Schlagwort: Feuer

halb zu leben bin ich nicht gemacht

.

wie leicht wäre leben

in unschuld allein

gäb‘ s kein alter ego

kongenial im sein

.

zur selben zeit

auf dem selben planeten

magnetisch verbunden

und doch ent-zweit

.

feuer und wasser

sind quellen des lebens

sie brauchen einander

flucht ist vergebens

.

wieso meint das kalte

die wärme sei schwach

mut und leidenschaft sind doch

gleich stark gemacht

.

feuer kann fließen

und wasser verbrennt

zusammen sind sie

ein neues element

.

wozu scheint die sonne

warum rauscht das meer

wenn schmerz alles tötet

das lebenswert wär‘?

.

ohne weiß kein schwarz

ohne tag keine nacht

nur halb  zu leben

bin ich nicht gemacht

gla 2014

Was auf Dauer wirklich Bestand hat: Von Wahrheit und dem wahren Leben…

Heute war wieder einer dieser Tage…

  • Ein selbstherrlicher Limburger Bischof fährt dauernd in seine Prunk-Residenz, um dort was auch immer zu tun – obwohl sein oberster Vorgesetzter ihm ausdrücklich eine Auszeit verordnet hat.
  • Eine Frauenrechtlerin, weltbekannte Publizistin und fahnenschwingender Moral-Apostel, hinterzieht geschätzte 30 Jahre lang Steuern, nutzt dann einen legalen Weg, zahlt für zehn Jahre nach – und sieht sich anschließend als Opfer einer Hetzkampagne, weil sie nun öffentlicher Kritik ausgesetzt ist.
  • Ein Berliner Landespolitiker hinterzieht ebenfalls Steuern, wird 2012 zu einer Geldstrafe verurteilt und bleibt mehr als ein Jahr weiter im Amt. Erst als alles bekannt wird, tritt er von heute auf morgen zurück.
  • Die EU veröffentlicht einen Korruptionsbericht, entfernt aber vorher wesentliche kritische Bestandteile.

Überhaupt hatten es die Nachrichten der letzten Monate in sich:

  • Papst Benedikt hat 2012 über 400 Priester aus dem Amt entfernt, weil er sie des Missbrauchs schuldig sah.
  • Die Bundesregierung ärgert sich, dass das Handy der Kanzlerin abgehört wurde, hat aber kein Interesse daran, die Daten der übrigen Bürger wirksam zu schützen.
  • Politiker planen nach der Wahl eine Mütterrente, die aus Beiträgen der Rentenzahler so lange finanziert werden soll, bis die Reserven, eingebracht von Beitragszahlern und Arbeitgebern, verbraucht sind. Erst dann soll der Staat eintreten. Die selben Politiker hatten vor der Wahl aus der Opposition heraus Zeigefinger schwingend gemutmaßt, dass die Regierung genau diese Enteignung von Beitragszahlern  vorbereite….
  • Und so weiter, und so fort…

Warum ich das alles notiere?

Weil ich im Jahr 2013 und zu Beginn des Jahres 2014 mehr als je zuvor erlebt habe, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint.  Und weil ich daraufhin mich selbst und mein privates Umfeld genau betrachtet habe – dies mit teilweise sehr schmerzhaftem Ergebnis. Und mit Folgen. Ich habe mein eigenes Verhalten in Teilen radikal verändert. Ich habe formuliert, was für mich unter Freunden lebenswichtig ist, worauf ich nicht verzichten kann.

Mit fortschreitendem Alter ist der Kreis der Menschen, die mir wirklich etwas bedeuten, auf eine verschwindend kleine Zahl zusammen geschmolzen. Meine Haltung ihnen und mir selbst gegenüber lässt sich ebenfalls in sehr kurzen Sätzen zusammen fassen: Ich möchte vor ihnen genau die sein, die ich wirklich bin, das zeigen und formulieren dürfen. Sie sollen das gleiche für mich sein – egal ob dies nun gesellschaftskonform ist oder nicht. Das heißt: Ich möchte die Wahrheit sagen können, ohne die menschliche Beziehung damit zu gefährden. Ich möchte die Wahrheit erfahren – egal wie schwer das ist.

Niemand macht immer alles richtig oder trägt sein Herz auf der Zunge. Das kann sehr gute Gründe haben. Aber man kann die Wahrheit auf Dauer nicht verbrennen – sie ist das Feuer…

Weil ich gute Gründe habe, die wenigen Menschen, die mir nah sind, von Herzen zu mögen, will ich nicht mit ihnen brechen. Das gleiche wünsche ich mir ja auch von ihnen. Deshalb gilt: Ich werde meine Tür zu ihnen immer einen Spalt offen lassen. Sie selbst entscheiden, ob sie (wieder) eintreten.

Warum ich das tue?

Reiner Eigennutz.

Was ich damit gewinne, ist von unbezahlbarem Wert: Vertrauen für das ganze Leben. Und darüber hinaus.

Tür offen

 

Die uralte Geschichte, wie „Svaha“ bei rituellen Anrufungen Pflicht wurde

Das Wort „Svaha“ ist vor allem praktizierenden Buddhisten ein Begriff – enden doch eine Vielzahl von Mantras damit – auch das wichtigste, die Herz-Sutra. Hier wird die Essenz des Buddhismus formuliert. Tatsächlich ist Svaha aber viel älter als der Buddhismus, der eine von vielen Reformen des Hinduismus darstellt. Der Hinduismus entstand etwa zwischen 2000 und 1000 vor Christus, der Buddhismus etwa 550 vor Christus.

Yogi Ananda Saraswathi hat es sich zur Aufgabe gemacht, Begriffe, Rituale, Götter, Mythen und Traditionen des Hinduismus in englischer Sprache niederzulegen. Den folgenden Text habe ich ins Deutsche übersetzt.

Svaha bedeutet übersetzt: So soll es sein. Es kann auch aufgeteilt werden in die Silben „su“ (gut) und „ah“ (gerufen). Die Rig-vedische Bedeutung ist Hingabe. Wann immer rituelle Handlungen im Namen Gottes durchgeführt werden, nutzt man das Wort „Svaha“ während des Opfers. Die Shatapatha Brahmana schreiben dem Wort „Svaha“ magische Bedeutung zu.

Die Göttin Svaha regiert im Hinduismus über alle Feueropfer. Man betrachtet sie, die Frau von Agni, als untergeordnete Göttin, die eigentlich eine Nymphe war. Durch ihre Ehe mit Agnis wurde sie unsterblich. Manchmal wird Svaha gleichgesetzt mit Uma und Parvathi. Ihre Söhne heißen Pavak, Pavaman und Suchi. Laut Vayu Purana steht Pavak für das elektrische Feuer, Pavaman für Feuer, das aus Reibung entsteht und Suchi für das Sonnenfeuer.

Svaha Devi wird während aller Homan, Yagas und Yainas (zeremonielle Anrufungsrituale) gerufen. Man glaubt, dass wenn das Wort „Svaha“ bei Feueropfern und Bittritualen nicht zitiert wird, die angerufenen Götter alle Opfergaben ablehnen. Zusammen mit Agni wird Svaha in einem Feuerritual von Ehegatten angerufen, um zwischen beiden Frieden und außerordentliche Nähe herzustellen.

Man sagt, dass der Körper der Göttin die vier Veden und ihre sechs Zweige verbindet. Man hält Svaha für eine der heiligen Mütter Skandas.  In ihrer extremen Erscheinungsform steht sie für die Frau Rudras. Verschiedenste Götter des hinduistischen Pantheons werden mit Svaha in Verbindung gebracht, darunter Shiva, Skanda, Krishna, Shri und Saraswathi.

Die BRAHMAVANTARA PURANA: Hier stellt Svaha Pakriti dar, die (weibliche) Shakti-Kraft, ohne die Agnis nicht brennen kann. Die drei Kinder sind die drei Feuer des Haushalts: Dakshina, Garhaptya und Ahavaniya. Die Opfer sind wirkungslos, wenn das Wort Svaha nicht benutzt wird.  In der Mahabaratha warden die drei Söhne beschrieben als Karma Agnis, die Verkörperung der Schönheit, Amogha Agni, das unsichtbare Feuer und Ukta, die Erlösung. Uktha zeugte Panchajanya, einen weiteren Gott des Feuers.

MAHABARATHA: Die Kritikas sind glücklich mit den sieben Sternen (Saptha Rishis) verheiratete Frauen. Sie heißen Kashyapa, Atri, Bharadhvaja, Vishvamitra, Gauthama, Jamadagni und Vashishta. Ihre Beziehung zueinander wird gestört, als Agnis die Schönheit der Kritikas entdeckt und jeder der sieben Frauen Offerten macht. Alle lehnen ab und verletzen ihn damit. Agni versteckt sich im Wald, um seine nächsten Schritte zu planen. Dort entdeckt ihn die Tochter von Brihaspati, Svaha, die in der Lage ist, die Form eines Sterns anzunehmen. Svaha ist auch als Manyauti, bzw. Manyanti bekannt und als solche präsent in allen Dingen. Sie verliebt sich in Agni, aber der weist sie zurück, so wie ihre Mutter ihn zurückgewiesen hat. Svaha ist nicht bereit aufzugeben, verkleidet sich als eine der Kritika und verführt Agni.  

Erfreut über ihren Erfolg nimmt sie nacheinander die Form der sechs anderen Kritika an. Als sie zur siebten und letzten wird, erkennt Agni die Täuschung, weil Svaha außer Acht gelassen hat, dass die siebte Kritika ihrem Ehemann äußerst ergeben ist. „Dank dir habe ich meinen Durst gestillt, ohne die heiligen Gesetze der Ehe zu brechen und ohne den Zorn der Sapta Risis hervorzurufen“, sagt er zu Svaha. Agni akzeptiert Svaha als seine Gefährtin und erklärt, er werde fortan keine Anrufung mehr entgegennehmen, ohne dass ihr Name beim Opfer genannt wird. Während der Yagna Zeremonie sagt deshalb der Priester jedes Mal, wenn er Milch oder Butter ins Feuer tropft „Svaha“.

Die Mythen berichten auch, dass die Göttin eine außergewöhnliche Methode der Geburtenkontrolle nutzte: Sie sammelte den Samen Agnis während der sechs intimen Begegnungen, verwandelte ihn in Vögel, die Suparni und hielt diese in einer Höhle gefangen. So wurde sie nicht schwanger. Die Höhle aber gebar einen Sohn, der Skanda genannt wurde. Das Kind, das aus der Liebe Agnis mit Svaha entstand, hieß Agneya. Er war ein heiliger Krieger mit der Kraft von sieben Männern.

Gerüchte besagen, dass die sechs Kritikas Skandas Mutter waren. Sie wurden deshalb von ihren Männern geschieden und zu einem anderen Teil des Nachthimmels gesandt. Es muss auch festgehalten werden, dass Skanda als Sohn Shivas gilt und dass Agni den feurigen Samen von Shiva zu Gangha trug. Die deponierte ihn in den Wäldern, wo Skanda als sechs Babies geboren wurde, die alle der Kritika Nakshatra ähnelten. Die Göttin Parvati führte die sechs Babies später zusammen.

BHAGAVATA PURANA: Ein vergleichbarer Moment ergab sich, als sich nach der Schöpfung aller weltlichen und himmlischen Wesen eine bestürzende Frage stellte: Zwar konnten die menschlichen Wesen essen und trinken, was die Erde ihnen bot – aber es gab nichts Vergleichbares für die Götter. Deshalb entschied Brahma, der Schöpfer, dass alle Opfergaben, die auf der Erde ins heilige Feuer gegeben wurden, den Göttern als Nahrung dienen sollten. So kam es, dass auch die Götter die große Göttin Svaha verehrten, die vor ihnen Gestalt angenommen hatte.

Die versammelten Götter sprachen also: „Oh Göttin, werde zur brennenden Macht des Feuers, das nichts verbrennen kann ohne dich. Am Ende eines jeden Mantras wird, wer immer dabei deinen Namen im Munde führt und Opfergaben ins Feuer wirft dafür sorgen, dass diese direkt zu den Göttern wandern. Mutter, werde zur Heimat allen Wohlstands und regiere ihn als Herrin im Haus des Feuers.“

Daraufhin näherte sich sogar Agni sich der Göttin des Feuers nur furchtsam und betete sie an als Mutter der Welt. Dann aber wurden beide beim Singen heiliger Mantras in den Knoten der  Ehe gezogen. Seitdem glaubt man, dass wer immer Trank-Opfer in die heilige Flamme gibt und das Wort „Svaha“ dazu spricht, all seine Wünsche sofort erfüllt bekommt.

Zu lesen in der Devi Bhagavata Purana: 9.43