Schlagwort: Hypnose

Empath versus Narzisst: ein tragisches doppeltes Trauma

Schmerzliche Überlegungen über die Verbindung von Empathen und Narzissten hat Kaen Kim auf Quora verfasst, wo sie frei übersetzt wurden. Die Frage war: „Wann wird der Empath einen Narzissten verlassen?“ Dies ist der dritte Teil einer kleinen Serie zu Empathen und Narzissten.

„Viele Empathen sind auch HSP (hoch sensible Persönlichkeiten). Ihre Fähigkeit, wahres Mitgefühl zu spüren, geht über das hinaus, was die meisten Menschen verstehen können.

Die meisten Menschen verstehen extremes Einfühlungsvermögen nicht (manche nennen es bösartiges Einfühlungsvermögen, wenn das empathische Verlangen nach Heilung das der betroffenen  Person selbst übersteigt). Besonders wenn Menschen, die uns nahe stehen, leiden, fühlen Empathen so tief mit ihnen mit, als seien sie selbst betroffen. Durch Projektion nehmen wir die Agonie der Narzissten und die gestörte Ordnung an.  

Man sagt, Empathen seien der Spiegel der Narzissten und umgekehrt. Leider sind viele von beiden verwundete Kinder. Sowohl der Empath, als auch der Narzisst suchen Bestätigung und bedingungslose Liebe von außen.

Der Narzisst bringt den Empathen mit sich selbst in Kontakt, indem er dessen Qualitäten, aber auch seinen Schmerz spiegelt. Er hält ihm einen Spiegel vor, damit er sein wahres Gesicht sehen kann. Für den Empathen kann das ein Weckruf sein. Mancher mag vorher gar nicht erkannt haben, dass er/sie eine hoch sensible Persönlichkeit ist,  oder dass es eigene Wunden sind, die ihn zum Narzissten hingezogen haben.

Das selbst verletzte  empathische „Opfer“ verliebt sich tief in die Maske des verwundeten Narzissten, weil diese eine tiefe unbewusste Sehnsucht nach etwas sehr vertrautem auslöst.  Während es sich glücklich verliebt fühlt, löst gleichzeitig  der Narzisst eine schmerzhafte, ferne Erinnerung an eine Zeit aus, in der das „Opfer“ schon einmal  Liebe erhalten wollte, sie aber nicht bekam. Obwohl es eine Form tiefer Liebe zwischen Empathen und Narzissten ist, ist sie auch das Ergebnis eines schweren Traumas und nicht verheilter Wunden. Dieses Trauma  öffnet dem Narzissten ein Tor, um mit dem „Fressen seiner Nahrung“ zu beginnen. Narzissten können keine echte Liebe bieten, wissen aber sehr gut, wie sie eine solche für sich selbst nutzen können. Dabei zerstören sie das verwundete Opfer langsam von innen heraus, bis nichts mehr übrig ist.

Die Tragödie dabei ist, dass der Narzisst das Opfer verlässt, weil der Spiegel sich jetzt umkehrt. Diesmal sieht sich der Narzisst selbst als Opfer im Spiegel des Empathen: Die hohle, elende Kreatur, die er aus dem Empathen gemacht hat, weil der Narzisst nicht die Kraft hatte, seine eigene Wirklichkeit zu ertragen. Obwohl der Empath immer noch tief verliebt und hingebungsvoll ist, kann sich der Narzisst nicht mehr um ihn kümmern, denn alles, was er  jetzt in seinem Gegenüber sieht, ist nicht mehr seine eigene Grandiosität, sondern (ebenfalls seine eigene) Enttäuschung, seinen Misserfolg und seine zerbrochenen Träume.

Das ist das tragische Ergebnis des gegenseitigen Spiegelung von Narzisst und Empath.

Viele Empathen und Narzissten bleiben beieinander, lassen sich gegenseitig nicht gehen. Die  Schwingung des Universums in unseren Atomen weiß, dass wir das perfekt gestörte, tragische Match sind, das in der Hölle gemacht wurde. Ich wage zu behaupten, dass viele von uns machtlos sind und keine andere Wahl haben, als durch dieses Elend zu gehen, bis einer von uns stirbt oder endlich aufwacht. Es ist ein Krieg zweier Seiten der selben Münze. Ein Empath, der sich an einen bösartigen Narzissten bindet, wird von innen nach außen verändert. Für mich fühlte sich das Verlassen des Narzissten an, als würde ich mich selbst, das verwundete Kind aus meiner Vergangenheit, verlassen. Ich glaube, aus diesem Grund ist es für einen Empathen unglaublich schwer, zu gehen, wenn Wunden nicht geheilt sind. Wir verlieren einen Teil von uns selbst, wenn wir gehen. Wir sind für immer verwandelt.

Nicht jeder kann von so einer Beziehung betroffen werden. Ein Narzisst wirkt wie ein Virus. Empathien neigen am ehesten dazu, sich damit zu infizieren. Dies ist keine normale Anziehungskraft, es ist fast wie eine Hypnose. In der Verbindung gleicht sich die  Schwingung an. Der Empath muss die Kernwunde und Leere, die der Narzisst in sich trägt, automatisch spüren, zumal er sie von sich selbst kennt.

Einer der schmerzlichsten, lebhaftesten Träume, die ich von „meinem“ Narzissten hatte, war, dass er mit einer anderen Geliebten erschien. Während er mit verzweifelten Augen meine Hand hielt, sagte er: „Sie wird mich nie besitzen. Ich will  nicht, dass du mich verlässt.“

Den erstaunlichsten Traum hatte ich, bevor ich wusste, dass er ein Narzisst ist. Er war wie eine Vorahnung: Überall gab es Spiegel, und ich konnte darin sehen, wie seine leeren, toten Augen mich anstarrten. Jedes Mal, wenn ich versuchte näher zu kommen, verschwand das Spiegelbild und ich jagte ihm verzweifelt nach.  So hatte mich mein Unterbewusstsein von Anfang an gewarnt.

Es ist traurig, dass der Empath trotz des Missbrauchs und Traumas immer die Trauer und den Schmerz der fragmentierten Teile des verbleibenden Narzissten fühlen kann, da ihn diese an ihn selbst erinnern. So lehrt der Narzisst den Empathen eine mächtige Lektion: Wir müssen erkennen, dass wir unseren Spiegel zerstören müssen, den wir im Narzissten gesehen haben, den Spiegel, der unser eigenes, verletztes inneres Kind darstellt. Wir müssen den gleichen Seelentod wie der Narzisst durchmachen, um heilen zu können.

Der Empath hat keine andere Wahl, als die Stücke seines gebrochenen Herzens aufzusammeln. Wenn wir uns vom Narzissten unterscheiden wollen, müssen wir unseren Selbstwert erkennen und uns gegen den Teil unseres Wesens stellen, der bleiben will. Wir müssen lernen, wann wir loslassen müssen. Alles kann geheilt werden. Nicht jeder wird unser Mitgefühl zu schätzen wissen, und obwohl es ein wunderschönes Geschenk ist, ist es auch eine Fähigkeit, die auf verheerende Weise benutzt und missbraucht werden kann.

Ich glaube, dass, wenn ein Empath einen Narzissten verlässt, mehr geheilt wird, als in der Verbindung heilen könnte. Wir müssen den Wunsch aufgeben, eine Persönlichkeitsstörung zu heilen, die nicht geheilt werden kann. Ich kann nicht sagen, dass ich dieses Niveau schon  erreicht habe, da meine Sucht so extrem ist, aber ich hoffe, dass ich es eines Tages schaffen werde. „

Siehe auch: „Mein wahres Ich wirst du nie erreichen“

„Warum heilen wir uns nicht gegenseitig? sowie

„Der Mann meines Lebens ist ein Narzisst“ und die dortigen Links

Manipulation: Einfach, wenn man weiß, wie’s geht – und sehr wirkungsvoll…

„Errege nicht das Misstrauen einer Frau – du wirst sie niemals mehr täuschen können.“

Ein kluger Mann hat das vor drei Generationen der CIA sogar schriftlich gegeben: Es war kein geringerer als der große Illusionist John Mulholland (1898 – 1970). Der musste es wissen – Er war verheiratet und unterhielt über Jahrzehnte ein Verhältnis zu seiner Sekretärin.  Der Sohn eines Anlagebetrügers im großen Stil war ein begnadeter Illusionist und wurde bereits mit 16 Jahren in die amerikanische Brüderschaft der Magier aufgenommen, wo er beim großen Zauberer Robert Houdin in die Lehre ging. Später hat der Mann die CIA in allem beraten, was man so wissen muss, wenn man Feinde aus dem Weg räumen will: Wie transportiert man tödliche Nadeln in Münzen – wie schüttet man seinem Gegenüber Gift ins Getränk, ohne dass das Opfer es bemerkt – wie verdreht man die Sicht der Öffentlichkeit auf die Frage, wer von zwei Kriegsparteien die Wahrheit spricht und wer nicht….

Merkwürdige Aktualität erreicht das Thema gerade in der Ukraine-Krise. Deshalb soll es auch noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden: Auslöser ist eine Bildtafel im aktuellen Handbuch: „The Art of Deception„:

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„The Art of Deception“ – „Die Kunst des Betrugs“ heißt das Handbuch, das durch Edward Snowden in diesen Tagen in Form einer Power Point Präsentation bekannt wurde. Das ist kein neuer Titel, sondern ein sehr alter: Faktisch handelt es sich um die moderne Ausgabe eines Werkes von John Mulholland, das 1973 spurlos verschwand, 2003 wieder auftauchte und heute ganz normal für ein paar Euro bei Amazon erworben werden kann: „The offical C.I.A Manual of Trickery and Deception“  ist einer von mehreren Vorläufern des heutigen Handbuches und stammt aus der Zeit des kalten Krieges.

Marita Lorenz, Tochter des aus Bad Münster am Stein stammenden Kapitän Lorenz, hat in ihrem Buch „Lieber Fidel“ anschaulich beschrieben, wie es in den 60er Jahren beim US-Geheimdienst zuging: Die damals 19Jährige hatte 1959 eine Affaire mit dem kubanischen Revolutionär Fidel Castro, wurde ein knappes Jahr später zwecks einer Zwangsabtreibung verschleppt, später von der CIA rekrutiert und nach Kuba zurückgeschickt, um Castro zu ermorden. Die dazu nötigen Giftpillen versteckte sie in einem Creme-Tigelchen. Nachdem sie es nicht fertiggebracht hatte, den Mann ihres Herzens zu meucheln, wurde sie vom Geheimdienst in immer neue Aktionen gebunden, kannte unter anderem auch den Mörder Kennedies, Lee Harvey Oswald.

Mulholland hat in seinem Buch ein ganzes Kapitel den Besonderheiten bei Frauen, sprich: weiblichen Agenten gewidmet. Darin kommt auch das Thema Kosmetik ausführlich vor. John Mulholland hatte übrigens auch dezidierte Meinungen zu Themen wie Hypnose oder Hellsehen – letzteres mündete einige Jahrzehnte später in das CIA-Projekt Remote Viewing.

Sein großes Vorbild, Jean Robert Houdin, der „große Houdini“, hatte sich bereits im 19. Jahrhundert einen Namen beim französischen Geheimdienst gemacht, der sich mit Aufständen im kolonialisierten Algerien herumschlug. Houdin überzeugte die Algerier mit Hilfe von Zaubertricks erfolgreich von der französischen Übermacht.

Ganz in diesem Sinne agierte auch der britische Zauberer Jasper Maskelyne, dem der deutsche „Wüstenfuchs“, Generalfeldmarschall Rommel die entscheidende Niederlage bei El Alamein zu verdanken hat. Maskelyne, der einer britischen Illusionisten-Familie entstammt, täuschte die Deutschen immer wieder in großem Stil. So verhinderte er beispielsweise die Zerstörung einer großen Zahl alliierter Kriegsschiffe im Hafen von Alexandria, indem er eine täuschend ähnliche „Doublette“ des Hafens einige Kilometer weiter etablierte. Durch Licht-Spiegelungen tarnte er den Suez-Kanal erfolgreich vor den nächtlichen Angriffen auf dort verkehrende Versorgungsschiffe und hielt so die Nachschubwege für die Alliierten offen. Vor El Alamein vermittelte er den Deutschen, General Montgommery wolle aus Süden angreifen. Tatsächlich kamen dessen Truppen dann jedoch aus Norden und schlugen die Deutschen vernichtend. Um Panzer zu verstecken, „verpackte“ Maskelyne sie täuschend echt als harmlose Lkw. Er vergaß dabei nicht einmal, die Kettenspuren, die man vielleicht von oben im Sand hätte erkennen können, durch Reifenspuren zu ersetzen… In Youtube gibt es eine dreiteilige Video-Dokumentation über Maskelynes Aktivitäten. Hier Folge drei:

Nur wenige Medien haben sich die Mühe gemacht, ausführlich den Einsatz von Illusionisten für Geheimdienste zu dokumentieren. Eine Ausnahme ist hier Telepolis. Der Autor Markus Kompa hat sich gleich mehrfach damit auseinandergesetzt.

Noch ein paar Stichworte finden sich im aktuellen britisch-amerikanischen Täuschungs-Handbuch, deren Nachverfolgung sich lohnt: So fällt etwa der Name Cialdini. Dr. Robert Cialdini ist einer der ganz erfolgreichen Erforscher menschlicher Verhaltensweisen. Seine Ergebnisse vermarktet er weltweit in seinem Unternehmen Influence At Work. Dabei betont er immer wieder, dass Manipulationsmethoden nur „zum Guten“ verwendet werden sollten – eine Aussage, die bereits ohne weitere Kommentierung für sich selbst spricht. Cialdini ist ebenfalls vielfach mit kurzen und längeren Vorträgen in Youtube zu finden. Hier ein Beispiel, wie er über die wesentlichen menschlichen Verhaltensmuster referiert:

Die deutsche „Päpstin“ Vera F. Birkenbihl, deren Vorträge meist sehr lang, dafür aber derart voll geballter Information sind, dass sie Lehrbücher beinahe ersetzen, bezieht sich in ihrem hörenswerten Referat „Menschen beeinflussen“ immer wieder auf Robert Cialdinis Forschungsergebnisse.

Im Grundsatz geht es bei der mentalen Beeinflussung von Menschen immer nur um zwei Ziele: Entweder soll ein seelisches Problem therapiert werden – das ist der seltenere – oder der Einflussnehmende will einen persönlichen Vorteil erreichen. Dies kann ein durchaus legitimes Ziel sein, wenn man beispielsweise die Arbeit in einem Team positiv beeinflussen, oder eine Werbekampagne zu besserem Erfolg führen möchte. Es wird jedoch sehr schnell zu einer Gratwanderung. Die beginnt ganz subtil bei einer völlig normalen Unterhaltung – etwa zwischen Mann und Frau – zum Beispiel im Internet. Hier schließt sich ein Kreis: Wir sind wieder bei der modernen „Kunst der Täuschung“.

Wo finden wir nun die Hilfsmittel, um die Methoden des Geheimdienstes zu erkennen (anzuwenden…)?

Ganz einfach: im NLP, der neurolinguistischen Programmierung. Die Grundausbildung zum „Practinioner“ ist bereits nicht ganz billig. Um die Methoden kennenzulernen, genügt es jedoch, sich ein Buch anzuschaffen, zum Beispiel NLP – das WorkBook. Hier finden sich Übungsbeispiele zu hypnotischen Sprachmustern, wie sie etwa in der Milton-Methode angewendet werden. Milton H. Erickson (1901 – 1980) war einer der bedeutendsten Wegbereiter der heutigen Hypnosetherapie.

Mit Hilfe von NLP kann man Menschen auch in eine leichte Trance versetzen, die mit Tiefenhypnose wenig gemeinsam hat. In dieser Trance, deren sich der Betroffene möglicherweise nicht einmal bewusst ist, ist es aber möglich, jemanden zu bestimmten Lösungen zu führen, die er im Normalzustand nicht selbst entwickeln würde. Das oben zitierte NLP-Workbook zeigt verschiedene Modelle, Methoden und Strategien dazu auf.

Manipulation ist also durchaus kein Hexenwerk – zumal man sie im besten Sinn verwenden kann, um Menschen zu heilen, Arbeit und Beziehungen erfüllter zu gestalten. Dennoch kann die Kenntnis ihrer Methoden auf gleich zweifache Weise eine teuflische Wirkung entfalten: Erstens setzt sie beim Anwender große charakterliche Stabilität voraus, denn er wird der immerwährenden Versuchung ausgesetzt sein, seine Kenntnisse zum eigenen Vorteil UND zum Nachteil anderer einzusetzen. Die noch weitaus teuflischere Wirkung wird erst auf den zweiten Blick offenbar: Ein Mensch, der weiß, wie einfach Andere manipulierbar sind, kann in tiefem Misstrauen gegenüber allen anderen Menschen gefangen bleiben. Da die Methoden der Manipulation sehr subtil sein können, weiß er ja nie wirklich, ob sein Gegenüber nicht versucht, auch ihn zu beeinflussen….

Hier schließt sich ein weiterer, wenig erfreulicher Kreis:  John Mulholland, der davor gewarnt hatte, das Misstrauen einer Frau zu erregen, hat möglicherweise zu kurz gegriffen. Auch Männer, die „zu viel“ wissen, können unheilbar misstrauisch werden. So misstrauisch, dass sie echte Sympathien ihres Gegenübers von ihren eigenen Ängsten nicht mehr unterscheiden können.

Siehe auch:

Manipulation in Sprache und Inhalt: Wie informiere ich mich?

Wie manipuliert man Menschen?  

Nein, das ist kein Film: Wir werden wirklich überwacht!

Update: Putins Medien-Coup gegen den Westen in Sachen Krim

Update: Britischer Geheimdienst kann Meinung im Internet technisch manipulieren