mal nach politischen Vorgaben, mal nach unterstellten persönlichen Interessen der Nutzer. Jedenfalls nicht immer so neutral, wie es das schlichte Weiß der Internetseite suggeriert.

Was passiert hier?

Das Internet war mal ein Ort der Freiheit. Wo man unbekannte Welten entdecken und sich dabei auch schon mal verlaufen konnte. Ein Ort, anarchisch zwar und wild. Aber frei.

Heute gibt es Apple, Facebook, Google und Amazon. Vier amerikanische Konzerne beherrschen das Internet und zählen zusammen einen signifikanten Anteil der Weltbevölkerung zu ihren Kunden. Sie vereinen rund 80 Prozent des grenzüberschreitenden Datenverkehrs auf sich. 40 Prozent der Zeit, die Menschen online verbringen, vereinen die Seiten der großen vier auf sich. Facebook hat zehnmal mehr Nutzer als Deutschland Einwohner. Google beantwortet eine Milliarde Suchanfragen pro Tag.

Die vier Konzerne definieren das Netz, überziehen es mit Weltanschauungen, Moralvorstellungen, Ideen von Gut und Böse. Sie haben eine digitale Welt geschaffen, die mehr an ein autoritäres Disneyland erinnert als an einen wilden Dschungel. Teils aus eigenem Antrieb, teils von Regierungen dazu gezwungen, schaffen sie Fakten und setzen Regeln, die für alle gelten sollen. So werden sie immer wieder zu potenten Zensurmaschinen, zu Gedankenwächtern der Gegenwart. Zu Instrumenten der Lenkung.

Und die Gelenkten?

Während sich die Mitglieder der 68er-Generation noch empörten und aufstanden gegen die Macht von Konzernen und Staaten, verpufft der Widerstand der Netzgemeinde wie der gegen Facebooks Namens-Schnüffelei nach wenigen Tagen. So stark ein Shitstorm, ein kollektiver Wutausbruch also, auch sein kann – so schnell ist er oft wieder vorbei. Der großen Mehrheit der digital natives und digital immigrants geht schnell die Puste aus, oder sie bleibt gleich ruhig. »Die Leute wollen das nächste Ding«, sagte Apple-Chef Tim Cook vor ein paar Tagen lapidar. Steckt darin mehr als nur eine Aussage über Absatzchancen? Wollen die Leute wirklich nur das nächste Ding? Mehr nicht?

Klar, es gibt die Bürgerrechtler der Electronic Frontier Foundation, politische Diskussionsplattformen wie netzpolitik.org, die Hacker vom Chaos Computer Club und die Datenschützer von FoeBuD. Sie alle treten für Freiheit und Transparenz ein. Aber offenbar sind sie eine Ausnahme.

Die digitalen Herren und Damen, die von der bedenkenlosen Freizügigkeit ihrer Nutzer profitieren und Daten anderer an sich reißen, bleiben selbst verschlossen. Die Nichtregierungsorganisation Transparency International führt sie als Schlusslichter unter den 105 größten börsennotierten Konzernen der Welt, wenn es um grundsätzliche Offenheit und Engagement in der Korruptionsbekämpfung geht. Apple belegt dabei Platz 91 und Google Platz 95. Amazon rangiert auf Platz 99 und damit hinter dem notorisch politiknahen russischen Energiekonzern Gazprom. Facebook war noch nicht an der Börse, als die Liste erstellt wurde.

Den Eindruck, klandestine Organisationen zu sein, nähren sie selbst. Google hat immerhin eine Reihe von Fragen beantwortet, vor allem zu seinem Suchalgorithmus. Apple aber hat einen Gesprächswunsch der ZEIT komplett abgelehnt. Amazon wollte ausgewählte Fragen konkret beantworten, tat es dann aber nicht. Facebook will sich nicht offiziell äußern.

Schade, dass es so gekommen ist. Man muss sich bloß einmal zurückbesinnen. Vor rund 2.000 Jahren enthielt die Bibliothek von Alexandria das Wissen der damaligen Welt. Pergamente, Papyri, Tontafeln – in der ägyptischen Hafenstadt lagerten davon mehr als an jedem anderen Ort in der Antike, und damals hatten nur sehr wenige Menschen Zugang zu dem dort vorhandenen Wissen.

Google & Co. dagegen verschafften vor zehn Jahren einem Großteil der Menschheit den Zugang zum Wissen der Welt. Man brauchte nur einen Computer, um in einer großen digitalen Bibliothek herumzuschlendern, sich zu verlieren, zu staunen angesichts der Informationen, der Genies, all der Werke. Jahr für Jahr bauten Google & Co. einen Flügel nach dem anderen an die Bibliothek der Welt an. Doch inzwischen erweisen sich die Erbauer zunehmend als moralisch verkniffene Bibliothekare, die ihre Regale vor jenen bewachen, die darin stöbern wollen.

Apple tut das am deutlichsten. Der Konzern ersetzt bisweilen heimlich Musikstücke mancher Nutzer: Enthalten die Liedtexte vermeintlich anstößige Worte wie motherfucking, kann es sein, dass sie durch Versionen desselben Liedes ersetzt werden, in denen solche Passagen nicht auftauchen.

Eine nackte weibliche Brust auf dem Handybildschirm durfte es bei Apple nicht mal als Gemälde geben. Dabei zeigte das betroffene Handyprogramm bloß ein Aktbild des deutschen Expressionisten Max Beckmann – und warb ansonsten für die Ausstellung Frauen in der Münchner Pinakothek der Moderne.

Welche Inhalte filtert Apple, welche nicht? Und warum? Franz Kafka schilderte in seinem Prozess, wie ein einzelner Mensch versuchte, sich in einem vernebelten System willkürlicher und selbstreferenzieller Regeln zurechtzufinden. Im Fall von Apple sind es Millionen von Menschen.

Qualität allein kann für Apple jedenfalls kein Kriterium sein. Der App Store enthält mehr als eine halbe Million kleiner Programme, inklusive sehr vielen nutzlosen Zeugs.

In die Kategorie wäre wohl auch das Spiel Phonestory gefallen, wenn es im vergangenen Herbst nicht einen Rauswurf durch Apple provoziert hätte. Im Spiel geht es um Produktionsmethoden für Mobiltelefone. So sollen Phonestory-Spieler arbeitende Kinder bewachen, die in einer Grube in Afrika die seltenen Rohstoffe für moderne Smartphones schürfen. In einem anderen Level gilt es, mit einem Sprungtuch Arbeiter aufzufangen, die sich vom Dach einer Handyfabrik stürzen wollen. Da dürfte es die Botschaft gewesen sein, die Apple erzürnte. Denn Apple sah sich zu dieser Zeit ebenjenen Vorwürfen von Kinderarbeit und Selbstmorden von Fabrikarbeitern in China ausgesetzt – ganz real.

Apple gibt dazu keine Auskunft.

Bei dem Sozialen Netzwerkdienst Facebook geht die Sache noch weiter: Der Konzern überwacht sogar Konversationen seiner Mitglieder, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Dabei geht es dem Unternehmen eigentlich um ein nobles Ansinnen: Facebook will verhindern, dass sich Erwachsene aus sexuellen Motiven an Minderjährige heranschleichen. Doch ist deswegen eine prophylaktische maschinelle Überwachung aller Nutzer gerechtfertigt?

Facebook möchte sich zu dem Thema nicht offiziell äußern.

Die Frage zu beantworten ist auch außerordentlich schwierig. Die Menschen haben das schon oft versucht, in vielen Ländern und zu vielen Anlässen.

Das Recht der großen Mehrheit, in Ruhe gelassen zu werden, steht dem Recht Einzelner auf körperliche und seelische Unversehrtheit entgegen. Das eine Extrem nimmt einzelne grausame Folgen in Kauf. Das andere bedeutet die Aufgabe der allgemeinen Freiheit zugunsten der Sicherheit.

Üblicherweise haben Staaten eine Antwort auf diese Frage im Rahmen eines demokratischen Prozesses gefunden. Nach einem Diskurs entscheiden Gesellschaften, wie sie das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit austarieren wollen. Deswegen muss hierzulande ein Gericht entscheiden, bevor Telefongespräche abgehört oder Wohnungen durchsucht werden dürfen.

Den Diskurs führen Facebook & Co. kaum.

Die Geschäftsbedingungen der Netzkonzerne haben mittlerweile die Kraft von Gesetzen, Mitspracherechte sind weitgehend ausgeschlossen. Es herrschen Angebot und Nachfrage, Wahlen werden abgelöst durch Konsumentscheidungen.

Deutsche Nutzer von Facebook lassen sich beispielsweise vorschreiben, dass Männer in dem Sozialen Netzwerk ihre Brust zeigen dürfen, Frauen aber nicht. Hier stülpt ein amerikanisches Unternehmen seine neopuritanischen Moralvorstellungen über den Rest der Welt. Abseits von Brustwarzen ist ziemlich viel möglich. Auch das Bild eines Mannes, vor dem eine gefesselte Frau im Brautkleid liegt. Er stellt einen Fuß auf ihren Rücken und schwenkt in der Hand ein Gewehr.

Zu Moralfragen gibt Facebook keine Auskunft, sondern verweist auf die »Standards der Facebook-Gemeinschaft«. Als ob eine Gemeinschaft irgendwelche Standards erarbeitet hätte!

Oder ist das wieder nur ein Test?

Internetsurfer nehmen heute, teils freiwillig, teils ohne es zu ahnen, an einer Reihe von gigantischen Experimenten teil. Dabei geht es stets um Daten und darum, was sich alles mit ihnen anstellen lässt.

Wohl keine Netzfirma hat stärker mit seinen Nutzern experimentiert als Google. Das größte Experiment dieser Art begann am 4. Dezember 2009 – und es läuft bis heute. Google kündigte damals die personalisierte Suche für jedermann an, weil sie bessere und genauere Ergebnisse liefere. Suchergebnisse werden seither individuell auf Nutzer zugeschnitten, anfangs nach 57 Kriterien, heute sind es weitaus mehr. Nicht alle kann der Suchende einsehen, verändern oder gar ausschalten. So wird der Weltausschnitt, den Google seinen Nutzern präsentiert, persönlicher. Und zugleich enger.

Das weiß aber so genau kaum ein Nutzer, und deshalb ist es ein Problem.

Heute bestimmen Algorithmen zunehmend, welche Informationen die Nutzer erreichen. Die Welt wird vorsortiert, nach dem scheinbar unbestechlichen und neutralen Ansatz mathematischer Präzision. Nur objektiv ist das nicht, und deshalb sollte jeder die Möglichkeit besitzen, seine Daten einzusehen, zu verstehen, wie ihm die Sicht auf die Welt aufbereitet wird, welches Rating ihm der Computer verpasst – und warum.

Ein Algorithmus kann eine Waffe sein

Doch Google hütet seinen Algorithmus wie einen Schatz. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, jede Firma darf ihr betriebswirtschaftliches Vermögen schützen. Auch Coca-Cola hält das Rezept seiner Limonade geheim.

Aber ein Algorithmus, der Leben und Meinungen von Millionen beeinflusst, ist eben keine braune Brause. Er kann eine Waffe sein.

Seine zerstörerische Kraft wird langsam sichtbar – auch wenn es zunächst nur um den Kampf gegen Konkurrenten geht. Wettbewerbsbehörden in Indien, Argentinien und Südkorea gehen gegen den Konzern vor. Nach langen Ermittlungen droht der europäische Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia, ein Statement of Objections zu erlassen. Es wäre der letzte formale Schritt vor einem Bußgeld. Google hat der EU zufolge seine beherrschende Stellung ausgenutzt – und verhandelt jetzt zähneknirschend.

Googles Strategie trifft keinesfalls nur Unternehmen. Als der Konzern vor einigen Jahren seinen Atlas Street View erstellte, sammelte er illegal Nutzerdaten privater Funknetze. Es folgten zahlreiche Ermittlungen, und Google sollte diese Daten löschen. Nun aber räumt Google gegenüber der nationalen Datenschutzbehörde in Großbritannien ein, noch immer »eine kleine Menge« dieser Daten zu besitzen. Aber was heißt schon klein?

Konzerne sollen sich ja an Recht und Gesetz halten. Doch während Google in Demokratien westlicher Prägung schon mal Gesetze übertritt, gibt es in Diktaturen und anderen autoritären Staaten absurden Forderungen nach. Man muss den Konzernlenkern dabei fairerweise einiges zugutehalten: In Ländern, in denen die persönliche Sicherheit von Nutzern gefährdet ist, bieten sie Dienste wie Google Mail gar nicht erst an, um autoritären Regimes keine privaten Daten übermitteln zu müssen. Zudem teilt der Internetkonzern offen mit, wo er zensiert und von Staaten unter Druck gesetzt wird.

Und doch: In China unterdrückt Google viele Millionen Internetseiten, in denen es etwa um Falun Gong geht, eine von der Regierung verbotene und verfolgte religiöse Bewegung.

In Thailand wurden Videos auf dem zu Google gehörenden Video-Portal YouTube gelöscht, weil sie angeblich den thailändischen König schmähten.

In der Türkei wurden mehrere Videos gesperrt, die sich gegen den Staatsgründer Atatürk wandten.

Brasilien ließ vier Konten im zu Google gehörenden Sozialen Netzwerk namens Orkut sperren. Es waren Konten politischer Aktivisten. Google teilt mit, einen Gerichtsbeschluss befolgt zu haben.

Indische Behörden verlangten, dass Google mehrere Videos von Demonstrationen und sozialen Unruhen löscht. Zumindest in einigen Fällen gab der Konzern nach.

Die Fälle wecken Begehrlichkeiten. Auch Politiker und Behörden in Europa oder Nordamerika versuchen, mithilfe von Google die Freiheitsrechte einzelner Bürger einzuschränken.

In Deutschland hat Google – nach einem Gerichtsurteil – 898 Hinweise auf Interneteinträge in Foren und Blogs unterdrückt, die deutsche Behörden und ihre Mitarbeiter betreffen. Worum es dabei ging, ist bis heute unbekannt.

Andere Forderungen gingen in dieselbe Richtung, wurden von Google aber abgewehrt: So wollte die amerikanische Polizei Videos löschen lassen, auf denen zu sehen ist, dass Beamte brutal gegen Demonstranten vorgehen.

Eine italienische Polizeibehörde wollte ein Video löschen lassen, in dem der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi kritisiert wird.

Kanadische Behörden wollten ein Video löschen lassen, in dem ein Bürger auf seinen kanadischen Pass pinkelt.

Man kann über jeden einzelnen dieser Fälle streiten. Fest steht jedoch, dass Internetkonzerne eine hohe Relevanz bei der öffentlichen Meinungsbildung besitzen.

Auch Amazon belegte das schon eindrucksvoll – in einer Affäre von globaler sicherheitspolitischer Relevanz, die in den USA eine diplomatische Krise auslöste: im Fall WikiLeaks, den Außenministerin Hillary Clinton als »Angriff auf die internationale Gemeinschaft« bezeichnete.

Wurde Amazon zum Gehilfen der amerikanischen Regierung?

WikiLeaks wurde 2010 bekannt, nachdem es zahlreiche geheime Dokumente von US-Diplomaten auf der ganzen Welt veröffentlicht hatte. Und WikiLeaks speicherte unter anderem Daten bei Amazon Web Services, einem vergleichsweise neuen Dienst des ehemaligen Online-Buchhändlers, der heute auch Rechenleistung und Speicherplätze im Netz vermietet.

Als Amazon bald darauf seine Geschäftsbeziehungen zu WikiLeaks beendete, war die Frage: Kuschte ein US-Konzern, weil der Staat es wollte? Wurde Amazon zum Gehilfen der Regierung gegen jene Leute, von denen sie bloßgestellt wurde?

Amazon bestritt damals, von der Regierung unter Druck gesetzt worden zu sein. Vielmehr habe WikiLeaks die Geschäftsbedingungen missachtet, denen zufolge Mieter von Rechnerkapazitäten unter anderem die Rechte an dem gespeicherten Material besitzen müssen – was bei geheimen Depeschen natürlich unmöglich war.

Der US-Senator Joseph Lieberman sprach wegen WikiLeaks bald eine deutliche Warnung aus. »Ich wünschte, Amazon hätte das früher getan«, sagte der Politiker, der damals dem einflussreichen Ausschuss für Heimatschutz vorsaß. »Ich werde Amazon über den Umfang seiner Beziehungen zu WikiLeaks befragen und dazu, was sie und andere Internetdienstleister tun wollen, um künftig sicherzustellen, dass sie nicht dazu benutzt werden, um gestohlene und klassifizierte Informationen zu verbreiten.«

Spätestens an diesem Tag wurde klar, was führende US-Politiker von amerikanischen Internetunternehmen erwarten.

Plötzlich steht die Welt nicht nur vor der Frage, was Technik kann. Sondern auch, wie diese Technik gesteuert wird. Von wem. Aus welchen Motiven. Mit welcher Legitimation. Und mit welchen Folgen.

Auf einmal scheinen Gedankenspiele nah zu sein. Dass kritische Informationen einfach nicht mehr auffindbar sind. Dass exotische Meinungen, die nicht dem errechneten Mainstream folgen, von Computern für irrelevant befunden und weggedrückt werden. Dass irgendwann einmal der Leser eines E-Books seinerseits von seinem Lesegerät beobachtet wird. Was, wenn ein Algorithmus von Amazon oder wem auch immer eines Tages herausfindet, dass eine signifikante Zahl von Lesern eine bestimmte Stelle in einem Buch überblättert? Oder dort aufhört zu lesen? Werden Bücher dann noch nach ihrer Veröffentlichung überarbeitet? Liegen Romane dann in zig Fassungen vor, weil sich das Leseverhalten der Mehrheit im Lauf der Zeit ändert?

Wo bleibt dann die Überraschung, wo das Neue? Wo die radikale Idee, deren gesellschaftsverändernden Charakter zunächst nur wenige erkennen? Wo bleibt, wenn es sein muss, die Revolution?

Man mag einwenden, dass die großen vier allesamt Privatunternehmen sind und tun und lassen können, was sie wollen. Sollen die Kunden entscheiden. Doch haben die noch eine Wahl? Es gibt keine echte Alternative zu Facebook,keinen ebenbürtigen Konkurrenten zu Google oder zu Amazon. Apple muss sich bei Telefonen noch mit Samsung auseinandersetzen, aber sobald es um flache Kleinrechner geht, führt kein Weg am Apfel vorbei.

Aus Größe erwächst Macht und daraus Verantwortung. Als Korrektiv wirkt normalerweise der Wettbewerb, aber den gibt es kaum noch. Und auch Staaten scheitern, weil sie nur Herren auf ihrem Gebiet sind – oder weil sie sich die Firmen selbst zunutze machen.

Apple und Facebook, Amazon und Apple zeigen, was es heißt, in einemglobal village zu leben. Das war einmal eines der größten Versprechen fürs Informationszeitalter. Jetzt führt genau das zu einem gesellschaftlichen Rückschritt: Das Dörfliche entfaltet wieder seine beklemmende Wirkung.“

Soweit die Autoren der ZEIT.

Hier noch ein Link zum Thema, der auf mich mehr als alarmierend wirkt: Wenn sogar der Apple-Mitbegründer Steve Wozniak vor dem Arbeiten in der Cloud warnt, sträuben sich mir die Nackenhaare. Apple selbst schenkt schließlich seinen Nutzern 5 GB Volumen in seiner Cloud, damit die „die Daten zwischen PC, iPhone und iPad immer sofort synchroniesieren können“ – natürlich über iTunes….

Passend dazu die Geschichte, wie sich das digitale Leben eines Journalisten bei Apple vor dessen Augen auflöste: Account gehackt, kein Zugriff auf die Cloud mehr…

 

Update: Chinas twitter-Pendant Weibo, der 2009 gegründet wurde, verzeichnet bereits 300 Millionen Nutzer. Jetzt konnten Wissenschaftler eine Zensur nachweisen, die offenbar nicht durch Maschinen, sondern durch Menschen erfolgt.

Update: Millionenstrafe für google: Privateinstellungen im Browser Safari ausgehebelt.

Update: Facebook legt Streit um Datenschutz in den USA be

 

 

Über die Kommunikation und die Grenzen von Worten

Ich lebe in der „Gnade der späten Geburt“. Als Nachkriegskind und auf dem Land geboren war ich nie wirklich der Gefahr ausgesetzt zu hungern, das Dach über dem Kopf zu verlieren oder vom Feind erschossen zu werden. Auch die Gefahr, einem wie auch immer getakteten „Führer“ zu erliegen, bestand – zumindest politisch gesehen – für mich nie.

Na sicher hatte ich es in der Jugend auch schwer. Meine Eltern hatten wenig Geld, die meiner wenigen Freundinnen viel mehr – und so war ich oft allein, weil ich nicht mithalten konnte.  Entscheidendes hat mir dennoch nicht gefehlt, im Gegenteil: Mit 12 Jahren – ich konnte nur ein paar Brocken französisch und die nur im Präsens – verbrachte ich das erste Mal zwei Wochen in einer französischen Familie – ein Jahr später kam der Austausch mit einer britischen dazu. Diese Zeit hat mich entscheidend geprägt: Ich fühlte mich seither als Europäer und bin der Ansicht, dass alle Probleme gelöst werden können, solange Menschen nur ausdauernd genug miteinander sprechen.

Das Scheitern einer zehnjährigen Lebensgemeinschaft mit einem französischen Großstädter belehrte mich keines Besseren. Ich schob es auf rein menschliche Eigenheiten – obwohl ich in diesen zehn Jahren gelernt hatte, mich auch wieder als Deutsche zu fühlen. Ich hatte mich immer wieder für Nazideutschland rechtfertigen müssen, obwohl ich es doch selbst gar nicht erlebt hatte.

Das Scheitern von Mann-Frau-Kooperationen im Beruf konnte meinen Optimismus auch nur zeitweise begrenzen. Ich hatte zwar gelernt, dass Männer viel konsequenter in Seilschaften leben als Frauen, dass sie ihre Wertigkeiten innerhalb eines Unternehmens immer prioritär der Karriere zuordnen und dass zu viel  weibliches (Mit-)Gefühl als gefährliche Emotionalität eingeordnet werden kann. Aber ich schob es auf eine Entwicklung, die eben noch voranschreiten müsste, in jedem Fall aber kommen würde.

 

 

 

 

 

 

Das Scheitern meiner Kommunikation vor allem mit ausgeprägt machtbewussten Männern im Privatleben brachte mich durchaus  sehr zum Nachdenken. Wie kann es sein, dass Männer, die eine stattliche Anzahl von Untergebenen, ein gut gefülltes Bankkonto und jedes denkbare Statussymbol vorzeigen können, Gespräche abbrechen, wenn sie einfache Versprechen einhalten sollen, die sie selbst und freiwillig gegeben haben? Zugegeben – ich brauchte einige Jahre, um zu verstehen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Fülle von Macht und der Tiefe von Angst gibt.

Ähnlich optmistisch-naiv war meine politische Sicht des Lebens. Als Kind in der von den USA kontrollierten Zone Deutschlands geboren, hatte ich die Soldaten als freundliche Panzerfahrer kennengelernt; gut versorgt mit Kaugummi und Marmelade in Tuben. Wegen der Nachkriegs-Luftbrücke nach Berlin glaubte ich noch Jahrzehnte später, die Amerikaner seien die Guten, die Russen die Schlechten, die  Israelis das einzige Volk Gottes und so fort.

Auch als ich mit 27 Jahren das erste Mal in die Staaten reiste, bekam dieses Bild höchstens kleinere Risse. Ich sah zwar, dass es in den Städten Viertel getrennt nach Hautfarbe und Sprache gibt, ich hörte, dass Juden nur untereinander heiraten und dass schwarze Amerikaner häufiger kriminell werden als weiße. Aber ich traf auch eine Amerikanerin, die mich sofort mit in ihre Familie nahm. Die selbe Familie beherbergte Jahre später auch meine Eltern – und ich fand mich wieder einmal bestätigt, dass Menschen nur miteinander sprechen müssen, um alle Missverständnisse auszuräumen.

Später reiste ich auf die Malediven – von wo aus man nicht nach Indien einreisen darf – aber ich dachte nicht darüber nach. In Marokko sah ich Männer ihre Frauen auf der Straße schlagen und wurde bespuckt, weil ich auf Steinstufen vor einer Holztür ausruhte. Hinter der Holztür war der Eingang zu einer Moschee – was ich nicht gewusst hatte. Ich staunte – konnte aber nicht kommunizieren, weil ich nicht arabisch spreche. Ich habe versucht, arabisch zu lernen – aber ohne Menschen, mit denen ich es hätte sprechen können, scheiterte das Unternehmen in Deutschland kläglich.

In China lernte ich, dass Tibet nicht besetzt, sondern „befreit“ wurde, und dass jede Diskussion darüber zwecklos sein kann. Aber auch hier wurde mein Optimismus genährt: Als die Reisegruppe, die ich führte,  gegen das Ansinnen meuterte, ständig irgendwelche Firmen zu besichtigen, die gar nicht im Programm standen, um dort doch bitte möglichst viel einzukaufen, hatten wir mit unseren jungen chinesischen Reiseführern ein sehr offenes Gespräch bei einer Tasse Tee. Wir lernten, dass unsere Reiseführer uns in diese Firmen führen mussten, um ihren Job zu behalten – und unsere ganze Gruppe akzeptierte das schließlich.

Etliche Jahre und zwei Berufsleben später  trat ich diversen sozialen und Business-Netzwerken bei. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich mit ungefilterten Nachrichten aus anderen Ländern konfrontiert: Sah verstümmelte Tote aus Grenzkonflikten zwischen Israel und Palästina, sah blutige Demonstrationen in arabischen Ländern, hörte die ungefilterte Sicht von Menschen Lateinamerikas über die USA. Ich lernte, was der Finanzmarkt wirklich ist – woran vor allem er nicht Schuld trägt. Ich setzte mich mit Bilderbergern, Rothschilds, goldgedeckten und nicht goldgedeckten Währungen, den Gründen von Kriegen und vielem mehr plötzlich aus den verschiedensten andersartigen Perspektiven auseinander.

Wieder war – und bin – ich optimistisch. Wir müssen reden, damit wir uns besser verstehen – das werde ich denken bis zu meinem letzten Atemzug.  Das Netz gibt mir die Möglichkeit dazu. Ich rede mit Menschen aus dem nahen und fernen Osten, aus Lateinamerika, aus den USA und natürlich aus Europa.  Das ist nicht einfach, denn das Netz wird kontrolliert. Es gibt Seiten, die ich in facebook vergeblich suche – es sei denn, man leitet mich direkt per Link dorthin. Es gibt Menschen in gooogle+, denen ich keine Nachrichten schicken kann – diskutieren geht nur öffentlich. Youtube unterliegt vielen Sperren – nicht nur durch die deutsche Gema: Auch wenn ich meinen Gesprächspartnern Links schicke, können diese oft nichts sehen. Noch kann ich ihnen legale Links zum Umgehen der Sperren schicken – noch.

Aber – und das ist die härteste Lehre, die ich zurzeit mache: Die größten Sperren, die Kommunikation haben kann, wohnen im Kopf der Menschen und wurden dort von außen eingepflanzt.

Es gibt Sperren, die durch die Religion errichtet werden – leider glaubt immer noch jede – die meines Landes eingeschlossen, den einzig richtigen Weg zu kennen. Dann gibt es die Sperren, die durch politische und wirtschaftliche Unterschiede entstanden sind: Wer von uns in Europa weiß schon, wie es wirklich ist, existentiell arm zu sein? Klar wissen wir das mit dem Verstand. Aber weiß es auch unser Bauch – können wir es fühlen?

Wer von uns in Europa weiß wie es ist, von einem anderen Land bedroht zu werden? Wer – außer den wenigen, die den zweiten Weltkrieg noch erlebt haben – weiß, wie es ist, wenn Granaten einschlagen und es echte Tote gibt? Tote, die man sehen kann und riechen muss?  Wer von uns weiß wie es ist, wegen seines Glaubens in Gefahr zu sein? In echter Gefahr für Leib und Leben?

Unsere „westliche“ Welt ist eine kleiner werdende Insel der Seligen. Wir wissen, wer gut ist und wer böse – wir wissen, wo die Schurken leben und wen wir beschützen sollen. Wir führen erbitterte Diskussionen über die Frage, ob Coca Cola giftig ist, ob genveränderter Mais angebaut werden darf,  welcher Zuckerersatzstoff weniger dick macht und welche Umweltbilanz unser PC aufweist.

Wir lassen uns mit selektierten Nachrichten füttern und halten uns für frei. Damit das so bleibt, gibt es immer mehr Bestrebungen, auch das Internet zu filtern, Kontakte zu selektieren und Gespräche von Mensch zu Mensch zu verhindern. Dort prallen sie nämlich aufeinander, die ungefilterten persönlichen Wahrheiten. Da sehe ich, wie weit man uns schon voneinander entfernt hat, ohne dass wir es bemerkt haben. Und ich fürchte, auch das jetzige Niveau wird uns nicht mehr lange erhalten bleiben: Sonst könnten die Völker ja glatt verhindern, dass es Kriege wie den anstehenden im Iran gibt – dass China weiter Nepal besetzt, dass große Nationen weiter festlegen, wer gut und wer böse ist, dass die Bodenschätze dieser Welt genau wie die Macht weiter zwischen wenigen verteilt werden.

Vor allem anderen aber wird so verhindert, dass Menschen über alle Weltkirchen hinweg erkennen: Wir sind alle Teil des selben großen Geistes und teilen uns den selben wundervollen Planeten.

Es ist Zeit, dass wir uns den wirklich wichtigen Zielen widmen.

Jetzt, bevor es zu spät ist.