KZ Dachau: Weltbekanntes Mahnmal der Grausamkeit des Tieres Mensch

Eine Bushaltestelle am Rande eines Wohngebietes rund 20 Kilometer nordwestlich von München. Eine große, dunkle Tafel zeigt an: Hier ist keine gewöhnliche Haltestelle. Hier geht es zum Eingang der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Dachau ist ein schöner Ort: Mit einem Schloss, einen Stadtpark und einer historischen Altstadt. Mit einem regen Kulturleben und einen ausgedehnten Gewerbegebiet. Aber Dachau ist eben auch Konzentrationslager. DAS Konzentrationslager, das die gesamte Zeit des Dritten Reiches überdauert hat. In dem insgesamt 200 000 Menschen inhaftiert waren und nachweislich 41 500 starben – vermutlich mehr, denn es wurden kurz vor Kriegsende sehr viele Papiere vernichtet. Dachau, das Vorbild für zahlreiche andere Konzentrationslager im Deutschen Reich, ein Hort sadistischer Quälereien, Menschenversuchen und Zwangsarbeit. Ein Ort mit insgesamt sechs Verbrennungsöfen für Menschen, die rege in Betrieb waren.

Rund 800 000 Besucher zählt die Gedenkstätte jährlich; das sind rund 2200 am Tag. Ständig wandern größere und kleinere Gruppen durch die riesige Anlage, die dennoch immer menschenleer erscheint. Manche haben einen Führer, manche haben sich im Informationszentrum einen digitalen Führer in ihrer Sprache ausgeliehen, manchen genügt es, die zahlreichen, gut bebilderten Informationstafeln auf dem Gelände und im Museum zu studieren. Mindestens drei, besser vier Stunden sollte man für einen Besuch veranschlagen. Die Gedenkstätte ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

„Arbeit macht frei“ – der weltberühmte sadistische Spruch ist in der eisernen Tür am Eingang verewigt. Es ist nicht die Original-Tür; die steht, seit sie gestohlen und wiedergefunden wurde, hinter Glas. Das nimmt ihr aber nicht den Schrecken. Obwohl außer dem Jourhaus beim Eingang und dem Krematorium ganz im hinteren Bereich des riesigen Areals hauptsächlich rekonstruierte Gebäude begangen werden können, atmet das gesamte Gelände Angst, Tod und Sterben. Von den einstigen Häftlingsbaracken stehen nur noch die Fundamente. Die Pappeln, die damals vor den Gebäuden gepflanzt wurden, sind groß und alt geworden. Sie haben viel gesehen.

Eine ausgedehnte Dokumentation mit vielen Schautafeln und Zeitdokumenten arbeitet die Geschichte des Konzentrationslagers zusammen mit der des Dritten Reiches und der Menschen, die in Dachau inhaftiert waren, auf. Heinrich Luitpold Himmler, 1900 in München geboren und dort zunächst auch Polizeipräsident, war Gründer des KZ, das schon vier Wochen nach der Machtergreifung eröffnete. Himmler hatte später den gesamten Sicherheitsapparat des Dritten Reiches unter Kontrolle, zu dem auch die Konzentrationslager gehörten. In Dachau tat sich der erste Leiter Theodor Eicke durch besonderen Erfindungsgeist in Sachen Grausamkeit hervor. Ab 1934 wurde er Inspekteur aller Konzentrationslager und Führer der SS-Wachverbände (ab 1936 Totenkopfverbände). Diese wurden zeitweise in Dachau ausgebildet. 1939 wurde Eicke Kommandeur der Waffen-SS und der Todenkopfverbände, die an verschiedenen Fronten in Frankreich und Russland schwere Kriegsverbrechen verübten.

Zeitungs-Seiten, Wahlplakate, Informationen mit historischen Hintergründen wie dem Ende des ersten Weltkrieges, der Weimarer Republik und dem zunehmenden Judenhass machen die Dokumentation so lebendig, dass man meint, den Hauch der Zeit atmen zu können. Man sieht Fotos von Häftlingen, Dokumente ihres heimlichen Widerstandes, Zeichnungen von Bestrafungsarten und Fotos von den Menschenversuchen.

Wer dann, recht betäubt von der Grausamkeit des Tiers namens Mensch, die Ausstellung verlässt und gegenüber eine rekonstruierte Wohnbaracke besucht, findet übereinander gebaute Betten mit Brettern als Raumteilern, die Kaninchenställen recht ähnlich sehen,  sieht zwei Waschbrunnen im Gemeinschaftswaschraum für je 200 Häftlinge und enge Aufenthaltsräume mit ebenso engen Spinden aus Holz.

IMG_0340

Dann geht es hinaus auf das riesige, leere Feld mit der breiten, von den Pappeln gesäumten Lagerstraße zwischen den Fundamenten der Baracken. Hier, wo alles leer und kalt ist, ergreift der Schrecken das Herz besonders. Man meint, die Not der vielen Tausend Menschen, die hier leben mussten, am eigenen Leib zu spüren.

Versteckt, durch Hecken und Bäume sichtgeschützt, liegen die beiden Krematorien. Das alte mit zwei Öfen war aufgrund der vielen Todesfälle schnell zu klein. Das neue, komfortabler mit vier Öfen und Büros für die Henker ausgestattet, enthielt auch Räume zum Stapeln der toten Körper und kleine Gaskammern, in denen nach Bedarf Gruppen vernichtet werden konnten. Man munkelt, dass hier Versuche mit verschiedenen Kampfgasen durchgeführt wurden. Drei bis vier ausgemergelte Körper konnte ein Ofen fassen. Wenn es eilig war, wurden entkräftete Häftlinge auch einfach an Haken vor den Öfen erhängt…

Dem Krematoriumsbereich entkommen, drängt sich der Wunsch auf, zu beten – oder wenigstens zu meditieren, um in menschenmöglicher Form gute Energie in diese Stätte der Entmenschlichung und Grausamkeit zu senden. Die Gedenkstätte bietet verschieden Möglichkeiten dazu: Es gibt orthodoxe, christliche und jüdische Gedenkplätze und Kirchen, in denen Besucher verweilen, ihre Gedanken sammeln und Wertmaßstäbe noch genauer ausrichten können, als zuvor. „Nie wieder“ heißt es an verschiedenen  Stellen der Gedenkstätte. Eine Mahnung, die in neuerer Zeit mit der Einwanderung zahlreicher Muslime eine besondere Bedeutung bekommt.

Mancher wird noch lange über die Gratwanderung nachdenken, die es für eine freie Gesellschaft bedeutet, ihre Freiheit und Offenheit zu schützen und zu bewahren, ohne bestimmte Gruppierungen zu verteufeln.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Geschichte des KZ Dachau

Bereits in der Nacht des Reichstagsbrandes vom 27. Februar 1933 begannen die Nationalsozialisten mit der Inhaftierung ihrer politischen Widersacher. Viele Reichstagsabgeordnete, Landtagsabgeordnete, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Konservative, Liberale und Monarchisten wurden verhaftet.

Die Häftlinge wurden an verschiedenen Orten mit unterschiedlicher Zuständigkeit – Sturmabteilung (SA), SS, Innenministerien etc. – untergebracht. Die Orte werden inzwischen als „wilde“ oder frühe Konzentrationslager bezeichnet; es waren meist improvisierte Haftstätten. Dachau war das einzige der frühen KZ, das nicht bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs wieder aufgelöst wurde: Heinrich Himmler ließ es systematisch ausbauen und nahm es als Vorbild für später errichtete KZs.

Das Lager Dachau war von Beginn an mit einer Kapazität von 5000 Personen geplant, was das Ausmaß der geplanten politischen Verfolgung verdeutlichte; eine Methode, die später auf andere Gruppen übertragen und radikalisiert wurde. Im Jahre 1933 kamen 4821 Personen in Haft, etwa die Hälfte wurde wieder entlassen, so dass am Jahresende noch 2425 inhaftiert waren. Die entlassenen Häftlinge berichteten über das KZ. Langsam entwickelte sich das Lager zu einem Begriff, der Schrecken unter der Bevölkerung verbreitete und viele Andersdenkende von öffentlichen Äußerungen abhielt. Lange vor Kriegsausbruch kam das geflügelte Wort: „Lieber Gott, mach‘ mich stumm, dass ich nicht nach Dachau kumm‘!“ auf.

Die Lokalpresse Münchens berichtete bis Kriegsbeginn mehrfach über das KZ, meist mit höhnischem Unterton über politische Insassen und mit Warnung vor den „gefährlichen Bolschewiken“. Ende des Jahres veröffentlichte der Illustrierte Beobachter einen Propagandabericht über das Lager Dachau.

Zu Jahresbeginn 1941 wurde in der Krankenabteilung eine Versuchsstation eingerichtet, in der 114 registrierte Tuberkulosekranke „homöopathisch“ behandelt wurden. Leitender Arzt war von Weyherns. Er erprobte im Februar biochemische Mittel an Häftlingen. Zur Registrierung der Todesfälle wurde ab 1. Juni ein lagereigenes Sonderstandesamt (Dachau II) eingerichtet. Bis dahin belief sich die Zahl der Todesfälle laut Standesamt der Stadt Dachau auf 3486 Personen.

Ab Oktober 1941 wurden tausende sowjetische Kriegsgefangene ins Lager deportiert. Die SS erschoss im Hof des Bunkers bzw. später auf dem SS-Übungsschießplatz in Hebertshausen insgesamt mehr als 4000 sowjetische Kriegsgefangene.

Im Januar 1942 fand die Wannseekonferenz statt, auf der Massentötungen koordiniert wurden. Am 2. Januar startete der erste Transport, in der NS-Tarnsprache „Invalidentransport“ genannt, zur NS-Tötungsanstalt Hartheim. Dort wurden die Dachau-Häftlinge im Rahmen der Aktion 14f13 durch Gas getötet. Innerhalb eines Jahres brachte die SS in 32 Transporten als geisteskrank oder arbeitsunfähig betitelte sowie unliebsame KZ-Häftlinge dorthin, insgesamt etwa 3000 Häftlinge. Diese Tötungsaktionen im Schloss Hartheim waren eine Ausweitung des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten.

Am 22. Februar begann im KZ die Versuchsreihe Unterdruck, an der die Luftfahrtmediziner Georg Weltz, Siegfried Ruff, Hans-Wolfgang Romberg und der SS-Hauptsturmführer Sigmund Rascher beteiligt waren. Die Ärzte waren beauftragt, Reaktions- und Lebensfähigkeit des Menschen in großen Höhen, bei raschem Aufstieg (in Höhen bis 20 Kilometer und mehr) sowie beim plötzlichen Fall aus großer Höhe festzustellen. Eine Unterdruckkammer der Luftwaffe wurde angeliefert und zwischen Block 5 und den anliegenden Baracken aufgestellt. Die Versuchsreihe endete in der zweiten Maihälfte und kostete 70 bis 80 von etwa 200 Häftlingen das Leben.

Am 23. Februar 1942 begann Claus Schilling seine ersten Experimente zur Erforschung von Medikamenten gegen die Tropenkrankheit Malaria. 1100 Häftlinge wurden infiziert und als Versuchspersonen missbraucht. Ihm konnten in den Dachauer Prozessen zehn Todesopfer eindeutig nachgewiesen werden. Diese Versuche führte Schilling bis zum 5. April 1945 durch. Während die medizinischen Experimente zu Druckauswirkungen den Piloten nützen sollten, zielten diese Forschungen auf die beim Afrikafeldzug eingesetzten Soldaten der Wehrmacht ab.

Das Krankenrevier bestand in den ersten Kriegsjahren aus sechs Baracken. Kapo im Krankenrevier war Josef Heiden. Im Juni wurde in Block 1 eine biochemische Versuchsstation eingerichtet. Leiter war Heinrich Schütz. Es lief die Versuchsreihe Phlegmone (Entzündungen) an, durchgeführt in Block 1, Stube 3. Diese kostete bis zu ihrem Abschluss im Frühjahr 1943 mindestens 17 Häftlinge das Leben.

IMG_0331

Am 15. August begannen Unterkühlungsversuche unter der Leitung der Ärzte Holzlöhner, Finke und Rascher. Sie dienten dem Zweck, in Seenot geratenen Fliegern besser helfen zu können. Offizieller Abschluss der Versuche war im Oktober 1942. Rascher verlängerte die Versuchsreihe auf eigene Faust bis zum Mai 1943. Die Zahl der Versuchspersonen lag zwischen 220 und 240 Personen, wovon etwa 65 bis 70 Häftlinge umkamen.

Nach dem Befehl Himmlers vom 5. Oktober 1942, die in Deutschland liegenden Konzentrationslager judenfrei zu machen, deportierte die SS alle jüdischen Häftlinge Dachaus in das KZ Auschwitz.

Am 29. April 1945, marschierte die US-Armee zur Befreiung des Hauptlagers ein. Sie traf völlig unvorbereitet auf den Todeszug aus Buchenwald, der neben dem Häftlingslager auf dem SS-Gelände stand und in dessen Waggons etwa 2300 Leichen lagen. Nach diesem schockierenden Eindruck kam es zu spontaner Selbstjustiz. Die US-Soldaten exekutierten SS-Männer. Das Kriegsverbrechen, das zur Befreiung des Lagers nicht notwendig war – die Männer der Waffen-SS hatten kaum Widerstand geleistet – wurde später als Dachau-Massaker bekannt.   (Quelle: Wikipedia)

Von den insgesamt mindestens 200.000 Dachauer Haftinsassen starben etwa 41.500, viele davon auch an Epidemien von Typhus, Fleckfieber Zusätzlich deportierte die SS häufig Häftlinge in Vernichtungslager. „Relativ wenige“ Menschen starben in Gaskammern, da Dachau kein Vernichtungslager war. Es gab jedoch ausgekügelt sadistische Tötungsmethoden; etwa durch „Pfahlhängen“ oder indem man die Mützen der  Häftlinge  wegwarf und die Männer dann aufforderte,  sie zu holen. Dabei wurden sie „auf der Flucht“ erschossen. Auch wurden häufig nicht mehr arbeitsfähige Menschen direkt vor den Verbrennungsöfen an Haken erhängt.

Die KZ-Gedenkstätte Dachau umfasst heute das Areal des ehemaligen Häftlingslagers sowie den ehemaligen Krematoriumsbereich, der in der Zeit des KZ Dachau zum Kommandanturbereich gehörte. Die Gedenkstätte entstand 1965 auf Grund der Initiative Überlebender des Konzentrationslagers und wurde als Gedenkort gestaltet: Einige der originalen Gebäude aus der Zeit des KZ (Jourhaus, Wirtschaftsgebäude, Bunker, Krematorium und Wachtürme) wurden erhalten, zwei Baracken hingegen wurden rekonstruiert und um Barackenfundamente an den ursprünglichen Standorten der anderen Baracken ergänzt. Darüber hinaus wurde ein zentrales Mahnmal am ehemaligen Appellplatz sowie verschiedene religiöse Gedenkorte geschaffen.

IMG_0324

Zeitleiste: 1933 – 1945

Quelle: Stiftung Bayrische Gedenkstätten

Deutsches Reich Konzentrationslager Dachau
1933
Adolf Hitler wird deutscher Reichskanzler:
Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur
Eröffnung eines Konzentrationslagers für politische Gefangene bei Dachau (22. März 1933)
1934
„Röhm-Putsch“ – Aufstieg der SS Ermordung von 21 NSDAP-Funktionären und politischen Gegnern, die während des „Röhm-Putsches“ verhaftet wurden
1935
Nürnberger Gesetze zur Rassendiskriminierung Einlieferung neuer Häftlingsgruppen wie z.B. Zeugen Jehovas, Homosexueller, Emigranten
1936
Heinrich Himmler wird Chef der deutschen Polizei: Beginn des Aufbaus eines Systems von Konzentrationslagern Verschärfung des Terrors im Lager
1937
Bei Massenverhaftungen werden Tausende in „Vorbeugehaft“ genommen und in Konzentrationslager eingeliefert Beginn des Baus eines neuen Lagers mit einer Kapazität von 6.000 Häftlingen
1938
„Anschluss“ Österreichs und des Sudetenlands
Novemberpogrom („Reichskristallnacht“)
Einlieferung von politischen Gegnern aus den „angeschlossenen“ Gebieten sowie von über 11.000 deutschen und österreichischen Juden im November
1939
Überfall auf Polen: Beginn des Zweiten Weltkriegs Deportation Hunderter Sinti und Roma ins KZ Dachau
1940
Nach der Kapitulation Frankreichs wird französisches, niederländisches, belgisches Territorium besetzt und Luxemburg annektiert Einlieferung von über 13.000 Häftlingen aus Polen
1941
Überfall auf die Sowjetunion Beginn der Massenerschießungen von mehr als 4.000 sowjetischen Kriegsgefangenen
1942
„Wannseekonferenz“ zur „Endlösung der Judenfrage“ „Invalidentransporte“ – mehr als 2.500 Häftlinge werden in Schloss Hartheim bei Linz durch Giftgas ermordet
Beginn der medizinischen Versuche an Häftlingen
1943
„Totaler Krieg“: Radikalisierung der Zwangsarbeit zur Sicherung des „Endsiegs“ Beginn des Baus von über 150 Außenlagern, in denen Häftlinge Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie leisten müssen
1944
West-Alliierte landen in der Normandie, russische Truppen erreichen die deutsche Ostgrenze 10.000 jüdische Häftlinge werden in Außenlagern „durch Arbeit“ getötet
Ende 1944 sind über 63000 Häftlinge im KZ Dachau und seinen Außenlagern: Die katastrophalen Lebensbedingungen führen zum Ausbruch einer Typhusepidemie
1945
Bedingungslose Kapitulation (8. Mai 1945), Besetzung und Teilung Deutschlands in Besatzungszonen Tausende sterben an Typhus, bei Evakuierungsmärschen oder an den Folgen der Unterernährung
Gründung eines internationalen Häftlings-Komitees (CID)
Befreiung des Lagers durch Truppen der US-Armee (29. April 1945)

Siehe auch: Konzentrationslager im Deutschen Reich: Auch in Hinzert im Hunsrück

Bilanz eines Frauen-Lebens

als ich 6 war, wollte ich später heiraten

in weiß, mit einem langen schleier

und vielen dunkelroten rosen

die liebe meines lebens

*

als ich  12 war, wollte ich

auf keinen fall kinder bekommen

damit sie nicht unter mir leiden

so wie ich unter meiner familie

*

als ich 20 war, ernährte ich

einen mann, der fand,

das recht auf essen und ein dach

über dem kopf müsse kostenlos sein

*

als ich 27 war, fand ich

einen mann, den ich von

ganzem herzen liebte

er war verheiratet

*

als ich 34 war, fand mich ein mann

der sagte, ich sei feige

auch wenn er jung sei, könne er

das leben mit mir meistern

*

als ich 39 war, wollte ich

heiraten – einen mann,

der vorgab, mich zu lieben

und mir das Genick brach

*

als ich 49 war, verschenkte ich

meine freiheit für eine illusion

 die illusion, dass freunde

ungestraft heiraten können

*

als ich 52 war, fand ich

die liebe meines lebens

aber sehen durfte ich sie nicht

berühren schon gar nicht

*

Als ich 60 war, sah ich

dass ich im leben alles falsch gemacht hatte.

doch da

war es zu spät

 

-n-

Leben mit einem Narzissten: So sieht er sie – so erlebt sie die Beziehung

Diese beiden Beiträge sind emLife entnommen, einem Forum, in dem sich Frauen mit emotionaler Gewalt auseinander setzen. Ich übernehme sie hier in Ergänzung zu den weiteren Beiträgen in diesem Blog, die sich mit disfunktionalen Partnerschaften auseinandersetzen (Links am Ende des Beitrags).

Die Beziehung aus seiner Sicht

Dieser Beitrag wurde aufgrund eigener Feststellungen und Erfahrungswerten betroffener Frauen geschrieben. Dieser Artikel ist nur der Versuch einer Darstellung. Er bezieht sich nicht auf wissenschaftliche Untersuchungen oder andere Tatsachen.

Körperliche Beschwerden und seelische Beeinträchtigungen sind weitreichende Folgen von „emotionaler“ Gewalt. Diese wird sehr häufig von Menschen eingesetzt, die an Persönlichkeitsstörungen leiden. Mit Hilfe dieser Gewaltform, versuchen sie Einfluss auf andere zu nehmen. Der Gedanke, dass der eigene Partner nicht zu dieser Gruppe gehört, herrscht meist vor. Narzissten und Energiesauger zeigen sich aber erst von ihrer guten Seite und tarnen sehr genau ihr destruktives Verhalten, ehe die Verletzungen beginnen und schleichend ihre Wirkung zeigen.

Die erste Phase – Honeymoon
In der ersten Phase der Verliebtheitgibt die Partnerin viel von sich preis. Sie fühlt sich verstanden und geliebt, weil der Partner soviel Interesse an ihr zeigt. Ihre positiven Eigenschaften und kleine Schwächen werden genau festgestellt und gedanklich festgehalten.

Überlegungen, Hintergründe?
Würde er sich gleich destruktiv benehmen, wäre keine Frau der Welt bereit bei ihm zu bleiben. Das weiß er. Aus anderen Erfahrungen hat er gelernt sich anzupassen und alles ganz vorsichtig in Gang zu setzen.
Dieser Anpassung liegt aber keine Kompromissbereitschaft zugrunde, sondern pure Berechnung. Wo er keinen direkten Nutzen für sich sieht, passt er sich ohne Probleme an und ordnet sich unter. Im anderen Fall versucht er nicht zu direkt aufzutreten.
Er sieht sich um. Wenn es noch andere Personen in seinem Leben gibt, reagiert er dort seine destruktives Seite ab. Die Ex, andere Ex-Partnerinnen und andere Frauen sind willkommene Anwärterinnen. Seine aktuelle Liebesbeziehung lässt er erst einmal wachsen und gedeihen. Es ist der Himmel auf Erden für die Frau, die jetzt bereits schon lernt, wie das Leben mit ihm sein könnte.
In dieser Phase genießt er ungemein, dass sich diese „starke“ Frau für ihn interessiert. Wendet die Partnerin sich mit eigenen Bedürfnissen an ihn, wird es schwierig für ihn und sie wird zu einer tendenziell steigenden Belastung. Zu diesem Zeitpunkt lässt er die Partnerin dieses jedoch noch nicht spüren. Noch nicht!
Da sie ihn in der ersten Zeit nicht übermäßig kritisiert und ihm oft den Vorzug gibt, findet er diese Zeit trotz allem sehr anregend und belohnend. Sie stellt wenig Forderungen und er nutzt die Zeit, um ihre Schwächen genau zu studieren.

Man collecting the stars and putting them in a wheelbarrow.

Mit ihrer Kritik löscht sie ihn aus und setzt sich von ihm ab. Davon weiß sie aber noch nichts und es fällt ihm schwer, das zu verstecken. Genauso ist es mit ihren Erfolgen. Diese gefallen ihm auch nicht. Schön, dass sie erfolgreich ist, aber damit ist sie unabhängig von ihm und das stört ihn ungemein.

Liebenswürdig teilt er seiner Partnerin mit, dass er sich ihre Vorschläge zu Herzen nimmt und freut sich, dass diese ihm glaubt. Ihre Erfolgserlebnisse werden jedoch weiter ignoriert und auch in Zukunft nicht zur Kenntnis genommen. Herzlichen Glückwunsch!

Er bestimmt die Regeln

Im Alltag versucht er sie nach und nach langsam, aber beständig, verschiedenen Irritationen auszusetzen. Er verlangt Kleinigkeiten: Das sie Türen zumacht und andere bitte nur angelehnt lässt. Er fordert, dass sie ihre Küche in Ordnung hält, obwohl er genau weiß, das nur ein ungespülter Teller der Grund für seine beissende Kritik ist. Die Frau möchte sich nicht mit solchen Kleinigkeiten belasten und geht darauf ein. So beginnt sie unmerklich, sich nach seinen Wünschen auszurichten.
Er wertet dies als Erfolgserlebnis und fährt fort mit seinem Tun. Wenn sie weiteres Fehlverhalten zeigt, reagiert er übertrieben und bauscht selbst Kleinigkeiten als Unvermögen ihrerseits auf.
Sie wird noch einsehen müssen, dass ihr Leben sich nur um ihn und seine Sicht der Dinge zu drehen hat.
Er legt weiteres irritierendes Verhalten an den Tag, und da er an Klärung und Struktur nicht interessiert ist, bleibt sie mit ihren ungelösten Problemen fragend zurück.
Sie wird fahrig und nervös und macht alleine deshalb schon weitere Fehler. Diese werden jetzt sichtbar angeklagt und so tauchen scheinbar immer mehr Probleme auf. Sind keine Probleme in Sicht, zettelt er Streit an oder geht auf Liebesentzug. Das beschäftigt die nervös gewordene Partnerin garantiert tagelang.
Wenn dies nicht klappt, ist er ist übermäßig kontrollierend und bringt sich so in Erinnerung. Kleine Schwächen von ihr gehen jetzt nicht mehr als liebenswerte Eigenschaft durch. Wenn er sie deswegen kritisiert, merkt er sich wo sie Grenzen setzt, und wo sie ihn gewähren lässt.
Sein Wert ist ihr Maßstab und dieses muss sie begreifen lernen. Kritik an ihm empfindet er als Vernichtung, die nicht hingenommen werden kann. Diese wird jetzt auch nicht mehr geduldet. Wenn sie ihn kritisiert, nimmt er an, dass sich „seine“ Partnerin gegen ihn stellt. Er geht sogar soweit, aus diesem Grund die Beziehung zu beenden. Natürlich nur, um am nächsten Tag wiederzukommen, aber das weiß seine Partnerin noch nicht.
Er spielt mit ihrer Verlustangst. Dort setzt er an, um sie zu verunsichern. Was ist sie bereit für ihn zu tun? Kritisiert sie ihn weiterhin? Wann ist sie überfordert und zieht sich zurück?
Er beginnt zu testen. Wenn du nicht …., dann werde ich ….
Das ist jetzt eindeutig emotionale Erpressung, aber er tarnt das sehr geschickt, damit sie nicht merkt was vor sich geht.
Er führt immer gute Gründe an, um etwas von ihr zu verlangen. So kann er mit geeigneten Mitteln ihrer Wahrnehmung „Ich werde kontrolliert und getestet“ entgegen treten und weiter auf seinen vermeintlichen kleinen Forderungen bestehen.
Diese Forderungen sind niemals überzogen oder aus der Luft gegriffen. Immer gibt es einen Anlass oder eine vergessene Tatsache, um die Partnerin daran zu erinnern, dass sie sich im Grunde für ihr mangelhaftes Wesen schämen muß.

Der Andere wird geschwächt
Mit diesem provozierenden Verhalten deckt er weiteres Fehlverhalten und persönliche und charakterliche Schwächen auf. Diese stellt er in einen ungesunden Fokus. Dann dreht er es so, dass er damit nicht leben kann und er alles nur toleriert, weil er sie liebt. Ist er nicht ein toller Mann?
Ja, er liebt sie. Und das teilt er ihr auch immer wieder mit. Sie stellt sich noch etwas quer und empfindet vieles ganz anders, aber ihre gesamte Wahrnehmung ist sowieso ein Problem. Sie hat ja durchaus manchmal recht, aber das gefällt ihm nicht.
Sie spielt sich manchmal in den Vordergrund, und das gefällt ihm auch nicht. Es gibt jetzt viele Dinge, die ihn stören. Sie telefoniert zuviel mit den Kindern und kümmert sich um die falschen Leute. Wenn sie versucht über ihn zu bestimmen, wird es ganz blöd.
Er beginnt zu lügen und stellt sie als vergesslich hin, wenn sie seine Lügereien aufdeckt. Schließlich hat er ihr doch gesagt, dass er abends weggeht.
Er lügt. Sogar wenn er mit der Wahrheit besser weg kommt. Selbst bei unbedeutenden Kleinigkeiten bleibt er nicht bei der Wahrheit. Warum auch, die Dinge sollen schließlich so laufen, wie er sich das vorstellt und nicht so, wie die Tatsachen es vorgeben. Er verspricht Dinge, die er nicht tun will und vergisst sie dann leider. Was bildet sich diese Frau auch ein. Das er ihr „Spielball“ ist?
Notfalls werden auch ganze Lebensabschnitte umgeschrieben und umgedichtet. Und was für ein Unsinn, dass sie ihn etwas fragt. An seine Antwort könnte er sich doch Wochen später gar nicht mehr erinnern.
Sie würde sich die Antwort merken und noch mehr Lügen aufdecken. Oder schlimmer noch, sie könnte von ihm verlangen, dass er sich an seine Worte hält. Also bekommt sie auf keine Frage eine Antwort. Und wenn, dann keine, die zur Frage passt.
Gespräche, die auf dieser Basis geführt werden, führen bei seiner Partnerin zu Erklärungsnöten und der Gesprächsbedarf in der Beziehung wird immer größer. Je mehr die Frau versucht eine Lösung für ein Problem zu finden, je mehr Probleme tun sich auf. Das Gespräch selbst, wird jetzt zum Problem.
Dass sein Verhalten zur völligen Verwirrung der Frau führt, gefällt ihm. Er bestimmt ja schließlich, wann ein Gespräch begonnen wird und über welches Thema gesprochen werden soll. Er bestimmt auch, wann das Gespräch endet und ob es überhaupt stattfindet. Im Zweifel hat sie alles falsch verstanden oder hat eine verdrehte Wahrnehmung. Da sie feststellt, dass mit der Kommunikation etwas nicht stimmt, wird sie ihm lästig. Je mehr sie reden möchte, je mehr verweigert er nun gemeinsame Gespräche.

Kampf – nur keiner weiß warum
In „seinen“ Augen feindliches Verhalten wird jetzt richtig abgestraft. Sehr dezent, aber mit klaren Worten macht er ihr nach und nach klar, wo es tatsächlich lang geht. Da er bestimmt was feindliches Verhalten ist, wird es immer schwerer für Sie, etwas richtig zu machen. Normales und alltägliches Verhalten ist eine feindliche Gesinnung in seinen Augen. Die Strafe folgt auf dem Fuße, ohne dass sie überhaupt weiß, worum es geht.
Er legt Spielregeln fest, ohne bekannt zu geben, welches Spiel gespielt wird. Er bestimmt jetzt, wie sie auf etwas reagiert. Ist sie zu fröhlich, weiß er genau, was er tun muss, damit diese Fröhlichkeit ganz unauffällig aus ihrem Gesicht verschwindet. Möchte er mehr Bestätigung, macht er sie ganz unauffällig eifersüchtig. Will er seine Ruhe, ist es ihr Unvermögen den Feierabend gemütlich zu gestalten und er geht alleine aus. Möchte er der Langeweile entfliehen, fängt er Streit an oder bringt sie zum Weinen.
Kritik in seine Richtung ist jetzt ganz außer Kraft gesetzt. Schon aus dem einfachen Grund, dass er mit der Zeit alles abgegeben hat, wo Kritikpunkte auftauchen könnten.
Sie ist es jetzt, die für alles im Haushalt zuständig ist. Für sein Wohlergehen, sein Leben, die Verabredungen. Wenn es Kritik geben wird, kommt diese jetzt von ihm. Wenn etwas falsch läuft, sucht und findet er die Schuld bei ihr. Das Leben wird immer schöner und besser für ihn.
Lehnt Sie sich gegen dieses Verhalten auf, macht er ihr ganz unauffällig klar, dass sie ohne ihn ein „Nichts“ ist, weil sie nichts richtig machen kann. Ihre Fehler der Vergangenheit bestätigen das schließlich.
Auch die Personen mit denen sie sich umgibt, sind fehlerhaft. Dass er nicht bereit ist, sie mit diesen Personen zu teilen, hat er ihr unauffällig schon vorher klar gemacht. Auch mit den Kindern wird er sie nicht teilen. Mit seinen eigenen Kindern schon gar nicht.
Wie sie das Leben mit diesen Personen in Zukunft führt, ist ganz alleine ihre Sache.
Wenn sie nicht will, wie er möchte, braucht er eine Auszeit. Ganz einfach. Dass dieses Verhalten jedesmal in einem Eifersuchtsdrama ausartet, ist auch nicht seine Schuld. Er war nur kurz ein Bier trinken und dies mit der anderen Frau hat er nicht zu verantworten.
Obwohl ihm ihre Eifersuchtsdramen seit geraumer Zeit auf die Nerven gehen, bleibt er in diesem Punkt gelassen. So oft klingelt sein Handy doch jetzt wirklich nicht. Manchmal macht er sich sogar den Spaß und lässt sein E-Mail-Abruf wie SMS klingen. Sie fragt dauernd, wer geschrieben hat. Toll.
Ihre Wünsche und Vorstellungen sind zwar manchmal auch seine, gehandelt wird aber nur, wenn es für ihn definitiv keinen Nachteil bringt. Forderungen darf sie auch jederzeit an ihn stellen, aber wenn er etwas für sie tut, dann nur zu seinen Bedingungen.
Wenn er ihre Meinung braucht, wird er sie fragen, aber ungefragt will er ihre Meinung nicht. Mit Liebesentzug und Ignoranz wird deutlich gemacht, was er ihr selbst nicht sagen möchte.

Angriff – erlebte Partnerschaftsgewalt
Dem Opfer wird langsam bewusst, dass etwas vorgeht, das überhaupt nicht in Ordnung ist. Wenn sie sich widersetzt, erfolgt jetzt auch der direkte Angriff. Als wenn er sich dies gefallen lassen würde.
„Doch nicht von so einer „Schlampe“. Was denkt die sich denn eigentlich und was bildet die sich ein. „Die“ soll froh sein, das er sich überhaupt noch mit „der“ abgibt“.
In dieser Situation sieht er sich nach anderen Frauen um und testet, ob er noch auf dem Markt ist. Ganz unauffällig natürlich. Er braucht halt diese Bestätigung. Umgesehen hatte er sich vorher zwar auch schon, aber da ging es ihm mehr darum Eifersuchtsdramen zu provozieren.
Die SMS von anderen Frauen braucht er bald auch nicht mehr zu fingieren, die landen jetzt tatsächlich auf seinem Handy.
Um das alles elegant zu tarnen und die Partnerin weiter zu verunsichern, erinnert er sich nur mit Mühe an seine Versprechen. Die Frau muss ihm stundenlang erklären, welche gemeinsamen Vereinbarungen getroffen wurden. In seiner Erinnerung hat immer etwas anderes stattgefunden.
Es findet grundsätzlich immer das statt, was im Moment am besten passt.
Die Frau ist sich schon lange nicht mehr sicher, ob das, was sie denkt, auch das ist, was sie gehört hat.

Eingang zur inneren Pyramide-0395

Trennung als Mittel zum Zweck
In diesem ganzen Durcheinander weiss er trotz allem sehr gut, was seine Partnerin (Opfer) gerade noch so toleriert und gewillt ist hinzunehmen. Ist er zu weit gegangen, rudert er zurück. Wenn sie sich trennen will, spürt er das ganz genau und lenkt wieder ein. Ihm geht es mehr darum Verlustängste bei ihr auszulösen, als sich wirklich zu trennen.

Die andere Frau in seinem Leben ist ja auch nicht übel. Mal sehen, wie er da vorgehen kann und wieviel diese ihm gibt.
Nur dumm, dass jetzt beide anfangen ihn zu kontrollieren. Wenn beide auf den Gedanken kämen in sein Handy zu schauen, würden sie sich wundern. Zuhause trägt er seine Frau auf Händen, falls eine Trennung ansteht und seiner Nebenbeziehung erklärt er, dass er sich trennen wird.
Er merkt, dass der Widerstand zuhause langsam zusammenbricht und seine Frau sich seinen Wünschen anpasst, um diese Beziehung weiterführen zu können. Schon lange fragt sie nicht mehr nach, wo er seine Zeit verbringt. Bestätigung gibt es jetzt auch von anderer Seite und er ist nicht mehr auf sie angewiesen. Dass seine Frau immer unglücklicher wird, stört ihn nicht sonderlich.

Die Vernichtung
Dass sie jetzt aber oft krank ist, macht keinen Spaß. Im Grunde hat er schon lange kein richtiges Interesse mehr an ihr. Wer soll ihn jetzt noch bewundern? Diese völlig gebrochene Persönlichkeit? Diese hysterische Ziege, die ihm erzählen will, wo es lang geht und immer unausstehlicher wird? Das Häufchen Elend, das so oft heulend vor ihm sitzt. Ist ja schon toll, diese ehemalige starke Frau jetzt weinen zu sehen, aber wer will das schon jeden Tag. Da sucht er sich doch lieber was Neues.
Ach nein, das hat er ja schon gefunden.
Er überlegt, dass er die Neue ja auch zugrunde richten wird und dann wieder von vorne anfangen muss. So richtig hat er dazu keine Lust. Sollte er jetzt gehen, wäre es das Beste für die aktuelle Partnerin, die längst nicht mehr weiss, was sie von dem ganzen halten soll, aber gewiss nicht für ihn. Und wie er sich fühlt, sollte doch doppelt so wichtig sein. Er muss auf seine Seele achten, sonst tut das ja keiner. (Sarkasmus )

Honeymoon
Also wird er Sie wieder in den „siebten Himmel“ der Liebe gehoben und zurückerobert, damit sie sich etwas erholen kann. Wenn das gelingt, ist er das Tollste unter der Sonne. Mehr Aufwertung geht doch nicht mehr.
Das wäre doch der Gipfel seiner Macht. Beziehungsarbeit und Erhalt der Partnerschaft durch Geben, Nehmen und Liebe sind ihm fremd. Warum sich damit belasten und über vergangene Fehler und Versäumnisse diskutieren. Die Meinung seiner Partnerin zählt für ihn sowieso nicht.
Kommt „seine“ Partnerin wieder zu ihm zurück, beginnt das gleiche Spiel von vorne. Sein destruktives Verhalten wird er nicht ablegen. Er wird sich nur andere Mittel und Wege überlegen, um sein Ziel zu erreichen.
Ob er seine Geliebte dann wirklich aufgeben wird, steht auch noch in den Sternen.

Fazit

Er braucht keine Partnerin mit eigenen Gedanken oder Ansichten. Er braucht eine Person, die ihn bestätigt und die ihm emotionalen Input bietet. Jemanden, in der er Gefühle auslösen kann und das bitte auf Knopfdruck. Er braucht eine Partnerin, die seine Frustration, Angst, Unsicherheit und Aggression übernimmt und an sich selbst und über andere wieder abreagiert. Sein destruktives Verhalten wird sehr schwere Spuren in ihrer Psyche hinterlassen.
Sie ist zwar nicht geschlagen worden,
aber …

@by Evelina Blum
10679486_10205175653373883_1561105544399943340_o

 

Beziehungsverlauf aus ihrer Sicht

Ein seltsames Verhalten dort; eine respektlose Bemerkung da. Manche Situationen lassen mehr vermuten, aber dies wird schnell verdrängt. Die „Partnerschaftsgewalt“ wird gut getarnt. Erfahrungswerte und geliehene Blickwinkel geben diesem Vorgang ein sehr unschönes Gesicht.

Dieser Mann ist eine charismatische Persönlichkeit. Keine Frage!
Er hat ein charmantes Lächeln, drückt sich gut aus, ist erfolgreich, gestriegelt und gestylt und strahlt nach außen hin manchmal völlige Makellosigkeit und Perfektion aus. Manche sehen eher unscheinbar aus und haben doch den Glanz und die Macht, selbst die schönsten Frauen an sich zu binden.
Ist er tatsächlich diese Art Mann, der die Beziehung und seine eigene Partnerin, aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung, zugrunde richten wird?
Was ist nur gestresstes Verhalten in der Beziehung und wo beginnt die „emotionale Gewalt“?

Seelenverwandt und verliebt

Träume, Zukunftsvorstellungen, alles passt perfekt. Sie fühlt sich toll, wird geachtet und in den Himmel gehoben. Sie fragt sich selbst, warum „sie“ so geliebt und geachtet wird, aber das gerät bald in den Hintergrund. Ist es doch die eigene Person, die sich mit einem mal so „richtig“ und „gut“ fühlt, und nur das zählt.
Die Frau bekommt eine Art von Bestätigung, wie sie es selten erlebt hat. Sie steht ganz im Fokus des Mannes. Alles geht relativ schnell und auch wenn der Mann äußerlich nicht dem entspricht worauf sie sonst geachtet hat, wird jetzt ihre Liebe bis in den Himmel wachsen. Noch nie ist sie von einem anderen Menschen so bewundert und scheinbar geliebt worden.

Erste Störungen – Ausreden werden gesucht
Kleinere, unwichtige, verbale Aussetzer in Ihre Richtung, tut sie als Überarbeitung oder anderweitigen Stress ab. Für sein manchmal seltsames Verhalten liegt immer ein nachvollziehbarer Grund vor.
Sie denkt sich: „Vielleicht kommt er aus einer anderen Beziehung“ oder findet andere Gründe.
Den damit verbundenen Stress nimmt die Frau gerne in Kauf, besonders wenn er ihr erzählt, das die Ex nicht wirklich gut mit ihm umgegangen ist. Sie schiebt das Unwohlsein von sich und konzentriert sich darauf ihrem Partner zu helfen, der sich noch gefühlsmäßig damit auseinandersetzt – so unfair behandelt worden sein.
Er erzählt ihr, wie schlecht diese Beziehung war und das er froh ist, dieser Verbindung entkommen zu sein. Natürlich wird sie versuchen, die schlechten Verhaltensmuster ihrer Ex aus ihrer Beziehung zu verbannen und will ihm beweisen, dass es auch anders geht. Sehr taktvoll nicht wahr?
Haben beide noch Kinder mit anderen Partnern, ist ja alles auch nicht so einfach für diesen Mann.
Vielleicht denkt sie in einem anderen Fall, er sei lange keine gute und harmonische Beziehung mehr gewohnt und dass er sich erst wieder an verschiedene Dinge gewöhnen muss.
Vielleicht ist Sie auch einfach froh, diesen Mann für sich gewonnen zu haben.
Seltsames Verhalten nimmt sie nicht so ernst, weil dieses ganz harmlos daherkommt. Sie stutzt zwar manches Mal, verdrängt dies aber schnell. Sie erklärt ihre Sichtweise und macht Verbesserungsvorschläge.

Unwohlsein – Ausreden werden gefunden
Unmerklich beginnt sie, sich ungewohnt schlecht zu fühlen und ist etwas zerstreut. Ihre Gedanken hören nicht mehr auf zu kreiseln, die innere Ruhe kehrt nicht mehr ein. Eigentlich kennt sie das so nicht von sich. Es wird der allgemeine Stress sein. Denkt sie.
Sie weiß, dass es in dieser Beziehung Probleme gibt, die noch gelöst werden müssen. Er ist oft ungeduldig und kritisiert auch mehr als in der ersten Zeit der Verliebtheit. Aber das macht er ja nur, weil er Probleme hat und sie sich in vielen Fällen auch nicht richtig verhält. Der Stress verstärkt das ganze noch. Sie muss nur ruhiger werden, dann ist wieder alles in Ordnung.
Einiges an ihrem Verhalten hat sie schon zu seinem Gunsten eingestellt, damit dieses Kritisieren und sein Verhalten, welches Entäuschung seinerseit signalisiert – endlich einmal aufhört. Und es hat auch schon etwas aufgehört. Diverse Diskussionspunkte hat Sie mit ihrem veränderten Verhalten schon ausgeschaltet. Sie weiß nicht, warum sie sich noch Sorgen macht. Er sagt und zeigt ihr das er sie liebt, also muss doch auch alles in Ordnung sein.

Verzicht – Ausreden werden umgesetzt
In einigen Situationen stellt sie staunend fest, dass der Mann jetzt ganz anderen Interessen und Verhaltensmustern nachgeht als zuvor behauptet. Da hat sie damals wohl etwas falsch verstanden. Jetzt findet er es langweilig sie bei ihren Unternehmungen zu begleiten oder sie zu bitten, bei seinen Aktivitäten dabei zu sein.
Auch lästige Gewohnheiten stellen sich ein. Er schaut gerne Pornos und ist hin und wieder ganz aufreizend an anderen Frauen interessiert. Gespräche laufen jetzt auch ein bißchen anders. Er sieht zwar ein was falsch läuft, unterstellt ihr aber Absichten: Sie wäre nicht an seinem Wohl interessiert. Sie wäre eifersüchtig. Sie wäre kleinkariert und zänkisch.
Mit der Zeit lässt sie ihn lieber machen, was er möchte. Das Geplänkel mit den anderen Frauen stuft sie als harmlos ein und dass er sie jetzt manchmal als faul und dumm betituliert, sagt er ja nur, weil es gerade Streit gibt und das ist alles nicht so schlimm. Gerade eben hat er noch gesagt, dass er sie liebt und verlangt, dass sie ihm dies auch sagt.

Haushalt und Unfrieden

Ein diffuses Gefühl der Verunsicherung und der Verlorenheit bleibt jedoch zurück. Auch wenn sie nicht mit ihm zusammen ist, stellt sie fest – dass ihr Körper auf einer Art Alarmstufe läuft. Es werden verbale Botschaften verteilt, mit denen sie nicht umgehen kann.
In ihrer freien Zeit versucht sie dem auf die Spur zu kommen und Lösungswege für die verschiedenen Arten der Probleme zu finden. Erklärungen von ihm helfen ihr dabei. Sie muss einsehen, dass vieles so ist, weil sie den Haushalt nicht im Griff hat oder andere Konflikte magisch anzieht.
Je mehr Probleme es gibt, desto mehr Gespräche finden jetzt statt. Am Anfang der Beziehung hat er ihre Sätze zuende gesprochen, jetzt reden beide irgendwie aneinander vorbei.
Sie versucht die Missverständnisse, die sich daraus ergeben aus dem Weg zu räumen. Manchmal hat er keine Lust auf solche Gespräche und geht dem aus dem Weg. Sie schreibt Mails und versucht so, ihm ihre Denkweise näher zu bringen und eine Lösung zu finden. Zuerst reagiert er noch auf ihre Mitteilungen, mit der Zeit aber auch nicht mehr.

Die Kinder
Wenn Kinder da sind, werden diese mit der Zeit jetzt auch zum Problem. Diese tun seiner Meinung nach ihr Übriges, um die Beziehung zu „gefährden“ !!!
Seine Kinder, falls vorhanden, bleiben eher außen vor. Immer sind es ihre Kinder, mit denen es Probleme gibt und mit denen sie, seiner Meinung nach, nicht zurecht kommt.
Mit versteckten Andeutungen wird sie darauf aufmerksam gemacht, denn selten wird etwas offen gegen ihre Kinder vorgebracht. Trotzdem schmerzt es sie, weil sie eigentlich auf der Seite ihrer Kinder stehen möchte und sich jetzt entscheiden muss.
Sie hat immer mehr Streit mit den Kindern und stellt fest, das er recht hat. Die Kinder verstehen nicht, dass sie sich nur anders verhalten müssten. Würden sie dies tun, wäre ja auch alles in Ordnung. Sie grübelt und grübelt, wie sie das Problem lösen soll.

Sogar wenn es sich um die eigenen Kinder handelt, werden diese immer mehr zum Problem. In der ersten Zeit freut es sie, dass er viel Zeit mit ihr verbringen will, aber unmerklich bringt sie dies unter erheblichen Druck. Sie kann sich nicht so um die Kinder kümmern, wie sie es gerne tun würde. Zusätzlich fördert er Situationen, in denen sie erheblichen Schaden an ihrem Ansehen gegenüber der Kinder nimmt, und verhält sich selten partnerschaftlich. Wenn sie ihn darauf anspricht, weiß er nicht, was sie von ihm möchte. Sie sieht vieles zu überzogen und regt sich umsonst auf.

Lügen und Verbiegen

Er lügt jetzt auch mehr, stellt sie fest. Waren es vorher immer nur kleine Notlügen, vermutet sie jetzt, dass er mit seinem Verhalten einem direktem Streit lieber aus dem Weg geht. Verständlich, wie sie meint. Sie überdenkt noch einmal ihr Verhalten und stellt fest, dass sie sich einfach mehr bemühen muss. Sie muss ihm mehr Freiheit geben, damit er sich nicht Unwahrheiten und Notlügen verliert. Schließlich möchte er ihr ja nicht weh tun, sondern nur erzählen, wie etwas wirklich war. Er ist ja so ein netter Mann.
Und am Anfang hat er sie so toll gefunden und sie hat sich so gut gefühlt. Es wäre doch gelacht, wenn sie dies nicht wieder erreichen kann.
Sie kauft sich andere Kleidung, schminkt sich etwas mehr und gibt sich frei und unbeschwert. Das mag er nämlich sehr. Sie setzt alles konsequent um und sieht endlich den Erfolg. Sie wird wieder richtig gelobt und in den Himmel gehoben.
Und sie lernt mehr auszuhalten. Sie lernt grobes Verhalten zu ignorieren und auch gemeine Beleidigungen als Spaß zu sehen, weil er es doch nicht so gemeint hat. Sie muss eben vieles ändern und ist auf einem guten Weg.

Vernachlässigung und Isolation
Mit der Zeit fühlt sie sich jedoch wie gelähmt und wenn er in der Nähe ist, kann sie sich nicht richtig konzentrieren. Die familiäre Situation mit den Kindern zerren ebenfalls an ihren Nerven. Deshalb hat sie, bevor er nach Hause kommt, schon alles nach seinen Wünschen ausgerichtet. Schließlich soll es ein schöner Tag werden und nicht im Stress oder Streit enden.
Und tatsächlich, die Zeit vergeht und es scheint immer besser zu werden, nur dass sie sich oft müde fühlt. Die Beziehung ist anstrengend und sie stellt fest, dass sie keine Lust mehr hat, etwas zu unternehmen oder sich mit ihren Freundinnen zu verabreden.
Da ihr die Motivation dazu fehlt, hat sie dieses Problem schnell gelöst. Er wird ihre Freizeitaktivitäten nicht besonders toll finden, – das ist ihr längst bewusst. Er selbst würde zwar nie etwas in der Richtung verlauten lassen, aber sie merkt es auch so. Auch auf ihre Familie und ihr direktes Umfeld ist er nicht gut zu sprechen.
Immer deutlicher begreift sie, dass, wenn sie alles im Griff hat und sie bestimmte Leute fern hält, alles harmonisch abläuft. „Sie“ muss halt dafür sorgen, dass diese Beziehung funktioniert und die Kinder und der Rest der Familie nicht allzuviel Raum einnehmen und sich störend auswirken.
Für die Beziehung selbst, tut „er“ nicht viel. Obwohl: Er lässt auch manches Verhalten weg, das ihr nicht passt. Sie muss dafür zwar auch liebgewonnene Tätigkeiten aufgeben, aber das macht sie gerne für diesen Mann.
Die eine Freundin war ja schon immer was komisch, warum also noch mit ihr befreundet bleiben, da er meint „die“ wäre nicht gut für sie. Er macht sich halt Sorgen um sie. Und es ist wie früher.

Sein Verhalten – Wortbruch
Und schlechte Tage gibt es in jeder Partnerschaft. Mit der Zeit nimmt er sich jedoch immer mehr das Recht heraus, getroffene Absprachen zu brechen. Dieses Recht hat sie scheinbar nicht.
Das kann sie zwar nicht ganz einsehen, aber für ihn gibt es immer nachvollziehbare Gründe und sie hat eine zu engstirnige Haltung, um dafür Verständnis zu haben. Das muss sie akzeptieren und nach Möglichkeit ändern. Überhaupt ist vieles ihr Verschulden. Das sie ihn jetzt bei richtigen Lügereien ertappt, ist auch ihre Schuld. Sie ist einfach zu penetrant, reagiert völlig überzogen und fordert zuviel Rechenschaft von ihm. Sie mutet ihm schon eine Menge zu.
Dass er ihr Handy kontrolliert findet sie ganz in Ordnung, weil seine Ex früher wie wild mit anderen Männern geschrieben hat. Da darf er heute gerne sehen, das sie „so“ nicht ist. Umgekehrt käme das natürlich nicht in Frage. In Zukunft wird vieles besser werden, da ist sie sich sicher.

17-03-2012 20-25-31 (2)

Ihre Reaktion – Krankheit
Stattdessen wird sie jedoch öfter krank oder hat Migräne. Ihre Wahrnehmung ist verzerrt und alles ist wie im Nebel. Sie ist froh, sich mit Krankheit etwas Zeit zum Ausruhen nehmen zu können. Manchmal stellen sich Herzrhythmusstörungen, Regelschmerzen und ungewöhnlich lange Regelblutungen ein. Der Arzt fragt sie nach nervlichen Belastungen und ob sich in der letzten Zeit etwas verändert hat. Die Frau sitzt zuhause und grübelt. Was hat sich verändert?
Nichts, außer das sie jetzt eine Beziehung hat.
Und so schön, wie es am Anfang war, konnte es ja auch nicht bleiben, dies ist in jeder Beziehung so. Das er sie manchmal nach aussen hin als „faul und engstirnig“ darstellt, muss auch etwas zu bedeuten haben. Vielleicht ist sie ja wirklich krank. Ist das alles normal ?
Und da gibt es doch auch die sehr schönen Zeiten, wo alles wieder wie früher ist. In denen er erzählt, wie noch schöner alles werden wird, wenn sie endlich …

Hilfe suchen
Sie geht auf die Suche. Was könnte sie noch besser machen? Brigitte-Ratgeber, Freundin-Ratgeber, aber ihr Problem steht dort eigentlich nicht. Sie schaut ins Internet und findet etwas über „emotionale Gewalt“. Dort taucht ein erstes Mal der Gedanke auf, dass es nicht an ihr liegt.
Sie muss soviel hinnehmen in dieser Beziehung. Sie verbringt viel Zeit mit Lesen und findet ähnliche Fälle. Richtig indentifizieren kann sie sich jedoch nicht mit diesen Schilderungen. „Emotionale Gewalt“ kann es auch nicht sein. „Partnerschaftsgewalt“ schon gar nicht. Er schlägt sie nicht und ist auch sonst kein gewalttätiger Mensch.
Mit der Zeit geht er eben nur ungeniert seinen Vorlieben nach, ohne sich um ihre Gefühle zu kümmern. Er denkt zuwenig nach und kümmert sich nicht richtig um sein Verhalten.
Immer mehr angstmachende und verletzende Situationen tauchen auf. Immer schmerzvoller wird die Beziehung. Er wird immer eifersüchtiger auf die Kinder und auf alles, was ihre Aufmerksamkeit von ihm ablenkt.
Und sie beginnt zu sehen, kristallklar zu sehen, wie sie sich selbst verändert hat. Sich verdreht und verbogen hat. Sie versucht neue Gespräche.
Gespräche in denen sie beginnt, nun ihrerseits Forderung nach Veränderung zu stellen. Aber leider führen diese Gespräche nur zu mehr Ablehnung, Abwertung, Ignoranz und Spott ihr gegenüber.
Ihre Wahrnehmungen wären übertrieben und unberechtigt. Sie versucht vorangehende Verletzungen aufzuzählen, um klar zu machen, dass sie nicht übertreibt.
Sie merkt jedoch schnell, dass sie Beispiele von früher nicht vorbringen kann. Seine Erinnerungen an schmerzhafte Begebenheiten stellen sich in seinem Erleben ganz anders dar oder haben gar nicht stattgefunden.
Sie zweifelt an ihrer Wahrnehmung.
Solche Gespräche kennt sie. Früher dachte sie, dass es Missverständnisse seien. Jetzt merkt sie, dass er vieles ganz bewusst einsetzt um abzulenken.
Wenn ihr etwas nicht passt – kann sie ja gehen. Auch das hat sie früher schon oft gehört, aber dies wollte sie doch nie. Das möchte sie auch heute nicht und lenkt ein.

Offene Erpressung
Sie hätte ja gern ein grünes Sofa, aber ein rotes Sofa ist ja auch schön und er wollte doch schon immer eines in dieser Farbe. In seiner vorherigen Beziehung hat die Ex immer alles bestimmt, also muss sie einlenken, um besser und toleranter zu wirken. Trotzdem wird sie mit dem roten Sofa nicht froh. Sie versucht bei der nächsten Anschaffung einen Kompromiss auszuhandeln, aber auch hier dass Gleiche. Wenn sie etwas nicht möchte, kann sie ja gehen. Er braucht diese Beziehung nicht.
Sie versteht die Welt nicht mehr. Wegen so einer Kleinigkeit setzt er tatsächlich die ganze Beziehung aufs Spiel? Sie ist verletzt und entsetzt! Nach solchen ernsten Auseinandersetzung folgen zwar wieder diese wundervollen verliebten Zeiten, aber sie versteht nicht mehr, wie er einfach so zum Alltag übergehen kann.
Wegen banaler Situationen werden jetzt Trennungsgespräche geführt, die „sie“ verzweifelt und traurig zurück lassen. Ihm scheinen diese Gespräche kaum etwas auszumachen.
Kinder, Sofas, alles was nicht stimmt wird dafür hergenommen. Sie möchte die Beziehung unbedingt halten. Sie beginnt sich aufzureiben und nachzugeben. Zuviel hat sie bereits in diese Beziehung investiert.
Er beginnt zu taktieren. Wenn du nicht…. , dann ich…
„Emotionale Erpressung“ in der Reinform, die von ihr nicht mehr ignoriert werden kann und sie muss sich eingestehen, dass seine Taten schon längst nicht mehr zu seinen Aussagen passen.
Er sagt, er liebt sie und ist bereit wegen einer Kleinigkeit die ganze Beziehung aufzugeben?
Er lügt sie an!
Verletzt, ohne sich selbst zu hinterfragen!
Hält sich nicht an Abssprachen!
Längst hat sie sich weitere Informationen aus dem Netz gezogen; hat wieder etwas über „emotionale Gewalt“ gelesen. Aber das darf doch nicht sein. Dies sind Gewalttäter; und Gewalt tut er ihr doch nicht an. Sie glaubt es nicht. Aber diesen Zustand hält sie auch nicht mehr lange aus.
Kleine körperliche Beschwerden wachsen sich jetzt richtig aus. Beim nächsten Streit, als er nach den Schlüsseln greift, sagt sie ihm, dass er einfach gehen soll, wenn er möchte. Sie will nicht mehr.

Honeymoon
Er erkennt, das er zu weit gegangen ist und rudert zurück. Er möchte seine Partnerin, die mittlerweile schon längst zum Opfer geworden ist, nicht verlieren.
Die Beziehung macht ihm Spaß. Er drückt Knöpfe und sie reagiert wie er möchte und er dies für richtig hält. Aus Neid und Missgunst bringt er sie dazu, sich selbst, ihre Familie und die Kinder zu vernachlässigen.
So etwas findet er nicht an jeder Ecke. Wenn er sich vorher nie entschuldigt hat, tut er es jetzt.
Er erklärt ihr, was für ein Idiot er ist und sie schmilzt dahin.
Er packt die erste Liebe wieder aus und sie machen einen neuen Anfang. Alles soll anders werden. Sie ist jetzt nicht mehr so leicht zu beeindrucken, aber wenigstens möchte er sich ändern und ist nicht jemand der „emotionale Gewalt“ anwendet. Also versucht sie sich einfach mehr durchzusetzen und ihre „starke“ Seite zu zeigen. Aber ihr Nervenkostüm hat gelitten.

Offene Gewalt
Das ganze Ausmaß der „emotionalen Ausnutzung“ macht sich dann doch bemerkbar. Die schönen Phasen nach einem Streit, als Wiedergutmachung, helfen ihr nicht mehr. Alles wird mehr und mehr zur psychischen, seelischen und körperlichen Belastung.
An seinem perfiden Verhalten sieht sie, dass auch er zunehmend aggressiver reagiert. Heimlichtuerei und versteckte Unwahrheiten sind weiter an der Tagesordnung, aber dies wird jetzt mehr und mehr offen gezeigt, damit sie merken soll – hier stimmt etwas nicht.
Wenn sie sich wegen immer neuer Vorkommnisse von ihm trennen will, weiß er ganz genau, wie er sie wieder zurückholen kann. Und jedesmal beginnt eine neue Verliebtheitsphase und sie hofft, dass er begreift, was er mit ihr verlieren würde.

1104997_60904041 ES

Honeymoon
Sie versucht jetzt im Gespräch gravierende Veränderungen herbeizuführen. Versucht ihm aufzuzeigen, dass er verletzt, wenn er sie auf diese Weise behandelt. Sie fordert mehr Beachtung und Aufmerksamkeit.
Er versteht nicht. Und er versteht wirklich nicht. Er kann keine Gefühle lesen. Sie erklärt und er versteht zwar nichts, weiß aber, dass er etwas ändern muss. Schon bei der nächsten neuen Verletzung merkt sie, dass alles wieder neu erklärt werden muss. Sie hat Geduld.
Denn er muss, ja er wird es einfach einsehen.

Honeymoon und Seitensprung
Die Ignoranz nimmt auf beiden Seiten mit jedem neuen Tag zu. Er beginnt sie mit Liebesentzug zu provozieren. Dieses hat er vorher auch schon getan, um Gesprächen aus dem Weg zu gehen oder um sie zu strafen. Jetzt kommt in ihr aber ein Gefühl hoch, dass er ihr richtig aus dem Weg geht und sich schon nach einer neuen Beziehung umsieht.
Sie versucht mit ihm darüber zu reden. Aber ihre Wahrnehmung ist und bleibt weiterhin ein nicht zu lösendes Problem. Wenn sie Fragen, Kritik und Vorwürfe an ihn richtet, ist es immer nur sie, die manche Dinge falsch sieht und völlig unzulänglich interpretiert. Alles ist nicht so wie sie meint und sie wird aufgefordert doch endlich einmal Ruhe zu geben.
Jetzt fragt sie sich wirklich, ob ihre Wahrnehmung noch in Ordnung ist. Wenn sie nach außen über ihre Probleme in der Beziehung spricht und ihre Bedenken äußert, wird sie beruhigt. „Er sei doch ein ganz lieber Mensch, was sie denn noch wolle. Sie solle nicht zuviel nachdenken.“
Sie möchte eigentlich gar nichts mehr denken und gehen, aber wenn sie nur daran denkt bekommt sie Panik.

Das Resultat von allem – Panik
Das Gefühl verlassen zu werden oder selbst gehen zu wollen, greift immer mehr um sich. Sie redet nicht mehr über ihre Beziehung und ihre Sorgen. Schon längst schämt sie sich vor sich selbst, wie schwach sie doch ist und keinen Ausweg aus der Situation findet.
Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sie erkennen muss, dass es so nicht mehr weitergeht.
Ihre Wahrnehmung kann vieles nicht mehr außer Kraft setzen.
Die Tatsachen, die er schafft, tun weh.
Seine Worte tun weh.
Seine Ignoranz ist das allerschlimmste.
Die Verletzungen nehmen weiter zu.
Irgendwann müssen Konsequenzen gezogen werden.
Aber nicht heute !!!!

….. aber,
das ist der falsche Weg, dieses Problem zu lösen.
@by Evelina Blum

 

Siehe auch:

Nie wieder verletzt werden: Ein Blick ins Herz eines Narzissten

Der Mann meines Lebens ist ein Narzisst

Ein Sehnen, unstillbar brennend und tief wie das Meer

Erlösung durch Liebe ist von außen unmöglich 

Ich kann’s nicht ertragen, nochmal zu versagen

Herz, ich verlasse dich…

Ein Narzisst erklärt: „Nur Anerkennung kann den Selbthass dämpfen

und dort zahlreich weiterführende Links

Update: Die größten Ängste eines Narzissten

Ein Narzisst erklärt:“Nur Anerkennung kann den Selbsthass dämpfen“

Folgende Geschichte hat ein Mann in einer Selbsthilfegruppe für Opfer von Narzissten erzählt. Ich habe seine Erlaubnis, den Text zu veröffentlichen und tue das hiermit in leicht gekürzter Form.

„Hier geht es rein um meine Meinung, meine Sichtweise, meine Erfahrung. Ich erhebe nicht den Anspruch darauf, dass ich für andere Narzissten sprechen kann. Meine Störung ist diagnostiziert und von verschiedenen Stellen abgesichert, und trotzdem passe ich nicht in jeden Schublade, die bei solchen Diagnosen gerne zur Einstufung dienen.

Zunächst möchte ich mal eine Verallgemeinerung relativieren, denn Narzissmus hat wenig mit Selbstverliebtheit zu tun, vielmehr mit einem dauerhaften Selbsthass,  ausgelöst durch dauerhafte Selbstzweifel. Nur die regelmäßige Fütterung mit Anerkennung schafft es, die Zweifel und den Hass auf sich selbst so sehr zu senken, dass man nicht elendig zu Grunde geht. Die Jagd nach Anerkennung raubt dabei beinahe jegliche Kraft und Zeit und lässt Dinge tun, die weit jenseits jeglicher Achtsamkeit und Selbstfürsorge liegen.  Leider hinterlässt ein Narzisst dabei oft eine emotionale Spur der Verwüstung; bei sich selbst, wie auch in seinem Umfeld.

Wie viele andere auch, habe ich natürlich auch mal geschaut, was Wikipedia zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung sagt und ich war entsetzt. Einem Narzissten die Fähigkeit zur Empathie abzusprechen, ist nämlich schlicht totaler Unsinn. Es gibt Narzissten die durch gesteigerte Empathie nur noch mehr Baustellen zu bewältigen haben, denn auch der Druck helfen zu wollen und Anerkennung als guter Mensch zu erhalten,  kann  an die Grenzen der Lebensfähigkeit treiben. Ich strebte mein bisheriges Leben lang danach, „gut genug zu sein“. Gut genug für Andere, gut genug für etwas Anerkennung. Und da ich teilweise tiefen fast schon lähmenden Schmerz empfinde, wenn ich das Leid anderer wahrnehme, wehre ich mich massiv gegen die Aussage, es gehe mir nur um die Anerkennung.  Nein, meine Empathie ist echt.

Obwohl sich meine narzisstische Persönlichkeitsstörung, sowie meine bipolare Störung (macht es noch etwas komplizierter und erklärt vielleicht manche Abweichung vom landläufigen Bild) schon früh in der Kindheit manifestiert haben, waren die Auswirkungen und negativen Konsequenzen für mich erst recht spät spürbar, und es brauchte einige Schicksalsschläge und eine tiefe Depression, bis meine Überlebensstrategien  ihre Wirksamkeit verloren.

Der Verlust meines eigenen Unternehmens und der damit traurig verknüpfte Verlust meiner langjährigen Partnerin (ja ohne Geld, Macht und Status war ich nicht mehr gut genug) und später dann ein Déjà-vu, als ich einen guten Job und die nächste Partnerin verlor (sie war wenigstens so ehrlich und sagte mir, „was will ich denn dann noch mit dir“), führten zu einer kompletten Abschneidung von jeglicher Anerkennung. Meine Hobbies konnte ich mir nicht mehr leisten, ein Arbeitsumfeld gab es nicht mehr, Familie und Partnerin waren weg, einige Freunde distanzierten sich von mir, und von anderen zog ich mich aus Scham zurück, denn ich fühlte mich nicht wertvoll genug, noch Freunde zu haben. Todesfälle in der Familie verstärkten die Isolation.  Entwertet und vom Selbsthass getrieben, nahm ich einen Suizidversuch vor. Ich erhängte mich in einer Kurzschlussaktion irgendwo im Wald, an einem planlos gewählten Ort, mit einem ungeeigneten Abschleppseil, an einem zu schwachen Ast…  Dieser brach, und ich erwachte nach einer längeren Phase der Ohnmacht auf nassem, schlammigen Waldboden.

Dies brachte noch nicht die Wende. Obwohl ich mich vor mir selbst erschrocken hatte, bedurfte es eines „kleinen“ Wunders, bis ich mir Hilfe holte. Meine kleine Tochter wurde geboren, außerhalb einer Beziehung und ein wahres „One Hit Wonder“, denn sie war das Resultat eines kurzen Versuchs eine Beziehung aufzubauen, der leider scheiterte. Trotzdem führte dieses neue kleine Leben dazu, dass ich meines nicht mehr aufgeben konnte, denn in meiner Familie musste ich selbst erleben, was es bedeutet, wenn ein geliebter Mensch freiwillig viel zu jung geht und seine kleinen Kinder einfach zurücklässt. Das konnte ich mit meiner Moral nicht vereinbaren und meiner Tochter nicht antun und so lebte ich zunächst für meine kleine Tochter weiter, auch wenn ich selbst nicht mehr leben wollte und jeden Tag als Qual empfand.

Als sich in mir der Entschluss manifestierte, wieder leben zu wollen anstatt leben zu müssen, denn das war auf Dauer nicht aushaltbar, holte ich mir Hilfe und ließ mich behandeln. Umfassende Klinikaufenthalte, therapeutische Betreuung, Analyse und Reflektion halfen mir, meine Störungen zu verstehen. Ich habe den Kampf noch nicht gewonnen, aber genug Kraft um weiter zu machen.

Das ist alles vorher passiert:

Einfach nur an etwas teilzunehmen, mitzumachen oder mit dem Strom zu schwimmen, war mir  nie genug. Ich gab alles, um eine Sonderrolle zu spielen, oder die Führung zu übernehmen oder wenigstens um einen gesonderten Ruf zu genießen. Gut war nie gut genug, entweder ich war in etwas sehr gut bis überragend oder ich hab es gemieden.  Alles musste extrem und exzessiv sein.  Das kostete Kraft und nahm mir irgendwann jede Freude an jeglicher Sache oder Handlung. Es ging nur noch um das Streben nach Anerkennung, Sieg, Ruhm und darum etwas besonderes zu sein.

Schul-/Ausbildung:

Da ich vor nichts mehr Angst habe, als zu scheitern oder nicht anerkannt zu werden, denn als Narzisst bezieht man die fehlende Anerkennung nicht etwa auf  ein spezielles Scheitern, sondern immer auf sich als Person, wählte ich nie die Ausbildungswege, die mich gereizt oder gefordert hätten, sondern immer die Wege, in denen die Chancen am besten waren, wirklich herausragend abzuschneiden. Nie hätte ich eine Schule besucht, in der ich nicht hätte Klassenbester sein können und niemals hätte ich eine Ausbildung angefangen, in der ich durch meine Leistungen nicht für Aufsehen hätte sorgen können.

Fahrzeugwahl oder Gebrauchsgegenstände:

Wenn alle ein I-Phone oder alle einen Golf fahren wollten, dann wollte ich, nein MUSSTE ich mich abheben. Ich musste besser sein oder zumindest auf extreme Weise anders. Zu Zeiten, als mein Unternehmen sehr gut lief und ich mir eigentlich fast jedes halbwegs bezahlbare Fahrzeug leisten konnte, hätte  ich mir  einen dicken Audi oder einen sehr gut motorisierten BMW oder Mercedes kaufen können. Aber  ich musste anders sein, ich musste einen Mini mit annähernd 300 PS fahren, denn da war mir mehr Anerkennung sicher.

Robert Cornelius@2015-09-14T17;13;33.jpg

Arbeit:

Es reichte mir nicht, einfach nur einen guten Job zu machen, ich wollte besser sein, ich wollte Anerkennung, ich brauchte Anerkennung, in der Selbstständigkeit von den Kunden oder in Form von Zahlen und im Angestellten-Verhältnis dann von Vorgesetzten. Nur das erfolgreiche Unterordnen als Narzisst ist schon wieder fast hoffnungslos. Daran scheiterte ich zuletzt. Als ehemaliger Unternehmer kannte ich Wege und hatte sowieso schon sehr sehr hohe Ansprüche an mich und meine Mitarbeiter.  Später dann konnte ich meine Vorstellungen nicht umsetzen, was dazu führte, dass ich meinem Arbeitgeber schlicht zu anstrengend wurde.  Ja da hab ich, durch Narzissmus getrieben, schrecklich versagt. Ich wollte mehr Überstunden machen, ich wollte bei den Mitarbeitern beliebt sein und sie entlasten. Für die Anerkennung meiner Auszubildenden stritt ich mich mit dem Eigentümer des Unternehmens und so weiter.

In meiner Selbstständigkeit war ich erst zufrieden, wenn ich so verdammt nah an der Perfektion war, dass mein Laden immer aussah wie bei einer Neueröffnung. Dafür arbeitete ich 80 bis 120 Stunden, 6 meist 7 Tage die Woche, 11 Jahre ohne einen Tag Urlaub. In einer kurzen Phase als Angestellter bei einem großen Warenhaus häufte ich in nur 9 Monaten 970 Überstunden an, um alle Ziele zu erreichen. Wenn ein nicht gestörter Mensch eine Aufgabe eine Zielvorgabe bekommt, die er nicht erreichen kann, dann findet er Wege damit klar zu kommen. Ich als Narzisst hätte mit einem Scheitern nicht leben können, also gab ich alles:  Ich verzichtete auf Schlaf, ich ging weit über jede normale Grenze und wenn ich die Ziele dann doch irgendwie erreichte, legte ich selbst die Messlatte noch etwas höher, damit die Anerkennung nicht abriss.

Ausbildertätigkeit:

Ich suchte nie Auszubildende, die wirklich gut geeignet waren, sondern ich versuchte, fast hoffnungslosen Fällen die Ausbildung doch zu ermöglichen. Ich wollte die Anerkennung dafür, dass ich diesen Menschen helfen konnte. Damit lud ich mir mehr emotionalen Druck und so viel zusätzliche Arbeit auf, dass es mich fast innerlich zerriss.  Ich brachte Auszubildende durch die Verkäuferausbildung, mit denen ich in meinen Mittagspausen (die ich immer mit irgendwas füllte, nur nicht mit Ruhe) lesen übte, in Grundschullesebüchern der 2. und 3. Klasse. Ich war so stolz, wenn sie es irgendwie schafften, nur was ich dafür alles vernachlässigte sah ich nicht. Ich war dauergestresst, kaum für Familie da und an mich und mein Wohlbefinden dachte ich nie, nur an den nächsten Anerkennungsschub.

Beziehungen:

Fakt ist, ich hatte sehr viele Beziehungen, und an jedem Verlust, an jedem Scheitern litt ich sehr. Vielleicht bin ich beziehungsunfähig, weil mir das Schicksal die ein große Liebe versagte, da ihre Familie (sie war Türkin) mich nicht akzeptierte und ich sie dann aufgeben musste, nachdem ihr Leib und Leben auf schlimmste Art und Weise bedroht wurde. Vielleicht bin ich danach auch gescheitert, weil ich falsche Prioritäten gesetzt hatte und weil mein Tag auch nur 24 Stunden hat. Jedenfalls konnte ich oft nicht meinen Perfektionismus im Job und in der Beziehung unter einen Hut bringen und spätestens  wenn das Genörgel los ging, die Kritik und Unzufriedenheit immer größer wurden, gab ich auf und entzog mich. Entweder ich war gut genug und bekam Anerkennung oder zumindest Verständnis, oder ich wurde immer kälter. Ja in dieser Phase war ich manchmal kalt und ein Arschloch und manches, worum ich hätte kämpfen sollen, warf ich achtlos weg. Ich bereue das sehr, doch damals wusste ich keine anderen Wege damit umzugehen.

Als ich erkannte, dass ich in meiner Situation mit der Belastung der Selbstständigkeit eh kaum eine echte Beziehung führen konnte, ich aber trotzdem hungrig nach Anerkennung durch Partnerschaft war, sprang ich von einem Abenteuer und Versuch zum nächsten. Hier wählte ich meine Partnerinnen irgendwann gar nicht mehr danach, ob sie mir gefielen oder gut taten, ich wählte danach wie viel Aufsehen sie erregten an meiner Seite, was mir ja auch wieder Anerkennung verschaffte. Ja, kranker Mist, für den ich mich echt schäme. Zum Beispiel gab es eine wundervolle Frau, die selbst 192 cm groß ist und damit meine 170 cm bei weitem überragte. Ich liebte es, wenn die Leute sich daran ergötzten, denn ich stand im Mittelpunkt.  Ich habe wundervolle Menschen ausgenutzt, statt mich ihren wirklichen Werten zu widmen, sie anzuerkennen und zu lieben.

Irgendwann verliebte ich mich wirklich, was ich später sehr bereute, denn sie war mindestens so narzisstisch wie ich und dazu noch kälter, berechnender und manipulativer. Vielleicht hab ich es auch nicht anders verdient, denn auch hier waren meine Motive wohl zunächst andere, denn jetzt suchte ich mir ausnahmslos Frauen, die irgendwie in Not schienen. Alleine mit Kindern, selbst geplagt von psychischen Störungen und Erkrankungen, Drogenprobleme etc. Ich wollte helfen und erhoffte mir etwas Anerkennung und Dankbarkeit. Dumm nur, dass ich mich wirklich verliebte und an Beziehungen festhielt, die mir nicht gut taten, da ich zum Beispiel auch die mitgebrachten Kinder zu sehr ins Herz geschlossen hatte.  Da gab ich gab alles was ich hatte und noch mehr, ich ging über jede Belastungsgrenze, die Grenze meiner finanziellen Mittel eingeschlossen, nur um gut genug zu sein. Doch als meine Kraft am Ende und mein Konto leer war, wurde ich fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Ein normaler gesunder Mensch hätte den Stecker vorher gezogen. Ich habe aus Angst nicht mehr anerkannt zu werden alles laufen lassen… viel zu lange. Und glaubt mir, ich schäme mich für meine Fehler.

Narzissmus bedeutet aber nicht, dass man innerhalb von Beziehungen nur an sich selbst denkt, im Gegenteil, oft übertreibt man beim Versuch, besonders gut für den anderen zu sein. Das Streben ein perfekter Partner zu sein, kann einen dabei auch komplett auffressen. Geschenke müssen immer wahnsinnig toll und übertrieben sein, damit die Anerkennung groß genug ist, Gemeinsame verbrachte Zeit, unterliegt immer Erfolgsdruck. Ich war ständig auf der Suche, neue Vorlieben zu entdecken, Wünsche zu erahnen oder irgendetwas zu finden, womit ich glänzen konnte.

Sexualität:

Eventuell gehe ich damit zu weit oder mache mich zur Zielscheibe von Spott und Verurteilung. Aber ich will ehrlich sein und es ist nun mal ein wichtiger Bestandteil von Beziehungen und Leben.  Anerkennung meiner Leistungen waren mein Treibstoff, ohne extremen Zuspruch fühlte ich mich leer und als Versager. Ich bin nicht gesegnet mit dem Aussehen eines männlichen Supermodels, ich bin einfach ein eher kleiner, kräftiger Typ, der sich Anerkennung nicht über oberflächliche Komplimente sichern konnte. So wurde Sex für mich zum Job, ich wurde zum Callboy innerhalb von Beziehungen; meine Bezahlung war Anerkennung. Meine eigene Lust und Befriedigung verlor ich komplett aus den Augen, denn ich stand unter extremen Erfolgsdruck. Sex wurde zu einem professionell durchgezogenen Akt, Gefühle starben in mir und ich wurde zu einem Schauspieler. Bevor die Frage aufkommt: Nein keine der Damen wurde stutzig – und nur weil ein Mann einen Erguss hat, hatte er noch lange keinen Orgasmus. Trotzdem steht natürlich außer Frage, dass es mich und später dann auch die Partnerin belastete, wenn ich den Druck nicht mehr aushielt, immer kälter und irgendwann distanzierter wurde.

Ich habe mich immer wieder gefangen, immer wieder meine Rolle gespielt und wirklich übermäßig viel Sex gehabt, aber es war dann selbst in der Beziehung nur Sex, von Lieben konnte keine Rede sein. Ich habe den Sex studiert, in Theorie (Bücher etc. und Praxis), die Anatomie, die Praktiken, Stellungen, die Frauen gelesen und analysiert, ich arbeitete immerzu an mir und so wurde es zum Job. Wenn ich es nicht schaffte, sie zu befriedigen ging meine Welt unter. Viele Männer leiden unter so etwas, aber ich als hatte solch große Versagensangst, dass ich, als ich jünger war, wirklich Angst vorm Sex hatte. Später wuchs die Selbstsicherheit.  So wurde Sex für mich immer mehr zum Werkzeug,  um mir Anerkennung zu verschaffen, doch meine eigene Lust blieb auf der Strecke und ich litt darunter.

Napoleon@2013-10-20T18;19;41.jpg

Umgang mit meiner Gesundheit und meinem Körper:

Hier hab ich alles durch, was Aufmerksamkeit und Anerkennung bringt: So war ich ein 130 kg schweres Muskelmonster, und als das niemanden mehr juckte und ich nur einer von vielen Hobbit-Hulkmischlingen war, nahm ich innerhalb von 7 Monaten von 130 auf 63 Kilo ab, nur um dafür Anerkennung zu bekommen. Alles was extrem war und Aufsehen erregte nutze ich, ich fraß bei Wettessen wie ein Schwein, ich machte die schlimmsten ungesündesten extremsten Diäten und mein Körper wurde allerhand Schandtaten  unterzogen, nur um irgendwas an Anerkennung zu bekommen.

Sport:

Wenn ich nicht sehr gut war, machte ich es nicht. Als ich merkte, ich werde nie ein großer Fußballer, wurde ich wenigstens der härteste, um mir damit einen Ruf zu sichern. Als ich merkte, dass ich damit natürlich nicht weit kam, wechselte ich zum Rugby, Hauptsache anders – und ich hab es geliebt. Ich boxte und war extrem, erst als ich jemanden bei einem Amateurkampf schwer verletzte (ist fast 18 Jahre her) und meine Familie mich bat aufzuhören und mich daran erinnerte, dass ich nicht damit leben könnte, wenn ich da bei jemandem schweren Schaden anrichte, ließ ich es sein.

Alltägliches:

Kochen für Anerkennung, nicht für gesunde Ernährung, extreme Gartenprojekte, Feste die etwas besonderes sein mussten. So baute ich einmal einen Spezialgrill, nur um an meinem 30. Geburtstag einen ganzen 180 kg schweren Vogel Strauß am Stück zu grillen und ich badete in der Anerkennung der 150 Gäste, die mich für die abgefahrene Aktion lobten. Doch Freunde waren keine oder kaum welche da, denn echte Freunde hatte ich nicht. Echte Freunde sagen einem offen und ehrlich die Wahrheit. Meine Kritikfähigkeit ging gegen 0, auf Kritik reagierte ich mit sofortigem Rückzug oder scharfen Gegenangriffen. Ich konnte nie differenzieren, ob eine Kritik einer Tat oder Sache galt oder mir als Person. Jede Form von Kritik hat mich getroffen, wie eine Panzerabwehrgranate, und so verbannte ich die besten und ehrlichsten Menschen aus meinem Leben und umgab mich mit  Speichelleckern.

Ja es gibt keinen einzigen Lebensbereich, in dem Narzissmus einen nicht zu selbstzerstörerischen Handlungen treibt.

Ich werde dieses Störungsbild für immer in mir tragen, wie ein Alkoholiker seine Sucht. Aber so wie ein Alkoholiker jahrelang trocken sein kann vom Alkohol, so kann ich mich so gut es geht von der Sucht nach Anerkennung distanzieren. Das bedeutet jeden Tag harte Arbeit, jeden Tag gegen sich selbst zu gehen, dem Alltag mit viel Struktur und Disziplin zu begegnen. Es bedeutet, Muster zu durchbrechen,  sich Kritik zu stellen, Dinge zu tun, in denen man schlecht ist und mit denen es einem erstmal schlecht geht, sich mit Leuten umgeben die ehrlich sind und es aushalten. Es geht darum, die Belastungsgrenze durch Selbstzweifel zu steigern und die Entzugserscheinungen bei fehlender Anerkennung zu ertragen. Der Kopf begreift manches lange bevor es sich in der Gefühlswelt etabliert hat. So muss ich Tag für Tag damit leben, dass ich Dinge tue, die mein Kopf mir erlaubt, die mein Herz aber nicht will. Wenn ich meinem Herzen folge,  renne ich grinsend in mein Verderben und reiße andere Menschen mit. Erst wenn ich meinem Herzen wieder trauen kann, ob es wirklich fühlt, dass etwas gut ist oder ob es doch nur wieder den narzisstischen Trieben folgt, kann mein Kopf etwas entspannen und ich meinem Herzen wieder folgen.

Familiärer Hintergrund

Als Kind von zwei Alkoholikern wurde in mir Urvertrauen nie ausgebildet. Gewalt und Gleichgültigkeit standen an der Tagesordnung. In der Scheidungsphase musste ich mit 8 Jahren viel zu jung Verantwortung für meine kleinen Schwestern übernehmen und so reifte ich wie ein holländische Tomate, sehr schnell zu einem offensichtlich sehr früh reifen Ergebnis, aber die wichtigsten Inhalte fehlten. Kritik an mir wurde nie geübt, denn meine Mutter war mehr mit sich und ihrer Suchtbekämpfung beschäftigt oder bei der Arbeit. Anerkennung musste ich mir immer irgendwo suchen.

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in die Sichtweise eines Narzissten geben. Bitte vergesst nicht: Es ist eine ernste Störung die viel zu oft im (Frei-)Tode endet, weil der Narzisst darunter mindestens so sehr leidet wie sein Umfeld. Im Gegensatz zu diesem muss er eingesperrt mit seinem kranken Geist in seinem Körper leben.

Jedem von Euch, der unter einem narzisstischen Partner leidet, kann ich nur den Rat geben: Wenn er oder sie sich nicht helfen lässt, dann geht, seid es Euch selbst wert. Seid hart, ehrlich und offen, wenn sie oder er Euch schaden. Seid aber auch verständnisvoll und geduldig, wenn es eure Kraft und Liebe zulässt und Besserung in Sicht ist – aber NUR dann…“

Siehe auch:

Nie wieder verletzt werden: Ein Blick ins Herz eines Narzissten

Der Mann meines Lebens ist ein Narzisst

Ein Sehnen, unstillbar brennend und tief wie das Meer

Erlösung durch Liebe ist von außen unmöglich 

Ich kann’s nicht ertragen, nochmal zu versagen

Herz, ich verlasse dich…

Ein Haus im Himmel, ein Garten im Meer … eine Stimme verstummt …

Aus Youtube 

 

Ein Haus im Himmel

ein Garten im Meer

in der Brust eine Lerche

Aufbruch in ein neues Leben

*

Sehnsucht nach den Sternen

ein Vogel-Herz schlägt

dein Bett eine Insel

Sonnenuntergang

*

Zeit und Stille

Schreie und Lieder

Himmel und Küsse

eine Stimme verstummt

*

Geboren aus deinem Lachen

aufgewachsen in deinen Tränen

Leben in deinem Schatten

sterben in deinen Armen

*

Zeit und Stille

Schreie und Lieder

Himmel und Küsse

eine Stimme ist verstummt

*

Ein Haus im Himmel

ein Garten im Meer

in der Brust eine Lerche

Aufbruch in ein neues Leben

*

Sehnsucht nach den Sternen

ein Vogel-Herz schlägt

dein Bett eine Insel

Sonnenuntergang

*

Zeit und Stille

Schreie und Lieder

Himmel und Küsse

eine Stimme ist verstummt

*

eine Stimme ist verstummt

eine Stimme ist verstummt….

 

Herz, ich verlasse dich…. weil du mich zerbrichst…

oh, ich liebe dich

du bist die welt für mich

doch ich verlasse dich

weil du mich zerbrichst

*

herz, ich kann nicht mehr

es schmerzt allzu sehr

glaube dir nicht mehr

wünsch‘ mir nähe her

*

alles könnte ich

alles würde ich

tun für dich

wärst du da für mich

*

bitte zeige dich

zeig mir dein Gesicht

bitte flüchte nicht

dreh dich um für mich

*

dreh dich um und sei

einfach du – ganz frei

mach ein End‘ dem Leid

jetzt und alle Zeit…

 

gla 2017

Loszulassen macht frei – aber wie soll man das bloß hinbekommen?

Dieser Blog wurde übernommen aus dem Blog „Der Sinn des Lebens: sei glücklich“ und geschrieben von Claudia Klein. Er ist eine wunderbare Umsetzung des Buches „The Work“ von Byron Katie und ist eine große praktische Hilfe.

*

Du suchst nach Möglichkeiten und Tipps zum Loslassen? Du weißt, dass es besser ist, wenn du loslässt, aber irgendwie fehlen dir noch ein paar Ideen, wie du das am besten machen kannst? Dann lies jetzt weiter und suche dir die besten Tipps zum Loslassen aus.

Lasse dich ein wenig inspirieren und probiere die einzelnen Tipps aus. Du wirst eine sofortige Erleichterung in dir spüren. Loslassen ist auch nur eine Entscheidung, die du treffen musst und die kein anderer für dich treffen kann.

1.Tipp:  Werde dir bewusst, was dich festhält

  • Partner
  • Eltern
  • Großeltern
  • Geschwister
  • Kinder
  • bestimmte Situation
  • Perfektionismus
  • die Kontrolle über dein Leben oder anderer
  • ein Konflikt (meist mit sich selbst)
  • Verletzungen
  • Kränkungen
  • Ungerechtigkeiten
  • Unzufriedenheit
  • Unsicherheit
  • Leid und Schmerz
  • Schuldgefühle
  • Wut
  • Abhängigkeit
  • Sehnsucht
  • Gedankenmuster
  • Verhaltensmuster
  • Ansehen
  • Krankheit
  • Eigentum (Haus, Boot, Auto…)
  • Geld
  • Job
  • Vorstellungen wie etwas zu sein hat

2.Tipp:  Schreibe dir jetzt alle Dinge auf, die du nicht loslassen kannst

Schau genau hin und achte auch auf die Dinge, die dir jetzt noch fehlen. Oft ärgern wir uns über Situationen, die noch nicht eingetreten sind und bemerken aber gar nicht, dass wir in genau diesem Punkt eisern an der Sicherheit festhalten und einfach nicht loslassen können.

3.Tipp:  Jetzt nimm dir jeden einzelnen Punkt vor und frage dich warum du diesen nicht loslassen kannst

Beginne mit dem Punkt, der dich ständig begleitet und der am größten ist, der dich stört und der bereits dein Leben beherrscht. Meistens verbirgt sich die Angst dahinter, die dich lähmt und dich am loslassen hindert. Beispiele für Ängste sind:

  • Angst vor dem Alleinsein
  • Angst es nicht zu schaffen
  • Angst die Erfüllung der anderen nicht gerecht zu werden
  • Angst vor Enttäuschung
  • Angst vor der Antwort
  • Angst vor Ablehnung
  • Angst nicht verstanden zu werden
  • Angst nicht zu genügen
  • Angst vor der Absage
  • Angst sein Ansehen zu verlieren
  • Angst vor Armut
  • Angst vor dem Tod
  • Angst kein Job mehr zu bekommen
  • ….

4.Tipp:  Hinterfrage, warum du nicht loslassen kannst und was dir Angst macht. Was befürchtest du,  was eintreten könnte, wenn du diesen Punkt loslässt?

Oft sehen wir die Dinge übertrieben schlimm an und befürchten den absoluten Zusammenbruch. Wir wissen, wie es anderen in unserer Situation ergangen ist oder wir werden an unsere eigenen Pleiten und Pannen erinnert.

Hinterfrage genau und schaue woher diese Angst kommt, meistens haben wir sie nur übernommen und dann leben wir nach diesen Vorgaben. Tiefe Glaubenssätze bestimmen unser Leben und hindern uns am Erfolg? Beim Hinterfragen ist The Work von Byron Katie eine echte Hilfe. Probiere es einfach mal aus.

5.Tipp:  Nun sieh dir die andere Seite davon an und schreibe auf, was du gewinnen kannst, wenn du die Dinge loslassen kannst

Werde dir bewusst, was dich alles erwartet, wenn du die Situation, den Gedanken, den Partner, das Haus, den Job, die Krankheit….loslassen kannst. Welche Gefühle kommen in dir auf und wo siehst du dich, wenn das alles dir nicht mehr im Wege steht. Schreibe deine Geschichte neu und schreibe sie so, wie sie dir gefällt.

6.Tipp:  Jetzt fühle hinein und schau dir das Leben an, das du in ein paar Jahren leben wirst, wenn du weiter an den Dingen festhältst.

Nimm dir genügend Zeit dafür, auch wenn es unangenehm wird. Mache dir sichtbar, was du damit herbeirufst und fühle den Kloß im Hals, die Enge in der Brust, das Stechen im Herz, das unangenehme Gefühl im Bauch, den Schmerz im Kopf…

Dadurch machst du dir bewusst, was ist und was immer sein wird, wenn du weiter darin badest und nicht loslassen kannst. Das erleichtert wiederum, endlich los zulassen.

7.Tipp:  Jetzt fühle hinein und sieh dir das Leben dir an, das du in ein paar Jahren haben wirst, wenn du die Dinge loslässt…

Nimm dir auch hierfür wieder genügend Zeit. Spüre hinein in dein neues Leben: Welche Gefühle kommen in dir auf? Was kannst du alles erreichen und was liegt dir zu Füßen? Welche große Freude verspürst du in dir? Welches Glück wartet auf dich?

Das zeigt dir, wie dein Leben aussehen kann und wo du in ein paar Jahren stehen wirst, wenn du die Dinge loslassen kannst. Das motiviert dich und du kommst in eine  gute Stimmung, die dich zum Handeln auffordert.

8.Tipp:  Jetzt werde dir klar darüber, dass Loslassen die bessere Variante ist.

Wenn du dir die Dinge näher vor Augen führst und sie hinterfragst, erkennst du leichter, was du dir selbst antust und dann kannst du es kaum erwarten, endlich los zulassen. Loslassen findet in deinen Gedanken statt. Entschließt du dich los zulassen, wirst du dich frei und glücklich fühlen.

9.Tipp:  Loslassen und glücklich sein und dich auf das freuen, was alles kommen wird.

Du allein musst die Bereitschaft dazu haben und dich entschließen die Aufgaben durchzuführen, dann kannst du auch loslassen. Loslassen kannst du lernen, wie alle anderen Dinge im Leben, wenn du dich dazu entschließt.

15036_476065655798837_1934062568_n@2013-05-04T18;29;01

Falls du jetzt noch wissen willst, wie du das am besten machst mit dem Loslassen, dass es auch wirklich funktioniert dann probiere folgende Techniken aus:

  • 1.) Spreche zu dir durch dein Spiegelbild

Du schaust dir tief in die Augen und sagst dir:

  • Ich lasse alle Widerstände und Gedanken los, die mich noch daran hindern und zweifeln lassen, dass es etwas wird mit dem Haus, dem Garten, der Liebe, dem Geschäft, der Versöhnung, dem Reichtum….

Du setzt das ein, was dir gerade im Wege steht und was du nicht loslassen kannst.

Das Ganze wiederholst du mehrmals, und die ganze Zeit schaust du dir dabei tief in die Augen. Du wirst eine direkte Veränderung bemerken und es spüren und in deinen Augen sehen, wie dich ein Gefühl von Freude und Gelassenheit umgibt und einhüllt. Du wirst einen Seufzer machen und dich gleich viel besser fühlen.

Nun sprich wieder zu dir und schau dir weiterhin tief in die Augen und sage dir, was du jetzt in deinem Leben vorfinden möchtest. Also zum Beispiel:

  • Mein Geschäft läuft jetzt Tag täglich immer besser und ich weiß, dass ich reichlich belohnt werde für meine Arbeit.
  • Ich danke dem Leben, dass ich in den nächsten Tagen auf den Partner treffen werde, der zu mir passt.
  • Ich danke für die Liebe meines Lebens, die mir in den nächsten Tagen über den Weg läuft.
  • Ich danke und freue mich über das tolle Angebot in den nächsten Tagen ( Job, Haus…).
  • Ich weiß und danke dafür, dass ich mein Haus noch in diesem Jahr finden werde.
  • Ich freue mich über die Hinweise, die mir helfen das zu tun, was mich weiterbringt.

Du nimmst sozusagen Kontakt mit dir selbst auf und schaffst es so die Dinge schneller los zulassen.

  • 2) Lasse deine Gedanken durch einen Baum los

Lege deine Handflächen an dem Stamm des Baumes, sieh dabei nach oben und sage:

  • Ich lasse alle Widerstände und Gedanken los, die mich noch daran hindern und zweifeln lassen, meinen Traum zu leben.

Vertraue darauf und spüre durch deine Hände die Energie des Baumes, die Macht des  Universum und das Erreichen deines Zieles.

Sprich diesen Satz wieder mehrmals und achte darauf, dass du dich frei fühlst und nicht beobachtet. Dann teile dem Baum mit, was du in den nächsten Tagen in deinem Leben vorfinden möchtest.

  • Ich danke dir für die Erfüllung meines Traumes, dass ich der Liebe meines Lebens in den nächsten Tagen begegnen werde.
  • Ich danke für all das Glück, was mir in den nächsten Tagen zu Gute kommt.
  • Ich danke dir und bitte dich um weitere Hinweise, wie ich meinen Verkauf noch steigern kann.
  • Ich danke dir und bitte dich noch heute um einen Hinweis, der mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
  • Ich bin bereit jetzt mein Leben zu genießen.

Du gehst dann erleichtert nach Hause und freust dich, dass du die Dinge jetzt so leicht loslassen konntest.

  • 3.) Übergebe dem Wind die Gedanken und Widerstände

Eine angenehme und sehr inspirierende Art ist es dem Wind das zu übergeben, was du nicht lösen kannst. Also gib alle Widerstände und Gedanken dem Wind mit, die du loslassen möchtest. Du fühlst dich schnell sehr befreit und erleichtert.

  • 4.) Flaschenpost

Schreib alles auf, was du loslassen möchtest, übrgib es dem Wasser und glaube fest daran, dass es sich erfüllt.

  • 5.) Lagerfeuer

Du schreibst wieder alles auf und verbrennst das, was du loslassen möchtest. Denke daran, dass dein Wunsch in Erfüllung geht, so wie du ihn loslässt.

  • 6.)   Rausatmen

Werde dir bewusst, was du loslassen möchtest, lass das Alte entweichen, indem du kräftig ausatmest und eine Schwimmbewegung nach hinten machst. Hole das Neue herrein, indem du tief einatmest und deine Hände vor deinen Bauch zusammenlegst, als würdest du schwimmen wollen.

Und noch einmal von vorn, beim einatmen führst du deine Hände wieder vor deinem Bauch zusammen.

Du schiebst und atmest sozusagen das Alte von dir und lässt es los. Ich finde, das ist eine ganz einfache und schnelle befreiende Lösung etwas loszuwerden.

  • 7.)   Schrei der Befreiung

Geh in den Wald und schreie raus, was du loslassen möchtest, wovon du dich befreien möchtest. Manchen Menschen tut das mal ganz gut, gerade denen, die sonst sehr ruhig und zurückhaltend sind und sich nicht trauen das zu sagen, was sie wirklich wollen.

  • 8.)   EFT

EFT ist eine hervorragende Technik von der du dich super schnell von etwas lösen kannst und die dir sofortige Entspannung liefert.

  • 9.)   The Work

Die 4 einfachen Fragen von Byron Katie ist eine sehr gute Technik dein eigenes Denken zu hinterfragen.

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagierst du (was passiert in dir), wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne den Gedanken?

Schaue dir einfach mal paar Videos auf Youtube an und entscheide ob diese Technik dich weiterbringt.

  • 10.) Meditation

Meditation ist eine Art sehr gut wieder zu sich selbst zu finden. Es muss nicht immer eine geführte Meditation sein, höre auch mal hier rein: Positive Energy Boost.

Das Angebot ist riesig und nicht jede Meditation ist für jeden ansprechend und eine Meditation zu finden, wo du dich von der Stimme und dem Klang angezogen fühlst ist nicht einfach. Nimm dir ein wenig Zeit, um das Beste für dich zu finden.

  • 11.) Beten

Beten geht immer und das hat nichts mit Kirche zu tun. Du musst keinen Gott anbeten, an den du nicht glaubst. Bete zu dem, wozu du dich hingezogen fühlst, sei es das Universum, die innere Macht, das Unsichtbare, der Stern, die Sonne, der Mond, deinem Gott, deine Schöpferkraft… bete zu dir selbst.

Frage deine innere Stimme und bitte sie um Hilfe. Du wirst Antworten erhalten in Form von Impulsen und Hinweisen. Warte nicht darauf, dass eine Stimme dir etwas sagt. Wenn du dich eine Weile damit auseinandersetzt, wirst du einen Weg finden, der dich befreit und der dir hilft beim loslassen.

Weitere Unterstützung zum Loslassen liefern dir die beiden folgenden Techniken:

  • 12.) Hypnose
  • 13.) Aufmerksamkeitstraining

317078_283924121642562_100000749282205_963935_981616513_n@2011-11-15T19;02;46

Das sind nur einige Möglichkeiten, die du zur Unterstützung anwenden kannst, um noch besser los zulassen. Das einzig wichtige daran ist, dass du etwas wählst, was dich anspricht und wobei du dich wohlfühlst.

Am Anfang wird es vielleicht nicht gleich so klappen, wie du es dir erhoffst. Doch alles was noch nicht so klappt, dass kannst du ausbauen und nach weiteren Möglichkeiten suchen und das solange bis es für dich zufriedenstellend ist. Bleibst du dran, wirst du von Mal zu Mal immer besser loslassen können.

Das schöne im Leben kann nur kommen, wenn du bereit bist, es auch zu empfangen. Also lasse das Alte los, dass das Neue kommen kann.

Lerne zu vergeben, vor allem dir selbst. Es bringt dich nicht weiter, wenn du nicht vergeben kannst. Im Gegenteil: Du spürst  die Kränkung immer wieder auf’s Neue. Lerne loszulassen und werde glücklicher denn je.

Je tiefer du dich bereits in den Strudel negativer Gedanken hineingesteigert hast, desto mehr Zeit und Anstrengungen musst du aufbringen, um wieder an die Oberfläche zu kommen. Doch auch das schaffst du. Du musst nur bereit dazu sein.