Wie sicher ist der Kauf von Goldbarren? Lagern in Fort Knox nur noch Fakes? Antwort

Indizien zu einem Gerücht, das seit Jahren kursiert, ging heute Spiegel Online nach. Einem Gerücht, das – sollte es wahr sein – in seiner psychologischen Wirkung gar nicht gefährlich genug eingeschätzt werden kann. Sind die Goldreserven in Fort Knox schon seit langem geplündert? Lagern dort statt dessem gefakte Goldbarren? Und: Wurde der IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn politisch ruiniert, weil er die Wahrheit darüber erfahren hatte und nicht schweigen wollte?

Es sieht ganz so aus, als ob es sich nicht nur um Gerüchte handelt, sondern um einen groß angelegten Betrug.

Aber der Reihe nach:

Die Bundestagsabgeordneten Philipp Mißfelder (l.) und Marco Wanderwitz haben nach dem Versuch, die deutschen Goldreserven in der Federal Reserve Bank, kurz Fed in Fort Knox zu sehen, jetzt auch bei der französischen Notenbank angeklopft, um die dort gelagerten deutschen Goldbestände zu besichtigen. Darauf habe sich Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem Brief an Mißfelder und Wanderwitz gewandt. In dem Brief schreibt der Bundesbanker, die Zentralbanken in Paris und London verfügten nicht über geeignete Räume für Besuche…

Das berichtet heute die Welt Weiter heißt es: „Bei Gold-Reserven ist direkte Verfügbarkeit entscheidend“, sagt Folker Hellmeyer, Chefökonom der Bremer Landesbank. Das Edelmetall sei eine „ultima ratio“ der Währungspolitik. Experten schätzen, dass nur ein Bruchteil der deutschen Edelmetall-Reserven im Inland liegt. Die Bundesbank selbst spricht davon, dass sich „gut zwei Drittel“ des Goldes außerhalb der Grenzen befinden. „Das hat sich historisch so entwickelt und ist betriebswirtschaftlich sinnvoll“, sagte ein Sprecher der Frankfurter Institution.

Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die fordert: “ Holt unser Gold heim!“ Zu den Erstunterzeichnern gehören neben Hellmeyer auch der FDP-Bundesbankabgeordnete Frank Schäffler und der Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel. Nach eigenen Angaben haben sich bisher mehr als 10.000 Personen der Initiative angeschlossen, darunter auch zahlreiche Prominente, aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Spiegel online berichtet nun heute erneut von der Aufforderung des Bundesrechnungshofes an die Bundesbank, mit den drei ausländischen Notenbanken (USA, Frankreich, England) ein Recht zur physischen Prüfung der Bestände auszuhandeln , da umstritten ist, ob die von der Bundesbank seit Jahren geübte Praxis ausreicht, sich lediglich auf eine schriftliche Bestätigung zu den Goldbarren durch diese zu verlassen.

Siehe dazu auch die ausführliche frühere Berichterstattung in diesem Blog, unter anderem: Wird die Inventur des deutschen Goldes zur Staatsaffaire?  Außerdem: Die Bundesbank hält den Prüfbericht über die deutschen Goldreserven zurück

Der Spiegel weiter:  „Mit der Umsetzung dieser Empfehlung hat die Bundesbank dem Bericht zufolge begonnen. Außerdem habe sie beschlossen, in den kommenden drei Jahren jeweils 50 Tonnen des bei der Fed in New York liegenden Goldes nach Deutschland zu bringen, um es hier einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. In dem Bericht sind mehrere Stellen geschwärzt. So geht aus dem Papier nicht hervor, wie viel Gold genau bei welcher ausländischen Notenbank liegt.

Die in der Bundesbank-Zentrale verwahrten Bestände bestehen dem Bericht zufolge aus 82.857 Barren, die überwiegend in verplombten Containern mit je 50 Barren lagern, die in vier separat verschlossenen Tresorboxen aufbewahrt werden. Ein Teil davon (6183 Barren) lagert demnach in offenen Regalen in einem separaten Tresor – der sogenannten Goldkammer. Zur Sicherung des Goldes heißt es in dem Bericht: „Der Tresoraußenverschluss steht unter Zweifach-, die Innenverschlüsse und die Goldkammer unter einem Dreifachverschluss.“

Im selben Artikel heißt es: „Tatsächlich halten sich zu dem Thema zahlreiche Verschwörungstheorien – so sollen die US-Goldreserven in Fort Knox seit langem geplündert sein.“

Das Magazin verweist dazu auf einen bereits vor einer Woche veröffentlichten eigenen  Artikel, in dem es wörtlich heißt: Das Wissen über die leere Schatzkammer kann gefährlich sein. Das musste Dominique Strauss-Kahn im Mai des vergangenen Jahres schmerzhaft erfahren, glaubt man jener von der schweizerischen Tageszeitung „20 Minuten“ zitierten Geschichte: Demnach wurde, so wisse es der russische Geheimdienst, der damalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht deshalb am New Yorker Flughafen verhaftet, weil ein Zimmermädchen ihn der Vergewaltigung beschuldigte – sondern weil Strauss-Kahn kurz zuvor erfahren hatte, dass Fort Knox tatsächlich leer ist.“

Besagte Tageszeitung berichtete am 20. Juni 2011 folgendes:

Das Gerücht, dass Fort Knox leer ist, taucht seit seiner Eröffnung 1935 in regelmässigen Abständen auf. In den 1970er Jahren kämpfte der republikanische Abgeordnete Philip Crane für einen Tag der offenen Tür in Fort Knox – und setzte sich durch. Am 23. September 1974 konnten zum ersten und bis dato letzten Mal zwölf Abgeordnete und 100 Journalisten das Depot betreten und den Goldschatz mit eigenen Augen begutachten. Die Filmaufnahmen (siehe Videolink im Bericht) bleiben bis heute die einzigen Bilddokumente des intimsten Innenlebens von Fort Knox.

Eine der Verschwörungstheorien ist die Vorstellung, die US-Regierung habe angesichts des riesigen Haushaltsdefizits angefangen, heimlich ihre Goldreserven abzustoßen. Nicht auszuschließen ist, dass der Abgeordnete (Ron Paul) auch über eine andere Geschichte gestolpert ist. Sie ist ebenso unglaubwürdig wie spektakulär, eine perfekte Vorlage für einen Agententhriller.

Demnach soll der russische Geheimdienst FSB in einem Bericht zu Händen von Premierminister Wladimir Putin behaupten, der Ex-Chef des IWF Dominique Strauss-Kahn (DSK) habe kurz vor seiner Verhaftung am 14. Mai erfahren, dass Fort Knox tatsächlich leer ist. Ein CIA-Informant habe ihm die brisante Information gesteckt, nachdem DSK sich bei der US-Regierung über eine ausstehende Überweisung von 191,3 Tonnen Gold an den IWF beklagt hatte.

Der französische Auslandgeheimdienst DGSE habe ihm daraufhin geraten, New York umgehend zu verlassen. Sein Handy sollte er im Hotelzimmer zurücklassen, damit dessen Signal seinen Aufenthaltsort nicht verrate. Im Flugzeug nach Paris habe er schließlich den fatalen Fehler begangen, das Hotel zu kontaktieren. Seine Bitte, ihm das Handy nachzuschicken, sei von den US-Geheimdiensten abgefangen worden, worauf ihn die Polizei am New Yorker Flughafen JFK in einer Maschine der Air France verhaften konnte. Dass die Sexgeschichte mit der Hotelangestellten eine Erfindung der US-Geheimdienste ist, versteht sich von selbst.“

Ob dies so unglaubwürdig ist wie der Spiegel meint, möge jeder nach der Lektüre der folgenden Zeilen für sich selbst beantworten…

Die vom Spiegel zitierte „andere Geschichte“ veröffentlichte die European Union Times am 31. Mai 2011:

Wie es im russischen Geheimdienstbericht an Wladimir Putin heißt, hatte Dominique Strauss-Kahn (DSK) seinen guten Freund, den ägyptischen Top-Banker Mahmoud Abdel Salam Omar gebeten, die Information der CIA zu überprüfen, wonach Fort Knox leer sei. Einen Tag später wurde er wegen Vergewaltigung verhaftet. Putin ließ daraufhin auf der offiziellen Website des Kreml als erster Staatschef der Welt feststellen, dass DSK einem politischen Komplott der USA zum Opfer gefallen sei.

Drei Tage nach der Verhaftung Strauss-Kahns stellte der US-Kongressabgeordnete Ron Paul den Antrag, die Goldreserven des Staates zu verkaufen, um den Schuldenberg zu reduzieren. Direkt angesprochen auf die Frage, ob Fort Knox vielleicht leer sei, habe Paul geantwortet, er halte das für möglich.

Die European Union Times verweist weiter auf einen Bericht bei Viewzone:

Im Oktober 2009 erreichte China eine Schiffsladung Goldbarren. Die Regierung bestand darauf, die Goldbarren auf Reinheit und Gewicht zu prüfen und ließ in jeden Barren vier kleine Löcher bohren. Der Schock nach der Untersuchung war groß: Es habe sich herausgestellt, dass es sich um Barren auf einer Wolfram-Kupfer-Legierung handelte, die nur mit Gold ummantelt waren. Die 5600 bis 5700 Fake-Barren hatten amerikanische Seriennummern und waren jahrelang in Fort Knox gelagert worden.

Als viele Gold-Experten annahmen, dass die Fälschungen aus China stammten, so Viewzone, habe sich die dortige Regierung an die Recherche gemacht und folgendes herausgefunden: Während der Zeit der Clinton-Regierung (also Robert Rubin, Sir Alan Greenspan und Lawrence Summers) wurden zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Barren dieser Größe und dieser Wolfram-Kupfer-Legierung gegossen. Davon wurden 640 000 mit Gold ummantelt und nach Fort Knox transportiert, wo sie bis dato blieben. Der Rest der Barren sei ebenfalls mit Gold ummantelt und auf dem freien Markt verkauft worden – entsprechend einem Wert von etwa 600 Milliarden Dollar.

Dan Eden, der Autor des viewzone-Artikels hat umfangreich weiter nachgeforscht und bringt etliche andere Nachrichten in Zusammenhang. So war am 2. Februar 2004 in der New York Times ein Artikel erschienen, in dem von der offiziellen Befragung eines Top-Managers der NYMEX; Stuart Smith, berichtet wird. NYMEX steht für New York Mercantile Exchange, die New Yorker Handelsbörse. NYMEX verwaltet alle Seriennummern und Echtheitszertifikate für physisches Gold, das jemals an der Börse gehandelt wurde und hat die Pflicht, alle Dokumente dazu dauerhaft aufzubewahren.  Stuart Smith trat von seinem Amt zurück, nachdem sein Büro verwüstet worden war – seitdem habe man nichts mehr von ihm gehört. Seltsamerweise, so Dan Eden, habe kein anderes Medium über den Vorfall berichtet.

Am 14. April 2004 berichtete Reuters, die NM Rothschild & Sons Ltd. London ziehe sich aus dem Börsenhandel zurück – inclusive dem Handel mit Gold. Dan Eden schließt daraus: „Sie wissen, dass ein Riesen-Skandal bevorsteht und wollen nicht hinein gezogen werden.“

Eden weiter: Im Sommer 2009 fragte die GATA ( Gold Antitrust Action Committee)  bei der Federal Reserve Unterlagen nach, die mit Gold Swaps zu tun hatten. Am 5. August schickte die Fed einen Bericht, der eigentlich hätte 173 Seiten lang sein sollen. 137 Seiten fehlten jedoch gänzlich und auf den verbleibenden waren zahlreiche Stellen geschwärzt. Jegliche weitere Auskunft wurde von der Fed verweigert.

Auch die Vorgeschichte der Wolfram-Kupfer-Barren hat Dan Eden untersucht: 2008 stellte sich heraus, dass Goldbarren im Wert von Millionen bei der Bank von Äthiopien gefälscht waren. Sie bestanden aus goldplattierten Wolfram-Kupfer-Barren. Die Dichte dieses Materials ist der von Gold sehr ähnlich, so dass die genormte Größe der Goldbarren und ihr Originalgewicht kaum von den Fakes abweichen. Die Produktionskosten sind vergleichsweise niedrig: Barren im Gold-Verkaufswert von 400 000 Dollar kosten in der Wolfram-Kupfer-Produktion gerade 50 000 Dollar. In diesem Zusammenhang wird auf einen kurzen Beitrag des deutschen Senders Pro 7 verwiesen, in dem eine Wolfram-Fälschung gezeigt wird.

Last, not least zitiert Viewzone einen Report von Kirby Analytics in Toronto. Danach hat die chinesische Zentralbank weitere gefakte Goldbarren in ihrem Bestand entdeckt. Sie seien über Goldhandelshäuser bezogen worden, hätten aber alle ihren Ursprung in den USA.

Sollte also, um an den Ursprung dieses Artikels zurück zu kehren, die Bundesbank nun wie geplant tonnenweise deutsches Gold auf Reinheit und Gewicht untersuchen und dabei herausfinden, dass Teile des Schatzes – oder gar der Ganze – nicht mehr vorhanden sind, würde das eine allgemeine Panik an den Goldmärkten hervorrufen. Die Folgen auch für die internationalen Währungen wären unabsehbar.

Und die Weltmacht Amerika stünde als Lügner und Betrüger da.

Siehe auch: Wo genau wie viel deutsches Gold liegt und warum es da bleiben soll und

Fort Knox – legendäre Festung: Was lagert wirklich in den Schatzkammern?

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Updates:

Deutsches Gold: Wenn aus Verschwörungstheorie Realität wird 

Chefs der betroffenen Zentralbanken: Wahres Gold liegt in den Herzen der Menschen

Gauweilers Sorge: Deutsches Gold könnte im Euro-Bürgschaftsfall gepfändet werden

Auch Brüderle will Gold nach Hause holen

Hat Deutschland noch die Verfügungsgewalt?

„The emperor has no gold“ 

Angriff auf den Goldschatz von Fort Knox

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