Börse: Der Sturm kommt näher 5

Seit dem letzten Wochenende hat sich die Situation in Europa entscheidend verändert: In Frankreich ist mit François Hollande ein sozialistischer Präsident an der Macht, desssen Legitimität im gesamten Volk bereits bei der Aufstellung als Kandidat per Umfrage – auch unter Nicht-Sozialisten – gesichert war. In Griechenland wurden die etablierten Parteien am selben Tag in Grund und Boden gewählt – jetzt versuchen sich die neu erstarkten extremem Gegner des Fiskalpaktes mit der Regierungsbildung. Von Neuwahlen am 17. Juni ist unter der Hand bereits die Rede.

Hintergrund dieser entscheidenden Neu-Orientierungen ist immer das Gleiche: Die Wähler sind nicht mehr bereit, sich rigiden Sparplänen zu unterwerfen, nur um eine Gemeinschaftswährung zu retten, die von Beginn an nicht richtig durchdacht war: Zu groß sind die wirtschaftlichen Unterschiede bis heute zwischen den Ländern, zu stark die Sparfolgen in den Geldbeuteln der Familien spürbar.

Inzwischen diskutiert man sogar in der bundesdeutschen Regierungskoalition offen einen „geregelten“ Austritt Griechenlands aus der EU-Währungsunion. Das wiederum schürt die Angst vor einem Domino-Effekt, an dem der Euro zerbrechen könnte.

Trotz aller Beruhigungsversuche der Bundesregierung gab es heute an der Börse deutliche Turbulenzen: Der Goldpreis sank in der Summe allein heute um mehr als 50 Dollar je Feinunze (siehe nebenstehenden Perma-Link), der Euro verlor deutlich gegenüber dem Dollar und der Dax  fiel zeitweise auf unter 6400 Punkte (klicken Sie zum Vergleich auf das nebenstehende Bild der Parkettkamera).

Was das im Einzelnen bedeutet, dass wir uns in einem Wirtschaftskrieg mit den USA befinden, und dass sich die Lage noch deutlich mehr zuspitzen wird, erläuterte zum Börsenschluss Mr. Dax Dirk Müller dem DAF-TV. Müller hält einen noch viel heftigeren Absturz der Rohstoffpreise und des Euro für möglich und glaubt, der Ausstieg Griechenlands sei bereits beschlossene Sache. Es gehe nur noch darum, den ESM in den Länder-Parlamenten durchzubringen, bevor Europa Griechenland fallen lässt.

In Deutschland soll die Abstimmung über den ESM, die ursprünglich am 25. Mai geplant war, nun verschoben werden.

5 Kommentare

  1. Ich setze auch drauf, dass der Goldpreis bald wieder nach oben geht, sobald sich die Situation mit der EU-Krise aufklärt. Eine stabilere Währung als Gold gibt es nicht. Aktuelle Kursentwicklungen von US-Dollar und Euro machen es ziemlich klar.

    • Das Gold fällt, weil der Dollar sich grade gefestigt hat und weil ganz allgemein die Investoren grade Geld aus allen Rohstoffmärkten abziehen. Es wird möglicherweise in den nächsten Tagen noch weiter fallen – ich sehe es als Gelegenheit, zu kaufen. Denn eins ist sicher: Die Euro-Krise wird sich verstärken und die Dollar-Krise ist noch genauso wenig gelöst wie vorher. Der Fall des Goldes ist deshalb nur vorübergehend. Es ist die einzige, statistisch nachweisbare „Währung“, die dauerhaft wertstabil ist.

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