Aus jeder Zeitung herauspicken, was man wirklich lesen will: Geht doch! Antwort

Na endlich hat es jemand kapiert: Das niederländische Startup von Co-Gründer Marten Blankesteijn, Blendle,  ist heute auch in Deutschland offiziell auf den Markt gekommen. Es bietet, was moderne Medienkonsumenten haben wollen: Artikel nach Wahl zu Centbeträgen aus den verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften ohne Abonnement.

Niemand muss mehr eine komplette Zeitung oder Zeitschrift abonnieren, nur um einzelnen, bevorzugten Themen zu folgen. Jetzt kann man ein Thema haben und dazu Artikel seiner bevorzugten Medien erwerben. Und es funktioniert. Über 100, zum Teil hoch renommierte Zeitungen und Zeitschriften sind bereits bei Blendle,  mehr, so der Gründer in seinem heutigen Blog, sollen dazu kommen.

In den Niederlanden hat das Startup innerhalb kürzester Zeit 400 000 vorwiegend jüngere Leser gewonnen. Das Handling ist denkbar einfach: Man registriert sich einmal (zurzeit gibt es 2,50 € Startguthaben) und kann dann aus dem Angebot Beiträge frei wählen, bzw. kaufen. Wer möchte, kann sich Empfehlungen der Blendle-Redaktion holen oder Freunden, bzw. Prominenten folgen, indem man nachvollzieht, was diese lesen.

Es gibt Apps für’s Handy, eine Facebook-Seite, einen twitter-Account und eine ganz einfache Bezahl-Methode: Man legt ein Benutzerkonto an und zahlt ein Guthaben ein. Davon werden die einzelnen Einkäufe abgebucht. Die Preise für die Artikel legen die Herausgeber fest, es geht in der Regel um Beträge weit unter einem Euro – Rückgabe bei Nichtgefallen inclusive.

„Trotz Facebooks „Instant Articles“ und Snapchats „Discover“-Tool bleiben die Verlage die Anbieter der Nachrichten. Die sozialen Netzwerke helfen ihnen lediglich, ihre Artikel einem größeren Publikum bereitzustellen, das sie allein nicht erreichen könnten“, sagt Marten Blankesteijn im Interview mit t3n. „Es gibt keinen Grund für uns, selbst Artikel zu verfassen: Es gibt genug großartigen Journalismus in Deutschland. (…)“

Blendle werde wirklich wegen der Qualität genutzt. „Anders als praktisch überall im Internet, kommen auf Blendle gut recherchierte und auch lange Geschichten außerordentlich gut an.“ Hier gebe es die Möglichkeit für Artikel, die sonst hinter einer Paywall versteckt seien, viral zu gehen.  Außerdem kommen Verlage mit dem dringend benötigten jüngeren Publikum in Kontakt – eine win-win-Situation. Das Ganze zu Preisen, die sich auch Azubis und Studenten leisten können – ein System, das i-tunes erfolgreich gemacht hat.

Marten Blankensteijn (Blendle)

Im Video-Interview mit turi2.tv (englisch) erklärt der Niederländer sein Konzept ausführlich.

Siehe auch:

Eine gute Geschichte ist immer eine gute Geschichte

Niedergang der Print-Medien: Kreativität in ganz neuen Strukturen notwendig

mit den dortigen zahlreichen Links

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