Flammender Protest, erschreckende Kälte Antwort

Heute ist der 26jährige Exiltibeter gestorben, der sich am Montag in Indien selbst angezündet hat. Er tat das im Rahmen einer Protestkundgebung gegen den Besuch des chinesischen Präsidenten Hu Jiantao. In Indien lebt der Dalai Lama im Exil, seit China 1959 Tibet besetzt hat.

Noch immer wollen die Bewohner sich aber nicht als Teil Chinas sehen. Nachdem sich vor allem die Mönche in den buddhistischen Klöstern zunehmenden Repressalien ausgesetzt sehen, nimmt die Zahl der demonstrativen Flammentode ständig zu.

An dieser öffentlichen Selbsttötung besonders erschreckend: Nachdem der junge Mann sich angezündet hatte und schreiend durch die Straßen Neu Delhis lief bis er schließlich fiel, gab es nur wenige Mitdemonstranten, die sich anstrengten, ihn mit Fahnen und Wasserflaschen zu löschen. Die Medienvertreter waren statt dessen damit beschäftigt, sich um den besten Platz zum Fotografieren zu balgen – und tausende anderer Menschen sahen den Schauspiel zu, ohne auch nur einen Finger zu rühren.

So hat der junge Mann nicht nur dafür gesorgt, dass sein vergessenes Land auf dem Dach der Welt für ein paar Tage in der ganzen Welt ein Thema wurde. Er hat auch aufgezeigt, was unsere ganze Gesellschaft kennzeichnet: eine unglaubliche Gleichgültigkeit.

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