Schlagwort: Gedicht

Haiku zur Nachtigall

Haiku ist eine sehr alte japanische Form des Gedichts. Bei einem Dreizeiler enthält Zeile eins 5, Zeile zwei 7 und Zeile drei wieder 5 Silben. Da die japanische Sprache sich jedoch sehr von unserer unterscheidet, ist diese Regel nicht unbedingt bindend.

Haiku zur Apfelblüte

Haiku ist eine sehr alte japanische Form des Gedichts. Bei einem Dreizeiler enthält Zeile eins 5, Zeile zwei 7 und Zeile drei wieder 5 Silben. Da die japanische Sprache sich jedoch sehr von unserer unterscheidet, ist diese Regel nicht unbedingt bindend.

Herbst: ‚Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben’…

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

-Rilke-

Einsamkeit

Die Sonne scheint

  • sie wärmt mich nicht

*

Das Meer rauscht vor mir

  • bin an’s Land gefesselt

*

Man spricht zu mir

  • höre mich antworten

*

Prächtige Blumen im Feld

  • werden doch alle verblühen

*

Liebe zwischen Menschen

  • nicht für mich, nicht für mich

*

Weite Zukunft überall

  • nur für die Anderen

*

So viel Wissen gesammelt

  • umsonst, umsonst

*

Seen aus Tränen

  • vertrocknet im Sand

*

Jahrzehnte vor mir

  • graue Nebelwand

-n-

Unter Glas seh‘ ich die Ander’n durch ihr buntes Leben wandern…

 

nicht mehr jung, eher schon alt

nicht mehr warm – nein, bald schon kalt

nicht gehasst, auch nicht geliebt

nichts mehr da, was mich einst trieb

*

nur das herz, es brennt noch immer

ohne hoffnung – nein, noch schlimmer

voller sehnsucht, voller trauer

nichts im leben war von dauer

*

unter glas seh‘ ich die ander’n

durch ihr buntes leben wandern

nur der schmerz, der niemals ging

zeigt mir heute, dass ich bin

*

so erschöpft von all dem warten

auf den einlass in den garten

*

werde, herz, doch endlich leis‘

ich will heim zum großen geist