Kategorie: love & lights

For heart & soul
Für Herz und Seele

Haiku zur Apfelblüte

Haiku ist eine sehr alte japanische Form des Gedichts. Bei einem Dreizeiler enthält Zeile eins 5, Zeile zwei 7 und Zeile drei wieder 5 Silben. Da die japanische Sprache sich jedoch sehr von unserer unterscheidet, ist diese Regel nicht unbedingt bindend.

Faszinierende Wölfe: Lady und ihre Brüder werben

Still liegt das weitläufige Gehege des Wildfreigeheges Wildenburg im kalten Dezemberregen. Man kann das abschüssige Gelände unter den hohen Bäumen nur teilweise einsehen. Es gibt einen großen, steinigen Hügel, einige Mulden, eine Höhle und ein Holzhäuschen für die Gerätschaften der Pfleger. Einige Dutzend Menschen warten in der Dämmerung am Zaun, fröstelnd im unangenehmen Wind. Soeben hat der junge Mann mit den lodernden Augen in Camouflage-Kleidung Fleischbrocken im Gelände verteilt.

Hhhhschschsch… es ist wie ein schneller, kurzer Windhauch; mehr ist nicht zu hören, als die vier aus dem Nichts herbeistürmen. In Windeseile und lautlos verzehren sie die Brocken – nach nicht mal zwei Minuten ist alles vorbei. Danach beginnt das Nachsuchen – und die kleine Chance, bei schwindendem Licht ein paar halbwegs scharfe Fotos zu machen. Die Wölfe selber übersehen die Zuschauer. Sie interessiert nur das Fleisch.

Immer mehr der grauen Jäger wandern nach Deutschland ein, versuchen, sich zu etablieren und geraten unweigerlich in Konflikt mit den „Platzhirschen“. Menschliche Jäger und Landwirte kämpfen erbittert gegen die Vierbeiner, auch wenn diese durchaus auch Mäuse und anderes Kleingetier fressen, nicht nur Schafe, Reh- und Rotwild. Bis man sich miteinander arrangiert haben wird, und beispielsweise Schafzüchter bereit sein werden, mit entsprechend trainierten Hunden sowie Zäunen für ihre Herden zu sorgen, wird es noch ein weiter Weg.

Das Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld im Naturpark Saar-Hunsrück arbeitet seit einigen Jahren an konsequenter Aufklärung. Dort lebt ein kleines Rudel europäischer Wölfe. Die drei Rüden und ihre Gefährtin „Lady“ wurden von Hand aufgezogen, leben aber jetzt mehr als halb wild in einem großen Freigehege. Lady ist sterilisiert, aber nicht kastriert, damit ihr Verhalten dem einer Wölfin zwar entspricht, sie sich aber nicht fortpflanzen kann.

Immer wieder veranstaltet das Freigehege (in dem es auch ein Wildkatzen-Zentrum gibt), Aufklärungsveranstaltungen. Bei Vollmond etwa wird regelmäßig zum Wolfsgeheul eingeladen. Das Rudel heult sich allabendlich „zusammen“, bevor die vier sich zur Ruhe legen. Bei solchen Veranstaltungen ist ein kundiger Experte anwesend, der für Fragen zur Verfügung steht und mit Vorurteilen aufräumt.

Auch die allabendlichen Fütterungen in der Dämmerung können beobachtet werden (wegen Corona ausgesetzt). Um möglichst viele Menschen anzusprechen, werden die Wölfe im Rahmen anderer Veranstaltungen mit beworben, so wie beispielsweise beim Weihnachtsmarkt. Und eines ist sicher: Die Tiere sind ein faszinierender Anblick.

Als alle Besucher gegangen sind, streicht nur noch Lady am Zaun entlang. Lucy, die BGS-Hündin auf der anderen Seite, wird unruhig, jault und grollt, möchte spielen. Für einen kurzen Moment reagiert die Wölfin: Die gelben Augen mustern ihre domestizierte Schwester, Lady macht einen lustigen Bocksprung, als habe auch sie Lust auf ein Spiel.

Dann ist es vorbei. Die Wölfin dreht ab und verschwindet im Dunkel. Lucy muss der Leine nach Hause folgen.

Siehe auch: Isegrims Familienleben – Besuch beim Wolfsrudel Kempfeld

Krankhaftes Lügen: Ursachen und Symptome

Schon mal jemanden getroffen, der Ihnen Stückchen von Sicherheitsglas unter die Nase hält und steif und fest behauptet, das seien wertvolle Edelsteine? Oder jemanden, der behauptet, Krebs mit Hilfe von Kraftplätzen heilen zu können, die er im Universum über Google Earth findet? Oder jemanden, der ein Nahtoderlebnis nach einem Unfall hatte, danach ein Jahr im Wachkoma lag, anschließend ausgewandert ist und da einem nächtlichen Mordanschlag gerade so entronnen ist? Oder jemanden, der einen Quantanamo-Häftling kennt und eine lange Geschichte über dessen Lebensumstände schreiben konnte? Wobei Sie wohlgemerkt, weder Beweise bekommen, worum es sich bei den Edelsteinen handelt, noch, ob die Krebskranken geheilt sind, ob der Unfall, das Wachkoma oder der Mordanschlag jemals stattgefunden haben, ob es den Qantanamo-Häftling überhaupt gibt?

Wahrheit oder Lüge?

Frei erfunden oder psychotische Wahrnehmung?

Narzissmus, Psychopathie und/oder krankhaftes Lügen?

Psychomeda.de stellt Kriterien bereit, an denen man krankhafte Lügner erkennt:

Krankhaftes Lügen (Pseudologia Phantastica) bezeichnet eine extreme Form des Lügens, bei der es den Betroffenen vor allem darum geht, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Der Begriff wurde von dem Schweizer Psychiater Anton Delbrück im Jahr 1891 geprägt. Umgangssprachlich werden auch die Begriffe „Münchhausen-Syndrom“ und „Hochstapler“ verwendet.

Im Vordergrund der Pseudologia Phantastica steht die dramatische Selbstdarstellung gepaart mit einem gesteigerten Geltungsbedürfnis. Es werden Geschichten erzählt, die manchmal unwahrscheinlich klingen – jedoch häufig einen wahren Kern enthalten. Diese Geschichten werden immer weiter ausgestaltet und entwickeln dabei eine starke Eigendynamik. Die Pseudologen steigern sich oft so sehr in ihr Lügengebäude hinein, dass sie selbst anfangen, an die erfundenen Ereignisse zu glauben. Anders als bei Notlügen finden sich keine aktuellen äußeren Anlässe, die das Verhalten erklären.

Charakteristisch für krankhafte Lügner sind ein gutes Gedächtnis, ausgeprägte schauspielerische Fertigkeiten und überdurchschnittliche verbale Fähigkeiten sowie ein sympathisches, gewinnendes Auftreten. Den Pseudologen geht es darum, sich dramatisch vor Publikum in Szene zu setzen und große Aufmerksamkeit zu erzielen. Nicht selten wird dafür bewusst ein besonders gutgläubiges „Publikum“ ausgewählt. Heute gilt die Pseudologia Phantastica daher als Symptom der narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Typisch sind komplett erfundene Lebensläufe und Schicksale mit folgenden Inhalten:

  • Es wird behauptet unter einer schweren Krankheit (Krebs) zu leiden oder diese überstanden zu haben
  • Krankhafte Lügner stellen sich gerne als Opfer oder als Angehörige von Opfern von Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder ähnlichem dar
  • Es wird von Verfolgung und anderen schrecklichen Erlebnissen berichtet, die aber nie selbst erlebt wurden
  • Es wird behauptet, das uneheliche Kind einer berühmten Persönlichkeit zu sein
  • Es wird von Doktoren- und Adelstiteln fantasiert

Die Lügengeschichten der Pseudologia Phantastica sind recht einfach von Wahnvorstellungen und Halluzinationen abzugrenzen. Sie sind weder bizarr wie z.B. schizophrene Wahnvorstellungen, noch basieren sie auf falschen Wahrnehmungen (Stimmenhören). Werden krankhafte Lügner mit den Fakten konfrontiert, gestehen sie entweder schnell ein, dass ihre Aussagen falsch waren oder brechen den Kontakt ab.

Erkennungszeichen für krankhaftes Lügen

  • im Vordergrund steht die dramatische Inszenierung vor Publikum oder die Inszenierung als Opfer
  • die Aussagen widersprechen den Fakten
  • es gibt keine Zeugen
  • Ausweichen bei konkreten Nachfragen
  • die Geschichte kann nicht mit chronologischen Sprüngen erzählt werden
  • Inhaltliche und chronologische Widersprüche zwischen den Versionen

Hinweise, die für die generelle Glaubwürdigkeit einer Person sprechen:

  • psychisch stabil / keine psychischen Störungen
  • hohe Werte für Gewissenhaftigkeit (siehe Big-Five-Persönlichkeitstest)
  • keine früheren Falschaussagen
  • Religiosität, die z.B. das Lügen verbietet
  • kein Drogenmissbrauch

Realkennzeichen beziehen sich auf die Glaubhaftigkeit einer konkreten Aussage. Hinweise für die Glaubhaftigkeit einer konkreten Aussage (positive Realkennzeichen):

  • Geschehen wird detailreich und sprunghaft erzählt (nicht auswendig gelernt)
  • Ungewöhnliche Details, z.B. eine Schlafzimmertür lässt sich nur von außen abschließen, nicht von innen.
  • Der Person fehlen für bestimmte Handlungen die Worte, z.B. wenn ein Kind den Geschlechtsverkehr nicht benennen sondern nur umschreiben kann.
  • Geschehen kann konsistent in unterschiedlicher Struktur und mit anderen Wörtern wiederholt werden.
  • Typische Erinnerungslücken, typische Verfälschungen (die es bei auswendig gelernten Geschichten nicht gibt), Erinnerungsfetzen fallen erst später ein
  • Schilderung mit unbewussten Reflexen, z.B. wenn sich ein Kind bei der Schilderung des schmerzhaften Analverkehrs unbewusst an den Po fasst
  • Schilderung belastet das Opfer – entlastet den Täter
  • Schilderung von eigenen Emotionen, Zweifeln und Unsicherheit
  • Anschauliche Schilderung von Körperempfindungen (z.B. Und dann ist mir der Fuß eingeschlafen)
  • Schilderung enthält wörtliche Zitate bzw. direkte Rede

Wer sich mal selbst überprüfen möchte, kann hier einen kostenlosen Persönlichkeitstest machen.

Das Stangl-Lexikon erläutert: Schuldgefühle sind beim Pseudologen aber eher selten, denn sein Verhalten zielt auf narzisstischen Gewinn. Pseudologen schlüpfen dabei häufig in verschiedene Rollen, von denen sie sich Anerkennung und Zuwendung ihrer Mitmenschen erhoffen. Werden Pseudologen als Lügner entlarvt, brechen sie einfach den Kontakt zu diesen Menschen ab und wenden sich anderen zu.

Pseudologen kommt dabei zugute, dass viele Menschen bereit sind, ihnen ihre oft phantastischen Geschichten zu glauben, denn es schmeichelt vielen, solche Menschen zu kennen, die Ungewöhnliches, Aufregendes oder auch Schlimmes erlebt haben. Die Anerkennung, die Pseudologen genießen, strahlt dabei nicht selten auf das Umfeld aus, das daher die aufgetischten Lügengeschichten gar nicht hinterfragen möchte. Schließlich setzt die Pseudologia fantastica immer zwei Menschen voraus: Den Lügner und den, der, der sich belügen lässt. Man findet daher nicht selten im Umfeld von Pseudologen Formen einer Co-Abhängigkeit.

Im Übrigen zeigen fast alle Pseudologen eine ausgeprägte Fantasiebegabung, in manchen Fällen auch verbunden mit überdurchschnittlicher Intelligenz. Die Ursachen der Pseudologie liegen oft in kindlichen Entbehrungen, die die Betroffenen mit Hilfe ihrer Lügengeschichten kompensieren wollen, wobei das Lügen oft einer seelischen Entlastung in Situationen dient, die der Pseudologe nicht anders bewältigen kann.

Kurioses: Bei dem Vergleich der Gehirnscans von drei Gruppen, 1. Erwachsenen, die wiederholt gelogen hatten, 2. Personen, die an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung litten, aber nicht besonders häufig logen, und 3. Menschen, die weder antisoziales Verhalten zeigten noch gewohnheitsmäßige Lügner waren, zeigte sich, dass die Lügner ein mindestens zwanzig Prozent größeres Volumen an Nervenfasern im präfrontalen Cortex hatten. Das lässt darauf schließen, dass die Gehirne notorischer Lügner stärker vernetzt sind, bzw. es ist möglich, dass sie zum Lügen prädestiniert sind, weil sie sich leichter Lügen ausdenken können. Eine Kausalität lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Auch Menschen mit einer Psychose können wie chronische Lügner wirken. Psychosen haben jedoch grundsätzlich andere Ursachen und Symptome. So können sie ausgelöst werden etwa durch Hirntumore, Demenz, MS, Stoffwechselstörungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Psychotische Menschen fühlen sich häufig verfolgt, manche hören Stimmen, andere leiden unter Größenwahn, halten sich für bedeutende Persönlichkeiten, Menschen, die Zugang zu geheimem Wissen haben, oder Gedanken lesen können. Viele fühlen ständig zu Unrecht angegriffen und haben veränderte Körperwahrnehmungen.

Im Unterschied zu „einfachen“ notorischen Lügnern, die eloquent sind und ein gutes Gedächtnis haben, ist bei Psychotikern jedoch das Denken häufig verlangsamt oder zerfahren, sie grübeln immer wieder über bestimmte Themen nach, sind sehr nachtragend, springen in ihren Gedanken hin und her, konstruieren eigene Wortschöpfungen.

Antrieb und Konzentrationsfähigkeit von Psychotikern können eingeschränkt sein. Auch psychomotorische Symptome wie starke Unruhezustände oder vorübergehende körperliche Bewegungslosigkeit sind möglich. Viele Psychotiker ziehen sich mehr und mehr von der Außenwelt zurück. Oft treten zudem Stimmungsschwankungen auf. Manche Betroffene leiden unter Ängsten oder Depressionen. Häufig können sie ihren Alltag ohne fremde Hilfe nicht mehr bewältigen.

Zu möglichen Frühsymptomen zählen beispielsweise:

  • sozialer Rückzug
  • Probleme bei der Bewältigung des Alltags
  • Unruhe, Angstzustände, Depressionen
  • mangelnde Lebensfreude
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Verlust des Antriebs und der Leistungsfähigkeit


Wenn ein Herz bricht, wird es grau und leer: Keine Chance für eine neue Liebe

Wenn ein Herz bricht, geschieht das lautlos.

Kein Erdbeben, kein Knall – kein Geräusch.

Es ist ein sehr dehnbarer Muskel, das Herz. Zuerst entflammt es: Das kann in Sekunden-Bruchteilen passieren. Wenn es entflammt, dehnt es sich aus, wird weit und fließt vor Zärtlichkeit über. Es sieht seinen Lieblingsmenschen in den schönsten Farben, bewundert ihn, freut sich über jedes Wort, jede kleine Geste, tanzt innerliche Freudentänze und durchpumpt den Körper mit heißem Blut. Das Herz fühlt sich jung, voller Zuversicht, voller Tatendrang.

Einmal entflammt, will es lieben, das Herz. Mit aller Kraft, die in ihm steckt, will es sein Gegenüber verstehen, begleiten, beschenken – berühren, mit ihm verschmelzen…

Vor lauter Liebe wächst das Herz über sich hinaus. Es überzeugt den Verstand, Dinge zu lernen, für die er sich vorher nie interessiert hat, Aussagen zu glauben, die er sonst skeptisch betrachten würde, Hindernisse aller Art als überwindbar zu betrachten. Das Herz will vereint sein mit seiner Flamme, also liebt es, glaubt und hofft und wartet.

Es wartet, auch wenn es lange dauert. Es hofft, auch wenn die Schwierigkeiten zunehmen. Es glaubt, auch wenn die Ausreden dünner werden, die Ausweichmanöver durchsichtiger, das Ziel sich immer weiter entfernt.

Es glaubt und hofft auch noch, wenn die Tränen kommen. Wenn sich die gebrochenen Versprechen häufen, der Glanz der bewunderten Person blättert, wenn diese gar nicht so genau verstanden werden und schon gar nicht verschmelzen will…

Ganz langsam wird es taub, das Herz, wenn der Glaube schwindet, und die Bewunderung auch. In Abständen schwillt es an – nun nicht vor Freude, sondern vor Schmerz. Es pumpt den Schmerz in den ganzen Körper, bis der so weh tut, dass Schmerzmittel nötig werden. Aber es hört nicht auf zu hoffen.

Zwischen Taubheit, Schmerzen und Tränen versucht das Herz jetzt, für sich zu kämpfen. Es argumentiert, debattiert, provoziert. Es überzeugt den Verstand, seine schärfste Waffe zu nutzen: Das Wort. Damit greift es an, nimmt den geliebten Menschen auseinander, versucht sogar, ihn zu verletzen, damit er wach wird und sieht, wie es dem Herzen geht.

Ganz langsam und lautlos schleicht die Gewissheit ins Herz, und es versteht: Es hat verloren.

Paradoxerweise wird er nun weniger, der Schmerz: Weil das Herz nicht mehr fühlen kann. Es versinkt in einem grauen, dicken Nebel, einem zähen Nebel, der den Farben allen Glanz nimmt und jede Sicht auf die Zukunft verstellt.

Tage, Wochen, Monate – Jahre kann das Herz so verharren. Manchmal will sie sich regen, die Hoffnung, dass doch noch alles gut wird. Aber nichts wird gut, und das Grau des Nebels wird zur Farbe des Alltags – so lange, bis das Herz glaubt, dass die Welt von Natur aus grau ist.

Es tut treu seine Arbeit: Pumpt Blut durch den Organismus, damit dieser weiter atmen und arbeiten kann. Manchmal holpert es, wird arrhythmisch, zieht und schmerzt durch die ganze linke Körperseite, nimmt den Atem – aber mit der Zeit wird das weniger. Das Herz zieht sich zusammen, wird klein, eng und hart.

Irgendwann kommt ein neuer Mensch mit roten Rosen. Sein Herz, frisch entflammt, pumpt wild und freudig in seinem Körper. Er will das graue Herz für sich gewinnen.

Dieses aber kann nichts fühlen. Eine weit entfernte Erinnerung zieht schmerzlich zuckend durch es hindurch: An die Liebe seines Lebens, die keine war und doch die einzige ist.

Dann schweigt es resigniert: So also ist es, gebrochen zu sein.

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Nachtrag: Aus einem Interview der Allgemeinen Zeitung Mainz mit dem Kardiologen Thomas Meinertz:

Kann man an einem gebrochenen Herzen sterben?

Meinertz: „Ja, bei einer Stress-Kardiomyopathie, dem Takotsubo-Syndrom. Gott sei Dank führt  diese akute Erkrankung des Herzens, die dem Herzinfarkt ähnlich ist, selten akut zum Tod. Die Stress-Kardiomyopathie besteht in einer Störung der Herzmuskelfunktion durch akute physische oder psychische Belastung. Der Stress schädigt dabei direkt die Herzmuskulatur, ohne dass die Herzkranzgefäße betroffen sind – im Gegensatz zum Herzinfarkt, bei dem die Herzkranzgefäße eingeengt oder verschlossen sind.

An gebrochenem Herzen kann man durch einen plötzlichen Herztod, also rasche Rhythmusstörungen, oder Kammerflimmern, aber auch durch eine Herzmuskelschwäche sterben.“

Blutmond 2018: Mystisches Schauspiel am hochsommerlichen Himmel

Als es vor einigen Jahren schon einmal  eine sommerliche Mondfindernis gab, war ich gerüstet. Stativ, Videokamera, alles stand bereit – und dann – just in dem Moment, wo es spannend wurde, kam die Liebe meines Lebens in bester Laune online, um mit mir bei  verbaler Florettfechterei einen angenehmen Abend zu verbringen.

Diesmal ist die Lage anders, ich habe alle Zeit der Welt. Eine tolle neue Kamera habe ich auch – also los.

Schon Stunden vor Beginn waren Stativ und Kamera schussbereit. Aber so ein Blutmond hat seine besonderen Tücken. Weil er ja den Erdschatten kreuzt, verliert er fast völlig seine sonst übliche Leuchtkraft. Nur ein dunkles Rot vor dem samtschwarzem Himmel ist zu sehen, und das auch noch so weit entfernt, dass frühstens ein dreihunderter Teleobjektiv eine Idee dessen vermitteln kann, was da am Himmel abspielt.

Am lebendigen Leib von den Mücken zerfressen gibt man sein Bestes, das Jahrhunderterlebnis zu dokumentieren. Sieht den Mars als roten Punkt ein Stück südlich des Mondes – keine Chance, mit beiden in einem Bild ein eindrucksvolles Erlebnis zu dokumentieren. Also habe ich die verschiedenen Mondphasen separat abgelichtet und eine kleine Hoffnung, die Lichter der Stadt darunter extra einfangen zu können, um auch mal eine dieser schönen Fotoshop-Montagen von so einem seltenen Ereignis herzustellen.

IMGL0801

Pech gehabt; es will mir nicht gelingen. Nach stundenlangem Warten habe ich noch einigermaßen gut erkennbar den roten Blutmond, sowie seine Rückverwandlung in unser normales Himmelsgestirn auf die Linse gebannt.

ABER: Ich habe Sternschnuppis gesehen und mir was gewünscht. Nun darf ich hoffen, dass das Gewünschte in mein Leben kommt. Das Kind in mir hat soeben beschlossen, dieses jetzt ganz fest zu tun und zu Bett zu schreiten.