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Wo genau wie viel deutsche Gold liegt und warum es da bleiben soll

Erstmals in ihrer Geschichte veröffentlichte die Bundesbank detaillierte Zahlen, wo ihre Goldbestände lagern: 1536 Tonnen (45 Prozent) liegen in Tresoren der US-Notenbank Fed in New York, 450 Tonnen (13 Prozent) bei der Bank of England in London, 374 Tonnen (11 Prozent) bei der Banque de France in Paris. Knapp ein Drittel (31 Prozent) des Edelmetalls verwahrt die Bundesbank in eigenen Tresoren im Inland: 1036 Tonnen.

Wörtlich heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesbank unter anderem: „Zu den Währungsreserven zählen 3.396 Tonnen Gold zum Bilanzstichtag 31.12.2011. Das Eigentum an den Barren bleibt durch die Verwahrung bei den Partnernotenbanken unberührt und begründet ein insolvenzsicheres Recht. Darüber hinaus genießt die Bundesbank als Notenbank einen besonderen Immunitätsschutz und damit auch Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen. Eine Vermischung mit den Beständen Dritter ist ausgeschlossen.

Dass es sich bei den Verwahrstellen der Bundesbank um Adressen von allerhöchster Reputation und Bonität handelt, steht außer Zweifel. Zu Prüfungshandlungen, die über die Buchinventur hinausgehen, ist mit den Partner-Notenbanken der Bundesbank Stillschweigen vereinbart worden.

Ungeachtet der bestehenden Rechtsauffassung wird die Bundesbank Anregungen des Bundesrechnungshofs, soweit es möglich ist, aufgreifen. Maßgeblich für Entscheidungen über die Lagerung der Goldbestände bleibt jedoch deren Charakter als Währungsreserve. Wie bereits in der Vergangenheit wird die Bundesbank auch künftig Teile der Goldbestände aufarbeiten und überprüfen lassen. Damit können  auch partielle Verlagerungen verbunden sein. Damit die Goldbestände ihre Funktion als Währungsreserven erfüllen können, müssten sie im Bedarfsfall ohne logistische Einschränkungen in gängige Reservewährung eingetauscht werden können. Dies ist der Grund für die Lagerung von Teilen der Goldreserven bei Partner-Notenbanken im Ausland.“

„Wir haben Anfang des vergangenen Jahrzehnts 930 Tonnen Gold von London nach Frankfurt gebracht und dabei akribisch kontrolliert“, schilderte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele jetzt in Frankfurt. Es habe kein Gramm gefehlt. „Wir haben nicht die geringsten Zweifel, dass auch unsere in New York und Paris verwahrten Bestände aus reinstem Feingold bestehen. „Uns liegen lückenlos dokumentierte Barrenlisten vor und die Partnernotenbanken bestätigen uns jedes Jahr nicht nur die Existenz der Barren, sondern auch deren Qualität.“

Zwar erhebe die Bank of England jährliche Lagergebühren in Höhe von rund 500. 000 Euro. Aber auch die Aufbewahrung im Inland sei mit Kosten verbunden. „Viel wichtiger sind die Verwendbarkeit des Goldes als Währungsreserve und die Sicherheit der Lagerung“, sagte Thiele. „Gold, das bei Ihnen zu Hause im Tresor liegt, können Sie nicht so einfach als Sicherheit verwenden, um an Devisen zu kommen.“  Quelle: Die Welt

Die Banken in den USA und Frankreich böten eine kostenlose Aufbewahrung der Goldreserven an, sagte der Bundesbank-Vorstand weiter. Es gebe außerdem keinen Zweifel, dass die dort verwahrten Bestände aus reinstem Feingold bestehen. „Ein Teil der Diskussion in Deutschland ist schon einigermaßen grotesk“, kritisierte Thiele, der bis zu seinem Wechsel in die Bundesbank für die FDP im Bundestag saß.

In den kommenden drei Jahren werde die Bundesbank jährlich 50 Tonnen Gold aus New York nach Deutschland bringen. Das gebe ihr die Gelegenheit, diese Barren zu überprüfen, einzuschmelzen und in die Form des heutzutage im Großhandel üblichen Good-Delivery-Standards zu bringen. Quelle: Spiegel Online

Warum ist so viel Gold im Ausland?

Das hat historische Gründe. Zunächst sind die Goldreserven im Ausland „entstanden“, was mit dem Währungssystem der Nachkriegszeit, dem Bretton-Wood-System, zu tun hatte. Der Dollar war damals die Leitwährung, die in einem festen Kurs zu allen anderen Währungen stand. Um den Geldwert stabil zu halten, versprachen die Amerikaner jeder anderen Notenbank, ihre Dollars in Gold umzutauschen.

In den Jahren des Wirtschaftswunders exportierte die deutsche Wirtschaft viel in die USA. Dafür bekamen sie Dollar, bei der Bundesbank entstanden so Forderungen an die Fed – in Gold. Anders als die französische Zentralbank ließ die Bundesbank die Reserven aber nicht nach Deutschland bringen.

Das hatte auch mit dem Kalten Krieg zu tun. Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Wood-Systems war es ein wichtiges Argument, die Goldreserven vor dem Zugriff der Warschauer-Pakt-Staaten zu schützen. Die Zentrale der Bundesbank in Frankfurt, nur Hundert Kilometer von der Grenze zu Ostdeutschland entfernt, erschien damals nicht als der geeignetste Ort zum Aufbewahren riesiger Staatsvermögen.

Gerade im Bereich der Notenbanken spielt Vertrauen eine große Rolle. Offensichtlich fürchten die Banker, mit Kontrollen ihre langjährigen Partner zu düpieren. Die anderen Notenbanken seien von „einwandfreier und unzweifelhafter Integrität“, schreibt die Bundesbank. Jegliche Zweifel würden „jeder Grundlage entbehren“.

Fakt ist, dass Frankreich im Gegensatz zu Deutschland zu Zeiten des Bretton-Woods-Abkommen seine Goldreserven nicht in New York belassen, sondern nach Paris geholt hat. Er wolle das Gold Frankreichs nicht „dem Zugriff einer fremden Macht preisgeben“, soll Frankreichs Präsident Charles de Gaulle damals gesagt haben.

Der damalige Bundesbankpräsident Karl Blessing (der Großvater des heutigen Commerzbank-Chefs) schrieb dagegen einen Brief an seinen amerikanischen Kollegen: Die Bundesbank plane nicht, die Goldreserven abzuziehen. Jahre später bestätigte er in einem Interview mit dem Spiegel, dass dieses Versprechen auf Druck der USA erfolgt sei. Das Versprechen aus dem Brief als Verpflichtung für alle Zeiten abzuleiten, klingt allerdings eher nach Verschwörungstheorie.

Aus den dürren Äußerungen der Notenbanker sind zwei Argumente zu hören, warum das Gold im Ausland bleibt: Zum einen sei es betriebswirtschaftlich sinnvoll, das Gold direkt an den Orten der großen Handelsplätze zu lagern. Zum anderen sei es zu teuer, das Gold nach Deutschland zu transportieren.

Darüber hinaus dürften sich die Verantwortlichen aber auch Gedanken darüber machen, wie ein Zurückholen der Goldreserven in Zeiten der Eurokrise gedeutet werden könnte: Als Vorbereitungsschritt eines möglichen Euroaustritts Deutschlands beispielsweise. Man kann davon ausgehen, dass die Verantwortlichen diesen Eindruck unbedingt vermeiden wollen, um keine Panik an den Finanzmärkten auszulösen.  Quelle: Süddeutsche

Siehe auch: Lagern in Fort Knox nur noch Fakes? sowie die dortigen Zusatzlinks und Updates

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Update: Rückendeckung aller Fraktionen für die Bundesbank – Gespräche mit der Fed wegen Forderungen des Rechnungshofes laufen

Update: Auch Österreichs Gold lagert im Ausland

Update: Bundesbank holt bis 2020 700 Tonne Gold heim

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Inflation kommt: Bilderberger in der EZB?

Jochen Stanzl ist Chefredakteur des renommierten Newsletters Rohstoff-Report und Mitbegründer der BörseGo AG. Er führt de Geldpolitik der Federal Reserve und der EZB auf die Idee des Nobelpreisträgers Paul Krugmann zurück. Die These von Krugman, und er sieht sich hier durch interne Studien von Goldman Sachs in seiner Meinung bestärkt, ist: Die Geld- und Wirtschaftspolitik muss für weitaus mehr Schulden sorgen als bislang, um das zu erzeugen, was der Weltwirtschaft fehlt: Neue Nachfrage. Man geht davon aus, dass eine sehr lockere Geldpolitik auch dann angebracht sein wird, wenn sich die Konjunktur eine bedeutende Zeit lang bereits erholt hat.

Die Konsequenz dieser Politik, so Stanzl, ist eine Umverteilung von Vermögen weg von den Sparern und hin zu den Schuldnern. Klicken Sie auf das Bild um das Video zu sehen.

Siehe auch: Pimco-Chef ist sicher: Notenbanken pumpen weiter

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Immer höhere Schuldenberge aus immer wertloserem bedrucktem Papier…

Von Dr. Karsten Polleit

Entnommen dem Degussa Marktreport vom 14. September 2012

Das heutige Papier- oder „Fiat“-Geldsystem hat folgende Eigenschaften:

  • Die staatliche Zentralbank hält das Monopol über die Fiat-Geldproduktion.
  • Fiat-Geld repräsentiert intrinsisch wertloses Material in Form von bedruckten Papierscheinen und vor allem Einträgen auf Computer-Festplatten („Bits & Bytes“).
  • Fiat-Geld wird durch Bankkreditvergabe geschaffen – sprichwörtlich „aus dem Nichts“, durch Kredite, denen keinerlei Ersparnisse gegenüber-stehen.

Im Fiat-Geldsystem lassen sich zwei Geldformen unterscheiden: Zentralbankgeld und Geschäftsbankengeld.

Das Zentralbankgeld (das auch als „Basisgeld“ bezeichnet wird) wird ausschließlich von der Zentralbank produziert; sie hat das Monopol für die Produktion von Zentralbankgeld. Zentralbankgeld hat die Form von Münzen, Banknoten und Giroguthaben bei der Zentralbank.

Das Geschäftsbankengeld wird von privaten Geschäftsbanken durch Kreditvergabe produziert und hat die Form von Giroguthaben, die bei privaten Geschäftsbanken gehalten werden.

Das besondere im Fiatgeldsystem ist nun, dass private Geschäftsbanken das Geschäftsbankengeld nur dann produzieren können, wenn sie über Zentralbankgeld verfügen. Es ist damit also die Zentralbank, die in letzter Konsequenz über die gesamte Geldmenge in der Volkswirtschaft be-stimmt.

In den letzten Jahrzehnten wurde das immer stärkere Ausweiten von Kredit und Geld vor allem durch drei Faktoren begünstigt:

  • Die staatliche Regulierung hat die Eigenkapitalvorhaltung der Banken für risikoreiche Kredite immer weiter herabgesetzt.
  • Banken wurde es von den Zentral-banken erlaubt, immer weniger Kasse zu halten relativ zu ihrem Kreditgeschäft: Die sogenannte Mindestreserve wurde systematisch herabgesetzt.
  • Die Zinsen, die Geschäftsbanken für das Zentralbankgeld, das sie sich bei der Zentralbank per Kredit beschaffen können, wurden immer weiter herabgeschleust.

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. Der Multiplikator wurde ermittelt, indem die gesamte Kreditvergabe der US-Banken durch die von ihnen gehaltenen Zentralbank-geldguthaben geteilt wurde.

Alles zusammen hat zu einem atem-beraubenden Auftürmen der internationalen Kredit- und Verschuldungspyramide geführt. Dies zeigte sich besonders deutlich in dem Ansteigen des Kreditschöpfungsmultiplikators. Er zeigt die Höhe der Kredite, die Banken mit einer Einheit Zentralbankgeld produzieren können.

Der Kreditschöpfungsmultiplikator (er wird errechnet, indem die gesamte Kreditvergabe der US-Banken durch die von ihnen gehaltenen Zentralbankgeldguthaben geteilt wurde) betrug Anfang 1960 nur etwa 17: Die US-Banken konnten also mit einem US-Dollar Zentralbankgeld etwa 17 US-Dollar Bankkredite produzieren. Anfang 2008 betrug der Kreditschöpfungsmultiplikator etwa 208: Mit einem US-Dollar Zentralbankgeld produzierten die Banken also 208 US-Dollar Kredit!

Mit dem Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise ist der Multiplikator drastisch zusammengebrochen. Dies liegt vor allem daran, dass die US-Zentralbank die Zentralbankgeldguthaben der Banken drastisch erhöht hat, aber diese Guthaben werden derzeit nicht wie zuvor zur neuen Kreditvergabe verwendet.

Wenn Banken jedoch keine neue Kredite mehr vergeben beziehungsweise fällig werdende Kredite nicht erneuern und zur Rückzahlung stellen, bricht der Papiergeldboom in sich zusammen. Der inflationäre Schein-aufschwung weicht einem deflationären Zusammenbruch.

All die Produktionswege und Arbeitsplätze, die im Zuge des Papiergeldbooms geschaffen wurden, gehen verloren. Schuldner gehen Pleite, weil ihre Einkommen geringer ausfallen, als im Zeitpunkt der Kreditaufnahme erwartet wurden. Im Grunde ist die Depression die Bereinigung der im Papiergeldboom aufgelaufenen Fehlinvestitionen und Fehlentwicklungen. Doch das ist auch der Grund, warum eine Depression politisch unerwünscht ist.

Deshalb greifen die Zentralbanken nun noch vehementer in das Finanz- und Kapitalmarktgeschehen ein. Das Ziel ist klar: Ein Schrumpfen der Geldmengen soll um jeden Preis verhindert werden, der Zins soll so niedrig wie möglich absenkt werden und, wenn möglich, soll auch die Bankkreditexpansion fortgeführt werden.

Quelle: Thomson Financial.

Dazu kaufen die Zentralbanken Wertpapiere auf – von Banken und auch von Nichtbanken. Auf diese Weise ist die Zentralbank tatsächlich in der Lage, die Geldmenge nicht nur vor dem Schrumpfen zu bewahren, sie kann sie auch jederzeit in jeder beliebigen Menge anwachsen lassen. In den USA zum Beispiel haben die Anleihekäufe der US-Zentralbank (Fed) die Giroguthaben der US-Bürger seit Ende 2008 bis heute verdoppeln lassen.

Die Macht der Zentralbanken über die Geldmenge wird nun zur Ohnmacht. Denn die hohe und drückende (Über)Verschuldungslast der Volkswirtschaften – einhergehend mit Keynesianischen Lehren von der heilbringenden Wirkung einer Geldmengen-ausweitungs- und Inflationspolitik – schwört nun eine Politik der bewusst herbeigeführten Geldentwertung herbei. Die Inflation ist die geradezu unausweichliche Folge einer Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, die versucht, die von ihr angerichteten Schäden vor der breiten Öffentlichkeit zu verbergen.

Um die Preise in die Höhe zu treiben, bedarf es – wie vorangehend erklärt – weder eines funktionierenden Bankenapparates noch einer überbordenden Konjunktur. Alles, was es zur Inflationspolitik braucht, ist der politische Wille, die elektronische Notenpresse schnell genug laufen zu lassen.

Dass nunmehr eine neue Runde der (Basis-)Geldmengenausweitung eingeläutet wurde, lässt sich wohl durch die Entwicklung der nach wie vor relativ gemäßigten Geldmengenwachstumsraten in den USA und im Euroraum erklären. Durch ein weiteres Aufkaufen von ausstehenden Anleihen, die die Zentralbanken vor allem von Nichtbanken kaufen werden, können die Geldmengen weiter aus-gedehnt werden.

Ein massives Ausweiten der Geldmengenaggregate wird vor allem im Euroraum kommen, denn hier hat sich der EZB-Rat aufgemacht, den Euro um jeden Preis zu retten. Und der  Preis, den sie die Bürger dafür zahlen lässt, wird eine immer weiter und immer schneller steigende Geldmenge sein – was früher oder später die Inflation in die Höhe treibt und das Geld entwertet.

Siehe auch: Warum der Goldstandard doch funktioniert  und „Die nächste Gefahr: Zu mächtige Zentralbanken“

Update: Bundesbank warnt den IWF, seinen Rahmen zu überziehen 

Update: IWF ist alarmiert – die Welt versinkt in Schulden

Deutsches Gold ist angeblich sicher

Das deutsche Gold, das größtenteils in den USA lagert, ist komplett in unserem Eigentum. Sagt jedenfalls der aus Börse im Ersten bekannte Kommentator Michael Best. Woher er das weiß, erschließt sich aus dem kurzen zugehörigen Fernsehbeitrag von ntv allerdings nicht.

Die Bundesbank hält den Prüfbericht über die deutschen Goldreserven zurück

Entnommen dem Wall Street Journal vom Mittwoch, 22. August

Der Streit zwischen der Deutschen Bundesbank und dem Bundestag über die Prüfung der deutschen Goldreserven kommt ins Stocken. Ein Bericht des Bundesrechnungshof zur Bilanzierung, der dem Haushaltsausschuss versprochen war, liegt seit Monaten bei der Bundesbank. Die soll im wohl nächsten Kapitel des kuriosen Scharmützels prüfen, welche Teile des Berichts öffentlich gemacht werden dürfen.

Der Rechnungshof hatte im Auftrag des Bundestags ermittelt, ob die Bundesbank ihre im Ausland lagernden Goldbestände ausreichend genau prüft. Dabei war strittig, ob die von der Bundesbank seit Jahren geübte Praxis ausreicht, sich die Zahl der Goldbarren von der ausländischen Zentralbank schriftlich bestätigen zu lassen. Von Zeit zu Zeit lassen sich Bundesbank-Vertreter die Goldbarren auch zeigen, sie zählen sie aber nicht durch.

Die Bundesbank verfügt über Goldreserven von etwa 3.396 Tonnen, wovon aber der größte Teil in New York, London und Paris lagert. Das liegt daran, dass Deutschland in den 50ern und 60ern seine größten Leistungsbilanzüberschüsse mit diesen Ländern erzielte. Dort liegen die Barren neben Beständen anderer Zentralbanken. Das weckt bei besonders misstrauischen Beobachtern die Befürchtung, dass es da zu Verwechslungen kommen könnte.

Aber nach Meinung der Bundesbank liegt das Gold im Ausland sicher. Eine Sprecherin sagte: „Wir haben an der Integrität und der Reputation der ausländischen Notenbanken keinen Zweifel. Wir erhalten jährlich eine Bestandsbestätigung in Feinunzen, die dient als Grundlage der Bilanzierung.“

Sicher ist, dass der Bericht des Bundesrechnungshofs „Hinweise“ zur Bilanzierungspraxis enthält. Bereits im Mai hatten die Rechnungsprüfer des Bundes dem Haushaltsausschuss einen Bericht darüber angekündigt, welche Beanstandungen es an der Bilanzierung der Goldreserven durch die Bundesbank gibt.

Eine Entscheidung über die Form des Berichts sollte „in relativ kurzer Zeit“ erfolgen. Seitdem sind drei Monate vergangen. Eine vollständige Veröffentlichung des Bericht war unter Verweis auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse nicht nur der Bundesbank und anderer Stellen, zum Beispiel der New Yorker Fed, ausgeschlossen worden.

Eine Bundesbank-Sprecherin lehnte einen Kommentar zu dem Vorgang mit der Begründung ab, dass es sich um ein laufendes Verfahren handele. Nach Aussage des Bundesrechnungshofs befindet sich der Bericht „in der Abstimmung“. Eine Sprecherin sagte: „Es geht darum, dass die Bundesbank Gelegenheit erhält, dazu Stellung zu nehmen.“ Sehr wahrscheinlich werde der Bericht dem Ausschuss nach der Sommerpause vorgelegt. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung, am 26. September, befindet er sich bisher nicht.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

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Veränderungen in den Goldreserven der zehn wichtigsten Staaten

Stoff zum Nachdenken und Hintergrund für eigene Anlagestrategien:

USA

  • Goldreserven 2006: 8135,1 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 8134 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 8133,5 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -1,6 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 0,0 Prozent
  • Goldreserven: 261,499 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 449.778 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 344.658 Millionen Euro

Deutschland

  • Goldreserven 2006: 3427,8 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 3403 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 3396,3 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -31,5 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -0,9 Prozent
  • Goldreserven: 109,194 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 187.814 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 143.919 Millionen Euro

Italien

  • Goldreserven 2006: 2451,8 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 2452 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 2451,9 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 0,1 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 0,0 Prozent
  • Goldreserven: 78,829 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 135.586 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 103.897 Millionen Euro

Frankreich

  • Goldreserven 2006: 2820,5 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 2435 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 2435,4 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -385,1 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -13,7 Prozent
  • Goldreserven: 78,301 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 134.678 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 103.201 Millionen Euro

China

  • Goldreserven 2006: 600,0 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 1054 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 1054,1 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 454,1 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 75,7 Prozent
  • Goldreserven: 33,890 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 58.291 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 44.667 Millionen Euro

Schweiz

  • Goldreserven 2006: 1290,1 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 1040 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 1040,1 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -250,0 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -19,4 Prozent
  • Goldreserven: 33,439 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 57.515 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 44.073 Millionen Euro

Russland

  • Goldreserven 2006: 386,6 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 726 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 873,6 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 487,0 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 126,0 Prozent
  • Goldreserven: 28,086 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 48.308 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 37.018 Millionen Euro

Japan

  • Goldreserven 2006: 765,2 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 765 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 765,2 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 0,0 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 0,0 Prozent
  • Goldreserven: 24,602 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 42.315 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 32.426 Millionen Euro

Niederlande

  • Goldreserven 2006: 694,9 Tonnen
  • Goldreserven 2010: 612 Tonnen
  • Goldreserven 2012: 612,5 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -82,4 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -11,9 Prozent
  • Goldreserven: 19,691 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 33.869 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 25.953 Millionen Euro

Indien

  • Goldreserven 2006: 357,7 Tonnen
  • Goldreserven 2010: k.D.
  • Goldreserven 2012: 557,7 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 200,0 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 55,9 Prozent
  • Goldreserven: 17,932 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 30.843 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 23.635 Millionen Euro

Taiwan

  • Goldreserven 2006: 423,3 Tonnen
  • Goldreserven 2010: k.D.
  • Goldreserven 2012: 422,4 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -0,9 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -0,2 Prozent
  • Goldreserven: 16,173 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 27.818 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 21.316 Millionen Euro

Vereinigtes Königreich

  • Goldreserven 2006: 310,8 Tonnen
  • Goldreserven 2010: k.D.
  • Goldreserven 2012: 310,3 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -0,5 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: -0,2 Prozent
  • Goldreserven: 9,975 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 17.157 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 13.147 Millionen Euro

Türkei

  • Goldreserven 2006: 116,1 Tonnen
  • Goldreserven 2010: k.D. 179,1 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 63,0 Tonnen
  • Veränderung seit 2006: 54,3 Prozent
  • Goldreserven: 5,571 Millionen Feinunzen
  • Marktwert in Dollar (Preis: 1720 Dollar): 9582 Millionen Dollar
  • Marktwert in Euro (Kurs: 1,3050 Dollar): 7342 Millionen Euro

Quelle: Bloomberg, World Gold Council, WELT

Siehe auch:  Gold ist im Weltall entstanden

Gold mit fulminatem Chartausbruch

und: Goldpreis bei 16 Wochen-Hoch

Lesen Sie außerdem hier im Blog: Vervielfachung steht außer Frage 

Update: Gold-Experte Luitz: Goldpreis wird weltweit weiter durchstarten

Update: Abgeordnete dürfen deutsche Goldreserven nicht sehen

 

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