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Der lange Schatten der Plutoniumbombe „Fat Man“ in Nagasaki, Japan

Bombenalarm gab es eigentlich jeden Tag: Das japanische Inselreich wurde buchstäblich platt gemacht in den letzten Wochen des Jahres 1945. Dennoch traf Fat Man Nagasaki völlig unvorbereitet: Die meisten Menschen waren um 11.02 Uhr nicht in Schutzräumen, sondern auf der Straße, als der grellweiße glühende Blitz über sie kam. Von vielen blieben nur noch Schatten auf der Straße, auf Treppen, auf Wänden. Andere verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Tausende überlebten mit schwersten Verbrennungen. Die Strahlenopfer leiden bis heute an den Folgen der Veränderungen im Genom.

Die zweite amerikanische Atombombe, die am 9. August 1945 abgeworfen worden war, habe schließlich die Kapitulation des Landes herbeigeführt und damit Millionen weiterer Tote verhindert. Das ist die Geschichte, die sich um Fat Man rankt. Ganz so einfach war es aber nicht. Das erläutert eine ARD-Dokumentation (Video unten). DIe Kurzfassung (oberes Video) fasst die Geschichte zusammen.

Eigentlich sollte der Bomber „The Great Artiste“ den Einsatz fliegen. Weil dieses Flugzeug aber noch mit Messgeräten aus dem vorherigen Einsatz über Hiroshima ausgestattet war und ein komplizierter Umbau vermieden werden sollte, wurde einfach die Mannschaft mit der des Bombers „Bock’s Car“ getauscht. Die Maschine mit der Seriennummer 44-27297 war im Werk der Glenn L. Martin Company auf Offutt Field bei Bellevue (Nebraska) gebaut und dort mit einer speziellen Aufhängung für das vergleichsweise hohe Gewicht (rund 4,5 t) der Atombombe ausgerüstet worden.

Anders als ihr Name vermuten lässt, war „Fat Man“ kaum größer als die Bombe, die auf Hiroshima fiel. Ihre Wucht war jedoch  etwa um die Hälfte stärker. Im Gegensatz zur Bombe von Hiroshima (Uran) verwendeten die Wissenschaftler beim Bau der Nuklearwaffe von Nagasaki Plutonium, ein giftiges und radioaktives Schwermetall, das in in der Natur kaum vorkommt und erst in Kernreaktoren hergestellt werden muss. Um Nagasaki fast vollständig zu zerstören, benötigten die Forscher sechs  Kilogramm davon. Nagasaki wurde eher zufällig zum Ziel: Eigentlich sollte die Stadt Kokura bombardiert werden, aber das Wetter und die Sicht waren zu schlecht. Auch Nagasaki lag unter Wolken, dem Dunst eines konventionellen Bombenangriffes und Flakfeuer; so verfehlte man das eigentliche Ziel dort, traf aber die Mitsubishi-Waffenfabrik, schreibt Wikipedia.

Die Fat-Man-Bombe explodierte um 11:02 Uhr Ortszeit in etwa 503 m Höhe. Die Ausbreitung der Schockwelle wurde durch Hügel in der Nähe des Abwurfpunktes gebremst, so dass die Auswirkungen der Explosion gedämpft wurden. Dennoch starben mindestens 70.000 Menschen durch den Einsatz. Jüngere Analysen legen eine Sprengkraft von 21 kt nahe, gegenüber den 16 kt von Little Boy über Hiroshima. Von der freigesetzten Energie wurden etwa 60 % in der Schockwelle, 35 % als Wärmestrahlung und 5 % als ionisierende Strahlung abgegeben.

US-Präsident Harry Truman erfuhr vom erfolgreichen Abwurf auf See. Er war auf dem Rückweg von der Potsdamer Konferenz und soll vor Freude auf und ab gehüpft und in die Luft gesprungen sein.

Japan wollte die Supermacht Asiens werden

Nachdem Mitte 1945 Deutschland, der Aggressor der westlichen Hemisphäre, kapituliert hatte und Hitler tot war, war der aggressivste verbleibende Feind der Alliierten Japan.

Das Land hatte 1942 die größte Ausdehnung in der Geschichte des Kaiserreichs erkämpft. Dazu gehörten nicht nur große Teile von China: Die Eroberungen Malayas und von Niederländisch-Indien waren besonders wichtig für Japan, weil es dort reiche Erzvorkommen, eine umfangreiche Gummiproduktion und große Erdölfelder gab. 80.000 Briten, Australier und Inder mussten am 15. Februar 1942 in Singapur, dem „Gibraltar des Ostens“ und Großbritanniens größter Militärbasis in Südostasien, kapitulieren. Die Schlacht um Singapur gilt als Sinnbild des japanischen Blitzkrieges. Die Invasion Burmas begann am 15. Februar 1942. Niederländisch-Indien wurde Mitte März 1942 erobert. Auf den Philippinen musste General Douglas MacArthur bald Manila räumen und sich auf die Insel Corregidor zurückziehen, wo die letzten US-Truppen am 5. Mai 1942 kapitulierten. Nichts schien die Japaner aufhalten zu können.

Nach der Eroberung von Rabaul an der Nordostspitze auf New Britain im Januar 1942 hatten die Japaner eine hervorragende Ausgangsbasis für ein weiteres Vordringen in Richtung Ostpazifik und Südsee gewonnen. Dem Vormachtstreben Japans wollten die USA nicht tatenlos zusehen.

Die härtesten Kämpfe tobten von Ende 1942 bis Mitte 1944 auf Neuguinea, auf den Salomonen, den Gilbertinseln, den Marshallinseln und den Marianen. Ein erfolgreiches taktisches Mittel der Amerikaner war dabei das „Island Hopping“, bei dem sie die starken japanischen Stützpunkte, zum Beispiel das wichtige Rabaul mit seinem Hafen und den Flugfeldern, umgingen und sich Insel für Insel näher an die japanische Hauptinsel Honshū herankämpften.

Zu Beginn des Jahres 1943 gelang es den Amerikanern, japanische Funkcodes zu entschlüsseln. Damit wurden auch die Erfolge der US-amerikanischen U-Boote gesteigert, deren stetig steigende Versenkungsraten einen wesentlichen Anteil am Sieg über Japan hatten, denn sie torpedierten etwa ein Drittel von 686 japanischen Kriegsschiffen. Im April 1943 gelang es den Amerikanern, von Guadalcanal aus fünf Begleitmaschinen von Admiral Yamamotos Flugzeug, der sich auf einem Inspektionsflug befand, abzuschießen. Der Oberbefehlshaber der japanischen Marine kam beim Absturz seiner Maschine in den Dschungel ums Leben. Der Verlust dieser Führungs- und Identifikationsfigur war für die japanische Öffentlichkeit ein schwerer Schlag.

Im November 1943, kurz vor dem Treffen mit Stalin in Teheran, vereinbarten Roosevelt und Churchill mit Chiang Kai-shek in Kairo, dass der Krieg gegen Japan ebenso wie der gegen Deutschland mit der bedingungslosen Kapitulation enden sollte. 

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In der ab Mitte Juni 1944 begonnenen Schlacht um Saipan, verbunden mit der Schlacht in der Philippinensee, verloren die Japaner fast alle eingesetzten Flugzeuge mitsamt Besatzungen, sowie durch U-Boote drei Flugzeugträger. Der Verlust von Saipan löste in Japan ein politisches Erdbeben aus: Die Regierung von General Tojo musste zurücktreten und wurde abgelöst durch ein Kabinett unter General Koiso Kuniaki, der sogleich das Wehrpflichtalter auf 17 Jahre senkte. Ende Oktober bis Anfang November 1944 kam es während der Landungen auf Leyte (Philippinen) zur See- und Luftschlacht im Golf von Leyte. Japan setzte den größten Teil seiner Flotte ein und machte damit aus den Kämpfen um Leyte die größte Seeschlacht des Zweiten Weltkrieges. Die Japaner verloren mit vier Flugzeugträgern, drei Schlachtschiffen, zehn Kreuzern und neun Zerstörern fast ihre komplette verbliebene Seestreitmacht.

Erst nach der US-Eroberung der Marianen-Inseln im Sommer 1944 lag Japan innerhalb des Aktionsradius der neuen Boeing B-29 der USAAF. Die US-Luftwaffe ging zu nächtlichen Flächenbombardements aus relativ geringer Höhe auf die überwiegend aus Holz gebauten japanischen Städte über, bei denen hunderttausende Menschen ums Leben kamen. Beim größten Angriff dieser Art starben in Tokio in der Nacht zum 9. März 1945 etwa 85.000 Menschen, mehr als bei jedem anderen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg und fast so viele wie durch den Atombombenangriff auf Hiroshima. Derartige Aktionen zerstörten bis Kriegsende zahlreiche japanische Großstädte.

Die Rückeroberung der Philippinen erwies sich als langer und verlustreicher, sechs Monate dauernder Feldzug (Oktober 1944 – März 1945). Den amerikanischen Verlusten, 8.000 Mann, standen disproportional höhere japanische Verluste wie meist im Pazifikkrieg gegenüber: Allein auf der Insel Luzon fielen 190.000 Japaner.

Bei den Kämpfen auf den japanischen Inseln Iwojima und Okinawa wurden US-Schiffe von einer großen Zahl Kamikaze-Fliegern angegriffen. Die US-Streitkräfte verloren fast 7.300 Marines und etwa 5.000 Seeleute und Piloten. 36 Schiffe der US Navy sanken, und fast 400 Flugzeuge wurden zerstört. Die Japaner verloren 113.000 Soldaten und mit den Kamikazemaschinen rund 7.800 Flugzeuge.

Nach den Kämpfen auf Iwojima und Okinawa warfen die Amerikaner mit einem B-29-Bomber, der von Tinian aus gestartet war, am 6. August 1945 die erste Atombombe auf Hiroshima. Kurz darauf, am 9. August wurde die zweite über Nagasaki gezündet. Quelle: Wikipedia

Amerika wollte seine Bomben realitätsnah testen

In den USA hatte es in den letzten Jahren heftige Diskussionen um den möglichen Bau einer Wunderwaffe im Hitler-Reich gegeben. Man trieb deshalb die Entwicklung der Atombome massiv voran und testete im Juli 1945 die erste Plutonium-Bombe im eigenen Land. Nun verfügte man über zwei verschiedenartige Atombomben, die man erklärtermaßen in einem Kriegsgebiet testen wollte, um herauszufinden, welches der Modelle in Serie gehen sollte. Auch Deutschland hatte man dabei als Ziel im Visier. Der Physiker Julius Robert Oppenheimer, Nachfahre eines deutsch-jüdischen Textilimporteurs aus Hanau, der 1888 in die USA emigriert war, galt als Vater der Atombombe.

Japan war eigentlich bereits geschlagen, hatte auch um Friedensverhandlungen gebeten, weigerte sich aber, bedingungslos zu kapitulieren, ohne das Kaiserhaus zu sichern. Eine entsprechende Zusage wurde konsequent verweigert. Die meisten Großstädte des Inselreiches waren zerstört, es gab Millionen Tote und Verletzte. In dieser Situation warfen die USA „Little Boy“, das Uran-Modell der Bombe über Hiroshima ab. Der Frage, warum auch noch die zweite Bombe folgte, widmet sich zum 70. Jahrestag die ARD in einer ausführlichen Dokumentation (Video unten). Das folgende Video zeigt eine Kurzfassung davon.

Zahlreiche Dokumente, gesichert von den US-Streitkräften über die Wirkung von Fat Man wurden erst Jahrzente später bekannt. So verpufften beispielsweise im Zentrum der Explosion Menschen vollständig. Ihre Existenz war nur noch an den Schatten erkennbar, die entstanden, als ihre Körper für Bruchteile von Sekunden der Hitze Widerstand geleistet hatten. In etwas weiterer Entfernung verbrannten die Körper, waren in ihren Umrissen erkennbar, zerfielen aber bei Berührung zu Staub.

Die Spätfolgen der atomaren Strahlung waren auch den Amerikanern bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gewesen. Als klar wurde, welches Ausmaß die Strahlenkrankheit hatte, gründeten sie geheime Untersuchungskommissionen, die die vorwiegend jugendlichen Betroffenen unter demütigenden Bedingungen untersuchte, ihre Leichen sogar in die USA transportierte, um weiter daran zu forschen. Auch daraus resultiert das bis heute in Japan bestehende Gefühl, als Versuchskaninchen für die bis dato tödlichste Waffe der Welt gedient zu haben.

Dennoch ist den Überlebenden von damals klar, dass sie nicht nur Opfer der Amerikaner, sondern auch der verheerenden Kriegspolitik ihres eigenen Landes geworden waren, dessen Führung sich um das Leid der Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt geschert hatte.

Grausame Kriegsverbrechen der Japaner

Japan war insbesondere gegen Chinesen mit großer Brutalität vorgegangen. Dabei kam es zu Kriegsverbrechen japanischer Soldaten in China (Massaker von Nanking sowie grausame medizinische Experimente an Gefangenen). Nach chinesischen Angaben sollen zwischen fünf und zehn Millionen chinesische Zivilisten getötet worden sein. Die Bombardierung Shanghais 1937 war der Auftakt des japanischen Eroberungsfeldzuges durch Südostasien gewesen. Der Feldzug kostete bis 1945 insgesamt etwa 20 Millionen Menschen das Leben.

Die Einheit 731 hatte in Lagern grausame Experimente an Gefangenen durchgeführt; es sind japanische Menschenversuche mit biologischen Krankheitserregern an Chinesen bekannt geworden. Von 1932 bis 1945 kam es zu Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen durch japanische Soldaten in besetzten Gebieten.  Nur in wenigen Fällen, wie die Massenvergewaltigungen während des Massakers von Nanking, liegen genauere Untersuchungen vor. Die vergewaltigten Frauen und Mädchen wurden nach der Vergewaltigung häufig getötet. Eine Strafverfolgung durch die japanische Militärjustiz erfolgte nicht.

Die japanische Armee verschleppte zwischen 1932 und 1945 nach Schätzungen 100.000 bis 300.000 Mädchen und Frauen, meist im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, als „Trostfrauen” (ian-fu) in Militärbordelle. Etwa 100.000 davon stammten aus der japanischen Kolonie Korea. Dazu kamen Mädchen und Frauen aus fast allen besetzten Gebieten in Südostasien, insbesondere aus Indonesien, Malaysia, Philippinen und Teilen Chinas. Einige der Frauen stammten auch aus Japan und Australien, ferner waren Niederländerinnen aus Niederländisch-Indien (heute Indonesien) darunter. Die Frauen und Mädchen mussten Tag für Tag etwa 30 bis 40 Soldaten zu Diensten sein. Bis zum Kriegsende starben etwa 70 Prozent von ihnen an Krankheiten, Folter oder Hunger. Noch in den letzten Kriegswochen wurden Tausende der „Trostfrauen” ermordet. Die Gesamtzahl der Zivilisten, die von Japanern im Zusammenhang mit ihrer kriegerischen Lebensraum-Politik getötet wurden, wird auf knapp sechs Millionen geschätzt. berichtet Wikipedia.

Gleichwohl bleibt offen, ob es ethisch und moralisch gerechtfertigt war, Atombomben mit extrem zerstörerischer Kraft gleich in zwei Städten des Landes über unschuldiger Zivilbevölkerung abzuwerfen, zumal die Motivation der Amerikaner nicht etwa Gerechtigkeit für japanische Kriegsverbechen war. Es ging allein um den Anspruch, einzige und größte Supermacht der Welt zu sein.

Fat Man wurde Vorbild für die russischen Atombomben; man war durch Spionage an die Baupläne gelangt. Bis in die 60er Jahre hinein folgte ein massives Wettrüsten, in dem allein die USA 118 verschiedene Bombenmodelle testeten und dabei unter anderem das Bikini-Atoll massiv verstrahlten.  Das Ergebnis waren Monster-Waffen, die noch immer bereit zum Einsatz sind – unter anderem in Bunkern in Büchel, Rheinland-Pfalz.

Siehe auch: Um 8.15 Uhr kam „Little Boy“ und brachte Japan den atomaren Tod

Update: Japan hätte auch ohne die Bombe kapituliert

Update: Wie die USA eine Atomwaffe verbummelten

Update: Nach der Fukushima-Katastrophe: Japan kehrt zur Atomkraft zurück

Update: Abe bezeichnet Japans Entschuldigung für den Krieg als unerschütterlich

Update: China is trying to use WWII history to shame Japan and weaken its alliances

Update: Japan WWII „comfort women“ apology criticised in china

Um 8.15 Uhr kam „Little Boy“ und brachte Japan den atomaren Tod

17. Dezember 1941: Das mit Deutschland verbündete Japan greift am frühen Morgen die Pazifikflotte der USA in Honolulu/Hawaii an und fügt den völlig überraschten Amerikanern eine ebenso peinliche wie vernichtende Schlappe zu: Etwa 2403 Mann gefallen, etwa 1178 Verwundete, etwa 12 gesunkene oder gestrandete Schiffe, etwa 9 beschädigte Schiffe, etwa 164 zerstörte Flugzeuge, etwa 159 beschädigte Flugzeuge – Pearl Harbor ist noch heute für die USA ein nationales Trauma.

In der Folge traten die USA, die bis dahin die Alliierten indirekt unterstützt hatten, aktiv in den zweiten Weltkrieg ein. Für Japan, das sich auch im Krieg mit China befand, hatte dieser Angriff auf Pearl Harbor verheerende Folgen. Zunächst konzentrierten sich die USA auf die Hauptstadt Tokio und andere japanische Großstädte.

Am 6. und 9. August 1945 führte Amerika die ersten und bisher einzigen Atomschläge in der Weltgeschichte aus: Es traf Hiroshima und Nagasaki. „Little Boy“ hatten die Amerikaner die Bombe getauft, die von der Besatzung des US-Bombers Enola Gay abgeworfen wurde. Die Folge war die Hölle auf Erden: Die Hitze, die Druckwelle und die radioaktive Strahlung waren ungeheuerlich. Die Städte wurden in Schutt und Asche gelegt. Von den 250.000 Einwohnern waren 150.000 betroffen. 74.000 starben innerhalb eines Jahres. Noch immer leiden die Bewohner unter den Spätfolgen der Verstrahlung.

Der erste Angriff war um 8.15 Uhr erfolgt – das war die Uhrzeit, zu der die Japaner die Pazifikflotte in Hawaii überrascht hatten.  Wenige Tage später, am 14. August 1945, erklärte Kaiser Hirohito die Kapitulation.

Das untenstehende Video habe ich aus Myvideo übernommen. Dieses Lied hat meine Jugend geprägt.

In Hawaii löste die Nachricht von der Kapitulation Japans ein Freudenfest aus. Dieses Youtube-Video zeigt die Stimmung in Honolulu an diesem Tag:

Am 1. Juli 1968 wurde von den USA, der Sowjetunion und Großbritannien der Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Insgesamt 70 Staaten traten diesem seitdem bei. Japan hat nie unterschrieben, genauso wenig wie Israel, Indien und Pakistan. Nordkorea hat seine Unterschrift zurück gezogen.

Atomwaffen gibt es nach wie vor. Auch in Deutschland sind sie noch stationiert: Am letzten Wochenende wurde vor dem Flieferhorst Büchel wieder dagegen.

Der Pilot der Enola Gay, Paul Tibbets, verfügte, dass es nach seinem Tod kein Grab für ihn geben sollte, um eine Pilgerstätte zu vermeiden.  Er stand bis zuletzt hinter dem Abwurf und dem, was dadurch angerichtet wurde. Hier einige Fotos.

Der Bomber steht heute im Museum.

Das Titelbild zeigt die Mannschaft der Enola Gay: stehend die Crew, kniend die Boden-Truppe.

Siehe auch: Letztes Crewmitglied der Enola Gay stirbt mit 93 Jahren im Attenheim  und

Der lange Schatten der Plutoniumbombe Fat Man in Nagasaki, Japan

Tag der Meteoriten: Am Morgen Einschlag im Ural, heute abend Vorbeiflug DA14

Der heutige 15. Februar 2013 wird als Tag der Meteorite in die Geschichte eingehen.

Heute morgen gab es eine böse Überraschung im Umfeld des zentralrussischen Chelyabinsk: Ein Meteorit, begleitet von einem Hagel kleiner Teile,  schlug ein, explodierte mit donnerndem Knall, ließ Fensterscheiben zerplatzen und zerstörte eine Fabrik. Mehrere hundert Menschen wurden verletzt, vor allem durch herumfliegende Glassplitter.

Spannend: Im digitalen Zeitalter bleibt nichts undokumentiert: Sowohl Anflug, als auch Einschlag des Himmelskörpers wurden gefilmt. Im Ural haben viele Menschen Kameras in ihren Autos montiert, um bei eventuellen Unfällen Beweise zu haben. So entstand zum Beispiel das erste Video.

Das russische Militär vermaß anschließend einen Einschlagskrater mit einem Durchmesser von sechs Metern. Man schätzt das urspüngliche Gewicht des Meteoriten auf etwa zehn Tonnen. Der Schaden hielt sich auch deshalb in Grenzen, weil der Himmelskörper insgesamt neunmal explodierte, bevor er auf der Erde aufschlug. Die erste Explosion gab es in 55 Kilometern Entfernung,  wie das russische Kathastophenschutzministerium bekannt gab. Quelle: rt.com  Später war zu hören, der Meteorit habe einen Durchmesser von rund einem Meter gehabt.

Einen Zusammenhang mit 2012 DA14, dem Meteoriten, der heute abend in Rekordnähe die Erde passieren wird, sehen die Wissenschaftler der europäischen Raumfahrtorganisation ESA nicht. Dessen Flugbahn sei eine andere Mit 45 bis 50 Metern im Durchmesser und einem Gewicht von 180.000 Tonnen zählt DA14 zu den größeren Exemplaren seiner Art – der erste dieser Größe, der der Erde so nahe kommt. Er wird uns in einer Entfernung von knapp 28000 Kilometern passieren und mit einem Fernglas am Himmel zu beobachten sein. Um 20.24 Uhr soll er der Erde am nächsten sein, aber etwa zwei Stunden lang wird man ihn am Himmel verfolgen können. Hirer ein Video der NASA, das den Lauf des Asteroiden erklärt:

Die NASA wird insgesamt drei Teleskope auf DA14 richten. Hier geht es zum Livestream:  http://goo.gl/yIAyw

Für Amateur-Beobacher hier noch einige Details zur Beobachtung von der europäischen Raumfahrtbehörde ESA:

 „Die genaue Uhrzeit hängt von dem Standort des Beobachters ab:

  • Am Standort der ESA-ESTEC in den Niederlanden zum Beispiel, wird 2012 DA14 um 20:40 Uhr (MEZ) über den östlichen Horizont steigen.
  • Er wird sich um circa 0,7 Grad pro Minute bewegen, das bedeutet, er wird in nur 40 Sekunden die Entfernung des sichtbaren Durchmessers des Mondes zurücklegen.
  • Er wird sich durch das Sternbild Jungfrau und anschließend weiter in Richtung Norden, westlich vom Sternbild Löwe, bewegen. Er wird in Richtung des nördlichen Himmelspols fliegen und zwei Stunden später im Kleinen Wagen eine Helligkeit von circa 10 mag erreichen.
  • In den Morgenstunden wird er bereits die halbe Länge des Himmels hinter sich gelassen haben und bei einer Helligkeit von 13 mag langsam und nah am Polarstern vorbei fliegen, sodass er mit einem herkömmlichen Amateurteleskop sichtbar sein wird.“

Nachtrag: Gegen den Einschlag in Russland war der Vorbeiflug des „Brockens“ unspektakulär, weil halt doch weit weg – der Livestream zeigte einen kleinen, rasenden weißen Punkt vor schwarzem Grund… und das war gut so 🙂

DWO-meteorit

Update: Meteoriteneinschlag? Ach was!

Update: Meteorit war zu klein, um rechtzeitig entdeckt zu werden

Update: Aufräumarbeiten im Ural 

Update: DA14 war viel näher dran als Felix Baumgartner beim beim Absprung vom Ballon

Update: Kubanische Blogger berichten über den Einschlag eines Meteoriten über der Altstadt von Rodas 

Update: Meteorit hatte mehr Sprengkraft als eine Atombombe 

poliertes Teil Chelabynsk-Meteorit, Vernadsky-Institut Moskau

Im Bild unten der größte bisher gefundene Brocken: Er wiegt etwa ein Kilo. Im Bild oben ein polierter Querschnitt durch ein Bruckstück.

Update: Blog mit spannenden Nahaufnahmen von Querschnitten durch Meteoriten 

Update: „Meteorit war Überschallrakete“

Update: Europäisches Warnsystem für gefährliche Asteroide eröffnet

Update: Schockwelle raste zweimal um den Globus

Nachtrag Oktober 2013: „Der große Brocken“ wurde von Tauchern aus dem See geholt. Siehe Video:

Update September 2014: Meteoriteneinschlag bei Managua, Nicaragua
Chelyabinsk Meteorit

Update: NASA warnt vor großem Asteroiden mit Killerpotential